Plantation (Irland)

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Als Plantation (engl. plantation „Pflanzung“, „Ansiedlung“) werden in Irland historische Maßnahmen Englands bezeichnet, die die Ansiedlung englischer, schottischer und walisischer Einwanderer auf Großbritanniens Nachbarinsel zum Ziel hatten.

Erste Versuche, Briten in Irland anzusiedeln, gab es bereits unter Heinrich VIII. und vor allem unter Elisabeth I. Diese fanden auf dem Gebiet der heutigen Counties Offaly und Laois statt. Weitere Plantations waren im späten 16. Jahrhundert die Munster Plantation und vor allem die Ulster Plantation im frühen 17. Jahrhundert.

Die Ulster Plantation[Bearbeiten]

Während das für intensivere Landwirtschaft ungünstige Connacht von Plantations weitgehend verschont blieb, war die Ulster Plantation diejenige, die aus englisch-schottischer Sicht langfristig am erfolgreichsten war. Sie ist als eine der Hauptursachen für den heutigen Nordirlandkonflikt in die Geschichte eingegangen.

In den Jahren 1603 bis 1660, nach der irischen Niederlage im Neunjährigen Krieg und der damit verbundenen Flucht der Grafen, wurden englische und schottische Bauern protestantischen Glaubens in die Region von Ulster teils zwangsumgesiedelt, teils materiell angelockt. Diese Ansiedlung legte den Grundstein des Jahrhunderte andauernden Konflikts zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsteilen. Hieraus wird deutlich, dass der Nordirlandkonflikt national-koloniale Wurzeln hat.

Literatur[Bearbeiten]

  • John Cavit: An Irish Trilogy, In: Jürgen Elvert (Hg.): Nordirland in Geschichte und Gegenwart. Steiner, Stuttgart 1994. ISBN 3-515-06102-9. S. 27–41.
  • Nicholas P. Canny: Making Ireland British 1580–1650, Oxford, Oxford University Press 2001.
  • Padraig Lenihan: Confederate Catholics at War, Cork, Cork University Press 2000.
  • Michael MacCarthy-Morrogh: The Munster Plantation — English migration to Southern Ireland 1583–1641, Oxford, Oxford University Press 1986.