Piuro

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Piuro
Kein Wappen vorhanden.
Piuro (Italien)
Piuro
Staat: Italien
Region: Lombardei
Provinz: Sondrio (SO)
Koordinaten: 46° 20′ N, 9° 25′ O46.3333333333339.4166666666667382Koordinaten: 46° 20′ 0″ N, 9° 25′ 0″ O
Höhe: 382 m s.l.m.
Fläche: 85 km²
Einwohner: 1.930 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einw./km²
Postleitzahl: 23020
Vorwahl: 0343
ISTAT-Nummer: 014050
Website: http://www.comune.piuro.so.it/
Piuro 1.JPG

Piuro (dt. Plurs) ist ein Dorf in der Provinz Sondrio in der Lombardei, Italien. Piuro hat 1930 Einwohner (Stand 31. Dezember 2013) auf 48 km². Piuro liegt nahe der Grenze zum Kanton Graubünden, Schweiz, und gehört geografisch zum Bergell. Das Dorf liegt an der Mündung des Valle Drana in die Mera und setzt sich aus einer Vielzahl von Weilern zusammen. Die wichtigsten sind Prosto, Borgonovo und Santa Croce. Die kleineren heißen Sant’Abbondio, Aurogo, Scilano und Cranna. Hoch oben am Berg und mit dem Auto nicht erreichbar liegen Savogno und Dasile.

Geschichte[Bearbeiten]

Matthäus Merian: Plurs vor und nach dem Bergsturz. Abbildung aus Martin Zeiller, Topographia Helvetiae, 1642/1654

Das historische Piuro, das damals als ‚Plurs‘ noch als Untertanenland den Drei Bünden zugehörte, war durch den Abbau von Lavezstein in der frühen Neuzeit zu Reichtum gekommen. So schreibt ein Zeitzeuge im 17. Jahrhundert von Häusern, „die man eher große Paläste nennen konnte. […] Ja es schien, als habe hier Krösus den Reichtum angesammelt und Kleopatra ihre kostbaren Juwelen getragen.“[2] Der unkontrollierte Abbau führte jedoch am 25. Augustjul./ 4. September 1618greg. zu einem schweren Bergsturz: vom Berg Conto lösten sich infolge der Unterhöhlungen große Felsmassen, die Plurs und Teile des benachbarten Dorfes Chilano unter Gesteinstrümmern begruben und den Fluss Mera für kurze Zeit zu einem See stauten. Gemäß unterschiedlicher Quellen wurden dabei zwischen 1.000 und über 2.000 Menschen getötet.[3]

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Presser, S. 17.
  3. Hauer 2010 (2), S. 275.