Planet der Affen

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Dieser Artikel behandelt den Film Planet der Affen von 1968: für das Remake von 2001 siehe Planet der Affen (2001).
Filmdaten
Deutscher Titel: Planet der Affen
Originaltitel: Planet of the Apes
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1968
Länge (PAL-DVD): 107:25 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Franklin J. Schaffner
Drehbuch: Michael Wilson,
Rod Serling
Produktion: Arthur P. Jacobs
Musik: Jerry Goldsmith
Kamera: Leon Shamroy
Schnitt: Hugh S. Fowler
Besetzung

Planet der Affen ist ein Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1968, basierend auf dem Roman Planet der Affen (La planète des singes, 1963) von Pierre Boulle.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

Die Astronauten Taylor, Dodge und Landon reisen in einem Raumschiff unter Ausnutzung künstlichen Tiefschlafs sowie des Effekts der Zeitdilatation (aus Albert Einsteins Spezieller Relativitätstheorie) bei annähernder Lichtgeschwindigkeit zweitausend Jahre in die Zukunft. Auf einem Planeten, den sie für dreihundert Lichtjahre von der Erde entfernt halten, stürzt ihr Raumschiff in einen See und versinkt, kurz nachdem sich die Astronauten in einem Schlauchboot retten können. Laut Borduhr befinden sie sich im Jahr 3978. Auf sich allein gestellt erkunden sie den fremden, unwirtlichen Wüstenplaneten. Als sie nach einigen Tagen – die Nahrungsvorräte sind beinahe erschöpft – einen Dschungel entdecken, scheinen sie gerettet. Doch die drei sind nicht allein auf diesem Planeten. Ein „Stamm“ primitiver, stummer Menschen stiehlt die gesamte Ausrüstung des Teams. Offensichtlich werden diese Menschen gejagt, nicht etwa von anderen Menschen, sondern eine hochentwickelte Kultur intelligenter Affen ist es, die eine Treib- und Hetzjagd auf die Menschen veranstaltet. Taylor selbst wird verwundet, und findet sich in einer Stadt der Affen wieder, im Zoo der „Tier“-Psychologin Zira, einer Schimpansin. Doch Zira ist anders als die anderen Affen. Sie setzt sich für Taylor ein und versucht, ihn vor Zaius, einem Orang-Utan, der Befürworter von Menschenversuchen ist, zu retten. Ziras Verlobter, Dr. Cornelius, hilft ihr dabei. Zaius befürchtet, dass mit dem Auftauchen eines „sprechenden“ Menschen bald eine ganze Armee dieser „Biester“ kommen könnte. Er fürchtet die Intelligenz überlegener Menschen. Als Taylor und die Menschenfrau Nova bald darauf mit Ziras und Cornelius Hilfe aus der Stadt der Affen fliehen können, stoßen sie in einer Region des Planeten, der als die „Verbotene Zone“ bekannt ist, auf Artefakte, die Zaius Theorie untermauern. Doch damit nicht genug: Als Taylor mit Nova weiter reitet, stößt er auf Überreste der Freiheitsstatue und muss erkennen, dass er nicht auf einem fremden Planeten gelandet ist, sondern wieder auf der Erde, dass die menschliche Zivilisation zwischenzeitlich an einem Atomkrieg zugrunde ging und die Erde nun von den Affen beherrscht wird.

Zu beachten ist, dass die Pointe der Vorlage entscheidend von dem Film abweicht.

[Bearbeiten] Gesellschaftskritik

Der Film beinhaltet neben der actiongeladenen Unterhaltung auch vier zur damaligen und auch noch heutigen Zeit wichtige gesellschaftskritische Themen.

  • Die Selbstzerstörung des Planeten Erde durch einen durch Menschen ausgelösten Atomkrieg. Die ergreifende Schlussszene mit der Pointe, dass die Astronauten auf ihrem eigenen, aber zerstörten, Planeten gelandet waren, sollte zum Nachdenken über den Umgang der Menschen und Völker miteinander anregen.
  • Die Unterdrückung und Behandlung von Tieren durch die Menschen, hier ganz besonders überzeichnet durch die vertauschten Rollen von Affen und Menschen.
  • Die Auswirkungen fanatischer fundamentalistischer Fehldeutungen religiösen Glaubens, welche die beiden vorangehenden Gesellschaftskritiken beeinflusst, und grundlegende unterschiedliche Moralvorstellung vergleicht. (Dargestellt durch: Politische Machtauswirkung der Affenreligion, Werte und Moralvorstellungen Taylors und seinen Kameraden, und der Gipfelung in "Die Rückkehr zum Planet der Affen" in der Anbetung einer heiligen Atombombe durch die Zukunftsmenschen)
  • Die Unterdrückung von "Rassen" (Gorilla, Orang-Utans, Schimpansen) innerhalb einer absolutistischen Affengesellschaft in Form einer Scheindemokratie. Dabei werden den Orang-Utans Attribute wie Weisheit zugesagt und den Gorillas dagegen Stärke. Die Schimpansen bilden die untere Schicht im Staatsaufbau. Dieser Grundgedanke wurde in Tim Burtons Neuverfilmung Planet der Affen (2001) ignoriert.

[Bearbeiten] Sonstiges

John Chambers fertigte mit einem Team von 78 Spezialisten über 600 Spezialmasken für den Film an. Durch die aufwendigen Masken waren die Akteure gezwungen, auch ihre Mittagspausen kostümiert zu verbringen. Dabei kam es zu dem Phänomen, dass die verschiedenen "Affenrassen" dabei unbewusst unter sich blieben, wie in den verschiedenen Dokumentationen der DVD-Version des Films berichtet wird. Zu dem Team Chambers gehörte neben Stuart Freeborn (Star Wars) auch Rick Baker, der später vor allem durch seine Affenmasken berühmt wurde (King Kong (1976), Greystoke). Im Jahr 1969 erhielt Chambers einen Academy Award für Spezialmasken (Oscar). Erst im Jahr 1981 wurde, mit American Werewolf, eine spezielle Kategorie Special Make up eingeführt.

Im Gegensatz zu der satirischen Vorlage Boulles war der Film wesentlich mehr auf Action ausgelegt und die soziologischen Aspekte der Romanvorlage gerieten in den Hintergrund.

Die Affenstadt wurde unter Mithilfe von Anthropologen gebaut und nahm Rücksicht auf die Bedürfnisse der Bewohner. Sie kann noch heute besichtigt werden.

1973 startete Marvel Comics eine erfolgreiche Comicserie, für die auch eigene Storys entwickelt wurden.

[Bearbeiten] Deutsche Fassung

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1968 in den Ateliers der Ultra Film Synchron GmbH in Berlin. [1]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
George Taylor Charlton Heston Wolfgang Kieling
Dr. Cornelius Roddy McDowall Claus Jurichs
Dr. Zira Kim Hunter Renate Danz
Dr. Zaius Maurice Evans Fritz Tillmann

[Bearbeiten] Fortsetzungen

Dem Film folgten vier Fortsetzungen. 1970 entstand unter der Regie von Ted Post Rückkehr zum Planet der Affen. Charlton Heston kehrte in seiner Rolle zurück, spielte jedoch nur eine Nebenrolle. Ein Jahr später wurde Flucht vom Planet der Affen gedreht. Die Regie übernahm der US-Amerikaner Don Taylor. Der Regisseur J. Lee Thompson inszenierte die letzten beiden Fortsetzungen Eroberung vom Planet der Affen (1972) und Die Schlacht um den Planet der Affen aus dem Jahre 1973. Tim Burton drehte 2001 unter dem Titel Planet der Affen ein Remake des ersten Films.

Außerdem entstand 1974 die Fernsehserie Planet der Affen, die jedoch aus mangelndem Erfolg nach nur einer Staffel (insgesamt 14 Episoden) eingestellt wurde. 1975 ging dann eine Zeichentrickserie namens Return to the Planet of the Apes an den Start und wurde aber nach nur 13 Episoden wieder abgesetzt. Diese Trickserie erreichte bis heute nicht den Weg ins deutsche Fernsehen.

[Bearbeiten] Tim Burtons Remake

Das Remake von Tim Burton ist mit Mark Wahlberg, Tim Roth, Michael Clarke Duncan und Kris Kristofferson besetzt. Charlton Heston spielt eine kleine Nebenrolle. Zwischen dem Hauptdarsteller Roth und Heston kam es wegen Hestons Vorsitz in der National Rifle Association am Set immer wieder zu Spannungen. Heston hatte dessen Vorsitz von 1998 bis 2003 inne und galt als Hardliner.

Burton veränderte gegenüber dem Originalfilm die Pointe am Ende des Films. Siehe: Planet der Affen (2001)

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Comicserie

Im "Williams Verlag" erschienen von 1975 bis 1976 monatliche Ausgaben der Comic-Adaption. Die Hefte, die 2,50 DM kosteten und vom amerikanischen Marvel-Verlag abstammten, brachten die eigentliche Geschichte, Hintergrundinfos zum Film und weitere Comics aus dem Affen-Universum.

Die US-Ausgabe brachte es auf 29 Hefte, während in Deutschland bereits nach 13 Ausgaben Schluss war.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Thomas Bräutigam: Lexikon der Film- und Fernsehsynchronisation. Mehr als 2000 Filme und Serien mit ihren deutschen Synchronsprechern etc.. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-289-X, S. 290
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