Pionierhaus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Arbeitsgemeinschaft "Junger Zoologe" bei Untersuchungen mit Mikroskopen 1953
Palast der Pioniere in Togliatti, Russland

Das Pionierhaus (oder „Haus der [Jungen] Pioniere“) ist ein Begriff aus der DDR. Die Pionierhäuser waren die Kinderfreizeitzentren der sozialistischen Pionierorganisation Ernst Thälmann, die in vielen Städten vorhanden waren. Die meisten Pionierhäuser trugen Beinamen von Vertretern der kommunistischen Bewegung. Einige hatten mit sogenannten Pionierparks eine weitläufige Außenanlage zur Verfügung.

Das größte Zentrum dieser Art befand sich in Berlin. Bis Ende der 1970er-Jahre war es das Zentralhaus der Jungen Pioniere „German Titow“ in Berlin-Lichtenberg. Mit der Eröffnung des Pionierpalastes „Ernst Thälmann“ im Pionierpark in der Wuhlheide 1979 fungierte dieser danach als größtes Zentrum. Lokale Pionierzentren gab es außerdem in allen Bezirkshauptstädten, wobei die Pionierzentren Leipzig und Dresden (Pionierpalast „Walter Ulbricht“ im Schloss Albrechtsberg) die größten waren, und ebenfalls, wie der in der Berliner Wuhlheide, eine eigene Pioniereisenbahn aufweisen konnten.

Wichtigster Unterschied zu heutigen Freizeiteinrichtungen für Kinder (viele ehemalige Pionierhäuser sind heute normale Kinderhäuser oder Jugendklubs) ist der geringe Anteil an „Offenen-Tür-Projekten“. Ein Großteil der Kinderarbeit fand in Kursen statt, bei denen man sich vorher anmelden musste. Die Teilnahme war jedoch kostenlos. Die Kurse oder Arbeitsgemeinschaften waren unpolitisch wie zum Beispiel Malen, Basteln, Töpfern, Nähen oder politisch angehaucht wie zum Beispiel Junge Kosmonauten, Junge Feuerwehrmänner und Junge Geographen. Die relativ vielen Angebote der Pionierhäuser stellten für die Schulkinder der DDR einen wichtigen Faktor in der Freizeitgestaltung dar, und gehörten mit zur Bildungsarbeit, weswegen auch immer eine gewisse Verbindlichkeit bestand, diese wahrzunehmen.

Siehe auch [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]