Pirqe de Rabbi Eliezer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Pirqe de Rabbi Eliezer (hebräisch: Kapitel = Aussprüche des Rabbi Eliezer, Bezugnahme auf Elieser ben Hyrkanos, der allerdings nicht der Autor ist; auch: Baraita de Rabbi Eliezer, Mischna de Rabbi Eliezer, Haggada de Rabbi Eliezer, PRE), entstanden vermutlich nach 700 (obwohl es viel älteres Material verarbeitet) in Palästina, ist eine midraschartige jüdische Schrift.

Sie behandelt das 1. Buch, zu kleinen Teilen auch das 2. und 4. Buch Moses in 7 Abschnitten mit 54 Kapiteln, im Einzelnen Schöpfung, Adam bis Noah, Sprachverwirrung, Abraham bis Jakob, Geschichte des Mose bis zum Goldenen Kalb, beschreibt Details aus dem Leben Eliezers, philosophiert über die "Nachkommen Amaleks", macht Bemerkungen über die Esther-Rolle, über Mirjams Bestrafung, philosophiert über die künftige Erlösung sowie über verschiedene Wunder. Zum Teil sind die Erläuterungen thematisch verknüpft mit einzelnen Benediktionen der Amida

Die Schrift ist offensichtlich unvollständig, weil der Verfasser (man vermutet eine Einzelpersönlichkeit als ihren Autor) sein Werk nicht zu Ende führen konnte.

Eigentlich handelt es sich nicht um einen Midrasch trotz midraschartiger Züge (Auftretenlassen einzelner Traditionen im Namen ihrer - oft pseudepigraphischen - Sprecher), sondern um einen Versuch, die Bibel nachzuerzählen ("rewritten Bible"), ähnlich manchen arabischen Bibelerzählungen.

Ausgaben[Bearbeiten]

  • Erstausgabe Konstantinopel 1514
  • Venedig 1544
  • G. Friedländer, London 1916
  • Geniza-Fragmente bei N. Alloni und Z. M. Rabinowitz (1979)

Literatur[Bearbeiten]

  • Leopold Zunz: Die gottesdienstlichen Vorträge der Juden, historisch entwickelt. Asher, Berlin 1832, S. 283ff.
  • MGWJ 69 (1925), 47 ff.
  • Günter Stemberger: Einleitung in Talmud und Midrasch. 8. neubearbeitete Auflage. Beck, München 1992, ISBN 3-406-36695-3, (Beck-Studium), S. 298f.
  • Eliezer Treitl, “Pirke de-Rabbi Eliezer: Text, Redaction and a Sample Synopsis,” (PhD dissertation, Hebrew University of Jerusalem, 2010). (in hebrew)

Siehe auch[Bearbeiten]