Planum

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Dieser Artikel behandelt den Begriff „Planum“ im Bauwesen. Zur Archäologie bzw. Paläontologie siehe Planagrabung; zum Arzneimittelpräparat siehe Temazepam.
Planum für den Bau einer zweibahnigen Bundesstraße.

Das Planum (lat. planum = Ebene, Fläche), auch Erdplanum oder Planie genannt, ist eine eben (plan) hergestellte Oberfläche, auf der (weitere) Baumaßnahmen stattfinden. Der Begriff existiert sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau, findet aber auch in der Archäologie zur Bezeichnung einer eben angelegten Suchfläche Verwendung. Zuweilen wird zwischen Rohplanum (etwa als Ergebnis von Abtrag und Verfüllung) und Feinplanum (nach Bearbeitung und Aufschüttung) unterschieden.

Die Herstellung des Planums erfolgt entweder bei kleinen Flächen mit der Hand oder bei großen Flächen mit Hilfe von Planierraupen oder Gradern. Die Verdichtung wird mit Vibrationsplatten oder Walzenzügen ausgeführt.

Anwendung[Bearbeiten]

Straßenaufbau (schematisch)
Italian Traffic sign car.svg   Oberbau
  Decke
  Tragschicht
Planum 
evtl. verfestigt
– – – – – – – – –
  Unterbau
  (bei Dammlage)
evtl. verfestigt
– – – – – – – – –
  Untergrund

Im Hochbau werden ebene und gut verdichtete Flächen benötigt, um Fundamente sauber und tragfähig herstellen zu können. Das Planum kann in diesem Fall als Baugrubensohle betrachtet werden.

Im Verkehrswegebau bildet das Planum den oberen Abschluss des Erdbauwerks und stellt damit eine Grenzfläche zwischen Unterbau und Oberbau dar. Im Gegensatz zum Hochbau wird das Planum unterhalb von Verkehrswegen zur Seite geneigt (Quergefälle), um die Entwässerung sicherzustellen und ein Aufweichen des Erdbauwerkes zu verhindern. Befindet sich das Planum im Einschnitt, also unterhalb der Geländeoberkante, so ist zusätzlich eine seitliche Entwässerung (beispielsweise mit Hilfe eines Sickerstranges) anzuordnen. Im Bahnbau kann sich unterhalb des Planums die so genannte Planumsschutzschicht befinden. Im Straßenbau befindet sich oberhalb vom Planum die Frostschutzschicht.

Anforderungen[Bearbeiten]

Um Schäden an Gebäuden und Verkehrsbauwerken zu verhindern, müssen das Planum und die darunter befindlichen Schichten ausreichend tragfähig sein. Zu diesem Zweck werden während der Bauausführung Tragfähigkeitsuntersuchungen ausgeführt. Grundsätzlich muss dabei zwischen Prüfverfahren vor Ort (in Situ) und im Labor (ex Situ) unterschieden werden. Mögliche Prüfverfahren zur Verdichtungskontrolle des Planums und der darunter liegenden Schichten sind beispielsweise:

„Planie“ in Städten[Bearbeiten]

In der Entwicklung der mitteleuropäischen Städte wurden mit ihrem Wachstum die alten Stadtbefestigungsanlagen hinderlich. Dann wurde der Mauerring entfernt und der Stadtgraben planiert und bebaut. So erklären sich heutige Straßennamen, wie die Planie in Stuttgart (dort zugleich B 27) oder Grabenstraße und Planie(-straße) in Sindelfingen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Normen und Standards[Bearbeiten]

  • Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau (ZTVE-StB 94)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Planum – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen