Pinus squamata

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Pinus squamata
Systematik
Ordnung: Koniferen (Coniferales)
Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)
Unterfamilie: Pinoideae
Gattung: Kiefern (Pinus)
Untergattung: Strobus
Art: Pinus squamata
Wissenschaftlicher Name
Pinus squamata
X.W.Li

Pinus squamata ist ein mittelgroßer, immergrüner Nadelbaum aus der Gattung der Kiefern (Pinus) mit zu viert oder zu fünft wachsenden, 9 bis 17 Zentimeter langen Nadeln. Die Samenzapfen erreichen eine Länge von meist 8 bis 10 Zentimetern. Die Stammborke löst sich in unregelmäßigen Schuppen. Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in einem äußerst kleinen Gebiet in China und es gibt nur etwa 36 Exemplare, davon etwa 20 ausgewachsen. Sie ist damit wahrscheinlich die seltenste Kiefernart und eine der seltensten Koniferen überhaupt. Die Art wird daher in der Roten Liste der IUCN als vom Aussterben bedroht eingestuft.

Beschreibung[Bearbeiten]

Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Pinus squamata wächst als immergrüner, bis zu 20 Meter hoher Baum. Der Stamm ist aufrecht und erreicht einen Brusthöhendurchmesser von bis zu 60 Zentimetern, es sind jedoch keine alten Bäume bekannt. Die Stammborke ist glatt, hart und löst sich in unregelmäßigen, dünnen Schuppen ab, die helle, gelbliche Flecken freilegen, die sich später von graugrün zu verschiedenen Brauntönen verfärben und so ein mehrfarbiges Muster am Stamm bilden. Die Hauptäste wachsen in Scheinwirteln, ausgebreitet oder aufsteigend und bilden eine konische bis runde, offene Krone. Benadelte Zweige sind dünn, glatt, anfangs blass rötlich braun und später graubraun, dicht gelbbraun oder graubraun behaart oder unbehaart.[1]

Knospen und Nadeln[Bearbeiten]

Die vegetativen Knospen sind eiförmig, bis zu 10 Millimeter lang und harzig. Die Niederblätter sind rotbraun, dachziegelartig angeordnet und dreieckig-lanzettlich. Die Nadeln wachsen zu viert oder zu fünft in einer hinfälligen, basalen Nadelscheide. Sie sind hellgrün, steif oder biegsam, spreizend, 9 bis 17 Zentimeter lang, mit einem breit-dreieckigen Querschnitt und einem Durchmesser von etwa 0,8 bis 1,0 Millimeter. Der Nadelrand ist fein gesägt, das Ende spitz. Auf allen Nadelseiten gibt es Spaltöffnungslinien. Es werden ein einzelnes Leitungsbündel und drei bis fünf große Harzkanäle nahe der Oberfläche gebildet.[1][2]

Zapfen und Samen[Bearbeiten]

Die Pollenzapfen wachsen spiralig angeordnet in länglichen Gruppen an jungen Trieben in den Achseln breiter Niederblätter. Sie sind eiförmig-zylindrisch und 10 bis 15 Millimeter lang.[1]

Die Samenzapfen wachsen einzeln, aufrecht stehend oder waagrecht auf einem 1,5 bis 2,0 Zentimeter langen Stiel. Sie sind anfangs grün und später variabel braun, geschlossen eiförmig-konisch, geöffnet breit eiförmig, manchmal ab 7 meist 8 bis 10 Zentimeter lang, mit einem Durchmesser von 5 bis 6 Zentimetern. Sie fallen bei Reife vom Baum. Die 100 bis 120 Samenschuppen sind länglich-elliptisch, etwa 2,7 Zentimeter lang und 1,8 Zentimeter breit, holzig und steif. Die Apophyse ist verdickt, im Umriss breit rhombisch und quer gekielt. Der dreieckige Umbo liegt dorsal, er ist flach oder mehr oder weniger vertieft und hat keinen Stachel.[1][2]

Die Samen sind länglich oder verkehrt eiförmig, leicht abgeflacht, 8 bis 10 Millimeter lang, etwa 5 Millimeter breit und schwarz gestreift. Der Samenflügel ist 15 Millimeter lang, gegliedert und zeigt ebenfalls schwarze Streifen.[1]

Die Bestäubung erfolgt im April und Mai, die Samen reifen im September und Oktober der dann zwei Jahre alten Zapfen.[3]

Verbreitung, Ökologie und Gefährdung[Bearbeiten]

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Pinus squamata liegt im Kreis Qiaojia im Nordosten[2] der chinesischen Provinz Yunnan, wo die Art nur an einer Stelle gefunden wurde.[1]

Sie ist eine äußerst seltene Art, die in beinahe 2200 Metern Höhe auf einem Berghang mit offenem, durch den Menschen gestörten Waldland und Grasland mit Büschen wächst. Man findet sie zusammen mit Pinus yunnanensis und verschiedenen Laubbäumen.[1] Das Verbreitungsgebiet wird der Winterhärtezone 9 zugerechnet mit mittleren jährlichen Minimaltemperaturen zwischen −6,6 und −1,2 °Celsius.[2]

In der Roten Liste der IUCN wird Pinus squamata aufgrund des sehr beschränkten Verbreitungsgebiets und der sehr kleinen Population von nur 36 Exemplaren, davon 18 bis 20 ausgewachsenen, als vom Aussterben bedroht („Critically Endangered“) eingestuft. Eine andere Zählung geht von insgesamt nur 29 Exemplaren aus, von denen nur 18 Zapfen tragen. Das Verbreitungsgebiet liegt auf einem teilweise entwaldeten Nordwesthang und ist von feuergefährdetem Gras- und Buschland umgeben. Eine zusätzliche Gefahr ergibt sich durch das Kreuzen mit Pinus yunnanensis. Im strengen Winter von 2008 starben drei der Exemplare aufgrund des starken Schneefalls ab. Das Gebiet ist jedoch inzwischen ein Naturreservat und die Bäume sind streng geschützt. Mit der Unterstützung der lokalen Förster und eines Bauern wurden mehrere junge Bäume gezüchtet, die später im Verbreitungsgebiet gepflanzt werden sollen (Stand 2010).[4]

Systematik und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Pinus squamata ist eine Art aus der Gattung der Kiefern (Pinus), in der sie der Untergattung Strobus, Sektion Quinquefoliae und mit zwei anderen Arten der Untersektion Gerardianae zugeordnet ist.[2] Die Art wurde erst 1991 von Pangzhao J.Q. entdeckt, von Li Xingwen 1991 untersucht[5] und von ihm 1992 in den Acta Botanica Yunnanica erstbeschrieben.[6] Der Gattungsname Pinus wurde schon von den Römern für mehrere Kiefernarten verwendet.[7] Das Artepitheton squamata stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „schuppig“.[8] Es bezieht sich auf die schuppige Borke älterer Bäume.[1] Synonyme der Art sind nicht bekannt.[9]

Die schuppige Borke, die Nadelform und die Struktur der Samenzapfen zeigen die Verwandtschaft zu Pinus bungeana und Pinus gerardiana, den beiden anderen Arten der Untersektion Gerardianae. Sie unterscheidet sich von diesen durch die dunklere Borke, die längeren Nadeln, die zu viert oder fünft in den Nadelscheiden wachsen, und den großen, funktionstüchtigen Samenflügel. Diese Eigenschaften sind sonst bei den Vertretern der Untersektion Strobus zu finden.[2]

Verwendung[Bearbeiten]

Die Art wird nicht wirtschaftlich genutzt. Sie wird möglicherweise später in botanischen Gärten, anfangs nur in China, zu finden sein.[10]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. 2, Brill, Leiden-Boston 2010, ISBN 9004177183, S. 760–761.
  •  James E. Eckenwalder: Conifers of the World. The Complete Reference. Timber Press, Portland, OR/London 2009, ISBN 978-0-88192-974-4, S. 478.
  •  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 4: Cycadaceae through Fagaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 1999, ISBN 0-915279-70-3, S. 21.
  •  Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 487, 607.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers, Band 2, S. 760
  2. a b c d e f James E. Eckenwalder: Conifers of the World, S. 478
  3. Liguo Fu, Nan Li, Thomas S. Elias, Robert R. Mill: Pinus squamata, in Flora of China, Band 4, S. 21
  4. Pinus squamata in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013. Eingestellt von: Y. Yang, T. Christian, 2010. Abgerufen am 26. Juli 2013
  5. Christopher J. Earle: Pinus squamata. In: The Gymnosperm Database. www.conifers.org, 23. November 2012, abgerufen am 26. Juli 2013 (englisch).
  6. Pinus squamata. In: The International Plant Name Index. Abgerufen am 26. Juli 2013 (englisch).
  7. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 487
  8. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 607
  9. Pinus squamata. In: The Plant List. Abgerufen am 26. Juli 2013.
  10. Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers, Band 2, S. 761

Weblinks[Bearbeiten]

  • Pinus squamata bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 26. Juli 2013.