Pionerski

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Pionerski (Begriffsklärung) aufgeführt.
Stadt
Pionerski/Neukuhren
Пионерский
Wappen
Wappen
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Stadtkreis Pionerski
Erste Erwähnung 1254
Frühere Namen Neukuhren (bis 1946)
Stadt seit 1946
Fläche 8,3 km²
Bevölkerung 11.016 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 1.327 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 20 m
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7) 40155
Postleitzahl 238590
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 417
Website http://pionersk.gov39.ru
Geographische Lage
Koordinaten 54° 57′ N, 20° 14′ O54.9520.23333333333320Koordinaten: 54° 57′ 0″ N, 20° 14′ 0″ O
Pionerski (Russland)
Red pog.svg
Lage in Russland
Pionerski (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad‎
Liste der Städte in Russland

Pionerski (russisch Пионерский; deutsch bis 1946 Neukuhren; litauisch Kuršiai) ist eine Stadt mit 11.016 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010)[1] in der Oblast Kaliningrad (Russland).

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Pionerski liegt an der Ostsee auf der Halbinsel Samland, zwischen den Badeorten Selenogradsk (Cranz) und Swetlogorsk (Rauschen) etwa 35 Kilometer nördlich der Oblasthauptstadt Kaliningrad (Königsberg).

Die Stadt bildet einen eigenen Stadtkreis.

Der Stadtkreis Pionerski innerhalb der Stadtkreis und Rajonsgebiete im Nordwesten des Samlande

Geschichte [Bearbeiten]

Das Dorf Neukuhren ist seit 1254 bekannt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte es sich zu einem der Badeorte an der Nordküste der Halbinsel Samland, stand jedoch im Schatten der benachbarten Cranz und Rauschen.

Am 13. Juni 1874 wurde Neukuhren Amtsdorf und namensgebend für einen neu errichteten Amtsbezirk[2]. Er gehörte zum Landkreis Fischhausen, von 1939 bis 1945 zum Landkreis Samland im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Am 30. September 1928 wurde der benachbarte Gutsbezirk Wangenkrug an der Ostsee in die Landgemeinde Neukuhren eingegliedert.

Während des Zweiten Weltkrieges waren in Neukuhren Truppenteile der Wehrmacht stationiert: das Luftwaffen-Feld-Regiment Neukuhren, das Flieger-Ausbildungs-Regiment 10 und die Flugzeugführerschulen A 125 und A/B 125.

Luftbild von Neukuhren

Nach dem Krieg kam der Ort zur sowjetischen Oblast Kaliningrad, erhielt 1946 das sowjetische Stadtrecht unter seinem heutigen Namen, abgeleitet von russisch pioner für Pionier, ein Mitglied der Pionierorganisation „W. I. Lenin“.

Amtsbezirk Neukuhren (1874–1945) [Bearbeiten]

Zwischen 1874 und 1945 war Neukuhren Sitz des gleichnamigen Amtsbezirks, zu dem anfangs 13 Landgemeinden bzw. Gutsbezirke gehörten[3]:

Deutscher Name Russischer Name Bemerkungen
Landgemeinden:
Battau
bis 1898: Deutsch Battau
Bobrowka
Kobjeiten Selski 1901 in die Landgemeinde Rauschen eingegliedert
Lixeiden Obuchowo 1928 in die Landgemeinde Schlakalken eingegliedert
Loppöhnen Rybnoje
Neukuhren Pionerski
Preußisch Battau
vor 1910: Klein Battau
Dobroje 1928 in die Landgemeinde Battau eingegliedert
Rauschen Swetlogorsk 1910 Bildung eines eigenen Amtsbezirks Rauschen[4]
Sassau 1901 in die Landgemeinde Rauschen eingegliedert
Schlakalken Jaroslawskoje
Tenkieten Ljotnoje 1928 in die Landgemeinden Schlakalken eingegliedert
ab 1910:
Alknicken Pribreschnoje 1928 in die Landgemeinde Rantau eingegliedert
Rantau Saostrowje
Gutsbezirke:
Herrenwalde 1893 in die Landgemeinde Loppöhnen eingegliedert
Kohnkenhof 1893 in die Landgemeinde Preußisch Battau eingegliedert
Schönwalde
Wangenkrug Pionerski 1928 in die Landgemeinde Neukuhren eingegliedert

Aufgrund der Umstrukturierungen gehörten am 1. Januar 1945 nur noch fünf Gemeinden zum Amtsbezirk Neukuhren: Battau, Loppöhnen, Neukuhren, Rantau und Schlakalken.

Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]

Fischereihafen
Jahr Einwohner
1910 339[5]
1933 1.168
1939 4.820
1959 7.637
1970 9.226
1979 10.132
1989 11.635
2002 11.816
2010 11.017

Anmerkung: Volkszählungsdaten (wenn nicht anders angegeben)

Kirche [Bearbeiten]

Evangelisch [Bearbeiten]

Neukuhren hatte vor 1945 keine eigene evangelische Kirche, sondern gehörte zum Kirchspiel der Pfarrkirche in Sankt Lorenz (heute russisch: Salskoje). Dieses war in den Kirchenkreis Fischhausen (Primorsk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingegliedert. Heute liegt Pionerski im Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Selenogradsk (Cranz), einer Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg), zugehörig zur Propstei Kaliningrad[6] der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Katholisch [Bearbeiten]

In Neukuhren gab es vor 1945 eine römisch-katholische Kirche aus Backstein.

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Pionerski ist Badeort und wichtiger Hafen der russischen Fischereiflotte.

Es besteht Eisenbahnverbindung mit Vorortzügen zum Kaliningrader Nordbahnhof und in die Nachbarorte Swetlogorsk (ehemalige Samlandbahn) sowie nach Selenogradsk (ehemalige Königsberg-Cranzer Eisenbahn). Die Bahnstation der Stadt heißt Pionerski kurort.

Siehe auch [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Rolf Jehke, Amtsbezirk Neukuhren
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Neukuhren (wie oben)
  4. Rolf Jehke, Amtsbezirk Rauschen
  5. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Fischhausen
  6. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (russisch/deutsch)

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Pionerski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien