Plätzchen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Plätzchen (Diminutiv von mundartlich Platz, „flach geformter Kuchen“, nach der flachen Form übertragen von Platz aus altfranzösisch place[1]) bezeichnet man allgemein zu den Feinbackwaren gehörendes süßes Kleingebäck wie Kekse, Konfekt und ähnliches. Plätzchen sind ein beliebtes Weihnachtsgebäck.

Schokoladenplätzchen
Weihnachtsplätzchen
Ausstechformen aus Polypropylen

In Mitteldeutschland und Österreich[2] werden Plätzchen als Kekse bezeichnet, in der deutschsprachigen Schweiz Biscuits, im Dialekt Güetzi, Guetzli, Chrömli und ähnlich, in Süddeutschland auch Platzerl, Brötle, Bredla, Loible/Loibla oder Gutsle/Guatsle (übergreifend für Süßigkeiten).

In den Vereinigten Staaten (USA) ist die Bezeichnung Cookies üblich;[3] diese Bezeichnung hat auch in die EDV-Fachsprache Einzug gehalten. In Großbritannien nennt man sie Biscuits[4] (ein englisches Lehnwort aus dem Französischen), auch wenn sie in der Zusammensetzung nicht unbedingt dem deutschen Biskuit entsprechen.

Die üblichen Formen sind runde Taler, rechteckige Schnitten, Ringe, Rauten, Makronen, Häufchen, Kipferl oder mithilfe von Ausstechformen erzeugte Figuren.

Inhaltsverzeichnis

Herstellung [Bearbeiten]

Zu Weihnachten werden traditionell – vor allem in Familien – Plätzchen gebacken. Die Herstellung der verschiedenen Plätzchenarten unterscheidet sich neben den verwendeten Zutaten vor allem stark bei der Ausformung des Teiges:

  • Ausstechen mit verschiedenen Ausstechformen aus ausgerolltem Mürbeteig, einfache Formen wie etwa Rauten werden auch mit einem Schneidrad hergestellt
  • Springerle und Spekulatius werden ausgemodelt, siehe Model (Form)
  • Das Formen aus einer von Hand gefertigten Teigrolle: Vanillekipferl, Bethmännchen, im weiteren Sinne auch Brezel-, Ring- oder Phantasieformen
  • Schneiden von Scheiben aus einer dicken, gekühlten Teig-Rolle
  • aus Teig gespritzt (Spritzgebäck) oder gepresst.

Häufig werden Plätzchen nach der hauptgeschmacksgebenden Zutat benannt: Anisplätzchen, in der deutschsprachigen Schweiz Chräbeli, Zimtsterne, Kokosmakronen.

Geschichte [Bearbeiten]

Die Plätzchenbäckerei entwickelte sich parallel zum Konsum von Kaffee, Tee und Kakao, in Deutschland seit dem 18. Jahrhundert, v. a. beliebt bei den Damen der gehobenen Gesellschaft. Bei den Kaffeekränzchen wurden auch kleine Gebäckstücke gereicht. Außer Biskuitgebäck waren auch Formgebäcke (Springerle) beliebt. Alle Konditorei-Erzeugnisse, also auch die Plätzchen, waren bis weit in das 19. Jahrhundert hinein Luxus, denn Zucker und andere Zutaten wie Mandeln oder Kakao waren sehr teuer. Das änderte sich, als es gelang, billigen Zucker aus den heimischen Zuckerrüben zu gewinnen. Danach konnten Plätzchen auch in den einfachen Haushalten zu besonderen Anlässen gebacken werden.[5]

Quellen [Bearbeiten]

  1. Eintrag zu Platz aus dem Etymologischen Wörterbuch des Deutschen (Wolfgang Pfeifer) beim Digitalen Wörterbuch des Deutschen
  2. Ingrid Pernkopf: Weihnachtsbäckerei aus Österreich. Salzburg 2006
  3. Nancy Baggett: Plätzchen – Cookies – Kekse, München 1988, ISBN 3-88472-148-8
  4. Gregg R. Gillespie: 1001 Keksrezepte, Köln 1996, ISBN 3-89508-272-4
  5. Infos des Conditorei-Museums Kitzingen

Weblinks [Bearbeiten]

Wikibooks Wikibooks: Kochbuch/ Plätzchengrundteig – Lern- und Lehrmaterialien
 Commons: Plätzchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien