Planet Earth (Album)

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Planet Earth
Studioalbum von Prince
Veröffentlichung 24. Juli 2007
Aufnahme Februar 2007
Label Sony BMG Music Entertainment / NPG Records
Format Compact Disc, MC
Genre Funk, Pop, R&B, Rock
Anzahl der Titel 10
Laufzeit 45:00

Besetzung

Alle Songs wurden von Prince produziert, arrangiert, komponiert und vorgetragen. Folgende Personen ergänzten die Aufnahmen, wobei die jeweiligen Beiträge zu den Songs öffentlich nicht bekannt gegeben wurde:[1]


Produktion Prince
Studio Paisley Park Studio (Minneapolis)
3121 at The Rio (Las Vegas)
Circle House (Miami)
Chronologie
3121
(2006)
Planet Earth Indigo Nights
(2008)
Singleauskopplung
9. Juli 2007 Guitar

Planet Earth (englisch für Planet Erde) ist das 32. Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince. Er nahm es mit seiner Begleitband The New Power Generation auf und veröffentlichte es am 24. Juli 2007 bei dem Label Sony Music Entertainment / NPG Records. Leser britischen Sonntagszeitung The Mail On Sunday erhielten Planet Earth bereits am 15. Juli 2007 als Gratisbeilage, denn Prince hatte einen eigenen Vertrag mit dieser Zeitung abgeschlossen. Sony BMG Music England betrachtete das als Affront und brachte daraufhin das Album in Großbritannien nicht heraus.

Als Gastmusiker wirken auf Planet Earth unter anderem Christian Scott, Lisa Coleman, Maceo Parker, Sheila E. und Wendy Melvoin mit. Die Musik des Albums zählt zu den Genres Funk, Pop, R&B und Rockmusik. Musikkritiker bewerteten das Album überwiegend positiv und der Song Future Baby Mama erhielt im Jahr 2008 einen Grammy Award. Aus kommerzieller Sicht konnte Planet Earth unter anderem Goldstatus in der Schweiz erreichen.

Die Tournee zum Album war kommerziell sehr erfolgreich; die Konzertreihe mit Namen 21 Nights in London: The Earth Tour fand ausschließlich in der O2-Arena in London statt, umfasste 21 Konzerte, die alle ausverkauft waren insgesamt 22 Millionen US-Dollar einspielte.

Entstehung[Bearbeiten]

Kurz nach Prince’ Live-Auftritt in der Halbzeitpause des Super Bowl XLI in Miami (US-Bundesstaat Florida) am 4. Februar 2007 begann er mit den Aufnahmen zum Album Planet Earth.[3] Das Duo Wendy Melvoin und Lisa Coleman, das Mitglied von Prince’ Begleitband The Revolution war, wirkte an den Songs The One U Wanna C und Lion of Judah mit.[4] Ansonsten ist über die Entstehung des Albums öffentlich nichts bekannt geworden.

Vertrag mit The Mail on Sunday[Bearbeiten]

Ursprünglich sollte das Album Planet Earth in Großbritannien am 16. Juli 2007 über das Musiklabel Sony BMG Music Entertainment erscheinen. Doch Anfang Juli 2007 kündigte Stephen Miron, damaliger Chief Executive Officer von der britischen Sonntagszeitung The Mail on Sunday, an, das Album als CD-Beigabe bereits am 15. Juli 2007 zu verkaufen. Prince hatte einen eigenen Vertrag mit der Zeitung abgeschlossen, ohne die Führungsetage von Sony BMG darüber zu informieren. Ein Pressesprecher des Labels sagte: „Wir wussten von dem Mail-on-Sunday-Vertrag nichts. Das kam erst vor ein paar Tagen ans Tageslicht.“[5] Prince nannte die MarketingstrategieDirektvertrieb“ und sah darin einen Ausweg von dem „Spekulationsgeschäft der Schallplattenindustrie“.[6]

Sony BMG Music England war über Prince’ Vertragsabschluss verärgert und beschloss, Planet Earth in Großbritannien nicht zu veröffentlichen. „Es war absurd, einen britischen Vertrag zu haben, wenn zwei Millionen CDs kostenlos mit Zeitungen rausgehen“, sagte ein Pressesprecher.[7] Das Label hob jedoch hervor, Prince’ Vertrag mit The Mail on Sunday ändere nichts an der Tatsache, dass Sony weiterhin „begeistert“ sei, mit ihm „weiterzuarbeiten“. Der Mail-on-Sunday-Vertrag betreffe nur Großbritannien, die weltweite Vermarktung von Planet Earth sei davon nicht betroffen.[6] Dennoch beendete Sony BMG kurze Zeit später die Zusammenarbeit mit Prince.

Britische Schallplattenläden waren über Prince’ Vertrag mit der Mail on Sunday nicht begeistert, da sie Planet Earth nicht verkaufen konnten und somit auf Einnahmen verzichten mussten. Die überregionale US-Tageszeitung The New York Times meinte aber, Prince’ Vertragsabschluss zeige, dass „er über das Geschäftsleben anders denkt.“[6] Die beiden größten britischen Einzelhandelsketten HMV und Virgin Megastore gerieten wegen des Albums Planet Earth in einen Streit; HMV beschloss, die Sonntagszeitung The Mail on Sunday mit der CD-Beigabe im sonstigen Sortiment des Konzerns zu verkaufen, obwohl HMV im Vorfeld Prince’ Vertragsabschluss kritisiert hatte. Simon Douglas, damaliger Chef von Virgin Megastore, war über die Entscheidung von HMV „fassungslos“ und sagte: „Vor nur einer Woche waren sie [HMV] über den Schaden so verärgert, den es verursachen wird.“[8] Das US-Magazin Billboard analysierte Prince’ Vertragsabschluss folgendermaßen: „Einzelhändler glauben, dass er bei ihnen in der Schuld steht, weil sie ihn in seinen Anfangsjahren unterstützt haben. Aber wahrscheinlich glaubt Prince, dass er sie längst ausgezahlt hat, indem er ihnen Multi-Platin-Verkäufe während seiner Karriere zur Verfügung stellte.“[9] Paul Quirk, damaliger Vorsitzender vom Unterhaltungs-Einzelhändler-Verband (Entertainment Retailers Association), meinte, Prince laufe Gefahr, vom einstigen „The Artist Formerly Known As Prince“ (dt.: „Der früher als Prince bekannte Künstler“) zum „The Artist Formerly Known As Available In Record Stores“ (dt.: „Der früher als der Verfügbare in Schallplattenläden bekannte Künstler“) zu werden.[10]

The Mail on Sunday hatte am 15. Juli 2007 – wie üblich – eine Auflage von 2,3 Millionen, sowie eine Extraauflage von 600.000 Exemplaren. Die Sonntagszeitung kostete umgerechnet drei US-Dollar (damals 2,18 Euro) und Prince bekam für den abgeschlossenen Vertrag 500.000 US-Dollar (damals 362.618 Euro). Zudem erhielt er sämtliche Royaltys von jeder verkauften CD.[11][12] The Mail on Sunday konnte am 15. Juli 2007 die meisten Exemplare seit dem Tod von Lady Diana im August 1997 absetzen und Prince sagte in einem späteren Interview, er habe drei Millionen CDs „über Nacht“ verkaufen können, was „ein gutes, klares Geschäft“ gewesen sei.[13]

Gestaltung des Covers[Bearbeiten]

Das Albumcover ist farblich größtenteils in Rottönen gehalten und zeigt auf der Vorderseite eine Holografie von Prince, auf der er sich langsam zu bewegen scheint. Je nach Blickwinkel ist entweder er selbst zu sehen, wie er sich über eine Erdkugel beugt und Planeten um ihn herum kreisen, oder es erscheint sein unaussprechbares Symbol, das Prince von 1993 bis 2000 als Pseudonym trug. Ein Booklet ist nicht vorhanden und die Tracklist ist nicht abgedruckt worden.[14]

Das Cover der CD-Beigabe von The Mail on Sunday sowie der Beilage zum Konzertticket enthält nicht die Holografie, sondern besteht aus Pappe. Dort ist nur das Bild zu sehen, wie sich Prince über die Erdkugel beugt und von umherkreisenden Planeten umgeben ist.

Musik[Bearbeiten]

Die Musik von Planet Earth zählt zu den Genres Funk, Contemporary R&B, Popmusik und Rockmusik. Prince’ Stimme ist auf dem Album in verschiedenen Tonlagen zu hören, unter anderem in dem für ihn typischen Falsettgesang.

Im Titelstück Planet Earth beschäftigt sich Prince im Liedtext mit dem Thema Globale Erwärmung. Der nächste Song Guitar ist aus dem Genre Rockmusik und erinnert zuweilen an das Stück I Will Follow (1980) von U2.[15] Der Liedtext ist von Prince zuweilen augenzwinkernd zu interpretieren; beispielsweise singt er „I love you, baby, but not like I love my guitar“ (dt.: „Ich liebe dich, Baby, aber nicht, wie ich meine Gitarre liebe.“) Somewhere Here on Earth ist eine Jazz angehauchte Crooning-Ballade und der Grammy-gekrönte Song Future Baby Mama stammt aus dem Bereich Smooth Jazz. Im Liedtext befasst sich Prince mit der Liebe zu einer neuen Partnerin.[2][15]

Im Liedtext von Mr. Goodnight nimmt Prince unter anderem Bezug auf dem Film Chocolat – Ein kleiner Biss genügt (2000), in dem Johnny Depp mitspielte.[2] All the Midnights in the World ist erneut ein Song, in dem sich Prince mit dem Thema Liebe beschäftigt.[2] Chelsea Rodgers ist dem Musikgenre Disco zu zuschreiben und das gleichnamige Model inspirierte ihn zum Liedtext.[16] Ferner nimmt Prince Bezug auf Jimi Hendrix.[15] Im Songtext von Lion of Judah fragt sich Prince, ob sein Verfallsdatum bereits überschritten sei und im Liedtext von Resolution ist er darüber verbittert, dass nicht alle Menschen Frieden wollen.[17]

Titelliste und Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Titelliste
  1. Planet Earth – 5:51
  2. Guitar – 3:45
  3. Somewhere Here on Earth – 5:45
  4. The One U Wanna C – 4:29
  5. Future Baby Mama – 4:47
  6. Mr. Goodnight – 4:25
  7. All the Midnights in the World – 2:21
  8. Chelsea Rodgers – 5:41
  9. Lion of Judah – 4:10
  10. Resolution – 3:40
Autor aller Songs ist Prince

Das Album Planet Earth erschien nur auf Compact Disc. Im CD-Text von einigen Alben ist der letzte Song Resolution fälschlicherweise als Revelation einprogrammiert worden.[18]

Singleauskopplungen[Bearbeiten]

Von dem Album wurde nur eine Single ausgekoppelt; am 9. Juli 2007 erschien Guitar mit der B-Seite Somewhere Here on Earth auf Compact Disc. Beide Versionen sind identisch mit der jeweiligen Albumversion. Guitar war, in einer leicht abgeänderten Version, bereits am 31. Mai 2007 über Verizon Wireless als kostenloser Download erhältlich.[19]

Ferner sind drei Promo-Singles von Planet Earth ausgekoppelt worden. Am 6. August 2007 erschien in den USA Chelsea Rodgers mit der B-Seite Mr. Goodnight auf CD-Single und auf 12"-Maxi-Single.[20] Ende 2007 wurden zwei weitere Songs auf Promo-CD veröffentlicht; in Frankreich erschien Future Baby Mama und in den Niederlanden The One U Wanna C. Beide Songs sind nur als 1-Track-CD-Single erhältlich und alle Promo-Singles unterscheiden sich nicht von der jeweiligen Albumversion.[21][22]

Musikvideos[Bearbeiten]

Die Karlsbrücke, auf der Dreharbeiten zum Musikvideo Somewhere Here on Earth stattfanden

Insgesamt veröffentlichte Prince fünf Musikvideos zum Album Planet Earth, wobei zum Song Guitar zwei Videos existieren; im Jahr 2007 drehte er ein 1:20 Minuten langes Musikvideo, das als Werbespot für Verizon Wireless diente. Prince singt Guitar in einem Studio und spielt auf einer lilafarbenen Gitarre, die die Form seines unaussprechbaren Symbols besitzt. The Twinz tanzen zu dem Stück. Im Jahr 2008 produzierte Prince ein weiteres Musikvideo zu Guitar, das aber erst im Jahr 2013 über seine damalige Website veröffentlicht wurde. Er ist erneut mit den Tänzerinnen The Twinz zu sehen sowie mit den damaligen Mitgliedern von The New Power Generation. Gemeinsam spielen sie den Song in einem Studio, wobei Prince aber diesmal die lilafarbene Gitarre nicht verwendet. Regisseurin dieses Videos ist Sanaa Hamri, mit der Prince erstmals im Jahr 2004 zusammenarbeitete.

Während der Konzertreihe in London reiste Prince mit der Fotografin Randee St. Nicholas Mitte September 2007 nach Prag, um mit ihr dort über zwei Tage das Musikvideo des Songs Somewhere Here On Earth zu drehen. Unter anderem geht Prince auf der Karlsbrücke entlang.[23] Regisseur des Musikvideos war Phil Griffin.

Am 19. September 2007 drehte Prince ein Musikvideo zu Chelsea Rodgers. Er war als Gast auf der London Fashion Week eingeladen und saß in der ersten Zuschauerreihe. Als der britische Modedesigner Matthew Williamson seine Mode präsentieren wollte, traten The Twinz auf dem Laufsteg auf und tanzten. The New Power Generation folgte den beiden und spielte den Song Chelsea Rodgers. Prince hatte ein Mikrofon in der Hand und sang von seinem Sitzplatz aus. Inmitten des Songs stand er auf und schlenderte zum Anfang des Laufstegs, wo sich seine Begleitband befand. Gemeinsam spielten sie Chelsea Rodgers zu Ende und Prince nahm wieder seinen Sitzplatz ein. Während des Songs präsentierten dann Models die Mode von Williamson, der am Ende von Chelsea Rodgers ebenfalls auf den Laufsteg kam. Williamson sagte später zu der Nachrichtenagentur Reuters über Prince’ Auftritt: „Er hat das wirklich tun wollen, und man sagt zu Prince nicht ‘Nein’“.[2][24] Regisseur war erneut Phil Griffin.

Anlässlich der Veröffentlichung des Coffee Table Book 21 Nights im September 2008, also über ein Jahr nach dem Erscheinungsdatum von Planet Earth, wurde ein Musikvideo zum Song The One U Wanna C veröffentlicht. Im Video sind Fotos aus dem Buch aneinandergereiht, die Randee St. Nicholas fotografiert hatte.

Tournee[Bearbeiten]

Prince’ Bühne bei seinen 21 Konzerten in der O2-Arena im Jahr 2007
Setlist vom 1. August 2007[25]
  1. UK-Music-Hall-of-Fame-Video-Intro
  2. Purple Rain
  3. Girls & Boys
  4. Satisfied
  5. Cream
  6. U Got the Look
  7. Shhh
  8. Musicology
  9. I Feel for You
  10. Controversy
  11. What a Wonderful World (Instrumentalversion)
    (1968 ein Single-Hit von Louis Armstrong)
  12. Somewhere Here on Earth
  13. Lolita
  14. Black Sweat
  15. Kiss
  16. If I Was Your Girlfriend
  17. Pink Cashmere
  18. 7
  19. Come Together
    (1969 von The Beatles geschrieben)
  20. Take Me with U
  21. Guitar
  22. Planet Earth
  23. Crazy
    (2006 von Gnarls Barkley geschrieben)
  24. Nothing Compares 2 U
  25. Let’s Go Crazy
  26. Little Red Corvette
    (Akustische-Gitarren-Version von Prince)
  27. Raspberry Beret
    (Akustische-Gitarren-Version von Prince)
  28. Sometimes It Snows in April
    (Akustische-Gitarren-Version von Prince)
  29. Get On the Boat
  30. A Love Bizarre
    (1985 von Sheila E. und Prince geschrieben)
  31. Sexy Dancer (Instrumentalversion)
  32. Le Freak
    (1978 von Chic geschrieben)
Autor aller Songs ist Prince, sofern nicht anders angegeben

Vom 1. August bis zum 21. September 2007 gab Prince eine Konzertreihe von 21 Konzerten in der O2-Arena in London und nannte die Tournee 21 Nights in London: The Earth Tour. Die Konzerte waren mit insgesamt 352.000 Zuschauern alle ausverkauft und spielten 22 Millionen US-Dollar (damals 16,1 Millionen Euro) ein.[26] Im Vorfeld kündigte Prince an, einige Konzerte mit Amy Winehouse absolvieren zu wollen. Da Winehouse aber kurz zuvor eine Überdosis an Drogen eingenommen hatte, revidierte er seine Entscheidung.[27]

Alle Konzertbesucher erhielten zu dem Konzertticket auch das Album Planet Earth.[28] In Anlehnung an Prince’ Vorgängeralbums 3121 kostete eine Standard-Konzertkarte 31,21 britische Pfund, was damals 46 Euro entsprach. Abgesehen von den Standardkarten gab es auch teurere VIP-Tickets für 369 Euro zu kaufen.[15] Die Konzertlänge variierte von 100 bis 120 Minuten.

Die Kritiken zur Tournee fielen überwiegend positiv aus; beispielsweise schrieb Simon Price von der britischen Zeitung Independent on Sunday über den Tourauftakt am 1. August, es sei „das beste Konzert“, das er in seinem Leben gesehen habe.[29] Die britische Tageszeitung The Daily Telegraph ließ jedes Konzert von einem anderen Kolumnisten beschreiben; Ben Thompson meinte über das dritte Konzert am 4. August, die Konzertreihe diene Prince dazu, „sich für das neue Jahrhundert wieder mehr im Prince-Style zu konfigurieren, als jemals vorher.“[30] Die Sängerin Sophie Ellis-Bextor, die ebenfalls als Gast-Kolumnistin für die britische Zeitung tätig war, zeigte sich vom vierten Konzert am 7. August allerdings enttäuscht. Prince habe viele Songs gespielt, „die man nicht kennt, und noch schlimmer: er macht diese kleinen Medleys, wo er für 20 Minuten am Klavier sitzt und nur ein paar Takte von einem Hit anspielt, um dann sofort den nächsten Song zu spielen.“ The Mail on Sunday griff den Berichterstattung von Ellis-Bextor auf und hob hervor, dass an diesem Abend die Hits I Feel for You (1979), Controversy (1981), Little Red Corvette (1982), Raspberry Beret (1985), U Got the Look (1987), Alphabet St. (1988) und Cream (1991) gespielt worden sind.[31]

Prince’ Begleitband The New Power Generation bestand während der Konzertreihe aus folgenden zwölf Mitgliedern:[32]

Eine Besonderheit der Konzertreihe war, dass jedes Konzert eine eigene Setlist besaß, die Prince aus 150 Songs auswählte.[3] Bei dem 18. Konzert, dem 13. September 2007, trat Elton John als Gast bei Prince auf und gemeinsam sangen sie den Song The Long and Winding Road von The Beatles aus dem Jahr 1969.[33]

Aftershows[Bearbeiten]

Hauptartikel: Indigo Nights

Bei 13 der 21 Konzerte in London spielte Prince nach dem Hauptkonzert eine Aftershow, also ein weiteres Konzert nach Mitternacht. Die Aftershows wurden offiziell angekündigt und fanden im Musikklub indigO2 statt, der sich innerhalb der O2-Arena befindet. Die Kapazität betrug ungefähr 2500 Zuschauer. Der Eintritt kostete £25, was damals ungefähr 37 Euro entsprach und bei einigen Aftershows wirkten Beverly Knight (11. August), Common (25. August) und Amy Winehouse (22. September) als musikalische Gäste mit.[34]

Rezeption[Bearbeiten]

Presse[Bearbeiten]

Musikkritiker bewerteten das Album Planet Earth überwiegend positiv und hoben Chelsea Rodgers oftmals als besten Song des Albums hervor.

Alan Light von der US-Musikzeitschrift Spin krönte Planet Earth „zum besten Pop Album des Jahres 2007“ und verteilte viereinhalb von fünf möglichen Sternen.[6][35] Ann Powers von der überregional erscheinende US-Tageszeitung Los Angeles Times zeigte sich ebenfalls begeistert und verteilte dreieinhalb von vier Sternen. Als Fazit zog sie, auf Planet Earth sei Prince „so einfallsreich und wunderbar seltsam wie eh und je“.[36] Gail Mitchell vom US-Magazin Billboard schrieb, aufgrund langjähriger „Kollegen wie Sheila E., Maceo Parker und Wendy & Lisa [sic] im Schlepptau“ könne man auf dem Album hören, „wie viel Spaß“ Prince „immer noch“ habe.[37] Das US-Magazin Vibe nannte Planet Earth Prince’ „sonderbarstes und zugleich verführerischstes Rock-Projekt seit dem erstaunlichen Album Lovesexy von 1988.“[38] Chris Willman von der US-Zeitschrift Entertainment Weekly gab Planet Earth auf einer Skala von A+ bis F die Note B+ und meinte, Prince liefere „sein bestes Album seit Jahren“ ab.[39] Eberhard Dobler vom deutschsprachigen Online-Magazin Laut.de lobte, Planet Earth kennzeichne „positive Vibes“ und „Wehmut oder Melancholie kommen höchstens im Ansatz auf.“ Insgesamt gesehen sei das Album „unterm Strich perfekt kreiert“.[40]

Rob Sheffield vom US-Magazin Rolling Stone gab Planet Earth dreieinhalb von fünf möglichen Sternen. Seiner Meinung nach sei es „eines jener Alben, die er [Prince] macht, wenn er sich ein wenig mehr als sonst üblich anstrengt.“[41] Stephen Thomas Erlewine von Allmusic verteilte ebenfalls dreieinhalb von fünf möglichen Sternen und schrieb unter anderem, es gäbe auf dem Album „keine Patzer“, sondern „nur zehn starke Songs mit gerade genug Flair“, die daran erinnerten, es sei die Arbeit von Prince. Dabei habe dieser „strategisch die Schwächen“ vermieden, die ihn in den 1990er Jahren mit dem Rücken zur Wand hätten stehen lassen.[42] Steve Jones von der US-Tageszeitung USA Today gab auch dreieinhalb Sterne und meinte, abgesehen vom Titelstück würde bei den anderen Songs „der Groove nicht aufhören“. Zudem sei Prince „durchtrieben verführerisch und regelrecht geil”.[43]

Die britische Tageszeitung The Times verteilte drei von fünf möglichen Sternen und meinte, die zehn Songs seien „keineswegs Albumfüller“. Aber als Beigabe einer Zeitung würden viele CDs von Planet Earth „ironischerweise genau dort enden – in einer Mülldeponie“.[44] Peter Kane von der britischen Unterhaltungszeitschrift Q gab ebenfalls drei Sterne und schrieb, das Album sei „lebhaft und abwechslungsreich“. Über Prince meinte Kane, es sei „gut, ihn mit frischem Schwung wieder zu haben“. Zudem mache er wieder Musik für die Massen, anstatt für „ein paar wenige Menschen“.[45] Tobias Rapp von der überregional erscheinenden deutschen Tageszeitung taz war zufrieden und schrieb, „irgendwie“ gehe „es in den Stücken Planet Earth oder Somewhere Here On Earth [sic] auch um die Gefahren des Klimawandels. Dass Prince dazu seine alte Musik recyclt”, sei eine „schöne Geste“.[46]

Caroline Sullivan von der britischen Tageszeitung The Guardian zeigte sich mit Lob verhalten und schrieb, Planet Earth sei zwar „keineswegs schrecklich“ und komme mit dem Song Chelsea Rodgers „den Pfiff seiner früheren Alben am nächsten“. Prince’ Problem sei aber, dass „seine primären Ströme der Inspiration – Sex, Religion und Moral – nicht den großartigen Wahnsinn erzeugen, den sie einmal getan haben“. Auf dem Album seien keine Momente vorhanden, wo man, im Vergleich zu früheren Prince-Alben, die Frage „WAS hat er gesagt?“ stelle.[47] Douglas Wolk von der Website Pitchfork Media gab 4,8 von zehn möglichen Punkten und war enttäuscht; wäre Planet Earth Prince’ erstes Album, dann „würde es wirklich vielversprechend“ sein. Letztendlich befinde sich Prince mit dem Album aber „in einer stilistisch schwachen Nische“. Es zeichne ihn jedoch aus, dass er „sich nie lange irgendwo“ aufhalte.[48] Michael Pilz von welt.de zeigte sich vom Album ebenfalls enttäuscht; zwar lassen Songs wie Somewhere Here on Earth, Chelsea Rodgers oder Lion of Judah Prince’ „Heldentaten ahnen“, aber als Fazit zog er: „Hätte Prince sich doch nur inbrünstiger um seine Musik gekümmert als um Mutter Erde.“[49] Achim Erz von der deutschsprachigen Nachrichten-Website Stern.de war von Planet Earth zum Teil sehr enttäuscht. Er betitelte sein Albumreview mit der Überschrift „Vom Untergang einer Legende“ und war der Meinung, der Song Chelsea Rodgers sei „der einzig wirkliche Lichtblick“ des Albums. Doch „der Rest der CD ist nur Ausschuss vom großen Kuchen“, den Prince „uns – warum auch immer – noch vorenthält“.[50]

Charts und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Jahr Albumtitel Chartpositionen [51]
DE AT CH UK US
2007 Planet Earth 7
(6 Wo.)
11
(6 Wo.)
1(2)
(10 Wo.)
n.v. 3
(9 Wo.)

Planet Earth wurde seit 2007 weltweit ungefähr vier Millionen Mal verkauft, inklusive der 2,9 Millionen CDs über The Mail on Sunday und der 352.000 CDs als Beigabe zum Konzertticket in London. In den USA wurden insgesamt etwa 298.000 Exemplare abgesetzt.[6] Das Album erhielt beispielsweise:

  • 2007 in der Schweiz 1x Gold für 15.000 verkaufte Exemplare[52]
  • der Song Future Baby Mama wurde im Jahr 2008 mit einem Grammy Award in der Kategorie Beste männliche Gesangsdarbietung – Rhythm & Blues (Best Male R&B Vocal Performance) ausgezeichnet.[53]

Die Singleauskopplung Guitar wurde nicht weltweit veröffentlicht und war aus kommerzieller Sicht nicht erfolgreich; beispielsweise erreichte der Song Platz 63 in der Schweiz und Platz 81 in Großbritannien.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CD Planet Earth von Prince and The New Power Generation, Sony Music Entertainment / NPG Records, 2007
  2. a b c d e Thorne (2012), Seite 406
  3. a b Ro (2011), Seite 351
  4. Draper (2011), Seite 80
  5. Ro (2011), Seite 352, „The Mail on Sunday deal was not something that we were aware of. That came to light a few days ago.“
  6. a b c d e Ro (2011), Seite 352
  7. Draper (2011), Seite 212, „It was ridiculous to have a UK deal, when two million copies are going out free with papers.“
  8. Draper (2011), Seite 212, „Only a week ago they were so vocal about the damage it will cause.“
  9. Draper (2011), Seite 212, „Retailers figure that he owes them because they supported him in his early days, but Prince probably figures he’s paid them by providing muliplatinum sales throughout his career.“
  10. Draper (2011), Seite 212
  11. Ro (2011), Seite 351–352
  12. Draper (2011), Seite 212
  13. Draper (2011), Seite 212, „I sold three million copies overnight. That’s a good, clear business deal.“
  14. CD Planet Earth von Prince and The New Power Generation, Sony Music Entertainment / NPG Records, 2007
  15. a b c d Draper (2011), Seite 213
  16. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPrince’s 15 Best Post-Eighties Deep Cuts. In: RollingStone.com. 2015, abgerufen am 10. Januar 2015 (englisch).
  17. Thorne (2012), Seite 406–407
  18. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatResolution. In: Princevault.com. 18. September 2013, abgerufen am 10. Januar 2015 (englisch).
  19. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatGuitar. In: Princevault.com. 28. Dezember 2014, abgerufen am 10. Januar 2015 (englisch).
  20. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatChelsea Rodgers. In: Princevault.com. 28. Dezember 2014, abgerufen am 10. Januar 2015 (englisch).
  21. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFuture Baby Mama. In: Princevault.com. 28. Dezember 2014, abgerufen am 10. Januar 2015 (englisch).
  22. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatThe One U Wanna C. In: Princevault.com. 28. Dezember 2014, abgerufen am 10. Januar 2015 (englisch).
  23. Nicholas (2008), Night 18 und Night 19
  24. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format„He really wanted to do this, and you don’t say no to Prince“ Prince wraps up London concerts. In: BBC News.co.uk. 24. September 2007, abgerufen am 10. Januar 2015 (englisch).
  25. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format21 Nights in London: The Earth Tour – 1. August, 2007. In: Princevault.com. 2. Dezember 2013, abgerufen am 10. Januar 2015 (englisch).
  26. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatEdna Gundersen: Prince shows off a different side for '21 Nights'. In: USA Today. 25. September 2008, abgerufen am 26. Dezember 2014 (englisch).
  27. Thorne (2012), Seite 423
  28. Draper (2011), Seite 138
  29. Thorne (2012), Seite 413
  30. Thorne (2012), Seite 415, „to reconfigure himself for the new century in a more Princely fashion than ever before.“
  31. Thorne (2012), Seite 416–417
  32. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPrince 21 in London The Earth Tour – Tour Map. In: Princevault.com. 30. November 2013, abgerufen am 10. Januar 2015 (englisch).
  33. Thorne (2012), Seite 432
  34. Thorne (2012), Seite 419, 426, 435
  35. Thorne (2012), Seite 407
  36. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAnn Powers: It’s worth a visit to Prince’s ‘Planet’. In: LosAngelesTimes.com. 24. Juli 2007, abgerufen am 10. Januar 2015 (englisch).
  37. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGail Mitchell: Billboard. In: Billboard.com. 2007, abgerufen am 10. Januar 2015 (englisch, „with such longtime colleagues as sheila e., maceo parker and wendy & lisa in tow, you can hear how much fun prince is still having.“).
  38. Ro (2011), Seite 352, „his strangest yet most alluring rock project since 1988’s astonishing Lovesexy.“
  39. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatChris Willman: Purple Heart. In: Entertainment Weekly. 27. Juli 2007, abgerufen am 10. Januar 2015 (englisch).
  40. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatEberhard Dobler: Der funky Motherfucker mit dem Händchen für Refrains. In: Laut.de. 20. Juli 2007, abgerufen am 10. Januar 2015.
  41. Draper (2011), Seite 213, „one of those albums he makes when he’s trying a little harder than usual.“
  42. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatStephen Thomas Erlewine: Prince – Planet Earth. In: Allmusic.com. 24. Juli 2007, abgerufen am 10. Januar 2015 (englisch, „there’s no fluff and no fat, just ten strong songs delivered with just enough flair to remind you it’s the work of prince, yet strategically avoiding the indulgence that marginalized him throughout the ‘90s.“).
  43. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSteve Jones: Retro new wave & R&B. In: USA Today. 2007, abgerufen am 10. Januar 2015 (englisch, „elsewhere, the grooves don’t stop, whether he’s being slyly seductive or downright randy.“).
  44. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Format3 stars (out of 5). In: The Times UK. 2007, abgerufen am 10. Januar 2015 (englisch, „and, ironically, many copies of planet earth will end up right there – in landfill.“).
  45. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPeter Kane: Prince – Planet Earth. In: Q Magazine. 2007, abgerufen am 10. Januar 2015 (englisch, „at the very least, it’s good to have him back freshly energised and making music again for the many rather than just the few“).
  46. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatTobias Rapp: Zwischen den Rillen – Ein Lob auf das Vulgäre. In: taz.de. 20. Juli 2007, abgerufen am 10. Januar 2015.
  47. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatCaroline Sullivan: Another not-bad CD – but this time it’s free. In: The Guardian. 16. Juli 2007, abgerufen am 10. Januar 2015 (englisch, „trouble is, his primary streams of inspiration - sex and religion/morality - just aren’t producing the magnificent madness they once did. nowhere on planet earth is there a ‘what did he say?’ moment along the lines of when doves cry’s ...”).
  48. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDouglas Wolk: Prince – Planet Earth. In: Pitchfork.com. 23. Juli 2007, abgerufen am 10. Januar 2015 (englisch, „if this were his first album, it’d be really promising. as it is, though, he’s firmly settled in a stylistic niche that’s delivering diminishing returns-- and what made him great in the first place is that he never settled down anywhere for long.“).
  49. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMichael Pilz: Sing Halleluja – Prince wird Priester. In: Welt.de. 19. Juli 2007, abgerufen am 10. Januar 2015.
  50. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAchim Erz: Vom Untergang einer Legende. In: Stern.de. 26. Juli 2007, abgerufen am 10. Januar 2015.
  51. Chartquellen: DE AT CH UKUS
  52. Swisscharts 2007. Abgerufen am 19. März 2015.
  53. Draper (2008), Seite 189