Piper J-3

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Piper J-3 Cub
PiperJ-3Cub02.jpg
Piper J-3 Cub
Typ: Schulflugzeug
Entwurfsland: Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: Piper Aircraft Corporation
Erstflug: 1938
Produktionszeit: 1938 bis 1947
Stückzahl: 14.125
Der kleine Bär[1] gab der verbreiteten Piper CUB ihren Namen

Die Piper J-3 Cub ist ein einmotoriges, zweisitziges Leichtflugzeug des US-amerikanischen Flugzeugherstellers Piper Aircraft Corporation. Sie ist Vorläufer der PA-18 und startete 1938 zu ihrem Erstflug. In den Jahren 1938 bis 1947 wurden 20.057 J-3 Flugzeuge hergestellt, darunter auch militärische Verbindungsflugzeuge mit den Bezeichnungen L-4, O-59, TG-8 und UC-83.[2] Von der Gesamtzahl wurden 150 Exemplare der J-3 in Kanada gebaut.


Der Schulterdecker besitzt ein festes Spornradfahrwerk. Insgesamt wurden unter der zivilen Bezeichnung J-3 14.125 Maschinen hergestellt. Konstrukteur war Walter Jamouneau.

Die Flugeigenschaften dürfen als „gutmütig“ bezeichnet werden, solange man nicht zu langsam fliegt. Wie bei den meisten Spornradflugzeugen braucht man beim Landen ein gewisses Maß an Fingerspitzengefühl, da dieser Flugzeugtyp gerade bei Landungen unter Seitenwindeinfluss zum Ausbrechen neigt. Das Flächenprofil der Piper J-3 ist für niedrige Geschwindigkeiten ausgelegt. Daher besitzt die J-3 im Gegensatz zur PA-18 keine Landeklappen.

Die Motorisierung betrug zunächst 29 kW (40 PS). Dies wurde später auf bis zu 63 kW (85 PS) gesteigert. Das Flugzeug erreicht eine Reisegeschwindigkeit von ca. 75 mph (ca. 125 km/h). Nur noch wenige flugtaugliche Flugzeuge von diesem Baumuster sind heute erhalten. Ein Exemplar findet sich noch im Aero-Club Coburg/Brandensteinsebene mit dem Kennzeichen D-ELUM.

Die Piper J-3 und L-4 dienten als Vorbild für zahlreiche andere Flugzeuge. Die Firma Maule Air entwickelte die Konstruktion bis zum heutigen Tag konsequent weiter. Mit den Flugzeugen von Cubcrafters, American Legend Cub und AVIAT Aircraft Aviat Husky können moderne Derivate bis heute neu erworben werden. Die RANS S-7 Courier und die Zlin Aviation Savage sind aktuelle Interpretationen in Form von Ultraleichtflugzeugen, was den ursprünglichen Gedanken von W.T. Piper weiterführt, ein Flugzeug für jedermann anzubieten. Aus dieser Sicht ist die J-3 eines der wichtigsten Flugzeuge der Luftfahrtgeschichte, weil sie eine ähnliche Rolle für die Luftfahrt spielte wie das Ford T-Modell für die Verbreitung des Automobils.

Piper L-4[Bearbeiten]

Die Piper L-4 oder auch Piper O-59 Grasshopper ist ein für militärische Zwecke modifizierte Variante der Piper J-3 und gilt als der am weitesten verbreitete Typ der „L“-Flugzeuge. Das Präfix „L“ (Abkürzung für „Liaison“) war bei der USAAF die Kennzeichnung für leichte Verbindungs- und Aufklärungsmaschinen. Insgesamt wurden von der L-4 rund 5.800 Stück produziert.

Piper Typ L-4 in originaler Lackierung
Piper Typ L-4, HB-OCI, 1944, Werknummer 12534

Die L-4 wurde im Zweiten Weltkrieg u.a. als Kurier- Erkundungs- und Beobachtungsflugzeug eingesetzt; außerdem wurde sie zum Abwurf von Rauchbomben und zum Verlegen von Fernmeldekabeln verwendet. Zu diesem Zwecke erhielt dieses Baumuster im Vergleich zur Piper J-3 größere Fenster an den Seiten und über den Sitzen, um die Sicht vor allem nach hinten zu verbessern. Mit Hilfe des Brodie-Systems konnte die L-4 zudem als Aufklärungsflugzeug von Bord kleinerer Schiffe eingesetzt werden.

Eine motorlose, dreisitzige Version der L-4 kam als TG-8 Schulungsgleiter zum Einsatz. 253 Stück wurden von 1942 bis 1943 gebaut.[3] Die Bezeichnung TG stammt von dem englischen Begriff Training Glider.

Militärische Nutzer[Bearbeiten]

ParaguayParaguay Paraguay[4]
Korea SudSüdkorea Südkorea[5]
ThailandThailand Thailand
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Technische Daten (L-4B)[Bearbeiten]

Kenngröße Daten
Besatzung 2
Länge 6,83 m
Spannweite 10,76 m
Leermasse 345 kg
Höchstgeschwindigkeit 142 km/h in Meereshöhe
Triebwerk ein Continental O-170-3 mit 48 kW (65 PS)

Vergleichbare Typen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Let's See What We Have Here. Piper Aviation Museum Store, abgerufen am 24. April 2012 (englisch): „Large Cub Bear decal“
  2. Peperell 2006, S. 87
  3. Peperell 2006, S. 80f, 87
  4. Krivinyi, Nikolaus: World Military Aviation, page 181. Arco Publishing Company, 1977. ISBN 0-668-04348-2
  5. a b c Triggs, James M.: The Piper Cub Story, pages 13-19. The Sports Car Press, 1963. SBN 87112-006-2
  6. Andrade 1979, p. 239
  7. a b c Peperell 1987, pp. 22-34

Francis, Devon Earl: Mr. Piper and his Cubs. The Iowa State University Press, 1973.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Piper Cub – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien