Planet der Stürme

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Filmdaten
Deutscher Titel Planet der Stürme
Originaltitel Planeta Bur / Планета бурь
Produktionsland Sowjetunion
Originalsprache Russisch
Erscheinungsjahr 1961
Länge 73 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Pawel Kluschanzew
Drehbuch Pawel Kluschanzew,
Alexander Kasanzew
Produktion L. Presnjakowa,
Wladimir Jemeljanow
Musik Iogann Admoni,
Alexander Tschernow
Kamera Arkadi Klimow
Schnitt Wolt Suslow
Besetzung
Synchronisation

Planet der Stürme ist ein sowjetischer Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1962 nach einer Erzählung von Alexander Kasanzew, der eine Expedition zur Venus thematisiert. Auf seiner Grundlage wurden in den USA 1965 und 1968 zwei neue Filme ediert, Voyage to the Prehistoric Planet und Voyage to the Planet of Prehistoric Women.

Handlung[Bearbeiten]

Die drei sowjetischen Raumschiffe Capella, Wega und Sirius befinden sich auf dem Weg zur Venus. An Bord der Wega befindet sich auch ein US-amerikanischer Astronaut, Allan Kern, sowie sein Roboter John. Die Capella stößt mit einem Meteoriten zusammen, der das Raumschiff zerstört.

Als die beiden übrigen Raumschiffe die Umlaufbahn der Venus erreichen, verbleibt die Astronautin Mascha an Bord der Wega, während Stscherba, Kern und John in einem Gleitfahrzeug versuchen, das geplante Landefeld für die Sirius, Quadrat 73, zu erreichen. Sie landen stattdessen in einem Sumpf und werden von menschengroßen Amphibien angegriffen, gegen die sie sich mit Pistolen zur Wehr setzen. John kann die Angreifer aufgrund seiner mechanischen Kräfte abwehren. Als die Sirius landet, wird Aljoscha von einer Pflanze mit Fangarmen attackiert. Seinen Begleitern Werschonow und Bobrow gelingt es jedoch, ihn mit Messern zu befreien.

Während sich die Wega-Besatzung mit Johns Hilfe – der Roboter kann Bäume fällen und Swing-Musik spielen – auf den Weg zum Landefeld der Sirius machen, startet die Sirius-Besatzung eine Expedition mit einem Luftkissenfahrzeug. Sie wird von einem Flugsaurier angegriffen, der den Gleiter trotz Beschuss durch eine Bordwaffe beschädigt. Sie fliehen mit dem Fahrzeug ins Meer und entdecken unter Wasser eine versunkene Stadt sowie eine Skulptur, die Ähnlichkeit mit dem Flugsaurier besitzt. Sie muss von humanoiden Lebewesen erstellt worden sein, da ein Auge der Skulptur aus einem Rubin besteht. Aljoscha findet neben der Skulptur einen Stein und nimmt diesen an sich.

Als ein Vulkan ausbricht, gerät die Wega-Besatzung in höchste Gefahr. Kern und Stscherba werden von John durch einen Lavastrom getragen, doch John kollabiert aufgrund der Hitze und greift einen der Astronauten an. Es gelingt den beiden jedoch, den Roboter zu deaktivieren, doch sind sie auf John im Lavastrom gefangen. Im letzten Moment kann die Sirius-Besatzung, die inzwischen ihren Gleiter wieder in Betrieb genommen hat, die beiden retten. Zwischendurch hören die Astronauten immer wieder eigentümliche, unheimliche Rufe, die sich nicht identifizieren lassen.

Während John im Lavastrom versinkt, fliehen die fünf Astronauten zur Sirius. Um starten zu können, muss Ballast entfernt werden. Plötzlich droht eine Überschwemmung des Landeplatzes, das Raumschiff umstürzen zu lassen. Als Aljoscha mit dem beim Idol aufgefundenen Stein einen Hebel bearbeitet, zerbricht dieser und es kommt eine Art Amulett zum Vorschein, das ein humanoides weibliches Gesicht zeigt. Das ist der Beweis dafür, dass auf der Venus menschenähnliche Lebewesen existieren. Als die Sirius startet, spiegelt sich in einem Tümpel eine weißgekleidete weibliche Gestalt. Möglicherweise stammten die seltsamen Rufe, die die Astronauten wahrnahmen, von Angehörigen dieses Volkes. Das Schicksal von Mascha, die sich allein in der Wega befindet, bleibt unklar.

Weitere technische Daten[Bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten]

Für das Lexikon des Internationalen Films war Planet der Stürme ein „[m]äßig unterhaltsamer, anspruchsloser Science-Fiction-Film, der seine Geschichte mit unglaublicher Naivität erzählt“.[1] Der Monthly Film Bulletin kam zu dem Schluss, dass „diese russische Space Opera“ im Vergleich zu „einer amerikanischen Durchschnittsproduktion […] vernünftiger“ sei und „mehr echte“ Science-Fiction widerspiegle, „als dies normalerweise der Fall ist“.[2]

Deutsche Fassung[Bearbeiten]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Ilja Werschinin Wladimir Jemeljanow Herbert Sieverss
Roman Bobrow Georgi Schschonow Manfred Zetzsche
Aljoscha Gennadi Wernow Siegfried Wagner
Iwan Stscherba Juri Saranzew Hans Gora
Mascha Iwanowa Kjunna Ignatowa Christa Gottschalk
Allan Kern Georgi Teich Hannes Felgner

Neubearbeitungen in den USA[Bearbeiten]

Auf der Basis des Filmmaterials von Planet der Stürme produzierte Roger Corman 1965 unter der Regie von Curtis Harrington einen neuen Film, in dem auch Ausschnitte aus dem sowjetischen Science Fiction-Film Der Himmel ruft verwandt wurden. Es wurden neue Szenen, unter anderem mit Basil Rathbone gedreht, die einer Rahmenhandlung dienten, doch tatsächlich besteht Voyage to the Prehistoric Planet zu gut 90 % aus dem Material von Planet der Stürme.

1968 benutzte Peter Bogdanovich das Material von Voyage to the Prehistoric Planet für seinen Spielfilm Voyage to the Planet of Prehistoric Women. Als Ergänzung drehte er Szenen mit einer Gruppe von jungen Frauen unter Führung von Mamie van Doren,[3] die einen toten Sauriervogel anbeten. Diese Szenen werden mit dem Ausgangsmaterial montiert, sodass der Eindruck erweckt wird, dass die Frauen die Bewohner der Venus sind. Angeknüpft wird dabei an die Endszene von Planet der Stürme, als die Raumfahrer erkennen, dass der Planet bewohnt ist. Gebunden wird die Handlung durch die Sprecherstimme Bogdanovichs.

Überlieferung[Bearbeiten]

Auf dem deutschen DVD-Markt werden zur Zeit sowohl die Originalsynchronisation der DEFA als Planet der Stürme als auch eine deutsche Version von Voyage to the Prehistoric Planet unter dem Titel Reise zum prähistorischen Planeten angeboten. In den USA wurde zeitweise eine Videokassette angeboten, die neben diesem Film auch die ebenfalls stark verstümmelte US-Fassung des DEFA-Streifens Der schweigende Stern enthielt[4].

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Das Gleitfahrzeug der Sirius weist starke Ähnlichkeit mit dem Supercar aus der britischen Fernsehserie Supercar von Gerry Anderson auf, die von 1961 bis 1962 in Großbritannien und den USA ausgestrahlt wurde.
  • Die räuberischen Tiere in dem Sumpf sehen aus wie zwei Meter große Versionen des 1954 kreierten Monsters Godzilla. Stscherba schießt auf sie mit einer Pistole Makarow, während Kern mit einer Pistole Borchardt C93 kämpft (man erkennt deutlich deren charakteristischen Kniegelenksverschuß), also einer zwar leistungsstarken Waffe, die aber i.J. 1961 bereits seit Jahrzehnten überholt war (hergestellt 1894-98) und nicht in einen Zukunftsfilm passt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Planet der Stürme im Lexikon des Internationalen Films
  2. Monthly Film Bulletin. Zitiert nach: Ronald M. Hahn, Volker Jansen: Lexikon des Science Fiction Films. Bd. 2, 1997, S. 694.
  3. Vgl.: Karsten Kruschel: Leim für die Venus. Der Science-Fiction-Film in der DDR. In: Sascha Mamczak (Hrsg.), Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2007. S. 830.
  4. Vgl.: Karsten Kruschel: Leim für die Venus. Der Science-Fiction-Film in der DDR. In: Sascha Mamczak (Hrsg.), Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2007. S. 835.