Podjuga

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Dieser Artikel behandelt den Ort Podjuga in der Oblast Archangelsk, für den gleichnamigen Fluss, siehe Podjuga (Fluss)
Siedlung
Podjuga
Подюга
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Archangelsk
Rajon Konoschski
Gegründet 1920er Jahre
Siedlung seit 1935
Bevölkerung 2626 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7)
Postleitzahl 164026
Kfz-Kennzeichen 29
OKATO 11 222 826 001
Geographische Lage
Koordinaten 61° 5′ N, 45° 51′ O61.08333333333345.85Koordinaten: 61° 5′ 0″ N, 45° 51′ 0″ O
Podjuga (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Podjuga (Oblast Archangelsk)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Archangelsk

Podjuga (russisch Подюга) ist eine Siedlung in Nordwestrussland. Der Ort gehört zur Oblast Archangelsk und hat 2626 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010)[1]. Er befindet sich im Konoschski rajon.

Geographie[Bearbeiten]

Podjuga befindet sich etwa 380 Kilometer südlich der Oblasthauptstadt Archangelsk. Die nächstgelegenen Städte sind das 35 km westlich gelegene Rajonzentrum Konoscha sowie das 65 km östlich gelegene Welsk. Durch die Siedlung verläuft der gleichnamige namensgebende Fluss Podjuga.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Podjuga ist finno-ugrischer Herkunft und leitet sich von den Wörtern pad (zu deutsch: Walddickicht) und ga (zu deutsch: Wasser, Fluss) ab. Die heutige Siedlung Podjuga entstand gegen Ende der 1920er Jahre als Lesopunkt 39. Kilometer (лесопункт 39-й км). Der Großteil der Bevölkerung jener Zeit waren deportierte Kulaken, welche vor allem aus den südlichen Teilen der Sowjetunion, der Ukraine und Weißrussland kamen und zum überwiegenden Teil in der Forstwirtschaft eingesetzt wurden. In der Siedlung entstanden zuerst Wohnbaracken, später Wohnhäuser, eine Mittelschule und Unternehmen. Da für den Bau der Bahnstrecke Konoscha-Kotlas in den 1930er Jahren große Mengen Schotter und Steine benötigte wurden, gründete man in Podjuga 1935 ein Stein- und Schotterwerk. Im März des Jahres 1935 wurde das Dorfsowjet Podjuga als Teil des Konoschski rajon gegründet. Die Verwaltung dieses Dorfsowjets befand sich bis 1940 im nahegelegenen Dorf Nikolajewka. Im Mai 1959 erhielt Podjuga den Status einer Arbeitersiedlung und das ehemalige Dorfsowjet wurde in den Podjugaer Siedlungsrat (Подюжский поселковый Совет) umgewandelt. Heute ist Podjuga das administrative Zentrum der 4.661 Einwohner umfassenden Landgemeinde Podjuschskoje (Подюжское сельское поселение).[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahlen von Podjuga.

Jahr Einwohner
1959 9.592
1970 4.774
1979 4.378
1989 3.569
2002 3.095
2010 2.626

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Der wichtigste Wirtschaftszweig in Podjuga ist nach wie vor die Forst- und Holzindustrie. Außerdem gibt es einen Steinbruch.

Podjuga besitzt eine Eisenbahnstation und ist somit an das Eisenbahnnetz der russischen Nordeisenbahn angeschlossen. Ursprünglich war Podjuga Ausgangspunkt von mehreren Eisenbahnlinien, welche vor allem Waldgebiete für die Forstwirtschaft erschlossen. So bestanden nördlich von Podjuga bis 2005 die Kwarsongski Schmalspurbahn (Кварзеньгская узкоколейная железная дорога) sowie die Pastuchowski Schmalspurbahn (Пастуховская узкоколейная железная дорога), welche von Podjuga ausgehend nach ihrem Ausbau ein einheitliches Netz bildeten.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation); Čislennost' naselenija po municipal'nym obrazovanijam i naselennym punktam Archangel'skoj oblasti, vključaja Neneckij avtonomnyj okru Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda (Bevölkerungsanzahl der munizipalen Gebilde und Ortschaften der Oblast Archangelsk einschließlich des Autonomen Kreisen der Nenzen Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010.) Tabelle (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Oblast Archangelsk)
  2. Der Konoschski rajon auf der offiziellen Seite der Oblast Archangelsk Überprüft am 23. April 2010
  3. Übersicht über die Eisenbahnstrecken der Oblast Archangelsk auf der Webseite von Sergei Bolaschenko Überprüft am 23. April 2010

Weblinks[Bearbeiten]