Plettenberg

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Plettenberg in Nordrhein-Westfalen. Andere Bedeutungen siehe Plettenberg (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Plettenberg
Plettenberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Plettenberg hervorgehoben
51.2152777777787.8733333333333240Koordinaten: 51° 13′ N, 7° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Märkischer Kreis
Höhe: 240 m ü. NHN
Fläche: 96,76 km²
Einwohner: 25.684 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 265 Einwohner je km²
Postleitzahl: 58840
Vorwahl: 02391
Kfz-Kennzeichen: MK
Gemeindeschlüssel: 05 9 62 052
Adresse der
Stadtverwaltung:
Grünestraße 12
58840 Plettenberg
Webpräsenz: www.plettenberg.de
Bürgermeister: Klaus Müller (SPD)
Lage der Stadt Plettenberg im Märkischen Kreis
Dortmund Ennepe-Ruhr-Kreis Hagen Hochsauerlandkreis Kreis Olpe Kreis Soest Kreis Unna Oberbergischer Kreis Altena Balve Halver Hemer Herscheid Iserlohn Kierspe Lüdenscheid Meinerzhagen Menden (Sauerland) Nachrodt-Wiblingwerde Neuenrade Plettenberg Schalksmühle WerdohlKarte
Über dieses Bild

Plettenberg (westfälisch Plettmert) ist eine mittlere kreisangehörige Stadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Plettenberg liegt im Westen des Sauerlands im Märkischen Kreis zwischen dem Lennegebirge im Norden und dem Ebbegebirge im Süden. Die Stadt liegt an der Einmündung der Else in die Lenne und wird von Grüne- und Oesterbach durchflossen. Deshalb wurde ihr der Name „Vier-Täler-Stadt“ gegeben.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Plettenberg ist in fünf Ortsteile aufgeteilt:

  • Stadtmitte (14.012 Einwohner)
  • Eiringhausen (4.905 Einwohner)
  • Holthausen/oberes Elsetal (3.985 Einwohner)
  • Oestertal (3.055 Einwohner)
  • Ohle (2.825 Einwohner)

Geschichte[Bearbeiten]

Mit hoher Sicherheit war der Kern des heutigen Stadtgebietes schon in vorkarolingischer Zeit von sächsischen Stämmen besiedelt. Im Elsetal deuten Ortsnamen wie Holthausen, Frehlinghausen oder Köbbinghausen (-husen) auf eine frühe Siedlung in sächsischer Zeit. In einer topographisch geschützten Ebene unweit des Zusammenflusses von Else- und Oesterbach entstand eine Siedlung mit dem Namen Heslipho (Deutung: Am Elsebach gelegen). Sie wurde die Keimzelle der späteren Stadt. Die Rolle einer Quelle mit besonders gutem Wasser scheint hierbei noch unklar, jedoch verweist der Flurname „Offenborn“ hierauf. Plettenberg wurde 1072 erstmals in einer Urkunde des Klosters Grafschaft als „Heslipho“ erwähnt. 1368 wird Plettenberg an den Herzog von Kleve verkauft. 1397 wurden der Siedlung die Stadtrechte von Graf Dietrich von der Mark verliehen. Schon zehn Jahre zuvor hatte Plettenberg einen Freiheitsbrief von Graf Engelbert III. von der Mark erhalten. Trotz der Stadterhebung blieb Plettenberg als Zankapfel der Kölner Erzbischöfe der Bau einer Stadtmauer als eindeutig landesherrliche Anlage verboten. Erst um 1500 wurde die Befestigung Plettenbergs (bis dahin eine Graben- Wall- Anlage mit Holzpalisaden) durch eine Stadtmauer ersetzt. Gleichzeitig wurde die Siedlung erheblich in Richtung Norden (heute der Bereich Alter Markt und Untertor) vergrößert. Die Stadtbefestigung hatte zwei Tore. Das Obertor führte über eine Brücke über den Oesterbach auf die Straße Richtung Attendorn (heute Maiplatz), das Untertor führte auf die Straße Richtung Arnsberg (heute Bahnhofstraße). Nach dem großen Stadtbrand von 1725 wurden die Tore sowie weite Teile der Stadtmauer abgetragen, der alte Wassergraben überbaut. Nur im Bereich der "Neuen Straße" stand bis ca. 1800 ein altes Tor, vermutlich das Untertor des 14. Jahrhunderts.

Burg Schwarzenberg Drostenhaus

Vom historischen Ursprung ist heute nur noch wenig erhalten. Im Zentrum findet sich ein kleiner historischer Kern rund um die Christuskirche aus dem 13. Jahrhundert, sowie im Stadtteil Ohle die alte Dorfkirche. Nur noch als Ruine erhalten ist die Burg Schwarzenberg.

1622/23, während des Dreißigjährigen Krieges, der in Plettenberg viele Opfer forderte, war die Stadt von Spaniern besetzt, die 38 Wochen versorgt werden mussten. Bei einem Überfall 1634 wurde Plettenberg verwüstet und geplündert. 1666 wurde die Stadt Brandenburg-Preußen zugeschlagen. Ein Jahr nach Ausbruch eines Niederländisch-Französischen Krieges erhielt Plettenberg 1673 einen Kurkölnisch-Münsterisch-Französischen Schutzbrief. Dennoch fielen 1679 französische Truppen in die märkische Region ein und Plettenberg musste große Abgaben leisten.

Ein Stadtbrand vernichtete am 12. April 1725 94 % des Stadtgebietes. Innerhalb der Stadtmauer wurden sogar alle Gebäude vernichtet. Nach dem Feuer bauten die Bewohner die Stadt genauso wie zuvor wieder auf.

Seit 1735 war die Stadt und das Amt Plettenberg dem Kreis Altena unterstellt. Schon 1750 gab es in Plettenberg ein Obdachlosenheim. Zwischen 1807 und 1815 waren Stadt und Amt von Frankreich besetzt und wurden in das Großherzogtum Berg eingegliedert. 1816 wurde Plettenberg dem Regierungsbezirk Arnsberg und dem Kreis Altena zugeordnet.

Plettenberg im Jahre 1869

Während der Industrialisierung entwickelten sich in den Tallagen an den Flüssen erste metallverarbeitende Betriebe die mit Wasserkraft das heimische Erz weiterverarbeiteten. Durch die Errichtung der Ruhr-Sieg-Eisenbahn ab 1860 profitierte vor allem die Schwerindustrie. Nur acht Jahre vorher durchlebten die Plettenberger eine Wirtschaftskrise.

Vom Zweiten Weltkrieg blieb Plettenberg größtenteils verschont, es stürzte nur 1944 ein Bomber kurz hinter der Stadt ab. 1945 wurde Plettenberg von der 75th Infantry Division der US-Armee besetzt.

In den 1960er Jahren wurde die Stadt komplett saniert, so gingen z.B. der historische Stadtkern und die Plettenberger Kleinbahn verloren. Sie wichen großräumigen Straßen und einer Fussgängerzone.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

1891 wurde die Gemeinde Ohle vom Amt Neuenrade auf das Amt Plettenberg übertragen. Am 1. April 1941 schlossen sich im Rahmen einer kommunalen Neuordnung die Gemeinden des Amtes (Ohle und Plettenberg-Land) und die Stadt Plettenberg zur neuen Stadt Plettenberg zusammen.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Im 14. Jahrhundert hatte Plettenberg 500 Einwohner. Durch mehrere große Pest-Epidemien und den Dreißigjährigen Krieg nahm die Einwohnerzahl über die Jahre wieder ab.

Jahr Einwohner
1719 0.749
1758 1.051
1765 0.933
1818 1.307
1839 1.539
1849 1.652
1871 1.976
Jahr Einwohner
1910 05.981
1933 07.169
1998 29.263
1999 29.133
2000 29.031
2001 28.959
2002 28.698
Jahr Einwohner
2003 28.442
2004 28.255
2005 29.130
2006 28.782
2007 27.397
2008 27.026
2009 26.665
Jahr Einwohner
2010 26.494
2011 26.132
2012 25.968
2013 25.684

Die Einwohnerzahlen beziehen sich bis 1933 auf die heutige Stadtmitte, ab 1998 auch auf die inzwischen eingemeindeten Ortsteile. Für die Daten ab 1998 ist der Stichtag der 31. Dezember des jeweiligen Jahres.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[3]
Wahlbeteiligung: 48,6 % (2004: 48,9 %)
 %
50
40
30
20
10
0
40,7 %
32,1 %
11,9 %
10,8 %
3,1 %
1,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+2,3 %p
-5,9 %p
+3,4 %p
-0,8 %p
-0,4 %p
+1,4 %p

Die Kommunalwahl am 30. August 2009 führte zu folgendem Ergebnis:

Partei/Liste Stimmenanteil Sitze +/–
SPD 40,7 % 15 +1
CDU 32,1 % 12 –2
FDP 11,9 % 4 +1
UWG 10,8 % 4 ±0
GRÜNE 3,1 % 1 ±0

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1902–1924: Rudolf Emil Gottlob Köhler (* 26. April 1865 in Schleusingen)
  • 1925–1930: Ludwig Schneider (DVP)
  • 1934–1938: Engelbert Wahle
  • 1945–1948: Wilhelm Ding (SPD)
  • 1948–1951: Karl Halfmann (CDU)
  • 1951–1954: Emil Arndt (SPD)
  • 1954–1956: Paul Thomee (FDP)
  • 1956–1960: Heinz Chmill (SPD)
  • 1960–1964: Wilhelm Wicker (CDU)
  • 1964–1983: Heinz Baberg (SPD)
  • 1984–1986: Udo Scheepers (SPD)
  • 1986–1999: Otto Klehm (SPD)
  • 1999–2004: Walter Stahlschmidt
  • seit 2004: Klaus Müller (SPD)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Plettenberg unterhält Städtepartnerschaften mit der Stadt Bludenz im österreichischen Bundesland Vorarlberg (seit 1988) und mit der thüringischen Stadt Schleusingen (seit 1990).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Museums-Eisenbahn am früheren Haltepunkt Köbbinghausen

Bauwerke[Bearbeiten]

Alle Baudenkmäler sind in der Liste der Baudenkmäler in Plettenberg aufgeführt.

Christuskirche
Fachwerkhäuser Am Kirchplatz
  • Die evangelische Christuskirche in der Stadtmitte wurde um 1230 erbaut und erst dem heiligen Lambertus geweiht. 1725 wurden nach einem Stadtbrand Ecktürmchen auf dem Westturm und ein Vierungsturm abgebaut, so dass heute nur noch zwei Chortürme erhalten sind. Die Kirche stellt ein Kleinod sakraler Baukunst des Mittelalters dar, und ist ein Vorbild für viele westfälische Hallenkirchen des märkischen Typs. Der Westturm (um 1100) entstammt noch dem Vorgängerbau, einer kleinen Saalkirche. Der Innenraum weist typische Formen der örtlichen Architektur auf, mit Pfeilern und Halbsäulenvorlagen, Knollenkapitellen und Kuppelgratgewölben. Das gotische Chorgewölbe trägt eine Ausmalung mit Wappen von Papst Pius II., den Wappen von zehn Kardinälen und einer Deësis-Darstellung. Die vom Frankfurter Glasmaler Otto Linnemann angefertigten Chorfenster stammen aus dem Jahr 1923.[4]
  • Böhler Kirche, unweit der Innenstadt auf einem Hügel gelegen. Erste urkundliche Erwähnung um 1153. 1422 von Gerhard Mummert in Verbindung mit einem Heilig-Geist-Spital erweitert. Letzter Umbau 1907. Völlig im Original erhaltene Orgel von 1921. Die Chorfenster stammen von Otto Linnemann (1921).[4]
  • Die ebenfalls evangelische Dorfkirche in Ohle fungierte nach dem Bau (etwa zwischen 1050 und 1100) als Hauskapelle des Hauses von Ohle. Die Kirchturmspitze wurde 1750 errichtet, 1882 wurde die Sakristei renoviert. Währenddessen wurden rund 600 Skelette gefunden, die daraufhin auf dem alten Friedhof beigesetzt wurde. Sie gehört zum seltenen westfälischen Typ der Chorturmkirche.
  • Die Burg Schwarzenberg wurde 1301 gebaut und ist heute nur noch als Ruine erhalten.
  • Das Schloss Brüninghausen wurde 1311 erstmals erwähnt und ist heute Wohnsitz der Adelsfamilie Wrede. Die Stadt Plettenberg hat es zu einem schützenswerten Denkmal erklärt.
  • Schloss Grimminghausen
  • Das Gebäude des Amtsgerichts An der Lohmühle wurde in wilhelminischer Zeit erbaut und steht heute unter Denkmalschutz.
  • Stephansdachstuhl am Alten Markt

Natur[Bearbeiten]

Die Oestertalsperre liegt am Oberlauf der Oester und beinhaltet 3,1 Millionen m³ Wasser. Die Talsperre, die zwischen 1904 und 1906 errichtet wurde, ist etwa 2300 m lang.

Sport[Bearbeiten]

  • Aquamagis, Freizeitbad erbaut 2003 (Mit Deutschlands erster Looping-Rutsche)
  • P-Weg, Wanderstrecke rund um Plettenberg und Sportevent seit 2004
  • LG Plettenberg/Herscheid, Leichtathletik
  • Fliegergruppe Plettenberg/Herscheid e. V. seit 1932
  • SC Plettenberg und TuS Plettenberg sind die größten Fußballvereine der Stadt. Beide Vereine spielen aktuell in der Kreisliga A.
  • TV Jahn Plettenberg 1887 e. V.
  • Tus Jahn Ohle, Leichtathletik, Turnen, Hapkido; e. V. seit 1904
  • Schachvereinigung 1920 Plettenberg e. V., spielte in der Saison 1997/98 in der Schachbundesliga.
  • Schützenverein Äggerin 1899 e. V.
  • Plettenberger Schützengesellschaft
  • Plettenberger Sportclub e.V. (PSC)
  • Plettenberger Badminton Verein 1963 e. V.
  • SV Plettenberg 1951 e. V.
  • Aqua-Sports Plettenberg e.V.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Innenstadt

Die Plettenberger Wirtschaft hat ihre Ursprünge in der Eisenverarbeitung, die ihrerseits sich auf dem Bergbau im Sauerland gründet. Viele der alten Betriebe nutzten die Wasserkraft der Lenne unmittelbar in Hammerschmieden oder später über Laufwasserkraftwerke, von denen es in Plettenberg zwei gibt, das Wasserkraftwerk Siesel und das Wasserkraftwerk Ohle. Viele Betriebe sind eng mit der Automobilindustrie und dem Maschinen- und Fahrzeugbau verzahnt, darunter das 1846 gegründete Unternehmen Seissenschmidt oder die Rasche Umformtechnik GmbH & Co KG als Zulieferer der Automobilindustrie und das Ohler Eisenwerk, das unter dem Plettenberger Ehrenbürger Walter Pfeifer mit 1.200 Mitarbeitern Plettenbergs größtes Unternehmen war. Sonst herrschen dabei Klein- und mittelständische Strukturen vor. Der Bereich Stahlverformungen ist dominierend (Kaltwalzwerke, Hammerschmieden, Gesenkschmieden). Der Gerüstbauer plettac AG war lange Zeit das erfolgreichste und umsatzstärkste Unternehmen der Stadt und erzielte Anfang der 1990er Jahre zunächst hohe Kapitalisierung durch den erfolgreichen Börsengang.[5] In der Folge geriet das zwischenzeitlich im DAX gelistete Unternehmen jedoch in Schieflage und gehörte 2000 zu den größten Kapitalvernichtern am deutschen Aktienmarkt.[6][7] Durch eine 2003 eingeleitete Insolvenz konnten die meisten Arbeitsplätze am Standort Plettenberg erhalten werden. Die heute zu DURA Automotive Systems gehörende Firma Wilhelm Schade Metallwarenfabrik wurde von Annerose Iber-Schade geleitet.

67 % der Plettenberger Erwerbstätigen arbeiten im verarbeitenden Gewerbe, 32 % im Dienstleistungssektor und nur etwa 1 % in der Landwirtschaft. Von 1000 Einwohnern sind 280 in der Industrie tätig (Bundesdurchschnitt 85, Landesdurchschnitt NRW 95).

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die Anbindung in Richtung Werdohl und Lüdenscheid mit dortiger Autobahnanbindung an die A 45 erfolgt bis Werdohl über die Bundesstraße 236 und ab Werdohl über die Bundesstraße 229. Finnentrop und Lennestadt kann man ebenfalls über die Bundesstraße 236 erreichen.

Die Anbindung über Affeln in Richtung Neuenrade und das Hönnetal erfolgt bis Affeln über die L697 und ab Affeln über die L842.

Die Westtangente ist ein Projekt zur Umgehung der Bahnhofstraße. Das Projekt enthält zwei Brücken und den 734 Meter langen Hestenbergtunnel, es wurde am 10. November 2006 eröffnet.

Ursprünglich sollte auch eine Bundesautobahn A 54 (auch früher teilweise als A 208 bezeichnet) von der niederländischen Grenze bei Brunssum über Puffendorf, Bergheim, Langenfeld, Solingen, Remscheid, Radevormwald, Halver, Lüdenscheid und Werdohl bis nach Plettenberg im Sauerland verlaufen.[8][9] Der Kreuzungspunkt mit der damals bereits bestehenden Bundesautobahn A 45 wäre südlich der heutigen Abfahrt Nr. 13 Lüdenscheid-Nord gewesen.[10] Bis auf zwei Teilstücke, die heutige A 542 und die durch das Solinger Stadtgebiet verlaufende Landesstraße 141n, wurde die A 54 allerdings nie fertiggestellt.

Zugverkehr[Bearbeiten]

Bahnhofsgebäude (2007)

Im Ortsteil Eiringhausen befindet sich ein Bahnhof an der 1861 eröffneten Ruhr-Sieg-Strecke der Deutschen Bahn AG.

Für rund acht Millionen Euro wurde der alte Bahnhof Eiringhausen und dessen Umfeld in den Jahren von 2005 bis 2010 Schritt für Schritt umgebaut. Dazu wurde die Fußgängerunterführung umgebaut. Außerdem wurden zusätzliche Aufzüge in die Infrastruktur integriert und die Bahnsteige komplett erneuert.[11]

Das Stadtgebiet war von 1896 bis 1962 für Personen- und Güterverkehr durch eine dampfbetriebene Kleinbahn, die Plettenberger Straßenbahn AG erschlossen.

Von 1915 bis 1965 betrieb die Deutsche Bundesbahn beziehungsweise deren Vorgängergesellschaften die Bahnstrecke Plettenberg–Herscheid, die auch den westlichen Teil des Stadtgebiets erschloss. Als Sauerländer Kleinbahn findet hier heute teilweise Museumsbetrieb statt.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts bestanden Planungen, die Volmetalbahn (Bahnstrecke Hagen–Dieringhausen) über eine Strecke im Stadtgebiet von Lüdenscheid und Herscheid mit der Bahnstrecke Plettenberg–Herscheid zu verbinden und so eine Verbindung zwischen Volme- und Lennetal zu schaffen. Diese scheiterten jedoch an den hohen Baukosten. Die Erdarbeiten seien damals bereits über Herscheid hinaus erfolgt. Im Zuge des Ersten Weltkriegs seien die Planungen allerdings nicht weiter verfolgt worden, da die notwendigen Finanzmittel fehlten. In den 1920er Jahren habe die die Gemeinde Herscheid versucht, den Bau der Bahn wieder zu beleben. Aber spätestens mit Einsetzen der rapiden Inflation im Zuge der Weltwirtschaftskrise habe sich das Thema Eisenbahnbau damals erledigt. Und später habe sich schließlich der Kraftverkehr auf den Straßen in Deutschland durchgesetzt. Der Streckenabschnitt hätte rund 33,9 Kilometer umfasst. Aufgrund der gebirgigen Topographie im Sauerland sah die Planung mächtige Tunnelbauten, Brückenbauwerke oder Unterführungen vor, wie etwa auf dem Höhenrücken zwischen dem Verse- und dem Ahetal, wo ein Tunnel von 650 Metern Länge vorgesehen war. Ein weiterer Tunnel wäre in Herscheid von der Helle bis unterhalb der Schützenhalle verlaufen, mit einer Länge von ca. 300 Metern. Insgesamt waren vier Tunnel mit einer Gesamtlänge von 2175 Metern geplant. Die veranschlagten Kosten für die Tunnel beliefen sich in Höhe von 1,84 Millionen Mark. Die Gesamtkosten für die Bahnstrecke bezifferte die Königliche Eisenbahndirektion auf insgesamt 9,8 Millionen Mark, pro Eisenbahnkilometer wären das 289.100 Mark gewesen.[12]

Busverkehr[Bearbeiten]

Der Busverkehr wird heute überwiegend durch die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) und die Busverkehr Ruhr-Sieg (BRS) sowie den Bürgerbus Plettenberg durchgeführt.

Radverkehr[Bearbeiten]

Durch Plettenberg führt die Lenneroute, ein Fahrradweg, der das Sauerland mit dem Ruhrgebiet verbindet.

Medien[Bearbeiten]

Druck- und Verlagshaus Süderländer Tageblatt

Die regionalen Tageszeitungen sind das Süderländer Tageblatt und die Westfälische Rundschau. Der lokale Hörfunk für NRW erfolgt in Plettenberg durch Radio MK, dem durch die Landesanstalt für Medien der Sendestandort Nr. 72 Frequenz 99,5 zugewiesen ist.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Amtsgericht Plettenberg

Plettenberg ist Sitz eines Amtsgerichtes, das neben der Stadt Plettenberg auch für die Gemeinde Herscheid zuständig und dem Landgericht Hagen untergeordnet ist. Außerdem gibt es eine Zweigstelle der Iserlohner Agentur für Arbeit.

Bildung[Bearbeiten]

In Plettenberg gibt es sechs Gemeinschaftsgrundschulen: Grundschule Ohle, Hallenschule, Eschenschule, Martin-Luther-Schule, Holthausen und Oestertal. Des Weiteren liegen in Plettenberg die Hauptschulen „Im Böddinghauser Feld“ und die Zeppelinschule, die „Städtische Geschwister-Scholl-Realschule“ und das „Städtische Albert-Schweitzer-Gymnasium“. Die „Vier-Täler-Schule“ ist eine Förderschule der Stadt mit dem Förderschwerpunkt Lernen.

Die Musikschule Lennetal mit Hauptsitz in Werdohl hat auch in Plettenberg Unterrichtsräume.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Plettenberger Stadtgeschichte 7 Bde., Plettenberg: Stadt Plettenberg, 1997.
  • Ludwig Erbeling: Das Bommecketal in Plettenberg (Sauerland): naturkundliche Monografie eines Naturschutzgebietes, Lüdenscheid: Naturwissenschaftliche Vereinigung, 2003 ISBN 3-00-012819-0.
  • Wolf Dietrich Groote: Die Plettenberger Kleinbahn, Nordhorn: Kenning, 2002 ISBN 3-933613-56-6.
  • Gerold Schmidt: Die (Blaufärber) Familie Claus/Klaus aus dem Siegerland, dem Sauerland (Plettenberg und Altena) und Münster(Westf.), in: Deutsches Familienarchiv, Neustadt a. d. Aisch, Band 82/1983, S. 199–261.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Plettenberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2.  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 273.
  3. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c962052kw0900.html
  4. a b Eintrag Plettenberg zum Tag des offenen Denkmals, Deutsche Stiftung Denkmalschutz
  5. Plettac-Aktien kommen für 380 DM. Stuttgarter Zeitung, 1. Juli 1993.
  6. Verlustbringer. DSW präsentiert die 50 schlechtesten AGs. Der Spiegel, 12. April 2000.
  7. Anlegerschützer stellen „Kapitalvernichter“ an Pranger. Handelsblatt, 15. Februar 2001.
  8. Karte mit Autobahnplanungen (Teil 09) vom 1. Januar 1976 von autobahn-online.de
  9. Artikel aus dem Süderländer Tageblatt vom 13. Februar 2011: "Eine Autobahn durchs Versetal"
  10. Karte mit Autobahnplanungen (Teil 05) vom 1. Januar 1976 von autobahn-online.de
  11. Artikel aus der Westfälischen Rundschau vom 4. März 2011: "Verwahrlosung-Bahnhof noch nicht vorzeigbar."
  12. Artikel aus der Westfälischen Rundschau vom 29. Januar 2013: "Eisenbahn - Züge sollten bis Lüdenscheid fahren"