Piz Buin

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Piz Buin
Großer (links) und Kleiner Piz Buin, Blick vom Silvretta-Stausee

Großer (links) und Kleiner Piz Buin, Blick vom Silvretta-Stausee

Höhe 3312 m ü. A.
Lage Vorarlberg, Österreich und Graubünden, Schweiz
Gebirge Silvretta
Dominanz 6,1 km → Piz Linard
Schartenhöhe 544 m ↓ Futschölpass
Koordinaten, (CH) 46° 50′ 39″ N, 10° 7′ 6″ O (804361 / 191604)46.84416666666710.1183333333333312Koordinaten: 46° 50′ 39″ N, 10° 7′ 6″ O; CH1903: 804361 / 191604
Piz Buin (Vorarlberg)
Piz Buin
Erstbesteigung 14. Juli 1865
Normalweg Hochtour
Besonderheiten Höchster Berg von Vorarlberg

Der Piz Buin [ˌpits buˈiːn], auch Großer Piz Buin, an der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz ist mit 3312 m ü. A. der höchste Berg des Silvretta-Hauptkamms und des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg.

Lage und Umgebung[Bearbeiten]

Der Berg markiert als Teil des Silvretta-Hauptkammes die Grenze zwischen Österreich und dem Schweizer Kanton Graubünden, welche in west-östlicher Richtung über den Gipfel verläuft. Westlich liegt, getrennt durch den Übergang Buinlücke, der Kleine Piz Buin (3255 m). Im Norden und Westen des Großen Piz Buin erstreckt sich der Ochsentaler Gletscher, im Nordosten liegt, vom Ochsentaler Gletscher durch das Wiesbadner Grätle getrennt, der Vermuntgletscher. Diese beiden auf österreichischem Gebiet gelegenen Gletscher bilden den Ursprung der Ill, die nach Norden durch das Ochsental zum Silvretta-Stausee im Vermunt an der Bielerhöhe fließt. Im Süden des Vermuntgletschers bildet der 2797 m hohe Vermuntpass den Übergang ins schweizerische Val Tuoi, ein Seitental des Unterengadin, das sich im Süden des Piz Buin erstreckt, und zur Gemeinde Lavin gehört.[1]

Der Piz Buin wird in der Silvretta an Höhe nur von der riesigen Pyramide des Piz Linard (3410 m) und vom Fluchthorn (3399 m) übertroffen.

Geologie und Flora[Bearbeiten]

Der Piz Buin besteht wie seine Nachbarberge aus Kristallingestein der Silvrettadecke, die hauptsächlich aus Gneisen aufgebaut ist. Im Gegensatz zu den höheren Gipfeln Piz Linard und Fluchthorn, die hauptsächlich aus Hornblende bestehen, wird der Piz Buin von hellerem Granit- und Augengneis gebildet.[2]

Der Bewuchs ist wie allgemein in den höheren Regionen der Silvretta spärlich und besteht aus Fels- und schuttbewohnenden Pflanzen der Nivalstufe. Neben Flechten und Moosen ist insbesondere der Gletscherhahnenfuß zu erwähnen, der sogar am Gipfel des Piz Buin blüht.[2]

Stützpunkte und Wege[Bearbeiten]

Piz Buin vom Ochsentaler Gletscher: Blick auf Westflanke und Nordwestgrat mit dem Normalweg

Auf der österreichischen Seite ist neben der Bieler Höhe die Wiesbadener Hütte (2443 m) an der Ostseite des Ochsentals. Von dort führt der traditionelle Normalweg nach Süden über den Vermuntgletscher und weiter nach Westen auf das Wiesbadener Grätle, von wo man über den Ochsentaler Gletscher zur Buinlücke quert. Im Aufstieg zum Wiesbadner Grätle sind dabei Stellen im Schwierigkeitsgrad II (UIAA) zu überwinden. Nachdem der Gletscher unter dem Wiesbadener Grätle etwa ab dem Jahr 2000 immer weiter abgeschmolzen ist, wird diese Route zunehmend schwieriger und riskanter. Vor allem die Steinschlaggefahr unter dem freigelegten brüchigen Fels hat dazu geführt, dass bereits überlegt wird, diese Route zu sperren. Der Einstieg wird durch das niedrigere Eisniveau immer schwieriger, sodass er im Hochsommer oft den Schwierigkeitsgrad IV+ erreichen oder sogar gänzlich unbegehbar sein kann.[3]

Eine Alternative zu diesem Weg führt von der Wiesbadener Hütte oder direkt von der Bieler Höhe auf den Ochsentaler Gletscher und über diesen zur Buinlücke. Dieser Anstieg stellt im Winter eine beliebte Skitour dar. Des Weiteren kann die Buinlücke mit Skiern von der im Val Tuoi gelegenen Tuoihütte (2250 m) erreicht werden, wobei meist über die westlich des Kleinen Piz Buin gelegene Fuorcla dal Cunfin und dann über den Ochsengletscher aufgestiegen wird.[1] Bei lawinensicheren Verhältnissen ist eine direkte Abfahrt durch die Buinlücke Richtung Tuoihütte für sehr gute Skifahrer möglich (im oberen Teil eng und ca. 40° steil). Der Weg über die Fuorcla dal Cunfin ist des Weiteren von der schweizerischen Silvrettahütte (2341 m) erreichbar.

Gemeinsam ist all diesen Wegen der Gipfelanstieg von der Buinlücke: Er führt über die Westflanke zum Nordwestgrat und über diesen durch den sogenannten Kamin auf die schuttbedeckte Westflanke und über diese unschwierig zum Gipfel. Die Schlüsselstelle im Kamin wird mit I[3] bis III[4] bewertet.

Name und Geschichte[Bearbeiten]

Blick zum Piz Buin von Süden (Tuoihütte)

Piz Buin ist ein rätoromanischer Name und bedeutet ‚Ochsenspitze‘, das „Buin“ wird auf der zweiten Silbe betont. Der rätoromanische Originalname ist Piz Buin Grond (Großer Piz Buin), im Gegensatz zum kleinen Piz Buin, dem Piz Buin Pitschen.

Die Erstbesteigung des Berges gelang 14. Juli 1865 Joseph Anton Specht und Johann Jakob Weilenmann mit den Führern Jakob Pfitscher und Franz Pöll. Sie erreichten den Gipfel über den traditionellen Normalweg über Vermuntgletscher, Wiesbadner Grätle und Buinlücke.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Piz Buin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Alpenvereinskarte Nr. 26, Silvrettagruppe Skirouten, 2007
  2. a b  Flaig: Alpenvereinsführer. S. 15-19.
  3. a b c  Günther Flaig: Alpenvereinsführer Silvretta alpin. Ein Führer für Täler, Hütten und Gipfel. 13 Auflage. Bergverlag Rother, München 2005, ISBN 978-3-7633-1097-5, S. 202-205.
  4.  Sepp Schnürer: Ötztaler Alpen-Silvretta-Ferwall. BLV, München 1990, ISBN 3-405-13171-5, S. 119-121.