Pizunda

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Pizunda
Пиҵунда
Пицунда
ბიჭვინთა
Staat: AbchasienAbchasien Abchasien (de-facto)
GeorgienGeorgien Georgien (de-jure)
Rajon: Rajon Gagra
Koordinaten: 43° 10′ N, 40° 20′ O43.16666666666740.333333333333Koordinaten: 43° 10′ N, 40° 20′ O
 
Einwohner: 7000 (2008)
 
Zeitzone: Moscow Time (UTC+3)
Telefonvorwahl: (+7 840) 23
Kfz-Kennzeichen: ABH
 
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Beslan Ardsinba
Webpräsenz:
Pizunda (Abchasien)
Pizunda
Pizunda

Pizunda (abchasisch Пиҵунда/Pizzunda; russisch Пицунда/Pizunda; georgisch ბიჭვინთა/Bitschwinta) ist eine Stadt in Abchasien, die als Schwarzmeerkurort und Touristenziel bekannt ist. Sie gehört zum Rajon Gagra.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Uferpromenade in Pizunda

Pizunda liegt auf einem gleichnamigen Kap im Schwarzen Meer etwa 25 km südöstlich von Gagra. Der Ort ist von Kiefernwäldern umgeben, die teilweise bis an die Küste reichen. Im Gegensatz zu anderen Schwarzmeerorten besteht die Küste in Pizunda aus Sandstrand.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Siedlung auf dem Kap Pizunda entstand im 4. Jahrhundert v. Chr. Später wurde hier von den Griechen die Stadt Pitius gegründet. Um die Wende vom 2. zum 1. Jahrhundert v. Chr. wurde die Stadt Teil des Königreichs Pontos.

Gegen Ende des 2. Jahrhunderts wurde Pityus Grenzstadt des Römischen Reiches und bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts Garnisonsort der Legio XV Apollinaris.[1]

Im Jahr 780 wurde die Stadt als Pitiunt Teil des Königreichs Abchasien. Vom 14. bis zum 15. Jahrhundert bestand hier die genuesische Handelskolonie Pizonda. Vom 17. bis zum 18. Jahrhundert befand sich die Stadt unter osmanischer Herrschaft. Im 19. Jahrhundert wurde Pizunda gemeinsam mit ganz Abchasien Teil Russlands und auf diese Weise später auch der Sowjetunion.

In der Sowjetunion hatte Pizunda den Status einer Siedlung städtischen Typs. Als Kurort gewann es ab 1960 an Bedeutung. Es wurden zahlreiche neue Gebäude errichtet und die Kiefernwälder, die hier vorherrschten, erheblich dezimiert. Direkt am Strand wurden sieben 14 bis 15 Stockwerke hohe Appartementhäuser errichtet. Die rege Bautätigkeit in Pizunda hielt auch in den folgenden Jahren an.

Seit dem Ende der Sowjetunion ist Pizunda Teil der de facto unabhängigen Republik Abchasien, wenngleich die internationale Gemeinschaft die Region mehrheitlich nach wie vor als Teil Georgiens ansieht. 2007 wurde Pizunda zur Stadt erhoben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Patriarchalkathedrale
Campingplatz in Pizunda

Eines der bedeutendsten Zeugnisse mittelalterlicher Baukunst in Abchasien ist die Patriarchalkathedrale von Pizunda der georgischen orthodoxen Apostelkirche. Seit der Zeit der Sowjetunion wird der Bau als Konzertsaal genutzt. Dazu wurde 1975 eine Orgel mit 51 Registern durch das Potsdamer Unternehmen (damals VEB) Alexander Schuke eingebaut und der Kirchenraum mit gepolsterten Klappsesseln bestuhlt.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch seine Lage auf einer Landzunge liegt Pizunda etwa 6 km südwestlich der bedeutendsten abchasischen Straßenverbindung, die das Land in seiner vollen Länge durchzieht (Teil der georgischen S 1) sowie der Haupteisenbahnstrecke Abchasiens.

Literatur[Bearbeiten]

  • Šeremet, Pavel/Čania, Izida: Abchazija – strana duši. Vypusk II. Moskva: Partizan, 2008. ISBN 978-5-91114-006-9.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pizunda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Paul Erdkamp (Hrg.): A companion to the Roman army, Wiley-Blackwell, 2007, ISBN 978-1-4051-2153-8, S. 246.