Planetenring

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Die deutlich sichtbaren Saturnringe
Schema der Jupiterringe
Uranusringe im Infrarot
Neptunringe. Aufgenommen von Voyager 2

Ein Planetenring ist ein meist scheibenförmiges Ringgebilde um einen Planeten, das aus vielen Milliarden Staub- oder auch Eisteilchen besteht, deren Größe von der eines Sandkorns bis zu der eines Wohnhauses reicht. Dabei können Ausmaß, Zusammensetzung und Helligkeit vollkommen verschieden sein. Mehrere Ringe um einen Planeten bilden ein konzentrisches Ringsystem.

2014 wurden am Himmelskörper (10199) Chariklo erstmals auch Ringe um einen Asteroiden oder Zwergplaneten nachgewiesen.[1][2]

Entstehung[Bearbeiten]

Die Entstehung eines Planetenrings ist bis heute nicht vollständig erklärt. Ein Ansatz ist, dass Ringe entstehen können, wenn ein kleiner Mond dem Planeten zu nahe kommt, sich also innerhalb der Roche-Grenze befindet, und dort durch die Gezeitenkräfte des Planeten auseinandergerissen und um den Planeten verteilt wird. Ein weiterer Ansatz im Zusammenhang mit der Roche-Grenze geht davon aus, dass die Ringe Überreste der Gasscheibe sind, aus denen sich der Planet geformt hat - innerhalb der Roche-Grenze konnte sich das restliche Gas aber zu keinen Monden formen.

Eine andere Theorie besagt, dass ein Planetenring entsteht, wenn der Planet von einem anderen Himmelskörper getroffen wird oder zwei kleine Körper kollidieren, so dass sie auseinanderbrechen und sich aufgrund der hohen Schwerkraft des Planeten nicht wieder zusammensetzen, sondern um den Planeten verteilt werden.

Bekannte Planetenringe[Bearbeiten]

Im Sonnensystem hat jeder der vier Gasplaneten ein Ringsystem. Deren Teilchen umlaufen den Planeten rechtläufig innerhalb bzw. sehr nahe dessen Äquatorebene, und immer hauptsächlich innerhalb der Roche-Grenze. Trotz der gemeinsamen Hauptmerkmale ist die Struktur der Ringe in allen vier Fällen sehr unterschiedlich.

Der bekannteste Planetenring ist der Ring des Saturn. Er ist der umfangreichste, besteht aus hellem Material und ist daher bereits mit einem guten Amateurteleskop sichtbar. Der Ring besteht aus mehreren sogenannten Hauptringen, die wiederum aus vielen kleinen Ringen bestehen. Am schwächsten ist das Ringsystem des Jupiters. Es besteht aus äußerst dunklem Material, noch dazu ist es verschwindend schwach, sodass es nur durch Raumsonden nachgewiesen werden konnte. Man nimmt an, dass Jupiters Ringe von winzigen innersten Monden mit neuem Material versorgt werden, während das alte Material stetig auf Jupiter herabrieselt. Uranus und Neptun haben ebenfalls äußerst dunkle Ringe. Bei Neptun glaubte man anfangs, dass seine Ringe nur unvollständige Ringbögen seien, also nicht in sich geschlossen wären.

Ringe bei Asteroiden[Bearbeiten]

2014 wurden durch die ESO erstmals Ringe um einen Asteroiden entdeckt. Der betroffene Asteroid Chariklo ist das bisher mit Abstand kleinste Objekt, bei welchem Ringe entdeckt wurden.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Isabell Prophet: Zufallsfund im All: Astronomen entdecken Zwergplanet mit Ringen. Spiegel Online, 26. März 2014, abgerufen am 26. März 2014.
  2. http://www.eso.org/public/germany/news/eso1410/
  3. http://www.eso.org/public/germany/news/eso1410/#4