Plungerpumpe

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Plungerpumpe, einfachwirkend

Eine Plungerpumpe (Tauchkolbenpumpe) besitzt einen ähnlichen Aufbau wie eine Kolbenpumpe, hat jedoch anstatt eines scheibenartigen einen langgestreckten Kolben, der der Pumpe ihren Namen gibt - den Plunger (engl. für: Tauchkolben, Ventilkolben).

Plungerpumpen gibt es einfach- und mehrfachwirkend sowie als Differentialpumpe, bei der der Plunger zwei unterschiedliche Durchmesser besitzt.

Funktion[Bearbeiten]

Durch die Aufwärtsbewegung des Plungers öffnet sich aufgrund der Saugwirkung das Saugventil und Wasser gelangt in den Pumpenraum. Bei der Abwärtsbewegung schließt sich das Saugventil durch sein Eigengewicht und das Druckventil öffnet sich, wobei Wasser in das Druckrohr gedrückt wird. Ein Problem dabei ist der stoßweise Wasserstrom, der zu Schlägen in der Leitung führen kann. Durch den Druckwindkessel wird dieser in ein gleichmäßigeres Strömen umgewandelt, die eingeschlossene Luft wirkt dabei wie ein Stoßdämpfer auf die Wassersäule. Der Saugwindkessel trägt ebenfalls zu einem gleichmäßigen Strömen des Wassers bei. Soll mehr Wasser gefördert werden oder der Wasserstrom noch gleichmäßiger sein, werden mehrfachwirkende Plungerpumpen, die in der Praxis jedoch meist zweifachwirkend sind, verwendet.

Unterschied zur Kolbenpumpe[Bearbeiten]

Im Unterschied zu einem herkömmlichen Kolben, der an seinem Umfang dicht mit der Zylinderwandung abschließt, wirkt der Plunger, indem er das Wasser im Arbeitsraum durch sein eigenes Volumen verdrängt. Als Dichtung dient eine Stopfbuchse, die am Ende des Zylinders eingebaut ist.

Sonstige Anwendung des Plungers[Bearbeiten]

Plunger wurden früher als Kolben in Verbrennungsmotoren, bei denen die Abdichtung in der Zylinderwand sitzt, eingesetzt. Man bezeichnet einen Plunger deshalb auch als Kolben ohne Kolbenring.

Richard Trevithick verwendete gewaltige Plungerkolben in seinen frühen Hochdruckdampfmaschinen, da sich die Abdichtung eines normalen Arbeitskolbens bei erhöhtem Betriebsdruck zuerst als praktisch unmöglich erwiesen hatte. Fortschritte im Maschinenbau ermöglichten etwas später wieder die Verwendung normaler Kolben bei gleichen und sogar noch höheren Drücken.

Siehe auch[Bearbeiten]