Plaine-Morte-Gletscher

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Plaine-Morte-Gletscher
Plaine-Morte-Gletscher von Norden

Plaine-Morte-Gletscher von Norden

Lage Kanton Bern und Kanton Wallis, Schweiz
Gebirge Berner Alpen
Typ Plateaugletscher
Länge 3,7 km (2011, Rezligletscher)[1]
Fläche 8,4 km² (2005)[2]
Exposition Nord
Höhenbereich 2'953 m ü. M. – 2'468 m ü. M. (2011)[1]
Neigung ⌀ 7,7° (14%) [3]
Eisdicke ⌀ 96 m; max. 235 m (2005)[2]
Eisvolumen 0,8 km³ (2005)[2]
Koordinaten 605700 / 13700046.3843417.5127312710.5Koordinaten: 46° 23′ 4″ N, 7° 30′ 46″ O; CH1903: 605700 / 137000
Plaine-Morte-Gletscher (Bern)
Plaine-Morte-Gletscher
Entwässerung Trüebbach, Simme, Kander, Aare, Rhein sowie Tièche, Rhone.
Plaine-Morte-Gletscher von Osten

Plaine-Morte-Gletscher von Osten

Der Plaine-Morte-Gletscher (französisch Glacier de la Plaine Morte) ist ein Plateaugletscher in den Berner Alpen. Er liegt auf einer Hochfläche südlich des Wildstrubels auf dem Gebiet der Schweizer Gemeinde Lenk im Kanton Bern. Über den Begrenzungskamm unmittelbar südlich des Gletschers verläuft die Grenze zum Kanton Wallis. Die bedeutendste Zunge des Gletschers wird Rezligletscher (auch Raetzligletscher) genannt.

Der Gletscher der Plaine Morte war im Jahr 2005 rund 8,4 km² groß, das Eisvolumen wird mit 0,8 km³ veranschlagt. Die Eisdecke ist bis zu 235 Meter dick, die mittlere Eisdicke beträgt 96 Meter. Von 1954 bis 2005 haben sich seine Fläche um 16 % und sein Volumen um 18 % (0,173 km³) verringert.[2] Die West-Ost-Ausdehnung beträgt maximal etwa 5 km[4], die maximale Länge wird für 2011 bezogen auf den Rezligletscher mit 3,7 km angegeben.[1]

Der grösste Teil des Plaine-Morte-Gletschers liegt auf einer Höhe von 2'700 m bis 2'800 m. Er wird im Nordosten vom Wildstrubel (3'244 m ü. M.) und Schneehorn (3'178 m ü. M.), im Süden vom Grat der Faverges (2'968 m ü. M.), vom Tothorn (2'935 m ü. M.; französisch Sex Mort) und der Pointe de la Plaine Morte (2'927 m ü. M.), im Nordwesten vom Weisshorn (2'948 m ü. M.) und dem Gletscherhorn (2'943 m ü. M.) flankiert. Gegen Norden hin ist der Gletscher leicht geneigt und läuft in der schmalen Zunge des Rezligletschers auf derzeit 2'468 m aus.[1] Hier entspringt der Trüebbach, der mit mehreren Wasserfällen den steilen Felshang hinunter auf die Rezlialp fällt und sich dort mit dem Quellwasser des Siebenbrunnens zur Simme vereinigt. Einen weiteren Schmelzwasserabfluss gibt es im Südosten des Gletschers über die Tièche zur Rhone. Damit fliesst aus dem Plaine-Morte-Gletscher Wasser sowohl zur Nordsee als auch zum Mittelmeer.

Der Plaine-Morte-Gletscher hat im Juli 2011 durch Ausbrüche von Gletscherseen von sich reden gemacht. Es kam zu Überflutungen im Simmental. [5]

Kleine Eiszeit[Bearbeiten]

In seinem Hochstadium während der Kleinen Eiszeit Mitte des 19. Jahrhunderts reichte der Plaine-Morte-Gletscher wesentlich weiter den Nordhang zwischen Gletscherhorn und Wildstrubel hinunter. Nach dem Rückzug des Gletschers hat sich auf 2'265 m das Rezligletscherseeli gebildet. Das Eisvolumen des Plateaugletschers hat in den letzten 100 Jahren ebenfalls stark abgenommen. Im Randbereich des Gletschers haben sich einige zum Teil mit Schmelzwasser gefüllte Wannen gebildet. Es wird angenommen, dass der Gletscher zum Ende des 21.Jahrhunderts weitgehend verschwunden sein wird.[5]

Tourismus[Bearbeiten]

Bergstation der Seilbahn

Aus dem Ferienort Crans-Montana im Kanton Wallis führt ein Funitel auf die Pointe de la Plaine Morte, welche das Gletschergebiet erschliesst. Am Südrand des Gletschers gibt es zwei Skilifte, die das Skifahren auch im Sommer ermöglichen. Die weite Gletscherebene (im Flachbereich sind kaum Spalten vorhanden) eignet sich hervorragend für Skilanglauf.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Plaine Morte (Wildstrubel). Luftbilder der Schweiz. Institut für Medienbildung der Pädagogischen Hochschule Bern (PHBern) und der Schweizer Luftwaffe, abgerufen am 18. November 2012 (pdf, deutsch, Dossier mit Luftbildern und Forschungsergebnissen zum Download).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d WGMS: Fluctuations of Glaciers Database. World Glacier Monitoring Service, Zurich 2013 (DOI:10.5904/wgms-fog-2013-11), abgerufen am 11. Dezember 2013
  2. a b c d Glacier de la Plaine Morte (Wildstrubel). Luftbilder der Schweiz. Institut für Medienbildung der Pädagogischen Hochschule Bern (PHBern) und der Schweizer Luftwaffe, S. 11, abgerufen am 18. November 2012 (pdf; 1,8 MB, deutsch).
  3. Andreas Linsbauer, Frank Paul, Wilfried Haeberli: Modeling glacier thickness distribution and bed topography over entire mountain ranges with GlabTop: Application of a fast and robust approach. In: Journal of Geophysical Research., Band 117, F03007, 2012, doi:10.1029/2011JF002313 (online)
  4. www.swisstopo.ch: Swisstopo-Geodatenviewer, Stand Februar 2014
  5. a b Glacier de la Plaine Morte (Wildstrubel). Luftbilder der Schweiz. Institut für Medienbildung der Pädagogischen Hochschule Bern (PHBern) und der Schweizer Luftwaffe, S. 13, abgerufen am 18. November 2012 (pdf; 1,8 MB, deutsch).