Plantin-Moretus-Museum

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51.2182964.398163Koordinaten: 51° 13′ 6″ N, 4° 23′ 53″ O

Innenhof des Museums im 19. Jahrhundert

Das Plantin-Moretus-Museum an dem Vrijdagmarkt 22-23 in Antwerpen geht auf die Druckerei des Christoph Plantin (Christoffel Plantijn) aus dem 16. Jahrhunderts zurück. Sie ist die einzige erhaltene Buchdruckerei aus der Zeit der Renaissance und des Barock und wurde 2005 als erstes Museum in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Historische Druckerei[Bearbeiten]

Die Druckerei wurde 1555 gegründet. Sie war eine der größten ihrer Zeit und gilt als erste industrielle Buchdruckerei. Sie zählte bis zu 16 Druckpressen und hatte über 80 Beschäftigte. Plantin machte seinen Verlag zu einem Treffpunkt für bedeutende Humanisten, wie Justus Lipsius, druckte aber auch katholische und reformatorische Bücher. Nach seinem Tod übernahm sein Schwiegersohn Jan Moretus die Druckerei, die jetzt zu einer wichtigen Institution der Gegenreformation wurde. Später stand das Verlagshaus in engem Kontakt mit Peter Paul Rubens, der auch Bücher der Manufaktur illustrierte.

Museum und Bibliothek[Bearbeiten]

Das Museum heute (Eingangsbereich am Vrijdagmarkt)

1876 verkaufte Edward Moretus die Druckerei mit dem gesamten Inventar an die Stadt Antwerpen, die ein Museum einrichtete.

Das Plantin-Moretus-Museum beherbergt die ältesten Druckpressen der Welt (um 1600) und eine typografische Schatzkammer mit zahllosen metallenen Drucklettertypen. Darüber hinaus ist die Sammlung von Druckgrafiken aus dem 16. und 17. Jahrhundert eine der bedeutendsten der Welt.

Die Bibliothek mit rund 25.000 alten Bänden bietet einen fast vollständigen Überblick über die Buchproduktion der Plantiniana vom 16. bis ins 19. Jahrhundert, besitzt aber auch ca. 600 Handschriften des 9.–16. Jahrhunderts und das komplette Geschäftsarchiv der Officina Plantiniana. Zu den wichtigsten Werken zählen die fünfsprachige Biblia Polyglotta (1567–1572), Abraham Ortelius’ berühmter Atlas Theatrum Orbis Terrarum (1579), der Thesaurus Teutoniae Linguae und das Kräuterbuch des Rembert Dodoens.

Das Haus am Vrijdagmarkt vereinigte Arbeits- und Wohnbereich. Die prächtige Patrizierwohnung ist mit Kunstmöbeln, Bildern (u.a. von Rubens), Goldleder-Tapeten, Skulpturen und Porzellan ausgestattet.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Museum Plantin-Moretus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien