Plain Vanilla

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Plain Vanilla (englisch für „einfach Vanille[geschmack], ohne Schnickschnack“) ist ein Ausdruck aus dem amerikanischen Sprachraum für etwas Gewöhnliches oder Normales, ohne Extras oder Optionen. Er wird seit den 1960ern auch in Europa vermehrt gebraucht.[1]

Etymology[Bearbeiten]

Mit der Bezeichnung plain vanilla wurde zunächst die am meisten verlangte Eissorte in den USA bezeichnet (Vanillegeschmack), ein Aroma das mit der Erfindung des künstlichen Vanillins günstig wurde, damit weitläufig verwendet wurde und letztendlich zum synonym für "üblich, gewöhnlich, einfach" wurde.[2] Später fand dieser Begriff seinen Weg in andere Bereiche, die oftmals von den USA dominiert wurden, beispielsweise dem Derivatenhandel (Plain Vanilla Swaps, Vanilla Call, Vanilla Put) oder der Softwareherstellung ("(Plain) Vanilla" als Standardsoftware ohne Modifikation oder Anpassung).

Beispiele in der Informationstechnik[Bearbeiten]

Laut Eric S. Raymonds The New Hacker's Dictionary, bedeutet „vanilla“ im Softwarebereich mehr gewöhnlich als standardisiert.[3]

Eines der frühsten Softwarebeispiele ist IBMs Mainframe-Text-Publishing-System BookMaster, welches einen als „Vanilla“ bezeichneten Standardweg bereitstellt zu selektieren welche Teile eines Buchs publiziert werden sollen und einen komplexeren als „mocha“ bezeichnet.[4]

Manchmal wurde der Begriff auch im Zusammenhang mit Hardware verwendet; z.B. in den 1990ern wurden nicht-aufgerüstete Amiga Home-Computer "(plain) vanilla" genannt,[5] ähnlich später auch PC-Komponenten.[6]

In Unix-Kernels ist ein »Vanilla kernel« ein Kernel, welcher nicht durch Third-party Quellen modifiziert wurde. Beispielsweise, wird dem Vanilla Linuxkernel oft ein Linux-Distribution–spezifischer „Geschmack“ durch starke Modifikation gegeben.[7][8]

In PC-Videospielen wird der Term „Vanilla“ oft verwendet um die Original Version zu bezeichnen, welche nicht durch mods, Entwickler Updates, DLCs oder Patche modifiziert wurde. Vanilla kann sich aber auch auf die Original-Gameengine beziehen wenn Source ports oder Add-ons existieren. Beispielsweise World of Warcraft kann sich auf das Originalspiel oder eine der Erweiterungen beziehen, weswegen die Verwender sich auf die Ursprungsvariante als "Vanilla" beziehen, um diese von späteren Varianten abzugrenzen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Woher stammt der Begriff „Plain Vanilla“?. Wissenschaft im Dialog (WiD), abgerufen am 15. Oktober 2014 (Version im Internet Archive).
  2. Katri Hilden, Tim Robinson, Lee Currie, Emma Hutchinson Iced: 180 Very Cool Concoctions. Murdoch Books, 2006, ISBN 978-1-74045-818-4 (Zugriff am 4 April 2013): „Vanilla has become a synonymous with 'plain'- perhaps most vanilla ice cream is flavoured with fake vanilla extract
  3. vanilla /adj./ "[from the default flavor of ice cream in the U.S.] Ordinary flavor, standard." aus den Jargon File
  4. Gary Richtmeyer: B2H User's Guide (HTML 3 version). AT&T. 1. Mai 2002. Abgerufen am 16. Oktober 2013: „Conditional sections (.cs) and BookMaster's "vanilla" DVCF macros (.CONFIG and .WHEN) are supported, but not BookMaster's "mocha" DVCF macros (e.g. .USING, .INCLUDE).
  5. EGS Spectrum 28: True Color Graphics for the Amiga (englisch)
  6. How to upgrade your color graphics card. aus Compute's Getting Started with Power Computing (Buyers Guide) von Steven Anzovin (englisch)
  7. Re: What is the vanilla kernel?. 10. Oktober 2005. Abgerufen am 17. November 2013.
  8. Ubuntu Kernel vs. Vanilla Kernel. Oktober 2009. Abgerufen am 17. November 2013.