Poken

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Ein Poken

Ein Poken ist ein Gadget der Schweizer Firma Poken S.A., welches Kontaktdaten der Besitzer über Nahbereichsfunk austauscht. Neben üblicherweise auf Visitenkarten enthaltenen Daten kann ein Poken auch Links zu Profilen aus verschiedenen sozialen Netzwerken übermitteln.

Konzept[Bearbeiten]

Ursprünglich war „Poken: Ein Gadget fuer Sozialkontakte“ ein Projekt der Universität IMD in Lausanne in Zusammenarbeit mit der Berner Fachhochschule. Der Poken ist als Schlüsselanhänger ausgeführt und stellt eine kleine Figur mit einer vierfingrigen Hand dar. Innerhalb des Gehäuses der Hand befinden sich eine Platine mit einem Mikrocontroller, Speicher, USB-Anschluss, Batterie und einem Funkmodul. Die Figur ist lediglich eine Hülle, die den USB-Anschluss verdeckt. Werden zwei Poken mit den Handflächen aneinandergehalten, können die darauf gespeicherten Informationen über das Funkmodul übertragen werden. Die Handflächen leuchten grün auf, um die erfolgreiche Übertragung zu signalisieren.

Anschließend wird der Poken per USB mit einem Computer verbunden, wo die Kontaktinformationen ausgelesen werden können. Auf dem Poken selbst werden nur die Seriennummern der kontaktierten Poken gespeichert. Sämtliche Kontaktdaten müssen auf der Website des Herstellers eingegeben werden, wo eine Verknüpfung zwischen Seriennummer des Poken und dessen Besitzer möglich ist.

Der Poken meldet sich am Computer als USB-Massenspeicher an, der eine HTML-Datei enthält. Mit Öffnen dieser Datei erfolgt automatisch die Anmeldung auf der Website des Herstellers, sowie die Übertragung der gesammelten Kontakte[1].

Pokens werden beispielsweise auf Messen, Konferenzen und anderen Veranstaltungen eingesetzt.

Kritik[Bearbeiten]

  • Bemängelt wird häufig, dass Poken durch das verspielte Design im Geschäftsalltag nicht seriös genug wirken. Im September 2009 erschien ein Business-Poken im klassischeren Design, der auch Geschäftsleute ansprechen soll. Die Begrenzung auf 64 Kontakte besteht bei diesen Poken nicht. Darüber hinaus kann ein Business-Poken als 2 GB-USB-Stick verwendet werden.
  • Werden Profile aus sozialen Netzwerken verlinkt, müssen Benutzername und Kennwort des jeweiligen Dienstes angegeben werden. Das soll verhindern, dass Poken-Besitzer fremde Identitäten für sich beanspruchen, wird jedoch von den meisten Benutzern als unnötig angesehen. Benutzernamen und Kennwort werden nach Angabe der Poken S.A. aber nicht gespeichert.
  • Die initiale Verbindung zur Poken-Webseite sowie der Login sind standardmäßig nicht verschlüsselt. Gerade im Kontext von Konferenzen, wo häufig ungesicherte Netze verwendet werden, erleichtert dies das Mithören und den Missbrauch von Poken-Zugangsdaten sowie des sozialen Netzes des Benutzers.
  • Die verwendete Verschlüsselung bzw. Verschleierung benutzt Schlüssellängen von 64 bit, was seit geraumer Zeit nicht mehr als sicher gilt. Sollte die Verschlüsselung geknackt werden, könnten beliebige Poken-IDs gefälscht oder beliebige Begegnungen synthetisiert werden.
  • Der Gründer von Poken S.A., Stéphane Doutriaux, wird gemeinhin als Erfinder des Konzepts genannt und hat im Rahmen der Google TechTalk-Reihe referiert.[2] Das niederländische Unternehmen „My Name is E“ stellte ein ähnliches Konzept aber bereits 2007 vor.
  • Das grüne Licht leuchtet nach erfolgreichem Poken sehr schwach und ist im Freien kaum sichtbar.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Analyse von Datenformat und Verschlüsselung des Poken (Blogbeitrag, englisch)
  2. Poken: Extending Online Social Networking into The Real World (Google TechTalk)

Weblinks[Bearbeiten]