Piz Mitgel

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Piz Mitgel
Ansicht vom Oberhalbstein

Ansicht vom Oberhalbstein

Höhe 3'158,8 m ü. M.
Lage Kanton Graubünden, Schweiz
Gebirge Albula-Alpen
Dominanz 1,93 km → Tinzenhorn
Schartenhöhe 452 m ↓ Verbindungsgrat zwischen Piz Mitgel und Tinzenhorn
Koordinaten 769111 / 16503246.61512789.64658333158.8Koordinaten: 46° 36′ 54″ N, 9° 38′ 48″ O; CH1903: 769111 / 165032
Piz Mitgel (Graubünden)
Piz Mitgel
Gestein Dolomit
Erstbesteigung 1. August 1867 durch D.W.Freshfield und F. und H. Devouassoud
Normalweg Über Senda Diagonala und Senda Finala
Besonderheiten Klettersteig Senda Ferrada

Der Piz Mitgel ist ein Berg nordöstlich von Savognin und südwestlich von Filisur im Kanton Graubünden in der Schweiz mit einer Höhe von 3'158,8 m. Erstbestiegen wurde der Piz Mitgel am 1. August 1867 durch Douglas William Freshfield und die Gebrüder François und Henri Devouassoud. Am Piz Mitgel wurden versteinerte Fussabdrücke von Dinosauriern gefunden. Der Piz Mitgel bietet eine prächtige Aussicht, besonders in das Oberhalbstein, das Albulatal und auf den Heinzenberg.

Lage und Umgebung[Bearbeiten]

Der Piz Mitgel gehört zu den Bergüner Stöcken, einer Untergruppe der Albula-Alpen. Der Piz Mitgel trennt das nördlich gelegene Albulatal vom südwestlich gelegenen Oberhalbstein. 200 m nördlich des Gipfels (P. 3098) treffen sich die Gemeindegrenzen von Tiefencastel, Savognin und Filisur. Die Gemeindegrenze zwischen Savognin und Filisur verläuft über den Gipfel.

Zu den Nachbargipfeln des Piz Mitgel gehören das Tinzenhorn, der Piz Ela und die Pizza Grossa.

Nordwestlich des Piz Mitgel, am Ende der Bergkette, befindet sich die Motta Palousa (2'143,6 m), ein oft begangener Aussichtspunkt, der ein hervorragendes Panorama über das Oberhalbstein, das Domleschg und das Albulatal bietet. Der Weg zur Motta Palousa ist gut markiert. Südöstlich des Piz Mitgel liegt der ebenfalls oft besuchte Bergsee Lai Tigiel (2'462 m).

Der Berg liegt mitten im Parc Ela, einem 2006 eröffneten 600 Quadratkilometer grossen Naturpark.

Talorte sind Savognin und Tinizong im Oberhalbstein sowie Filisur und Bergün im Albulatal. Ausgangspunkte sind die Elahütte im einsamen Val Spadlatscha sowie die über eine schmale Alpstrasse erreichbare Alp Plang la Curvanera.

Fossil-Funde[Bearbeiten]

Sauropoden-Spur

Am Tinzenhorn und am Piz Mitgel wurden versteinerte Fussabdrücke von Dinosauriern gefunden. Die Spuren stammen von Sauropoden aus der Triaszeit, als die Gesteine vor 200 bis 210 Millionen Jahren noch auf Meeresniveau lagen. Die Fährten gelten als älteste derartige Nachweise weltweit.[1] [2]

Senda Ferrada[Bearbeiten]

Seit 2005 kann der Piz Mitgel über den Klettersteig Senda Ferrada bestiegen werden. Es stehen drei Kletterrouten zur Verfügung: Die Senda Verticala, die Senda Diagonala und die Senda Finala.

Übersicht Senda Ferrada
Rot: Senda Diagonala
Schwarz: Senda Verticala
Blau: Senda Finala

Senda Verticala[Bearbeiten]

Der Hauptaufstieg ist technisch und konditionell schwierig. Diese Route weist einige Schwierigkeiten auf und vom Begehen mit Kindern oder untrainierten Personen wird abgeraten.

  • Führt vom Fuss des Berges zur Piramida
  • Schwierigkeit: K 3-4 mit der Schlüsselstelle K 5 beim Ausstieg

Senda Diagonala[Bearbeiten]

Die frühere Normalroute ist mit Drahtseilen gesichert und eignet sich auch für weniger erfahrene Berggänger.

  • Führt vom Fuss des Berges zur Piramida
  • Als Alpine Route weiss-blau-weiss markiert
  • Schwierigkeit: K 1 mit kurzen Stellen K 2

Senda Finala[Bearbeiten]

Gipfeltour auf dem Gipfel des Piz Mitgel.

  • Führt von der Piramida zum Gipfel des Piz Mitgel
  • Als Alpine Route weiss-blau-weiss markiert
  • Schwierigkeit: K 1

Routen zum Gipfel[Bearbeiten]

Der Piz Mitgel wird meistens in einem Tag vom Tal aus bestiegen. Häufiger Ausgangspunkt ist der Parkplatz Plang la Curvanera (1'893 m ü. M.), zu dem ein Strässchen von Savognin aus via Tussagn führt. Die Alpstrasse von Tinizong in die Val d’Err nach Pensa ist für den allgemeinen Motorfahrzeugverkehr gesperrt. Ein Wanderbus fährt mittwochs von Savognin nach Plang la Curvanera und dienstags sowie freitags nach Pensa[3].

Von Südwesten über das breite Band[Bearbeiten]

Normalroute, über Senda Diagonala und Senda Finala.

  • Ausgangspunkt: Savognin (1'207 m) oder Plang la Curvanera (1'793 m) oder Elahütte (2'252 m)
  • Als Alpine Route weiss-blau-weiss markiert
  • Schwierigkeit: WS
  • Zeitaufwand: 5–6 Stunden von Savognin, 3½ - 4½ Stunden von Plang la Curvanera, 5–6 Stunden von der Elahütte

Über den West-Grat[Bearbeiten]

Normalroute bis zur Piramida

  • Ausgangspunkt: Piramida (2'752 m)
  • Schwierigkeit: ZS-
  • Zeitaufwand: 2-2½ Stunden von der Piramida

Durch die Ostwand[Bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Filisur (1'032 m) oder Elahütte (2'252 m)
  • Schwierigkeit: WS
  • Zeitaufwand: 6½ Stunden von Filisur oder 4½ Stunden von der Elahütte

Über den Südost-Grat[Bearbeiten]

Abwechslungsreiche Kletterei

  • Ausgangspunkt: Verbindungsgrat östlich von P.2758.6
  • Schwierigkeit: ZS
  • Zeitaufwand: 4–5 Stunden

Durch die Südwand zum Südost-Grat[Bearbeiten]

Weg der Erstersteiger

  • Ausgangspunkt: P.2506.1 oberhalb von Tgant Son Martegn
  • Schwierigkeit: WS
  • Zeitaufwand: 3 Stunden

Durch die Südwand[Bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: P.2506.1 oberhalb von Tgant Son Martegn
  • Schwierigkeit: WS
  • Zeitaufwand: 2–3 Stunden

Panorama[Bearbeiten]

360°-Panorama vom Piz Mitgel

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Eugen Wenzel, Paul Gross: Clubführer, Bündner Alpen, Band VI (Albula) 2. Auflage. Verlag des SAC, 1980, ISBN 3-85902-012-9, S. 133–136.
  • Peter Donatsch, David Coulin: Die schönsten Gipfelziele der Schweizer Alpen Ost 2. Auflage, 2002, S. 83–84, AT-Verlag, Aarau. ISBN 3-85502-907-5.
  • Iris Kürschner: Klettersteige Schweiz 2. Auflage, 2006, S. 58–60, Bergverlag Rother, München. ISBN 3-7633-4305-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Piz Mitgel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. swissinfo; abgerufen am 3. September 2010.
  2. Projekt Dinosaurs grischuns; abgerufen am 3. September 2010.
  3. Fahrplan Bike- & Wanderbus auf der Webseite der Ferienregion Savognin Bivio Albula, abgerufen am 15. November 2013