Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2

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Filmdaten
Deutscher Titel Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2
Originaltitel Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest
Fluch der karibik 2.svg
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2006
Länge 145 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 10[2]
Stab
Regie Gore Verbinski
Drehbuch Ted Elliott
Terry Rossio
Produktion Jerry Bruckheimer
Musik Hans Zimmer
Kamera Dariusz Wolski
Schnitt Craig Wood
Stephen E. Rivkin
Besetzung

Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2 (Originaltitel: Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest; dt. Piraten der Karibik: Des Toten Mannes Truhe) ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 2006, der die Fortsetzung zu Fluch der Karibik ist und somit den zweiten Teil der Pirates-of-the-Caribbean-Saga darstellt. Regie bei dem Piratenfilm führte Gore Verbinski, das Drehbuch schrieben Ted Elliott und Terry Rossio. Die Hauptrollen spielten Johnny Depp, Orlando Bloom und Keira Knightley. Der Film ist eine Co-Produktion von Walt Disney Pictures und Jerry Bruckheimer Films im Verleih der Buena Vista International.

Die Filmreihe basiert auf einer Themenfahrt, die im Disneyland Resort am 18. März 1968 eröffnet wurde. Pirates of the Caribbean gilt als eine der beliebtesten und bekanntesten Disney-Attraktionen.[3][4]

Handlung[Bearbeiten]

Die Filmhandlung beginnt während der Hochzeitsfeier von Elizabeth Swann und Will Turner in Port Royal. Noch bevor sich beide das Ja-Wort geben können, werden Elizabeth und Will von Lord Cutler Beckett, einem hochrangigen Repräsentanten der Britischen East-India Trading Company, verhaftet. Beide verhalfen im ersten Teil dem Piraten Captain Jack Sparrow zur Flucht, weshalb sie jetzt gehängt werden sollen. Elizabeths Vater, Gouverneur Weatherby Swann, ist machtlos. Beckett verspricht, Elizabeth und Will nicht zu bestrafen, wenn Will ihm Jacks Kompass beschafft. Dieser zeigt stets in Richtung des vom Kompassträger meistgewünschten Objektes.

Jack macht sich unterdessen auf die Suche nach dem Schlüssel zu der Truhe, in der sich Davy Jones' Herz befindet. Jack hatte Davy Jones Jahre zuvor versprochen, ein Jahrhundert lang Mitglied von Jones' Crew zu werden, wenn dieser für ihn die zuvor gesunkene Black Pearl vom Meeresgrund bergen würde. Nun ist Jones auf der Suche nach Sparrow, da dieser seine Schuld einlösen muss. Als Jack von Wills Vater, der inzwischen als Untoter der Crew von Jones angehört, erfährt, dass Davy Jones hinter ihm her ist, befiehlt er, Land anzusteuern.

Nachdem Will auf der Suche nach Jack auf der Pirateninsel Tortuga zunächst keine hilfreichen Informationen erhält und stattdessen eine Ohrfeige von der Prostituierten Giselle erhält, bekommt er von einem Fischer den Hinweis, dass Jacks Schiff vor einer Insel liege.

Will findet Jack auf der Insel, die von einem Kannibalenstamm bewohnt wird. Die Kannibalen haben Jack zu ihrem Gott ernannt, wollen ihn jedoch im Laufe eines Rituals töten. Die Piraten Pintel und Ragetti kommen ebenfalls auf die Insel, nachdem sie dem Gefängnis in Port Royal entkommen sind. Will, Jack und ihren Begleitern gelingt schließlich die Flucht zur Black Pearl.

Jones kann nur getötet werden, indem sein Herz zerstört wird. Will und Jack erfahren von der geheimnisvollen Tia Dalma, dass Davy Jones' Herz in einer Truhe auf einer einsamen Insel versteckt ist. Die beiden finden die Flying Dutchman. Davy Jones gibt Jack drei Tage Zeit, ihm 100 Seelen anstatt seiner eigenen zu besorgen. Will bleibt als Anzahlung ebenfalls in Jones' Crew.

Will trifft auf Jones' Schiff seinen Vater: „Stiefelriemen-Bill“ Turner. Dieser hilft ihm, den Schlüssel zu der Truhe, die Jones' Herz beinhaltet, zu finden. Schließlich ermöglicht er auch die Flucht seines Sohnes von der Flying Dutchman. Er gibt ihm außerdem ein Messer mit. Will verspricht, dass er seinen Vater befreien wird, indem er das Messer durch Jones' Herz sticht.

In Tortuga trifft Jack auf James Norrington, der seine Anstellung bei der Royal Navy wegen einer missglückten Jagd auf Jack verloren hat. Norrington wird in die Crew der Black Pearl aufgenommen. Außerdem wird in Tortuga Elizabeth, der die Flucht aus Port Royal gelang, an Bord genommen. Jack nutzt sie, um den Standort der Todestruhe zu finden.

Kulisse der Flying Dutchman im Disney-Resort Castaway Cay

Gemeinsam fahren sie zur Insel Isla Cruces, auf der sich Davy Jones’ Herz befindet. Auch Will ist unterwegs zu dieser Insel, verfolgt von Davy Jones und der Crew der Flying Dutchman.

Während Jack Davy Jones’ Herz benutzen möchte, um sich selbst von seinem Fluch freizukaufen, hat Will vor, damit seinen Vater zu befreien. Norrington will hingegen Jones' Herz stehlen und es Lord Beckett übergeben, um damit seine eigene Rehabilitation zu erreichen. Auf der Insel treffen sie Will wieder. Zwischen Jack, Will und Norrington entbrennt ein Kampf um den Schlüssel der Truhe. Pintel und Ragetti versuchen inzwischen, die Truhe zu stehlen, und werden dabei von Elizabeth verfolgt. Schließlich betritt Jones' Crew die Insel, um ebenfalls der Truhe und des Schlüssels habhaft zu werden. Norrington kann letztlich mit Jones' Herz flüchten und es später Lord Beckett übergeben, während Jack, Elizabeth, Will und der Crew die Flucht zur Black Pearl gelingt.

Um Jack zu töten, ruft Jones einen Riesenkraken, der die Black Pearl ins Meer ziehen soll. Da der Kampf gegen den Kraken aussichtslos scheint, beschließt die Besatzung, im Beiboot zu flüchten. Um eine Chance zur Flucht zu haben, küsst Elizabeth Jack und kettet ihn dabei fest, mit den Worten, dass der Krake nur hinter ihm her sei. Während Jack mit der Black Pearl vom Riesenkraken ins Reich von Davy Jones hinabgezogen wird, um dort bestraft zu werden, gelingt der Crew die Flucht.

Die Besatzung kehrt zu Tia Dalmas Hütte zurück, wo sie von ihr erfahren, dass sie Jack wieder befreien können, indem sie in das Reich von Davy Jones segeln und Jack zurückholen. Dafür stellt sie ihnen den Piraten Barbossa zur Seite, der im ersten Teil von Jack erschossen wurde. Nach dem Abspann sieht man, wie der Hund von Jack, der bei den Ureinwohnern zurückgelassen wurde, ebenso wie Jack zuvor als neue Gottheit angebetet wird.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Das Filmbudget umfasste über 225 Millionen US-Dollar. Die Dreharbeiten auf den Bahamas, St. Vincent, Dominica, in Los Angeles, Santa Clarita und den Walt-Disney-Studios in Burbank, Kalifornien, begannen im März 2005 und dauerten bis zum 10. September 2005. Die Spezialeffekte wurden unter anderem von Industrial Light & Magic (ILM) realisiert. Dabei wurde zum Beispiel die Filmfigur Davy Jones vollständig im Computer generiert, nur seine Stimme, Augen und seine Bewegungen stammen von Bill Nighy. Fluch der Karibik 2 (US-amerikanischer Titel: Pirates of the Caribbean 2 – Dead Man's Chest) und Teil 3 der Filmtrilogie wurden als ein Filmprojekt gedreht, um Kosten zu sparen. Kinostart von Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2 (US-amerikanischer Titel: Pirates of the Caribbean: Dead Man's Chest ) war in Deutschland am 27. Juni 2006.

Deutsche Synchronisation[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronstimme von Johnny Depp ist zwar meist mit David Nathan besetzt, in Fluch der Karibik Teil 1 wollte der zuständige Supervisor jedoch eine andere Synchronisation Depps haben. Also wurde Marcus Off besetzt, der den ganzen Film noch einmal einsprach und die Rolle auch in Fluch der Karibik 2 und 3 übernahm.

Rezeption[Bearbeiten]

Die Kritiker nahmen den Film unterschiedlich auf. Unter anderem wurde kritisiert, dass der Film zu lang und Gore Verbinski in seine Figuren zu vernarrt sei und deswegen die Handlung vernachlässigt habe. Positive Stimmen lobten, der Film sei ein höchst amüsanter Abenteuerfilm mit atemberaubender Action und fantastischen Charakteren. Außerdem wurde Johnny Depps schauspielerische Leistung gelobt. Beim Publikum wurde der Film zu einem Riesenerfolg: Der Film kam am 7. Juli 2006 in die US-amerikanischen Kinos, spielte am Startwochenende 132 Millionen US-Dollar ein und stellte damit einen neuen Rekord auf. Mit über 423 Millionen Dollar Einspielergebnis gehört der Film zu den sechs erfolgreichsten Filmen in den US-Kinos. Am 27. Juli 2006 startete er in den deutschen Kinos, wo er mehr als 7 Millionen Zuschauer fand und damit nach Ice Age 2: Jetzt taut's der erfolgreichste Film 2006 in Deutschland ist. Weltweit spielte er über 1 Milliarde Dollar ein und liegt damit auf Platz 11 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten (Stand: 31. März 2014)[5].

Kritiken[Bearbeiten]

film-dienst schrieb in der Ausgabe 15/2006: „Wäre dies ein ernsthafter Vorwurf, müsste man Verbinski vorhalten, dass er seine Hauptfiguren zu sehr liebt. Das eigentliche Problem ist jedoch die barocke Überladenheit des Films. Als traute Verbinski einem Storyelement nicht, kreiert er in jeder Situation deren drei. Am besten ist der fantasiereiche, angenehm unprätentiöse, aber wenig überraschende Abenteuerfilm daher in seinen oft atemberaubenden Action- und Slapstickszenen, die obschon mit Computerhilfe entstanden, weitaus realistischer und beeindruckender wirken als in vielen anderen Filmen – und immer dann, wenn der Film sich selbst ironisch reflektiert.“

Bill Zwecker schrieb in der Chicago Sun-Times vom 6. Juli 2006: „Dieser zweite Film besteht eigentlich nur aus Nervenkitzel, Spezialeffekten und pausenlos Action – aber praktisch ohne zusammenhängende oder beherrschende Handlung.“ (This second film is pretty much all thrills, special effects and nonstop action – but with virtually no cohesive or compelling story line.)[6]

Das deutsche Kino- und DVD-Magazin WIDESCREEN schrieb in Ausgabe 09/06: „Jack Sparrows neues Abenteuer ist ein überfrachtetes Actionfeuerwerk. Eine atemlose Hatz durch Spezial- und digitale Effekte. Eine Ansammlung berstender Planken, rasselnder Säbeln und schwingender Taue, die nie zur Ruhe kommen. Eine Aneinanderreihung von Höhepunkten an Höhepunkte! Und das macht verdammt noch eins einen Höllenspaß! Wen interessiert es, dass die Handlung etwas sprunghaft wirkt, wenn nur das Spektakel gleichmäßig hochgehalten wird? Dieser Teil 2 hat alles, was ein Bombastabenteuer auf der großen Leinwand haben muss. Und mehr: Denn Jack Sparrow und seine Sprüche sind einmal mehr das, was die Spreu vom Weizen trennt. Der Sommerblockbuster hat seine Aufgabe erfüllt.“

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Ein Trailer zum Film wurde für den Golden Trailer Award in der Kategorie Sommer-Blockbuster 2006 nominiert. Er erhielt außerdem eine Goldene Leinwand für mehr als drei Millionen Kinozuschauer in Deutschland sowie kurze Zeit später eine Goldene Leinwand mit Stern für mehr als sechs Millionen Zuschauer. Johnny Depp wurde für den Golden Globe in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller" nominiert, ging aber leer aus. Einen Oscar erhielt der Film in der Kategorie „Beste visuelle Effekte“ und war weiterhin nominiert für: „Bester Ton“, „Bester Tonschnitt“ und „Bestes Szenenbild“.

Bei der Verleihung der MTV Movie Awards 2007 wurde der Film in der Kategorie „Bester Film“ ausgezeichnet. Johnny Depp erhielt den Preis für die „Beste Darstellung“, Keira Knightley war in derselben Kategorie nominiert gewesen. Bill Nighy musste sich in der Kategorie „Bester Filmbösewicht“ Jack Nicholson (Departed: Unter Feinden) geschlagen geben.

Sonstiges[Bearbeiten]

Werbeträger Pirates of the Caribbean vor dem Etappensieg beim Volvo Ocean Race
  • Als Werbeträger fuhr 2005/2006 eine Regatta-Yacht unter dem Namen Pirates of the Caribbean (d.h. dem ersten Teil des englischen Originaltitels) bei der Langstrecken-Regatta Volvo Ocean Race mit. Das Schiff gewann die letzte Regattaetappe und erreichte in der Gesamtwertung Platz 2.[7]
  • Der Originaltitel „Dead Man's Chest“ lässt sich auf den Anfang des Piratenliedes aus Die Schatzinsel ableiten. Chest bedeutet sowohl Brust als auch Truhe, wobei auf das Herz von Davy Jones angespielt wird.
  • Keira Knightley trug bei den Dreharbeiten zu Fluch der Karibik 2 und dem zeitgleich entstandenen dritten Teil Haarverlängerungen (Extensions), da ihre eigenen Haare zu dem Zeitpunkt nach einem vorherigen Dreh des Films Domino, bei dem sie kurze Haare tragen musste, noch zu kurz waren.
  • Nach einer nachträglichen Idee der Autoren sollte der Kapitän, der mit Gouverneur Weatherby Swann befreundet war, Kapitän Hawkins, den auf See verschollenen Vater von Jim Hawkins aus Die Schatzinsel darstellen. Diese Idee schaffte es jedoch nicht in die Endfassung des Filmes.
  • Im ersten Teil erhält Jack Sparrow von den Damen Scarlett und Giselle jeweils eine Ohrfeige. In diesem Teil erhält Will Turner von Giselle eine Ohrfeige, die er an Jack weitergeben soll. Während Scarlett und Giselle sich im ersten Teil noch nicht kannten, sind sie in diesem wohl befreundet, da Will sie zusammen antrifft und Scarlett lacht, als Will von Giselle geohrfeigt wird.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang & Rebecca Hohlbein: Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2, Egmont vgs, 2006

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 72 kB) der FSK
  2. Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK): Details zum Film
  3. Walt Disney World über: Pirates of the Caribbean
  4. Internet Movie Database: Trivia zu Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl
  5. Info auf boxofficemojo.com
  6. Bericht auf suntimes.com
  7. The Volvo Ocean Race: Webarchiv vom 28. September 2007 der eingelagerten Webseite: Team News. Pirates of the Caribbean (engl.) (abgerufen 29. Januar 2007)