Pockau
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Landkreis: | Erzgebirgskreis | |
| Höhe: | 428 m ü. NN | |
| Fläche: | 36,05 km² | |
| Einwohner: |
3867 (31. Dez. 2012)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 107 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 09509 | |
| Vorwahl: | 037367 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 5 21 490 | |
| Gemeindegliederung: | 4 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Rathausstraße 10 09509 Pockau |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Heiko Friedemann (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Pockau im Erzgebirgskreis | ||
Pockau ist eine Gemeinde im Erzgebirgskreis in Sachsen und staatlich anerkannter Erholungsort. Die Gemeinde liegt an der Silberstraße.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie[Bearbeiten]
Geografische Lage[Bearbeiten]
Die ursprünglich als Waldhufendorf entstandene Gemeinde Pockau liegt im Tal der Flöha am Zusammenfluss mit der Schwarzen Pockau. Nördlich davon liegen die Ortsteile und ehemaligen Waldhufendörfer Görsdorf und Forchheim, letzterer im Tal des Haselbach. Östlich von Pockau liegt der Ortsteil Wernsdorf sowie im Flöhatal die Siedlung Nennigmühle. Westlich an der B 101 liegt die Siedlung Marterbüschel. Höchster Punkt der Gemeinde ist der Brandhübel mit 610 m, niedrigster das Flöhatal mit rund 400 m. Nordöstlich der Stadt befindet sich die Saidenbachtalsperre.
Gemeindegliederung[Bearbeiten]
Neben Pockau gehören die folgenden Ortsteile zur Gemeinde:
Geschichte[Bearbeiten]
Pockau[Bearbeiten]
Der Fluss Pockau wurde 1292 in einer Urkunde des Klosters Hersfeld erstmals urkundlich erwähnt. Die erstmalige Erwähnung des Ortes erfolgte erstmals 1365 als „Packaw“. Mit der Reformation gelangte Pockau 1539 an die Parochie Lengefeld. Ab 1560 wurden auf der Flöha und der Pockau Flöße eingerichtet und auf den Flöhawiesen wurden Holzkohlemeiler errichtet. Eine erste Schule wurde 1671 eingerichtet. 1783 wurde die obere Ölmühle errichtet, die heute ein technisches Denkmal ist. In den Jahren 1826 bis 1830 wurde die Straße von Annaberg nach Freiberg ausgebaut. Am 25. Mai 1875 wurde die Flöhatalbahn in Betrieb genommen. Ein neues Schulhaus wurde 1877 gebaut. Die Freiwillige Feuerwehr besteht seit 1895. Während des Ersten Weltkrieges entstand durch den Holzfabrikanten Hermann Lorenz die Gemeinschaft in Christo Jesu. Die Straße nach Olbernhau wurde von 1919 bis 1925 gebaut. 1925 erfolgte die Einweihung des Rathauses. Görsdorf wurde am 1. April 1934 eingemeindet.
Kirche[Bearbeiten]
Pockau gehörte seit der Ortsgründung nach 1150 zur Pfarrkirche Lengefeld, besaß aber in der katholischen Zeit vor 1540 eine eigene Kapelle und damit das Filialrecht. Erstmals wurde 1729 ein Antrag auf eine eigene Kirche gestellt und 1734 wiederholt. Die Anträge wurden immer wieder abgelehnt. 1884 Antrag auf Trennung von Lengefeld. Am 28. April 1885 Grundsteinlegung und am 30. November 1885 die Kirchweihe.
Baumeister Neubert aus Olbernhau erbaute die Kirche mit großer Beteiligung der Pockauer Bevölkerung in neogotischem Stil.
Wappen[Bearbeiten]
Blasonierung: In Silber mit schwarzem Schildbord auf dreimal in Blau und Silber geteiltem Wellenschildfuß oberer Teil eines schwarzen Mühlrades sowie sich überschneidend grüner Nadelbaum mit schwarzem Stamm und grüner Laubbaum mit schwarzem Stamm; darüber durchgehendes, oben anstoßendes schwarzes Fachwerkmuster.
Religionen[Bearbeiten]
- Am Ortsausgang in Richtung Kalkwerk hat die Gemeinschaft in Christo Jesu (Lorenzianer) ihr Zentralheiligtum (Eliasburg).
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2007:
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1982 bis 1988
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1989 bis 1995
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1996 bis 2002
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2003 bis 2009
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- Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Museen[Bearbeiten]
- Technisches Denkmal Ölmühle Pockau: Die funktionstüchtig erhaltene Ölmühle Pockau ist die einzige Mühle in Europa, in der die Gewinnung von Leinöl nach den Verfahren des 17. Jahrhunderts gezeigt wird.
- Kurfürstliche Amtsfischerei: Vom 1653 errichteten Fachwerkhaus der Amtsfischerei aus wurde einst die Fischerei in der Pockau und Flöha überwacht. Gleichzeitig erfolgte hier die Weiterverarbeitung des gefangenen Fisches. Heute wird das Haus als Museum und Vereinshaus genutzt.
Denkmale[Bearbeiten]
- In Sichtweite des OT Nennigmühle erinnert ein Denkmal für 96 sowjetische Kriegsgefangene, die während des Zweiten Weltkriegs Opfer von Zwangsarbeit wurden. 1947 wurde am Waldrand ein steinerner Obelisk mit den Namen der Toten aufgestellt, 1960 wurde das Mahnmal erweitert und umgestaltet.[2]
- Eine Gedenkstätte im Kulturpark erinnert an 36 namentlich genannte Opfer des Faschismus aus dem ehemaligen Kreis Marienberg
- Grabstätte und Holzkreuz auf dem Ortsfriedhof zur Erinnerung an zwei unbekannte KZ-Häftlinge, die aus einem Außenlager des KZ Buchenwald kommend, von SS-Männern ermordet wurden
- Grabstätte und Grabstein auf dem gleichen Friedhof für die ermordeten Widerstandskämpfer Willy Neubauer und Rudolf Langer
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
Ehrenbürger[Bearbeiten]
- Heinz Neubauer († 1998), Hat sich vor allem als Denkmalpfleger Verdienste erworben, Ehrenbürger der Gemeinde seit 1994
Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]
- Oswald Bieber (1876–1955), Architekt
- Max Roscher (1888–1940), antifaschistischer Widerstandskämpfer und Reichstagsabgeordneter (1924/II KPD)
- Paul Roscher (1913–1993), Politiker (KPD/SED)
- Max Christoph (1918–2013), Maler
Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten]
- Hanns-Heinz Kasper (1925–1999), Bürgermeister von 1955 bis 1959
Literatur[Bearbeiten]
- Bockau. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 1. Band, Zwickau 1814, S. 427.
- Bockau im Amte Lauterstein. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 14. Band, Zwickau 1827, S. 526–528.
- Die Parochie Pockau. in: Neue Sächsische Kirchengalerie, Ephorie Marienberg. Strauch Verlag, Leipzig, Sp. 625–640 (Digitalisat)
- Landratsamt Mittlerer Erzgebirgskreis (Hrsg.): Zur Geschichte der Städte und Gemeinden im Mittleren Erzgebirgskreis, Eine Zeittafel (Teile 1-3)
- Gemeindeverwaltung Pockau (Hrsg.): Wissens- und Sehenswertes über 675 Jahre Pockau. Pockau, 2010 (ohne ISBN)
- Frank Ludwig, Das Tal der Schwarzen Pockau - Ein Kleinod im Erzgebirge, Bildverlag Böttger GbR 2010, ISBN 978-3-937496-37-5
Weblinks[Bearbeiten]
- Pockau im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Marterbüschel im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ Russisches Kriegerdenkmal Nennigmühle, zuletzt abgerufen am 24. Februar 2010
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