Plan XVII

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Der Plan XVII (XVII römische Zahlen für 17) war eine offensive Kriegsstrategie der französischen Armeeführung während der Dritten Französischen Republik. Sie wurde von General Ferdinand Foch ausgearbeitet als Reaktion auf die als demütigend empfundene rasche Niederlage der französischen Streitkräfte im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71.

Oberbefehlshaber Joseph Joffre hatte den Auftrag, den Plan beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges im August und September 1914 umzusetzen, doch scheiterte er damit auf breiter Front.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Die Niederlage der französischen Armee von 1870/71 sowie die neue Mächtkonstellation in Europa mit der Entstehung des Deutschen Reiches auf der anderen Seite des Rheins – gepaart mit dem Verlust der Gebiete von Elsass und Lothringen – hatte Frankreich vor eine schwierige Situation gestellt. Ab 1871 gab es bereits die so genannten Verteidigungspläne Plan XIV (1898), Plan XV (1903) und Plan XVI (1909). 1913 stimmte der französische Oberkommandeur Joseph Joffre dem Plan XVII, der auch als Doktrin bezeichnet wurde, zu. Dessen Hauptziel war die Wiedereroberung von Elsaß-Lothringen, das 1871 unter den Namen Reichsland Elsaß-Lothringen an Deutschland gegangen war und damals zudem ein bedeutendes Kohle- und Stahlrevier war.

Plan XIV[Bearbeiten]

1898 einigte sich die französische Armeeführung auf den Plan XIV. Unter Berücksichtigung der zahlenmäßigen Unterlegenheit der französischen Armee sah er eine defensive Strategie vor, bei der die vorhandenen Mittel auf die deutsch-französische Grenze konzentriert wurden. Neben der zunehmenden Diskrepanz der Bevölkerungszahlen (am Ende des Jahrhunderts gab es in Frankreich eine stagnierende Bevölkerung von etwa 40 Millionen verglichen mit 50 Millionen Deutschen), sah sich Frankreich nicht in der Lage, genügend Reservisten aufzubieten. Das deutsche Schienennetz war jenem von Frankreich überlegen und bereits der Deutsch-Französische Krieg hatte gezeigt, dass die deutsche Armee es zur raschen Mobilisierung ihrer Reservisten nutzen konnte. Bei sich änderndem Frontverlauf waren die französischen Truppen mangels Massenverkehrsmitteln wesentlich unflexibler als die deutschen, was den Nachteil der numerischen Unterlegenheit noch verschärfte.

Plan XV[Bearbeiten]

Im März 1903 wurde der Plan XV angenommen. Obwohl immer noch auf die Defensive ausgerichtet, sah dieser Plan die Einbindung von Reservisten vor, allerdings nur in einer untergeordneten Rolle.

Plan XVI[Bearbeiten]

Im Mai 1909 leitete der Plan XVI die „5. Periode des militärstrategischen Konzepts von Frankreich“, die sich stark auf die Triple Entente stützte, ein. Der Plan XVI sowie sein Nachfolger der Plan XVII standen unter der folgenden Prämisse: „Die Entente garantiert Frankreich die nötige Sicherheit an der Meeresgrenze und lässt auf militärische Unterstützung aus England hoffen. Zudem ist Russland heute deutlich besser gerüstet und gewappnet: alle ihre Manöver haben zum Ziel, den Truppenbewegungen der Deutschen an deren Nord- und Ostgrenze Paroli zu bieten.“

Der am 19. Juli 1911 von General Victor-Constant Michel, Generalstabschef der Armee (chef d'État-Major des armées) und Präsident des Oberkriegsrats (Conseil supérieur de la guerre), präsentierte Plan XVI, propagierte eine abwartende und defensive Strategie und eine erweiterte Abwehrfront in Richtung der belgischen Grenze, letzteres unter Einbezug von Reservisten. Der Plan wurde aber vom Kriegsrat einstimmig abgelehnt. Am 28. Juli desselben Jahres wurde General Michel vom Kriegsminister Adolphe Messimy mit dem lapidaren Kommentar „inakzeptabel“ entlassen.

Plan XVII[Bearbeiten]

Schlieffen-Plan (rot) und Plan XVII (blau)

Dieser französische Offensivplan wurde von Ferdinand Foch konzipiert. Er propagierte ein energisches, rücksichtsloses Vorgehen und glaubte, eine solche Strategie würde bei der Kriegsführung und den Soldaten eine mystische Dynamik und heroischen Kampfgeist auslösen, womit jede Gegenwehr zu brechen sei. Damals herrschte in Frankreich die Militärdoktrin Offensive à outrance (dt: Offensive bis zum Äußersten). Joseph Joffre übernahm den Plan, als er 1911 Chef des Generalstabes wurde.

Als im August 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, versuchte Frankreich den Plan umzusetzen. Man begann im Zuge der Grenzschlachten mit einer Offensive in Lothringen und in den Ardennen, doch führte diese zu einer schweren Niederlage. Die deutsche Verteidigung im Elsass und an der Mosel war viel stärker als von den französischen Generälen prognostiziert. Nach einigen Wochen waren die Franzosen bis zu ihren Ausgangsstellungen zurückgeschlagen. Zeitgleich setzten die Deutschen den so genannten Schlieffen-Plan um und rückten unter Missachtung der belgischen Neutralität über die Ardennen nach Frankreich vor. Nur eine einzige französische Armee war entlang der belgischen Grenze stationiert; das übrige Heer verteilte sich entlang der deutschen und schweizerischen Grenze. Der französische Armeestab erachtete einen Überfall auf Belgien als unwahrscheinlich, da dies den Kriegseintritt Großbritanniens provozieren würde (was dann auch tatsächlich geschah). Erst als die Deutschen einen Teil ihrer Streitkräfte von der Westfront an die Ostfront verlegten, ermöglichte dies der Triple Entente, die Deutschen im September 1914 in der Schlacht an der Marne vor Paris zu stoppen.

Würdigung[Bearbeiten]

Mehrere bekannte französische Generäle, wie Joffre, Foch, Castelnau, Nivelle und Mangin vertraten und praktizierten ein äußerst offensives Denken. Sie glaubten an die Doctrine de l’attaque constante („Doktrin des permanenten Angriffes“) und dachten, wenn der Angriff nur entschlossen genug vorgetragen würde, könnte er jede Verteidigung überwinden. Dazu sei lediglich der eiserne Willen jedes ordinären Soldaten nötig, den „Angriff bis zum Übermaß“ (offensive à outrance) zu führen. Daher wurde in der französischen Armee vor allem die Offensive geübt und die Defensive vernachlässigt. Dieses Denken beeinflusste auch die Ausrüstung der Soldaten, und so verfügten die Infanterieeinheiten des deutschen Gegners 1914 über mehr Maschinengewehre als die französischen Truppen, so dass die französischen Attacken mit großen Verlusten endeten.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurden mehrere französische Offiziere aus „Mangel an Kampfgeist“ ihrer Ämter enthoben, darunter auch General Charles Lanrezac im Anschluss an die französische Niederlage in der Schlacht an der Sambre.

Weblinks[Bearbeiten]