Platinmohr

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Platinmohr ist ein feines Pulver aus Platin mit guten heterogenkatalytischen Eigenschaften. Der Name des Platinmohr ist historisch und wurde wegen seiner schwarzen Farbe gewählt.

Platinmohr wird oft als dünner Film für massives Platinmetall verwendet, etwa bei Platinelektroden für Anwendungen in der Elektrochemie. Der Beschichtungsprozess der für Platin-Elektroden mit einer solchen Schicht von Platinmohr wird Platinierung von Platin genannt. Das platinierte Platin hat eine katalytisch wirksame Oberfläche, die wesentlich größer als die geometrische Fläche der Elektrode ist.

Platinmohr wird als Katalysator in Brennstoffzellen verwendet. Dazu wird Platinmohr entweder gespritzt oder heiß auf die Membran oder Gasdiffusionsschicht gepresst. Eine Suspension von Platinmohr und Kohlenstoffpulver in Ethanol-Wasser-Lösungen dient dazu, die Gleichmäßigkeit der Beschichtung, die elektrische Leitfähigkeit und im Falle der Auftragung auf die Membran die Austrocknung der Membran während der Auftragung zu vermeiden.

Herstellung von Platinmohrpulver[Bearbeiten]

Platinmohrpulver wird aus Ammonium-Chloroplatinat durch Erhitzen auf 500 °C in geschmolzenem Natriumnitrat für 30 Minuten, dem Abschrecken der Schmelze in Wasser, anschließendem Kochen, Waschen und abschließender Reduktion des entstehenden braunen Pulvers, vermutlich Platindioxid, mit Wasserstoff zu Platinmohr hergestellt.[1]

Platinierung von Platinmetall[Bearbeiten]

Vor Platinierung wird die Platin-Oberfläche durch Eintauchen in Königswasser gereinigt. Die Platinierung wird mit der wässrigen Lösung von Chlorplatinsäure und etwas Bleiacetat bei einer Stromdichte von etwa 30 mA/cm2 für bis zu 10 Minuten durchgeführt. Beim Prozess entwickelt sich Chlor an der Anode. Nach der Platinierung wird die Elektrode gespült und in destilliertem Wasser gelagert. Die Elektrode verliert bei längerer Exposition an Luft ihre katalytischen Eigenschaften.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A. Mills: "Porous Platinum Morphologies: Platinised, Sponge and Black", Platinum Metals Review, 51, 1, Jan 2007 (pdf; 410 kB)