Piroge

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Schiffstyp Piroge. Zur Speise in Osteuropa und Finnland siehe Pirogge.
Eine Piroge in Madagaskar

Piroge bezeichnet einen einfachen, historischen Schiffstyp. Eine Piroge ist ein Einbaum, bei dem die Seitenwände durch aufgesetzte Planken erhöht wurden. Diese Bootsform gab und gibt es in den unterschiedlichsten Teilen der Erde.

Bekannt sind insbesondere die großen Kriegspirogen oder Auslegerkanus der Südseeinsulaner, die bis zu 40 Krieger transportierten und mit herzförmigen Paddeln im Gleichtakt fortbewegt wurden.

In Westafrika dienen Pirogen traditionell der Küstenfischerei. Es handelt sich um bis zu 20 Meter lange Holzboote, bei denen auf einen bananenförmig geschwungenen massiven Kiel Bordwände aufgesetzt sind, wobei an Bug und Heck der Kiel etwa zwei Meter weit übersteht. Typischerweise sind die Pirogen bunt bemalt und heutzutage anstelle von Paddeln mit einem Außenbordmotor ausgerüstet. Als Landungsplätze dienen vorzugsweise Sandstrände, wo die Boote aus dem Wasser gezogen werden. Wenn die Pirogen vom Strand aus in See stechen, sind sie auch geeignet, starke Brandung zu überwinden.

Das Wort Piroge ist abgeleitet vom französischen pirogue, das vom spanisch-karibischen piragua abstammt.

Mit Pirogen werden auch sehr weite Distanzen zurückgelegt. So nimmt man beispielsweise an, dass Madagaskar vor ca. 2000 Jahren mit Pirogen von Indonesien/Borneo aus besiedelt wurde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pirogen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien