Pirmin Stekeler-Weithofer

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Pirmin Stekeler-Weithofer (* 21. Dezember 1952 in Meßkirch) ist ein deutscher Philosoph und Professor an der Universität Leipzig.

Leben[Bearbeiten]

Stekeler-Weithofer studierte Mathematik, Theoretische Sprachwissenschaft und Philosophie in Konstanz, Berlin, Prag und Berkeley. Er lehrt derzeit Theoretische Philosophie an der Universität Leipzig. Im Meiner Verlag gab er von 1996 bis 2006 die halbjährlich erscheinende Zeitschrift Dialektik heraus (erscheint seit 2007 unter dem Titel Zeitschrift für Kulturphilosophie). Seit 2003 ist er auch für das Philosophische Jahrbuch (Verlag Karl Alber) als Herausgeber tätig. Von 2006 bis 2008 war er Präsident der Internationalen Ludwig Wittgenstein Gesellschaft.[1] Seit 1998 ist er Ordentliches Mitglied und seit 2008 Präsident der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.[2]

Arbeitsschwerpunkte[Bearbeiten]

Stekeler-Weithofers Arbeitsschwerpunkte stellen die Philosophie der Sprache, Handlungstheorie und Philosophie der Logik dar. Darüber hinaus gilt sein besonderes Interesse dem Verhältnis zwischen traditioneller (Platon, Kant, Hegel) und analytischer Philosophie (Frege, Wittgenstein, Carnap, Quine). Pirmin Stekeler-Weithofer zählt zu den wichtigsten deutschsprachigen Hegelianern der Gegenwart. Besondere Aufmerksamkeit erweckte seine sprachanalytische Interpretation von Hegels Wissenschaft der Logik.[3]

Gegen Ansichten der Analytischen Philosophie hält er die Sprache von Hegel, Nietzsche und Heidegger für philosophisch sinnvoll interpretierbar. Er wendet sich wie Friedrich Kambartel gegen eine ausschließlich formale Vernunft.

Hegels Herr-Knecht-Kapitel wird von Stekeler-Weiterhofer als Kritik an der sokratisch-platonischen Metapher von der Seele als Beherrscherin des Leibes verstanden. Stekeler-Weithofer zeigt dabei einen Weg des personalen Selbstbewusstseins auf, anstatt sozialtheoretisch auf einen Kampf um Anerkennung abzuheben: Er unterscheidet in einer Lesart von Platon zwischen einer psychḗ als Trägerin von Ruf und Ehre, die auch über unseren Tod Bestand hat und einer tätigen aretḗ-Person (Tugendhaftigkeit), bei der wir unabhängig von fremdem Lob oder Tadel gewissenhaft selbstbeurteilend handeln. Dabei wird darauf geachtet, dass nicht die Seele ontisch als Realexistenz eines geistigen Wesens namens 'Seele' missverstanden wird.[4]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Grundprobleme der Logik. Elemente einer Kritik der formalen Vernunft. Berlin 1986, ISBN 3-11-010491-1.
  • Hegels Analytische Philosophie. Die Wissenschaft der Logik als kritische Theorie der Bedeutung. Paderborn 1992, ISBN 3-506-78750-0.
  • Sinn-Kriterien. Die logischen Grundlagen kritischer Philosophie von Platon bis Wittgenstein. Paderborn 1995, ISBN 3-506-78749-7.
  • Was heißt Denken? Von Heidegger über Hölderlin zu Derrida. Bonn University Press, Bonn 2004, ISBN 3-86529-002-7.
  • Philosophie des Selbstbewußtseins. Hegels System als Formanalyse von Wissen und Autonomie. Suhrkamp (stw 1749), Frankfurt/M. 2005, ISBN 3-518-29349-4.
  • (zus. mit Friedrich Kambartel) Sprachphilosophie. Probleme und Methoden. Reclam, Stuttgart 2005, ISBN 3-15-018380-4.
  • Philosophiegeschichte. de Gruyter 2006, ISBN 3-11-018556-3
  • Formen der Anschauung. Eine Philosophie der Mathematik. de Gruyter 2008, ISBN 978-3-11-019435-7.
  • Sinn (Grundthemen Philosophie) de Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3110254150.
  • Denkströme. Journal der Sächsischen Akademie der Wissenschaften. Im Auftrag der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig herausgegeben von Pirmin Stekeler-Weithofer. Leipziger Universitätsverlag, ISSN (Druck): 1867-6413; ISSN (Online): 1867-7061, Onlineausgabe: www.denkstroeme.de.
  • Denken. Wege und Abwege in der Philosophie des Geistes (Philosophische Untersuchungen 28), Mohr Siebeck, Tübingen 2012, ISBN 978-3-16-151935-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Homepage der Ludwig Wittgenstein Gesellschaft
  2. Präsident der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
  3. Pirmin Stekeler-Weithofer: Hegels Analytische Philosophie. Die Wissenschaft der Logik als kritische Theorie der Bedeutung.
  4. Philosophie des Selbstbewußtseins, 2005 S.408ff