Pobershau

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50.64138888888913.218611111111561Koordinaten: 50° 38′ 29″ N, 13° 13′ 7″ O

Pobershau
Ortswappen
Höhe: 561 m
Fläche: 5,41 km²
Einwohner: 1689 (1. Jan. 2014)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 2012
Postleitzahl: 09496
Vorwahl: 03735
Pobershau (Sachsen)
Pobershau

Lage von Pobershau in Sachsen

Pobershau ist seit dem 1. Januar 2012 ein Ortsteil der Großen Kreisstadt Marienberg im Erzgebirgskreis in Sachsen.[2] Die bis dahin selbständig gewesene Gemeinde liegt an der Silberstraße.

Geografie[Bearbeiten]

Pobershau liegt im Tal der Roten Pockau, eines Nebenflusses der Schwarzen Pockau. Der Ortsteil Rittersberg liegt nördlich der Hauptgemeinde am linken Hang der Roten Pockau. Der Ortsteil Hinterer Grund liegt östlich der Hauptgemeinde etwas abgelegen im Tal der Schwarzen Pockau. Der höchste Punkt Pobershaus liegt auf 700,5 m ü. NHN in der Nähe des Katzensteines. Der niedrigste Punkt liegt bei 500 m ü. NHN in der Kniebreche, dem Gebiet um die Einmündung der Roten in die Schwarze Pockau.

Gliederung[Bearbeiten]

Die ehemalige Gemeinde Pobershau bestand aus den beiden Ortsteilen

Geschichte[Bearbeiten]

Pobershau mit Hinterem Grund[Bearbeiten]

Kirche Pobershau
Die Amtsseite
Die Dorfmitte mit Blick Richtung Süden

Das Gebiet um den Wildsberg (zwischen Roter und Schwarzer Pockau) gehörte zur Herrschaft Lauterstein. Für 1516 wird in diesem Gebiet Zinnbergbau erwähnt. Mit der Gründung der Stadt Marienberg 1521 wurde die Rote Pockau zur Grenze zwischen den Besitzungen der Stadt und der Herrschaft Lauterstein. Ab 1544 entstand auf der Marienberger Seite das Ratsdorf, später Ratsseite genannt. 1555 gehörte die Ratsseite zur Parochie Marienberg, die herrschaftliche Seite zur Parochie Zöblitz. 1559 wurde die Ansiedlung erstmals als „ufn Bobershau“ urkundlich erwähnt. 1663 wurde der erste Lehrer genannt. In den Jahren von 1678 bis 1680 wurde der Grüne Graben angelegt, um 16 Pochwerke mit Aufschlagwasser zu versorgen. 1839 entstanden die Ratsseite und die Amtsseite als selbstständige Gemeinden. Die eine unterstand der Stadt Marienberg und die andere dem Amt Lauterstein. 1856 vereinigten sich die Orte zu einer Schulgemeinde. Die frühere Teilung ist noch heute an der Benennung der Straßen ersichtlich.

Am 10. März 1857 wurden die beiden Orte zu einer politischen Gemeinde zusammengeschlossen. 1869 stellte die letzte Zeche den Bergbau ein. Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1872 gegründet. Mit Eröffnung der Bahnstrecke Reitzenhain–Flöha am 24. Mai 1875 erhielt die Gemeinde durch die etwa 2 Kilometer nördlich der Ortsmitte, im Tal der Schwarzen Pockau gelegene Station „Zöblitz“ (ab 14. November 1914 „Zöblitz-Pobershau“) einen Eisenbahnanschluss[3]. Ein neues Schulgebäude wurde 1883 erbaut. Am 1. Juli 1904 wurde mit der Einweihung der Kirche Pobershau eine eigenständige Parochie. 1912 erfolgte der Anschluss ans Elektrizitätsnetz, dadurch erhöhte sich auch die Zahl der Holzdrehwerke auf 32 (1914). In den Jahren 1920 bis 1922 wurde eine Hochdruckwasserleitung verlegt. Das Rathaus wurde 1925 eingeweiht. 1928 wurde der Bergbau in der Grube „Zinnerne Flasche“ wieder aufgenommen. Ab 1934 wurde der Molchner Stolln zum Schaubergwerk ausgebaut und ein Jahr später eingeweiht. Für die Schule wurde 1940 eine Turnhalle errichtet. Auf dem Bahnhof Zöblitz-Pobershau wurden am 16. April 1945 bei einem Tieffliegerangriff auf einen einfahrenden Personenzug 8 Menschen getötet und 72 verletzt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2007:

1982 bis 1988

  • 1982 − 2099
  • 1983 − 2086
  • 1984 − 2097
  • 1985 − 2077
  • 1986 − 2059
  • 1987 − 2052
  • 1988 − 2032

1989 bis 1995

  • 1989 − 1998
  • 1990 − 1962
  • 1991 − 1922
  • 1992 − 1886
  • 1993 − 1892
  • 1994 − 1951
  • 1995 − 1993

1996 bis 2002

  • 1996 − 2059
  • 1997 − 2078
  • 1998 − 2083
  • 1999 − 2087
  • 2000 − 2080
  • 2001 − 2055
  • 2002 − 2075

2003 bis 2009

  • 2003 − 2053
  • 2004 − 2079
  • 2005 − 2078
  • 2006 − 2072
  • 2007 − 2062
  • 2008 − 2054
  • 2009 − 2048

ab 2010

  • 2010 − 2036
  • 2011 − 2014
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
Besucherbergwerk „Molchner Stolln“ in Pobershau (übertägige Anlagen)
Pobershau zum Bergfest 2014
Göpelpyramide vor der Pobershauer Schule.
Grüner Graben

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Schaubergwerk „Molchner Stolln
  • „Skulpturen wider das Vergessen“ – Holzskulpturen in der Galerie „Die Hütte“
  • „Kreativzentrum Böttcherfabrik“ mit Puppenmuseum und Steingalerie
  • Neobarocke Kirche, 1903/1904 nach Entwürfen von Woldemar Kandler errichtet, mit Jehmlich-Orgel von 1904 und einem Altarbild von Ludwig Otto („Christi Himmelfahrt“)
  • Aussichtsfelsen Katzenstein mit Naturlehrpfad und Kneippbecken am Grünen Graben
  • Grüner Graben
  • Naturschutzgebiet „Schwarzwassertal“ (zum Teil zu Olbernhau und Marienberg OT Kühnhaide) mit Naturschutzstation im Hinteren Grund
  • Feriendorf mit Lama-Ranch und Minigolfanlage

Vereine - Kultur, Tourismus und Sport[Bearbeiten]

  • Kirchgemeinde Pobershau
  • Landeskirchliche Gemeinschaft Pobershau
  • EC-Jugendarbeit Pobershau
  • TSV 1872 Pobershau
  • Erzgebirgszweigverein Pobershau
  • Kunstverein Max Christoph und Gottfried Reichel
  • Pobershauer Karnevalsverein
  • „De Pobershauer Silbermäd“
  • Pobershauer Männerchor
  • Pobershauer Bergbrüderschaft
  • Schießverein Pobershau
  • Kneippverein Pobershau
  • Schießhäus'l
  • Rittersberger Jugendclub

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pobershau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bergstadt Marienberg: Zahlen & Fakten, abgerufen am 16. Mai 2014
  2. Stadtrat hat Beitritt von Pobershau beschlossen – Jetzt ist es offiziell: Ab 2012 gehört die Gemeinde samt Ortsteil zu Marienberg
  3. Eisenbahnstationen in Sachsen, abgerufen am 26. März 2013