Pockau

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Pockau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Pockau
Pockau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pockau hervorgehoben
50.713.216666666667428Koordinaten: 50° 42′ N, 13° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Erzgebirgskreis
Höhe: 428 m ü. NN
Fläche: 36,05 km²
Einwohner:

3867 (31. Dez. 2012)[1]

Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09509
Vorwahl: 037367
Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZPVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 490
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 10
09509 Pockau
Webpräsenz: www.pockau.de
Bürgermeister: Heiko Friedemann (CDU)
Lage der Gemeinde Pockau im Erzgebirgskreis
Sachsen Amtsberg Annaberg-Buchholz Aue Auerbach (Erzgebirge) Bad Schlema Bärenstein (Erzgebirge) Lauter-Bernsbach Bockau Börnichen/Erzgeb. Borstendorf Breitenbrunn/Erzgeb. Burkhardtsdorf Crottendorf Deutschneudorf Drebach Ehrenfriedersdorf Eibenstock Elterlein Lugau/Erzgeb. Gelenau/Erzgeb. Geyer Gornau/Erzgeb. Gornsdorf Großolbersdorf Großrückerswalde Grünhain-Beierfeld Grünhainichen Heidersdorf Hohndorf Zwönitz Jahnsdorf/Erzgeb. Johanngeorgenstadt Jöhstadt Königswalde Lauter-Bernsbach Lengefeld Lößnitz (Erzgebirge) Lugau/Erzgeb. Marienberg Mildenau Neukirchen/Erzgeb. Niederdorf (Sachsen) Niederwürschnitz Oberwiesenthal Oelsnitz/Erzgeb. Olbernhau Pfaffroda Pockau Raschau-Markersbach Scheibenberg Schlettau Schneeberg (Erzgebirge) Schönheide Schwarzenberg/Erzgeb. Sehmatal Seiffen/Erzgeb. Stollberg/Erzgeb. Stützengrün Tannenberg Thalheim/Erzgeb. Thermalbad Wiesenbad Thum Wolkenstein (Erzgebirge) Marienberg Zschopau Zschorlau ZwönitzKarte
Über dieses Bild

Pockau ist eine Gemeinde im Erzgebirgskreis in Sachsen und staatlich anerkannter Erholungsort. Die Gemeinde liegt an der Silberstraße.

Inhaltsverzeichnis

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die ursprünglich als Waldhufendorf entstandene Gemeinde Pockau liegt im Tal der Flöha am Zusammenfluss mit der Schwarzen Pockau. Nördlich davon liegen die Ortsteile und ehemaligen Waldhufendörfer Görsdorf und Forchheim, letzterer im Tal des Haselbach. Östlich von Pockau liegt der Ortsteil Wernsdorf sowie im Flöhatal die Siedlung Nennigmühle. Westlich an der B 101 liegt die Siedlung Marterbüschel. Höchster Punkt der Gemeinde ist der Brandhübel mit 610 m, niedrigster das Flöhatal mit rund 400 m. Nordöstlich der Stadt befindet sich die Saidenbachtalsperre.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Neben Pockau gehören die folgenden Ortsteile zur Gemeinde:

Geschichte[Bearbeiten]

Pockau[Bearbeiten]

Der Fluss Pockau wurde 1292 in einer Urkunde des Klosters Hersfeld erstmals urkundlich erwähnt. Die erstmalige Erwähnung des Ortes erfolgte erstmals 1365 als „Packaw“. Mit der Reformation gelangte Pockau 1539 an die Parochie Lengefeld. Ab 1560 wurden auf der Flöha und der Pockau Flöße eingerichtet und auf den Flöhawiesen wurden Holzkohlemeiler errichtet. Eine erste Schule wurde 1671 eingerichtet. 1783 wurde die obere Ölmühle errichtet, die heute ein technisches Denkmal ist. In den Jahren 1826 bis 1830 wurde die Straße von Annaberg nach Freiberg ausgebaut. Am 25. Mai 1875 wurde die Flöhatalbahn in Betrieb genommen. Ein neues Schulhaus wurde 1877 gebaut. Die Freiwillige Feuerwehr besteht seit 1895. Während des Ersten Weltkrieges entstand durch den Holzfabrikanten Hermann Lorenz die Gemeinschaft in Christo Jesu. Die Straße nach Olbernhau wurde von 1919 bis 1925 gebaut. 1925 erfolgte die Einweihung des Rathauses. Görsdorf wurde am 1. April 1934 eingemeindet.

Kirche[Bearbeiten]

Pockauer Kirche
Eliasburg

Pockau gehörte seit der Ortsgründung nach 1150 zur Pfarrkirche Lengefeld, besaß aber in der katholischen Zeit vor 1540 eine eigene Kapelle und damit das Filialrecht. Erstmals wurde 1729 ein Antrag auf eine eigene Kirche gestellt und 1734 wiederholt. Die Anträge wurden immer wieder abgelehnt. 1884 Antrag auf Trennung von Lengefeld. Am 28. April 1885 Grundsteinlegung und am 30. November 1885 die Kirchweihe.

Baumeister Neubert aus Olbernhau erbaute die Kirche mit großer Beteiligung der Pockauer Bevölkerung in neogotischem Stil.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Silber mit schwarzem Schildbord auf dreimal in Blau und Silber geteiltem Wellenschildfuß oberer Teil eines schwarzen Mühlrades sowie sich überschneidend grüner Nadelbaum mit schwarzem Stamm und grüner Laubbaum mit schwarzem Stamm; darüber durchgehendes, oben anstoßendes schwarzes Fachwerkmuster.

Religionen[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2007:

1982 bis 1988

  • 1982 − 5278
  • 1983 − 5243
  • 1984 − 5189
  • 1985 − 5165
  • 1986 − 5283
  • 1987 − 5250
  • 1988 − 5183

1989 bis 1995

  • 1989 − 5065
  • 1990 − 5014
  • 1991 − 4888
  • 1992 − 4821
  • 1993 − 4779
  • 1994 − 4739
  • 1995 − 4664

1996 bis 2002

  • 1996 − 4659
  • 1997 − 4627
  • 1998 − 4621
  • 1999 − 4570
  • 2000 − 4523
  • 2001 − 4490
  • 2002 − 4421

2003 bis 2009

  • 2003 − 4352
  • 2004 − 4313
  • 2005 − 4250
  • 2006 − 4177
  • 2007 − 4103
  • 2009 − 3995
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Technisches Museum Ölmühle
Kurfürstliche Amtsfischerei von 1653
Bahnhof Pockau-Lengefeld

Museen[Bearbeiten]

  • Technisches Denkmal Ölmühle Pockau: Die funktionstüchtig erhaltene Ölmühle Pockau ist die einzige Mühle in Europa, in der die Gewinnung von Leinöl nach den Verfahren des 17. Jahrhunderts gezeigt wird.
  • Kurfürstliche Amtsfischerei: Vom 1653 errichteten Fachwerkhaus der Amtsfischerei aus wurde einst die Fischerei in der Pockau und Flöha überwacht. Gleichzeitig erfolgte hier die Weiterverarbeitung des gefangenen Fisches. Heute wird das Haus als Museum und Vereinshaus genutzt.

Denkmale[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bockau. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 1. Band, Zwickau 1814, S. 427.
  • Bockau im Amte Lauterstein. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 14. Band, Zwickau 1827, S. 526–528.
  • Die Parochie Pockau. in: Neue Sächsische Kirchengalerie, Ephorie Marienberg. Strauch Verlag, Leipzig, Sp. 625–640 (Digitalisat)
  • Landratsamt Mittlerer Erzgebirgskreis (Hrsg.): Zur Geschichte der Städte und Gemeinden im Mittleren Erzgebirgskreis, Eine Zeittafel (Teile 1-3)
  • Gemeindeverwaltung Pockau (Hrsg.): Wissens- und Sehenswertes über 675 Jahre Pockau. Pockau, 2010 (ohne ISBN)
  • Frank Ludwig, Das Tal der Schwarzen Pockau - Ein Kleinod im Erzgebirge, Bildverlag Böttger GbR 2010, ISBN 978-3-937496-37-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pockau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Pockau im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  • Marterbüschel im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Russisches Kriegerdenkmal Nennigmühle, zuletzt abgerufen am 24. Februar 2010