Plinio Correa de Oliveira

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Plinio Corrêa de Oliveira

Plinio Corrêa de Oliveira (* 13. Dezember 1908 in São Paulo; † 3. Oktober 1995 in São Paulo) war ein katholisch-konservativer brasilianischer Politiker und Publizist.

Leben[Bearbeiten]

1932 gründete er zusammen mit Alceu Amoroso Lima und Heitor da Silva Costa und von Kardinal-Erzbischof Sebastião Leme da Silveira Cintra gefördert, die Katholische Wahlliga. Plinio Correa de Oliveira wurde 1933 in die verfassunggebende Versammlung gewählt. Ab 1936 lehrte er an der katholischen Hochschule in São Paulo und trat als Publizist und Schriftsteller an die Öffentlichkeit. Ab März 1940 war er Präsident der Katholischen Aktion von São Paulo. Von 1935 bis 1947 war er der Chefredakteur der offiziösen Wochenzeitung des Erzbistums São Paolo, O Legionário. 1951 regte er die Gründung der katholischen Zeitschrift für Kultur und Politik Catolicismo an. Für diese schrieb er bis zu seinem Tod. Von 1968 bis 1990 schrieb er für die größte Tageszeitung Lateinamerikas, die Folha de S. Paulo. Sein erstes Buch war Em Defesa da Ação Católica (1943) (Deutsch: Zur Verteidigung der Katholischen Aktion) mit einem Vorwort des damaligen Nuntius in Brasilien und späteren Kardinals Benedetto Aloisi Masella. Für dieses Buch erhielt er im Jahr 1949 ein Anerkennungsschreiben vom Substituten im Staatssekretariat des Vatikans, Mons. Giovanni Battista Montini, dem späteren Papst Paul VI.. Er ist außerdem Verfasser von neunzehn Büchern und Tausenden von Artikeln.

Zusammen mit Erzbischof Geraldo de Proença Sigaud, Bischof Antônio de Castro Mayer und dem Volkswirt Luiz Mendonça de Freitas schrieb er im Jahr 1960 das Buch Reforma Agrária: Questão de Consciência (Deutsch: Bodenreform: Eine Gewissensfrage). Dieses Buch bezog Stellung gegen die damals in Brasilien zur Debatte stehenden Bodenreform und argumentierte auf der Basis der Soziallehre der katholischen Kirche von Papst Gregor XVI. bis Johannes XXIII.

Er trat auf als ein Verteidiger des Papsttums, der Kirche und des christlichen Abendlandes gegen die totalitären Systeme des Nationalsozialismus und des Kommunismus, gegen den verderblichen Einfluss des „american way of life“ sowie gegen den Prozess der „Selbstzerstörung“ der katholischen Kirche. Zusammen mit anderen gründete er im Jahr 1960 die Sociedade Brasileira de Defesa da Tradição, Família e Propriedade (Deutsch: Brasilianische Gesellschaft zur Verteidigung von Tradition, Familie und Privateigentum). Auf seine Anregung hin entstanden in 26 Ländern auf den 5 Kontinenten Organisationen mit entsprechenden Namen, die heute ein ausgedehntes Netz von Vereinigungen katholischer Prägung bilden, das sich dem gegen die christliche Zivilisation gerichteten „Revolutionsprozess“ entgegenstellt. Die Gesellschaften sind dem konservativen Flügel der katholischen Kirche zuzurechnen.

Seine Anhänger betrachten Plinio Corrêa de Oliveira als den Erben der gegenaufklärerischen Schule eines De Maistre, de Bonald und Donoso Cortés und einen der größten katholischen Denker des 20. Jahrhunderts. So meinte Monsignore Juan Rodolfo Laise, ehemaliger Bischof vom Bistum San Luis in Argentinien: „Die Kirche und die Gegenrevolution brauchen Menschen des Schlages eines Franz von Assisi, eines Plinio Correa de Oliveira oder eines Pater Pio.“

Die von Plinio Correa de Oliveira gegründete TFP versucht in vielen Ländern, die Ideen ihres Gründers zu verwirklichen. In Deutschland existiert die Deutsche Gesellschaft zum Schutz von Tradition Familie Privateigentum [1], die mit der Deutschen Vereinigung für eine Christliche Kultur personell vernetzt ist. In Österreich gibt es einen entsprechenden Verein [2].

Am 30. Oktober 2008 wurde in Wien sein letztes Buch (Übersetzung, Orig. 1993 erschienen) Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten lanciert [3]. Für dieses Buch erhielt Correa de Oliveira im Jahr 1993 Anerkennungsschreiben der Kardinäle Alfons Maria Stickler SDB, Silvio Oddi, Mario Luigi Ciappi OP und der Theologen Raimondo Spiazzi OP und Victorino Rodríguez y Rodríguez.

Werke (Deutsche Übersetzungen)[Bearbeiten]

  • Unbemerkte ideologische Umwandlung und Dialog, São Paulo, Brasilien 1967.
  • Revolution und Gegenrevolution, Frankfurt am Main, 1996, ISBN 3980462315
  • Kreuzweg, Frankfurt am Main, 1997, ISBN 3980507033
  • Betrachtungen für die Karwoche und Kreuzweg, Frankfurt am Main, 2003 2. Aufl.
  • Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten, Wien, 2008, ISBN 3950184619

Literatur über Plinio Correa de Oliveira[Bearbeiten]

  • Thomas C. Bruneau: The political transformation of the Brazilian Catholic Church. Cambridge University Press 1974. ISBN 0521202566 (Insbes. S. 226-229).
  • Mathias von Gersdorff: Privateigentum: Heiliges Recht oder verhaßtes Privileg?, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3980462323. In dieser Broschüre wird die Auseinandersetzung von Plinio Correa de Oliveira mit der Bodenreform in Brasilien ausführlich beschrieben.
  • Massimo Introvigne: Una battaglia nella notte. Plinio Corrêa de Oliveira e la crisi del secolo XX nella Chiesa. Mailand 2008. ISBN 9788871985640
  • Prof. Roberto de Mattei [Übers.: Alfred J. Keller]: Plinio Corrêa de Oliveira: „Der Kreuzritter des 20. Jahrhunderts.“ Mit einem Vorw. von Kardinal Alfons Maria Stickler SDB. Wien 2004, ISBN 3950184600 (Orig. Italienisch: Il crociato del secolo 20).

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Deutsche Gesellschaft zum Schutze von Tradition, Familie und Privateigentum [1]
  2. Österreichische Gesellschaft zum Schutze von Tradition, Familie und Privateigentum [2]
  3. Kathnews.de [3]