Plastik (Kunst)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Terracotta-Büste des Giuliano de’ Medici, um 1475, von Verrocchio, Washington, National Gallery of Art

Die Bedeutung des Begriffs Plastik ist, soweit er sich auf Erscheinungsformen der Bildenden Kunst bezieht, weitgehend deckungsgleich mit der von Skulptur. Beide werden auf zwei Begriffsebenen gebraucht: Sie sind sowohl auf die Gattung als auch auf das Einzelstück anwendbar.

Als Gattungsbegriff (ohne Plural) bezieht er sich auf Gesamtheiten von dreidimensionalen, körperhaften Kunstobjekten und wird synonym zu Bildhauerkunst, Skulptur und dem ausser Gebrauch gekommenen Bildnerei benutzt. ( → Hauptartikel Bildhauerkunst)

Als Bezeichnung für einzelne dieser Werke wird der Begriff weitgehend synonym zu Bildwerk und Skulptur verwendet, obwohl einzelne Autoren zwischen den gehauenen und geschnitzten, also durch Wegnehmen geformten Skulpturen einerseits und den überwiegend durch Antragen modellierten Plastiken andererseits unterscheiden möchten.[1]

In der neueren Kunst sind die Grenzen zu Kunstgattungen, in denen ebenfalls körperhafte Objekte entstehen (Installationen, Land Art), fließend geworden.

Die rundum ansichtigen Freiplastiken unterscheidet man von Reliefs, Kleinplastik ist ein gebräuchlicher Oberbegriff für Bildwerke im „Vitrinenformat“, also zum Beispiel Arbeiten aus Elfenbein.

Plastiken der französischen Künstlerin Niki de Saint Phalle in Hannover: Nanas Sophie, Caroline und Charlotte

Wortherkunft[Bearbeiten]

In der älteren Bedeutung eines aus entsprechendem Material geformten dreidimensionalen Kunstwerks ist die Plastik aus der französischen plastique entlehnt und seit dem 18. Jahrhundert im Deutschen nachweisbar[2] Das französische Wort ist eine Substantivierung des entsprechenden Adjektivs plastique, zu deutsch „formbar“, das seinerseits aus der lateinischen [ars] plastica und diese wiederum aus dem griechischen weiblichen Adjektiv πλαστική [τέχνη], plastikē [téchnē], „die Formende/Geformte [Kunst]“ stammt.[3]

Verwandte Wörter im Griechischen sind substantivisch der πλάστης, plástēs, wörtlich der „Schöpfer“, „Former“, spezieller der „Bildhauer“, und das entsprechende altgriechische Verb πλάττειν, pláttein. Etymologisch verwandte Wörter im Deutschen sind das Pflaster und das Plasma.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Bildhauerkunst#Zum Begriff und seinen Synonymen und die Diskussionsseite zu diesem Artikel hier. In der Klassischen Archäologie wird üblicherweise für alle Bildwerke der Ausdruck Plastik bevorzugt.
  2. Grimm, Deutsches Wörterbuch, Bd, 13 (1900): Kunst, die "(durch formen, schnitzen, meiszeln, gieszen)" entsteht.
  3. F. Kluge; E. Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Aufl. Berlin, New York 2002: de Gruyter, ISBN 3-11-017473-1

Weblinks[Bearbeiten]