Plattengrabkultur

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Plattengrabkultur war im späten 2. und im 1. Jahrtausend v. Chr. in Transbaikalien und der nördlichen Mongolei verbreitet.

Charakteristisch sind die namengebenden Plattengräber. Bei ihnen handelt es sich um Steinkisten, einer Einfriedung aus Steinplatten. Die Toten wurden in gestreckter Rückenlage mit dem Kopf im Osten, teilweise unter Beigabe von Tier- insbesondere Pferdeschädeln bestattet, ein Brauch, der auch bei den Xiongnu verbreitet war. Das Fundgut wird durch kammabdruck- und kerbleistenverzierte Keramik charakterisiert. In der Keramik zeigen sich auch chinesische Einflüsse; gleichzeitig sind auch Beziehungen zum oberen Jenissei-Gebiet erkennbar. Siedlungsplätze wurden bislang nicht ergraben; sie sind nur durch Lesefunde bekannt. Die Wirtschaft wurde höchstwahrscheinlich von der Viehzucht dominiert. Aufgrund der reichen Bodenschätze wurde auch Metallurgie ausgeübt. Die ethnische Zugehörigkeit der Träger der Plattengräberkultur ist nicht sicher feststellbar. Die Skelette scheinen mongolische Merkmale aufzuweisen. Im 3. Jahrhundert v. Chr. wurde die Plattengräberkultur von den Xiongnu abgelöst.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Parzinger: Die frühen Völker Eurasiens. Vom Neolithikum bis zum Mittelalter (Historische Bibliothek der Gerda-Henkel-Stiftung). Beck, München 2006, ISBN 3-406-54961-6, S. 474 ff., 631 ff., Abb. 159, 206.
  • Н. Л. Тсчленоща: Культура плиточных могил. In: Марина Г. Мошкова (Hrsg.): Степная полоса азиатской части СССР в скифо-сарматское время (= Археология СССР.). Наука, Москва 1992, ISBN 5-02-009916-3.
  • Александр Дондопович Цыбиктаров: Заглавие Культура плиточных могил Монголии и Забайкалья. госуниверситета, Улан-Удэ 1998, ISBN 5-85213-129-6.