Bezirk Zell am See

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Lage
Bezirk Hallein (Tennengau) Salzburg Bezirk Salzburg-Umgebung (Flachgau) Bezirk St. Johann im Pongau Bezirk Tamsweg (Lungau) Bezirk Zell am See (Pinzgau)Lage des Bezirks Zell am See im Land Salzburg (anklickbare Karte)
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Basisdaten
Bundesland Salzburg
NUTS-III-Region AT-322
Verwaltungssitz Zell am See
Fläche 2640,85 km²
Einwohner 84.964 (1. Jänner 2014)
Bevölkerungsdichte 32 Einw./km²
Kfz-Kennzeichen ZE
Bezirkshauptmannschaft
Bezirkshauptfrau Rosmarie Drexler
Webseite www.salzburg.gv.at/bh_zellamsee
Karte
Bramberg am Wildkogel Bruck an der Großglocknerstraße Dienten am Hochkönig Fusch an der Großglocknerstraße Hollersbach im Pinzgau Kaprun Krimml Lend Leogang Lofer Maishofen Maria Alm am Steinernen Meer Mittersill Neukirchen am Großvenediger Niedernsill Piesendorf Rauris Saalbach-Hinterglemm Saalfelden am Steinernen Meer Sankt Martin bei Lofer Stuhlfelden Taxenbach Unken Uttendorf Viehhofen Wald im Pinzgau Weißbach bei Lofer Zell am See Salzburg (Bundesland)Lage der Gemeinde Bezirk Zell am See   im Bezirk Zell am See (anklickbare Karte)
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Bezirkshauptmannschaft Zell am See in Zell am See

Der politische Bezirk Zell am See ist deckungsgleich mit dem Pinzgau, einem der fünf Gaue des österreichischen Bundeslandes Salzburg. Der Name Pinzgau stammt von den früher entlang der noch unregulierten Salzach vorkommenden Binsen. Im Osten grenzt der Bezirk an den Pongau, im Westen an das Bundesland Tirol, im Norden an Deutschland und im Süden von Westen nach Osten an Südtirol (Italien), Osttirol und Kärnten. Der Bezirk Zell am See ist der Fläche nach der drittgrößte Bezirk Österreichs.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 923 werden die Grafschaften Ober-, Mittel- und Unterpinzgau in Urkunden erwähnt. Zuerst Teil des Landes Bayern, stand der Pinzgau von 1328 bis zum Jahr 1803 unter der Herrschaft der Salzburger Fürsterzbischöfe. Nachdem der Pinzgau ab 1810 für kurze Zeit unter bayerischer Verwaltung stand, kam er 1816 mit Salzburg zu Oberösterreich. Mit der Entstehung eines eigenen Kronlandes Salzburg 1848 erfolgte die Herausgabe einer Landesverfassung, die auch eine Neuregelung der Landesverwaltung und die Einführung der Gemeindeordnung mit sich brachte. Die Bezirkshauptmannschaft war 1850 bis 1854 in Saalfelden untergebracht und kam dann wieder nach Zell am See.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Landschaftlich umfasst der Pinzgau die Einzugsgebiete der oberen Salzach (vom Gerlospass bis zur Einmündung der Gasteiner Ache) und der oberen Saalach (von Saalbach-Hinterglemm bis zur deutschen Grenze am Steinpass). Die Saalach durchfließt nach dem Verlassen des Glemmtales ein sich in nord-südlicher Richtung erstreckendes, zum oberen Salzachtal hin offenes Becken, in dem die Bezirkshauptstadt Zell am See im Süden und die Stadt Saalfelden im Norden liegen. Bei Maishofen, das sich zwischen diesen beiden Städten befindet, liegt die Wasserscheide zwischen der Saalach (hier 757 m Meereshöhe) und dem nur dreieinhalb Kilometer entfernten, nach Süden zur Salzach entwässernden Zeller See (750 m Meereshöhe) weniger als zehn Höhenmeter über der Saalach.

Da der Pinzgau nördlich von Lofer an Deutschland sowie auf dem Alpenhauptkamm (Kamm der Hohen Tauern) im Bereich der Venedigergruppe und der Granatspitzgruppe an Italien grenzt, führen alle innerösterreichischen Verkehrswege von und nach Nordtirol und Vorarlberg durch diesen Bezirk. Schon 1873/75 wurde er durch die Salzburg-Tiroler-Bahn erschlossen. Der transalpine Verkehr zwischen Deutschland und Italien berührt das Gebiet aufgrund der schweren Überwindbarkeit der Hohen Tauern dagegen erst seit dem Bau der Großglockner-Hochalpenstraße im Jahre 1935. Eine weitere wichtige Nord-Süd-Verbindung wurde 1967 nach Osttirol mit der Eröffnung des Felbertauerntunnels geschaffen. Von den Hohen Tauern gehört außerdem die Glocknergruppe zum Pinzgau. Des Weiteren hat der Bezirk Anteil an den Mitteralpen um das Glemmtal, am Steinernern Meer, an den Dientener Bergen und an den Loferer Steinbergen. Die Leoganger Steinberge umfasst er fast vollständig.

Der Pinzgauer Höhenweg ist ein über Berge führender Weitwanderweg, der von Obertauern (Bezirk Sankt Johann im Pongau) über Zell am See nach Westen in die Kitzbüheler Alpen führt und in Tirol fortgesetzt wird.

Landschaftliche Gliederung

Zum Oberpinzgau gehören alle Gemeinden des alten Gerichtsbezirkes Mittersill von Krimml im Westen bis Niedernsill. Östlich schließt sich der Unterpinzgau an, zu welchem alle Orte des alten Gerichtsbezirkes Taxenbach, Piesendorf *, Kaprun *, sowie Bruck und Fusch gehören. Die Städte Zell am See und Saalfelden mit den umliegenden Pinzgauer Gemeinden nördlich des Ober- und des Unterpinzgaues bilden den Mitterpinzgau.

* Die Grenzen werden nicht immer klar gesehen. Oft werden auch Piesendorf und Kaprun zum Oberpinzgau gezählt.

In jüngster Zeit wird auch eine Aufteilung in vier Teilregionen kolportiert:

  • Oberpinzgau, Unterpinzgau, „Pinzgauer Zentralraum“ und „Unteres Saalachtal“[1]

Letztere Bezeichnung ist aus geografischer Sicht unrichtig, da in diesem Bereich sich erst der Mittellauf der Saalch befindet.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Der Bezirk Zell am See gliedert sich in folgende 28 Gemeinden, zu denen drei Städte und vier Marktgemeinden gehören (in Klammern die Einwohnerzahlen vom 1. Januar 2014[2]):

Gemeinden im Bezirk Zell am See.png


Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten der Tabelle: OSM, Google oder Bing
Gemeinde Lage Einw. Fläche Ew/km² Gerichtsbezirk Region Typ
Bramberg am Wildkogel
AUT Bramberg am Wildkogel COA.svg


Bramberg am Wildkogel im Bezirk ZE.png
47° 16′ 22″ N, 12° 20′ 53″ O
3940 117,27 km² 34 Ew/km² Zell am See[3] Gemeinde
Bruck an der
Großglocknerstraße

AUT Bruck an der Grossglocknerstr COA.svg


Bruck an der Großglocknerstraße im Bezirk ZE.png
47° 17′ 11″ N, 12° 49′ 26″ O
4535 45,68 km² 99 Ew/km² Zell am See Gemeinde
Dienten am Hochkönig
AUT Dienten am Hochkoenig COA.svg


Dienten am Hochkönig im Bezirk ZE.png
47° 22′ 0″ N, 13° 0′ 0″ O
773 49,79 km² 16 Ew/km² Saalfelden Gemeinde
Fusch an der
Großglocknerstraße

AUT Fusch an der Großglocknerstraße COA.jpg


Fusch an der Großglocknerstraße im Bezirk ZE.png
47° 13′ 0″ N, 12° 49′ 0″ O
680 158,05 km² 4,3 Ew/km² Zell am See Gemeinde
Hollersbach im Pinzgau
Wappen at hollersbach im pinzgau.png


Hollersbach im Pinzgau im Bezirk ZE.png
47° 16′ 0″ N, 12° 25′ 0″ O
1120 76,95 km² 15 Ew/km² Zell am See Gemeinde
Kaprun
Wappen at kaprun.png


Kaprun im Bezirk ZE.png
47° 16′ 21″ N, 12° 45′ 34″ O
3029 100,23 km² 30 Ew/km² Zell am See Gemeinde
Krimml
Wappen at krimml.png


Krimml im Bezirk ZE.png
47° 13′ 6″ N, 12° 10′ 24″ O
841 169,46 km² 5 Ew/km² Zell am See Gemeinde
Lend
Wappen at lend.png


Lend im Bezirk ZE.png
47° 18′ 0″ N, 13° 3′ 0″ O
1360 29,35 km² 46 Ew/km² Zell am See Gemeinde
Leogang
Wappen at leogang.png


Leogang im Bezirk ZE.png
47° 25′ 0″ N, 12° 45′ 0″ O
3169 90,36 km² 35 Ew/km² Saalfelden Gemeinde
Lofer
Wappen at lofer.png


Lofer im Bezirk ZE.png
47° 35′ 9″ N, 12° 41′ 37″ O
1951 55,67 km² 35 Ew/km² Saalfelden Markt-
gemeinde
Maishofen
Wappen at maishofen.png


Maishofen im Bezirk ZE.png
47° 21′ 0″ N, 12° 48′ 0″ O
3335 29,53 km² 113 Ew/km² Saalfelden Gemeinde
Maria Alm am Steinernen Meer
AUT Maria Alm am Steinernen Meer COA.gif


Maria Alm am Steinernen Meer im Bezirk ZE.png
47° 23′ 0″ N, 12° 54′ 0″ O
2079 125,49 km² 17 Ew/km² Saalfelden Gemeinde
Mittersill
Wappen Mittersill.svg


Mittersill im Bezirk ZE.png
47° 16′ 0″ N, 12° 28′ 0″ O
5442 132,02 km² 41 Ew/km² Zell am See Stadt-
gemeinde
Neukirchen am Großvenediger
Wappen at neukirchen.png


Neukirchen am Großvenediger im Bezirk ZE.png
47° 15′ 0″ N, 12° 16′ 0″ O
2513 165,98 km² 15 Ew/km² Zell am See Markt-
gemeinde
Niedernsill
Wappen at niedernsill.png


Niedernsill im Bezirk ZE.png
47° 17′ 0″ N, 12° 39′ 0″ O
2585 57,44 km² 45 Ew/km² Zell am See Gemeinde
Piesendorf
Wappen at piesendorf.png


Piesendorf im Bezirk ZE.png
47° 16′ 0″ N, 12° 43′ 0″ O
3778 50,93 km² 74 Ew/km² Zell am See Gemeinde
Rauris
AUT Rauris COA.jpg


Rauris im Bezirk ZE.png
47° 13′ 45″ N, 12° 59′ 40″ O
3031 253,33 km² 12 Ew/km² Zell am See Markt-
gemeinde
Saalbach-Hinterglemm
Wappen at saalbach.png


Saalbach-Hinterglemm im Bezirk ZE.png
47° 23′ 0″ N, 12° 38′ 0″ O
2858 125,53 km² 23 Ew/km² Saalfelden Gemeinde
Saalfelden am
Steinernen Meer

AUT Saalfelden COA.svg


Saalfelden am Steinernen Meer im Bezirk ZE.png
47° 25′ 37″ N, 12° 50′ 54″ O
16100 118,46 km² 136 Ew/km² Saalfelden Stadt-
gemeinde
Sankt Martin bei Lofer
Wappen at st martin.png


Sankt Martin bei Lofer im Bezirk ZE.png
47° 34′ 0″ N, 12° 42′ 0″ O
1096 63,58 km² 17 Ew/km² Saalfelden Gemeinde
Stuhlfelden
Wappen Stuhlfelden.svg


Stuhlfelden im Bezirk ZE.png
47° 16′ 0″ N, 12° 31′ 0″ O
1536 29,62 km² 52 Ew/km² Zell am See Gemeinde
Taxenbach
Wappen at taxenbach.png


Taxenbach im Bezirk ZE.png
47° 17′ 30″ N, 12° 57′ 51″ O
2732 88,31 km² 31 Ew/km² Zell am See Markt-
gemeinde
Unken
Wappen at unken.png


Unken im Bezirk ZE.png
47° 39′ 1″ N, 12° 43′ 37″ O
1904 108,88 km² 17 Ew/km² Saalfelden Gemeinde
Uttendorf
Wappen at uttendorf.png


Uttendorf im Bezirk ZE.png
47° 16′ 0″ N, 12° 34′ 0″ O
2856 167,75 km² 17 Ew/km² Zell am See Gemeinde
Viehhofen
Wappen at viehofen.png


Viehhofen im Bezirk ZE.png
47° 22′ 0″ N, 12° 43′ 0″ O
601 38,62 km² 16 Ew/km² Saalfelden Gemeinde
Wald im Pinzgau
Wappen at wald.png


Wald im Pinzgau im Bezirk ZE.png
47° 14′ 49″ N, 12° 13′ 37″ O
1154 69,28 km² 17 Ew/km² Zell am See Gemeinde
Weißbach bei Lofer
Wappen at weissbach.png


Weißbach bei Lofer im Bezirk ZE.png
47° 31′ 0″ N, 12° 45′ 0″ O
422 69,57 km² 6,1 Ew/km² Saalfelden Gemeinde
Zell am See
AUT Zell am See COA.svg


Zell am See im Bezirk ZE.png
47° 19′ 24″ N, 12° 47′ 53″ O
9544 55,12 km² 173 Ew/km² Zell am See Stadt-
gemeinde

Die Gemeinden werden weiter in Katastralgemeinden untergliedert.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Kultur[Bearbeiten]

Der Pinzgau, als Teil des Innergebirgs, hat eine recht eigenständige Volkskultur. In der Dialektsprache, dem Pinzgauerisch, eine Unterform des Mittelbairischen, mischen sich die Salzburgischen Elemente, die dem Pongauerischen verwandt sind, mit westlichen Tiroler Elementen, im Oberpinzgau mit Südbairischem (süd-/osttirolischem) Einfluss.

Das Heilwissen der Pinzgauerinnen, gesammeltes Wissen rund um die Heilmittel und deren praktische Anwendung im Pinzgau (eine Liste mit 106 Heilmitteln, deren Indikationen und Wirkungen ist erfasst), wurde 2010 als Immaterielles Welterbe, wie es die UNESCO deklariert, in die Österreichliste (Nationales Kulturgut) aufgenommen.[5] Ebenso fand das Hundstoaranggeln am Hohen Hundstein darin Aufnahme, ein Kampfritual (Ranggeln) und eine der ältesten Sportarten, die im Alpenraum ausgetragen wird.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Regionen im Pinzgau, regpi.at
  2. Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahres- und Quartalsanfang
  3. Das BG Mittersill wurde mit 31. Dezember 2004 aufgelöst und der Sprengel dem BG Zell am See zugeschlagen.
  4. Katastralgemeinden im Pinzgau
  5. Heilwissen der Pinzgauerinnen. nationalagentur.unesco.at
  6. Hundstoaranggeln. nationalagentur.unesco.at

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bezirk Zell am See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.28333333333312.7Koordinaten: 47° 17′ 0″ N, 12° 42′ 0″ O