Poblenou

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Blick über die Straße Carrer Pere IV mit Hotel ME im Hintergrund

Poblenou, auch El Poblenou, (Katalanisch für Neues Dorf) ist ein Stadtviertel der spanischen Stadt Barcelona. Es ist Teil des Stadtbezirks Sant Martí im Nordosten der Stadt und grenzt direkt an das Mittelmeer.

Geographie[Bearbeiten]

Das Poblenou in Stadtbezirk Sant Martí.

Ausdehnung des Stadtviertels[Bearbeiten]

  • Im Norden bis zur Avinguda Diagonal
  • Im Osten bis zur Carrer de Bac de Roda
  • Im Westen bis zur Carrer d’Àvila und Carrer de Pere IV.
  • Im Süden direkt an das Mittelmeer (mit dem Strandabschnitt Platja del Bogatell)

Nachbarviertel[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Altes Industriegebäude in Poblenou

Die Entstehung des Viertels in der heutigen Ausdehnung ist auf die zunehmende Industrialisierung um Barcelona im 18. Jahrhundert zurückzuführen. Ursprünglich war Poblenou ein eigenständiger Vorort der Stadt Barcelona und nicht mit dieser verbunden. Durch die für die Industrie vorteilhafte Lage am Meer wuchs der Stadtteil schnell heran und erreichte ende des 19. Jahrhunderts die höchste Industriedichte ganz Spaniens. Daher wurde er im Volksmund auch El Mànchester Català (‚Das katalanische Manchester‘) genannt.

Die Hauptproduktionen der örtlichen Industrie waren u. a.:

Plaça Prim

Die Wachsende Bevölkerung bestand hauptsächlich aus einwandernden Arbeitern. Für sie wurden sehr früh große Wohnbezirke im Stil der Eixample angelegt. Von den ursprünglichen Gebäuden vor der Industriezeit sind nur wenige bis heute erhalten geblieben. Eines der wenigen Überbleibsel dieser Zeit ist der Plaça Prim.

Heute[Bearbeiten]

Seit den 1960er Jahren ist die Industrie zunehmend in den Speckgürtel Barcelonas abgewandert. Die ehemaligen Industriezonen mit Fabriken und Lagerhäusern werden mehr und mehr in Wohnbezirke mit Lofts, Kunstgalerien, Schulen, Fitnessclubs, usw. umgewandelt.

Mit den olympischen Spielen in Barcelona 1992 wurden weiter große Teile der ehemaligen Industrie in das olympische Dorf, die Vila Olímpica umgewandelt. Dazu wurden Sportparks und zirka 2000 Apartments als Unterkünfte für die Teilnehmenden Teams angelegt. Diese finden heute meist als Ferienwohnungen Verwendung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rambla del Poblenou

Die ehemaligen Industriebauten bieten diverse Galerien und Studios von meist jungen Lokalkünstlern.[2]

Wie fast alle Stadtviertel Barcelonas besitzt Poblenou eine eigene Rambla und eine Markthalle. Die Rambla Poblenou ist größtenteils Verkehrsberuhigter Bereich und zieht sich von der Gran Via bis direkt ans Mittelmeer.
Sie zieht mit ihren diversen Shops und Lokalen besonders an den Wochenenden zahlreiche Besucher an.

Schornstein einer ehemaligen Fabrik Ca’n Folch in Vila Olímpica

Bauwerke[Bearbeiten]

Park nahe dem Hotel ME bei Nacht

Bei der Umgestaltung der Industriezonen wurden die backsteinernen Schornsteine der Fabriken gezielt erhalten.[3] Sie stehen heute unter Denkmalschutz.

Hinzu kommen diverse sehenswürdige Neubauten wie z. B. das Hotel ME oder der Torre Agbar.

Parks[Bearbeiten]

Zwischen Meer und Wohngebiet liegt ein zirka 200 Meter breiter Grünflächengürtel der die tiefgelegene Stadtautobahn Ronda Litoral teilweise „deckelt“. Des Weiteren wurde zusammen mit dem Hotel ME der von Jean Nouvel gestaltete Parc del Centre del Poblenou angelegt. Er liegt an der Avinguda Diagonal und wird nachts kunstvoll beleuchtet.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Einmal jährlich findet ein transnationales Straßenkunstfestival statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Poblenou ist sowohl an das Metro U-Bahnsystem als auch an das Straßenbahnsystem der Stadt angeschlossen. Die Station Poblenou der Metrolinie 4 ist am zentralsten im Viertel gelegen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. El Poblenou. Offizielle Webseite der Stadt Barcelona, abgerufen am 15. Oktober 2010. (Katalanisch, Spanisch)
  2. NIU. Webseite einer lokalen Künstlervereinigung, abgerufen am 15. Oktober 2010. (Katalanisch)
  3. BCN Internet. Touristeninformation Barcelona, (mehrsprachig). Abgerufen am 15. Oktober 2010.