Planá u Mariánských Lázní

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Planá
Wappen von Planá
Planá u Mariánských Lázní (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Plzeňský kraj
Bezirk: Tachov
Fläche: 6244,5373[1] ha
Geographische Lage: 49° 52′ N, 12° 44′ O49.86833333333312.740555555556506Koordinaten: 49° 52′ 6″ N, 12° 44′ 26″ O
Höhe: 506 m n.m.
Einwohner: 5.465 (1. Jan. 2014) [2]
Postleitzahl: 348 15
Kfz-Kennzeichen: P
Verkehr
Bahnanschluss: Planá u Mariánských Lázní–Tachov
Plzeň–Cheb
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 10
Verwaltung
Bürgermeister: Karel Vrzala (Stand: 2007)
Adresse: náměstí Svobody 1
348 15 Planá u Mariánských Lázní
Gemeindenummer: 561134
Website: www.muplana.cz

Planá (deutsch: Plan) ist eine Stadt mit 5.650 Einwohnern (25. September 2009) in Tschechien. Sie liegt im Nordwesten Böhmens 10 km südlich von Mariánské Lázně (deutsch: Marienbad) in einer Höhe von 506 m ü.M. im Okres Tachov. Planá befindet sich an der Eisenbahnstrecke von Stříbro bzw. Tachov nach Mariánské Lázně. Südwestlich der Stadt verläuft der Hammerbach (tschechisch: Hamerský potok).

Geographie[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet ist nach Osten und Süden sehr ausgedehnt und erstreckt sich südlich bis über die Mies, während das Umland im Norden und Westen zu den Gemeinden Chodová Planá und Chodský Újezd gehört. Drei km östlich von Planá befindet sich der nichtöffentliche Sportflugplatz Kříženec (LKKC).

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung von Plania stammt aus dem Jahre 1251 als dem Kloster Waldsassen die Patronatsrechte für den Ort übertragen wurden. Der Ort lag an der bedeutenden Handelsstraße Via Carolina von Nürnberg nach Eger im Siedlungsgebiet der Choden. Der Ursprung der Stadt liegt unterhalb des Bohušov-Hügels um die Peter- und Pauls-Kirche, wo die ältesten Teile der Stadt zu finden sind, die vom Ende des 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts datieren.

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts war Plan eine bedeutende Stadt. Sie war umgeben von Gräben und Befestigungsanlagen. Im Südwesten dieser Wehranlagen entstand die Kirche Mariä Himmelfahrt.

Plan war ein Herrschaftssitz, zu dessen Besitzern die Adelsfamilien von Dobrohoscht, Seeberg, Schlick gehörten. Ihnen folgten ab 1665 die Sinzendorf und schließlich ab 1822 die Nostitz und Nostitz-Rieneck. Die Grundherrschaft Gottschau wurde mit Plan zu einer gemeinsamen Herrschaft Plan-Gottschau vereinigt.

Ihre Blütezeit erlebte Plan unter der Herrschaft der Familie der Grafen Schlik. Zu dieser Zeit besaß die Stadt die Privilegien einer Bergstadt und das Münzrecht. Mehrere Pestepidemien schlugen die Stadt in ihrer Entwicklung zurück. Am Ende des 16. Jahrhunderts starb fast die gesamte Bevölkerung an der Seuche. Nach dem Plan vor allem aus Bayern wieder besiedelt worden war, brachte der Dreißigjährige Krieg erneut Verheerungen durch plündernde und mordende Truppen. 50 Jahre nach Beendigung des Krieges hatte sich die Stadt wieder erholt, der Bergbau florierte und Handwerk und Handel blühten. Am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert war die Stadt zu einem Zentrum des Holz- und Kohlenhandels geworden.

Nach der Ablösung der Patrimonialherrschaften war Plan ab 1850 Bezirksstadt. Seit dem Ende des Ersten Weltkriegs, gehörte die Stadt zur Tschechoslowakei, 1939 bis 1945 zum Reichsgau Sudetenland, in welchem am 1. Mai 1939 der politische Bezirk Plan aufgelöst wurde. Bis 1945 war Plan, das 1939 4.110 Einwohner zählte, Teil des Landkreises Tachau. Am 6. Mai 1945 besetzten amerikanische Truppen die Stadt und übergaben diese im November 1945 an vorrückende Rote Armee gefolgt von tschechische Partisanengruppen. Plan gehörte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wieder zur Tschechoslowakei.

Die deutsche Bevölkerung der Stadt Plan wurde nach 1945 aufgrund der Beneš-Dekrete vertrieben. Bis zum 31. August 1947 wurden 35.959 Menschen aus dem Okres Planá in Eisenbahntransporten, meist über Cheb über die Grenze nach Bayern gebracht, wo sie als Heimatvertriebene Aufnahme fanden. Durch ein Sowjetisches Atombombenprojekt der sowjetischen Besatzungsmacht erfolgte bei Planá nach Kriegsende 1945 Abbau von Uranerz.

Nachdem der Okres Planá nach dem Kriegsende wiederhergestellt worden war, erfolgte 1949 die erneute Auflösung. Bis 1960 gehörte Planá zum Okres Mariánské Lázně und seitdem zum Okres Tachov.

Nach der samtenen Revolution 1989 und der Gründung von Tschechien erfolgte in Planá eine Sanierung großer Teile der historischen Altstadt, die nach 1945 stark vernachlässigt wurde und dem Verfall nahe war.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St. Peter- und Paulkirche
Wallfahrtskirche St. Anna
Bergbaumuseum
Schloß
  • Das bedeutendste Baudenkmal ist die romanisch-gotische Peter- und Paulkirche aus dem 13. Jahrhundert. Sie war die erste Pfarrkirche der Stadt und wurde mit dem Bau der Maria Himmelfahrtskirche zu deren Filialkirche. Während des Dreißigjährigen Krieges brannte sie teilweise aus. 1787 wurde sie entweiht und bis 1990 als Speicher genutzt. Nach ihrer Restaurierung ist sie wieder zugänglich, im Kircheninnern sind Fresken aus dem 13. Jahrhundert erhalten.
  • Die dreischiffige gotische Maria Himmelfahrtskirche erhielt im 18. Jahrhundert ihre heutige barocke Gestalt. Im Innern befinden sich Grabplatten der Besitzer der Herrschaft Plan. Darunter ist auch die für Matkéta von Seeberg, einer Schwester Georg von Podiebrads.
  • Ein weiterer Sakralbau ist die Wallfahrtskirche St. Anna. Sie war ursprünglich auch ein gotischer Bau. 1726 erfolgte ihre barocke Umgestaltung, und im 19. Jahrhundert wurde sie als Schloßkapelle genutzt. In ihr befindet sich eine Familiengruft der Grafen von Nostitz.
  • Am Marktplatz befinden sich mehrere Barockhäuser, darunter das Rathaus. Durch Umbau oder Abriss von Gebäuden hat sich das Bild des Platzes seit dem 19. Jahrhundert spürbar verändert. Entstandenes wurden nicht dem Charakter des Platzes angepasst. Weitere Zerstörungen oder Verschandelungen erfolgten nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Zentrum des Platzes befindet sich eine 1721 geschaffene Heiligengruppe, die Johannes Nepomuk, Barbara, Florian und Sebastian darstellen.
  • Westlich der Stadt befindet sich das Schloss Planá, dessen Ursprung auf eine 1395 erstmals erwähnte Burg zurückgeht. Um 1550 erfolgte durch die Grafen Schlik der Umbau zum Renaissanceschloss. 1634 übernachtete Wallenstein im Schloss. Die Sinzendorfer, die seit 1665 Besitzer der Herrschaft waren, bauten es zum Barockschloss um. Unter den Grafen von Nostitz erfolgten in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts Umbauten im Empirestil. Nach der Enteignung diente es in der Zeit des Kalten Krieges zwischen 1948 bis 1991 als Kaserne für den tschechoslowakischen Grenzschutz. Das Schloss ist von einem englischen Landschaftspark umgeben.
  • Das Bergbaumuseum im Andreas-Schlick-Stolln zeigt eine Ausstellung zum früheren Erzbergbau bei Plan.

Ortsteile[Bearbeiten]

Die Stadt Planá besteht aus die Ortsteile Křínov (Gröna), Kříženec (Kiesenreuth), Otín (Ottenreuth), Pavlovice (Pawlowitz), Planá, Svahy (Hangendorf), Týnec (Thein), Vížka (Wieschka), Vysoké Sedliště (Hohenzetlisch) und Zliv (Schlief)[3]. Grundsiedlungseinheiten sind Boudy (Hüttenhäuser), Dolní Sedliště (Unterzetlisch), Karlín (Karolinenhof), Křínov, Kříženec, Na Drahách, Otín, Pavlovice, Planá, Svahy, Týnec, Vítovice (Wiedowitz), Vížka, Vysoké Sedliště und Zliv[4]

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Křínov, Kříženec, Otín u Plané, Pavlovice nad Mží, Planá u Mariánských Lázní, Svahy, Týnec u Plané, Vítovice u Pavlovic, Vížka, Vysoké Sedliště und Zliv nad Mží[5].

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Planá unterhält seit 2008 eine Städtepartnerschaft mit dem circa 33 Kilometer entfernten Tirschenreuth in Bayern.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/561134/Plana
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/561134/Obec-Plana
  4. http://www.uir.cz/zsj-obec/561134/Obec-Plana
  5. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/561134/Obec-Plana

Weblinks[Bearbeiten]