Plessa
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Elbe-Elster | |
| Amt: | Plessa | |
| Höhe: | 94 m ü. NN | |
| Fläche: | 52,42 km² | |
| Einwohner: |
2835 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 54 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 04928 | |
| Vorwahl: | 03533 | |
| Kfz-Kennzeichen: | EE, FI | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 62 372 | |
| Gemeindegliederung: | 2 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Steinweg 6 04928 Plessa |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Gottfried Heinicke (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Plessa im Landkreis Elbe-Elster | ||
Plessa ist eine Gemeinde im südbrandenburgischen Landkreis Elbe-Elster. Sie befindet sich etwa acht Kilometer östlich der Stadt Elsterwerda im Norden des Schradens, einem Niederungsgebiet der Schwarzen Elster und liegt beidseitig der Bundesstraße 169 und an der Bahnstrecke Kohlfurt–Falkenberg/Elster.
Zur Gemeinde gehören neben der Siedlung Plessa-Süd, die am 31. Dezember 2001 eingemeindeten Ortsteile Döllingen und Kahla.[2]
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Ortsgeschichte [Bearbeiten]
Plessa wurde erstmals 1406 in der „Landbethe zu Hayn“[3] mit einer Größe 24 Hufen sowie 2 wüsten Hufen erwähnt.[4] Der Ortsname vom altsorbischen Ples(o), was See bedeutet und deutet vermutlich auf ein Altwasser der Schwarzen Elster, die einst mit zahlreichen Nebenarmen die Landschaft des den Ort umgebenden Schradens durchfloss.[5] Der Ort gehörte zur Herrschaft Elsterwerda und die Einwohner hatten dorthin ihre Abgaben zu leisten.[5]
Bereits im Jahre 1540 erfolgt die erste Erwähnung einer ledigen hölzernen Kapelle ohne Altargerät und -schmuck. Gepredigt wurde zu dieser Zeit noch in wendischer Sprache. 1792 errichtete man in Plessa eine steinerne Kirche, welche allerdings wenige Jahre später am 25. Oktober 1811 einem verheerendem Dorfbrand zum Opfer fiel, dem in Plessa nur vier Gehöfte entgingen. Neben der Kirche trug auch das Schulhaus große Schäden davon. 1814 wurde schließlich der bis in die Gegenwart erhalten gebliebene Kirchenbau errichtet, welcher 1818 eine Orgel erhielt.[5][4]
Nach dem Bau der Oberlausitzer Eisenbahn von Kohlfurt bis Falkenberg im Jahre 1874, welche den Ort durchquert, hielten die Züge zunächst nicht hier, weil die Plessaer Bauern sich geweigert hatten, Land zum Bau der ein Jahr später eröffneten Bahnstrecke Berlin–Dresden abzugeben. Trotzdem begann im Ort bald die Industrialisierung. 1885 erhielt er einen eigenen Bahnhof und 1891 ein eigenes Bahnhofsgebäude. Kurz darauf erfolgte schließlich 1894 die Eröffnung der Braunkohlengrube „Agnes“ und drei Jahre später 1897 die Gründung der „Plessaer Braunkohlenwerke GmbH“. 1901 wurde nördlich der Eisenbahnstrecke eine Brikettfabrik in Betrieb genommen. Mit der Braunkohleindustrie kam auch der industrielle Aufschwung und das Dorf begann nun zu wachsen. Betrug die Einwohnerzahl 1890 noch 1200, so war sie im Jahre 1910 bereits auf 2063 Einwohner gewachsen. In diesem Jahr versorgte die Brikettfabrik als elektrische Zentrale das fast völlig ausgebaute Ortsnetz, wobei zwölf Elektromotoren und fast 400 Glühlampen angeschlossen waren. Der Plessaer Bergwerksdirektor Friedrich von Delius ließ 1924 nach eigenen Plänen die erste Abraumförderbrücke der Welt in der Grube „Agnes“ in Plessa in Betrieb nehmen. Dieser folgt 1927, nach neun Monaten Bauzeit, die Inbetriebnahme des unweit der Brikettfabrik gelegenen Kraftwerks.
Der Zweite Weltkrieg fordert in Plessa 391 Tote. Der 24. und 25. April 1945 sind die schwärzesten Tage in der Geschichte des Ortes. Nach der Eroberung durch die Rote Armee zogen nochmals Kräfte der 10. SS-Panzer-Division „Frundsberg“ durch die Ortschaft und ermordeten eine unbekannte Anzahl von Kriegsgefangenen. Nach Abzug der SS-Division galt Plessa bei den sowjetischen Truppen als „Partisanendorf“. 724 Gebäude des Dorfes wurden niedergebrannt, zwischen dem 22. und 25. April 1945 starben 155 Einwohner.[6]
Das Kraftwerk, die Brikettfabrik und weitere Betriebe des Ortes wurden in den Nachkriegsjahren schließlich verstaatlicht und kurz nach der Gründung der DDR war die Einwohnerzahl von Plessa im Jahre 1950 bereits auf 3423 gewachsen. In den folgenden Jahren begann auf den Bergbaufolgeflächen im Westen der Plessaer Heide die Anpflanzung von Obstgehölzen und man versuchte, 32 Hektar der Fläche für den Obstbau nutzbar zu machen. Dabei bewährten sich vor allem die Anpflanzungen von Süßkirschen, die niedrigere Standortansprüche als andere Obstsorten haben.[7] Am 1. Januar 1957 wurde der heutige Ortsteil Plessa-Süd (Grödener Schraden) eingemeindet.[5]
Ein schweres Unglück ereignete sich 1983 in der Plessaer Brikettfabrik. Bei einer schweren Kohlenstaubverpuffung gab es mehrere Tote und Verletzte.
Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde 1992 das Amt Plessa mit sieben Gemeinden gebildet. Die Gründung des RSV Plessa erfolgte 1995. Das Kraftwerk wurde 1998 Projekt der Internationalen Bauausstellung „Fürst-Pückler-Land“.
Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]
| Einwohnerentwicklung der Gemeinde Plessa inklusive seiner heutigen Ortsteile ab 1875 bis 2007[8] | |||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | ||||
| 1875 | 1000 | 1946 | 2939 | 1989 | 3030 | 1995 | 2781 | 2001 | 3414 | ||||
| 1890 | 1200 | 1950 | 3453 | 1990 | 3009 | 1996 | 2750 | 2002 | 3383 | ||||
| 1910 | 2063 | 1964 | 3621 | 1991 | 2931 | 1997 | 2707 | 2003 | 3333 | ||||
| 1925 | 2445 | 1971 | 3675 | 1992 | 2913 | 1998 | 2723 | 2004 | 3316 | ||||
| 1933 | 2779 | 1981 | 3315 | 1993 | 2883 | 1999 | 2670 | 2005 | 3216 | ||||
| 1939 | 2909 | 1985 | 3163 | 1994 | 2826 | 2000 | 2639 | 2007 | 3051 | ||||
Politik [Bearbeiten]
Gemeindevertretung [Bearbeiten]
Die Gemeindevertretung der Gemeinde Plessa besteht aus 16 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister als stimmberechtigtes Mitglied. Sie setzt sich seit der Kommunalwahl am 28. September 2008 wie folgt zusammen[9]:
Wappen [Bearbeiten]Das Wappen wurde am 20. August 1997 genehmigt. Blasonierung: „In Silber zwei voneinander abgewandte, schränglinksgestellte, sich an den Enden kreuzende grüne Lindenzweige; begleitet oben von einem schwarzen Wasserrad, unten von einem schräggekreuzten Schlägel und Eisen.“[10] Flagge [Bearbeiten]Die Flagge der Gemeinde besteht - bei Aufhängung an einem Querholz - aus drei Längsstreifen in den Farben grün - silber (weiß) - grün im Verhältnis 1 : 3 : 1 mit dem Wappen im Mittelstreifen. Partnerschaften [Bearbeiten]Es besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Nörvenich in Nordrhein-Westfalen. Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]In der Liste der Baudenkmale in Plessa stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Baudenkmale. Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Brauchtum [Bearbeiten]In Plessa und der näheren Umgebung haben sich Bräuche aus wendischer Vorzeit mit denen der deutschen Bevölkerung vermischt und zum Teil bis in unsere Tage erhalten. Ein Beispiel ist der Karneval in Plessa. Ein weiterer Brauch aus wendischer Zeit, der in vielen Dörfern der Umgebung gepflegt wird, ist das Zempern. Persönlichkeiten [Bearbeiten]Söhne und Töchter des Ortes [Bearbeiten]
Weitere Persönlichkeiten, die mit Plessa in Verbindung stehen [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
Fußnoten und Einzelnachweise [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
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