Polch

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Polch
Polch
Deutschlandkarte, Position der Stadt Polch hervorgehoben
50.3011111111117.3166666666667219Koordinaten: 50° 18′ N, 7° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Maifeld
Höhe: 219 m ü. NN
Fläche: 28,7 km²
Einwohner:

6512 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 227 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56751
Vorwahl: 02654
Kfz-Kennzeichen: MYK, MYVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 089
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 4
56751 Polch
Webpräsenz: www.polch.de
Stadtbürgermeister: Günter Schnitzler
Lage der Stadt Polch im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte

Polch ist eine Stadt im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Maifeld an und ist deren Verwaltungssitz. Polch ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage [Bearbeiten]

Die Stadt Polch liegt im Nordwesten der Verbandsgemeinde Maifeld, südlich der Bundesautobahn 48, die das Maifeld im oberen Drittel durchquert.

Zu Polch gehören die Stadtteile Kaan, Ruitsch und Nettesürsch.

Geschichte [Bearbeiten]

Polch wurde erstmals 1052 in einer Urkunde des Trierer Erzbischofs Eberhard erwähnt. Archäologische Funde belegen, dass die fruchtbare Gegend um und in Polch bereits in frühester Zeit besiedelt war (Bandkeramische Kultur – Siedlungsfund um 1913). Während der Merowingerzeit (um 500 n.Chr.) war "In den Jaichen" ein kleines Gräberfeld in Benutzung, das im Jahr 1973 beim Hausbau entdeckt wurde. Es beinhaltet 10 Gräber aus der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts und dem beginnenden 6. Jahrhundert.[3] Ursprünglich war Polch ein Reichsgut mit eigener Gerichtsbarkeit und wurde von den „Erben von Polch“ verwaltet. 1354 erwarb Erzbischof Balduin von Trier die Gerichtsbarkeit und die Verwaltung übernahm ein Vogt. Reste der Vogtburg sind nicht mehr vorhanden. Im Mittelalter wurde Polch durch Wehrmauer und Wallgraben geschützt (die Straße „Am Wallgraben“ zeugt noch heute davon).

Es war seit 1800 Amtssitz einer Mairie und ist heute Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung Maifeld. Am 19. Dezember 1987 wurden Polch die Stadtrechte verliehen.[4]

Politik [Bearbeiten]

Stadtrat [Bearbeiten]

Der Stadtrat in Polch besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2009 9 10 3 22 Sitze
2004 6 14 2 22 Sitze

Wappen [Bearbeiten]

Das Wappen zeigt auf geteiltem Barockschild oben, in Weiß, ein durchgehendes Kreuz, unten, in Rot, eine goldene Krone. Das rote Kreuz erinnert an die frühere Zugehörigkeit zu Kurtrier, die goldene Krone ist das Wappen der „Erben von Polch“.

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Pfarrkirche
Kapelle St. Georg auf dem Friedhof

Pfarrkirche St. Stefan [Bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche St. Stephan wurde zwischen 1849 und 1852 im neoromanischem Stil erbaut. Die Doppeltürme sind über 50 Meter hoch.

Georgskapelle [Bearbeiten]

Die Georgskapelle auf dem Friedhof am südlichen Stadtrand ist eine der ältesten Kirchen der Eifel. Sie liegt abseits der historischen Bebauung auf dem ummauerten Friedhof von Polch mit uralter Kastanienallee. Die erste nachweisliche Dokumentation über eine Kirche in Polch entstammt einer Urkunde aus dem Jahre 1052. Ein Vorgängerbau der Kapelle wird in einem römischen Tempel vermutet; einen Hinweis hierauf gibt ein Sturz des Westgiebels mit der Inschrift „Caio attio caro et eius suavissimae uxori amato patruo amatae aviane filii“)

Synagoge [Bearbeiten]

Die ehemalige Polcher Synagoge wurde 1867 bis 1877 nach den Plänen des Koblenzer Architekten Hermann Nebel erbaut. In der Reichspogromnacht wurde auch diese Synagoge verwüstet. Da das Feuer schnell gelöscht wurde, brannte sie jedoch nicht aus. Die Synagoge wurde von der Gemeinde instand gesetzt und dient heute als Raum für kulturelle Veranstaltungen.

Hospitalkapelle und „Viedeler Kapellche“ [Bearbeiten]

Neben der Hospitalkapelle im alten Krankenhaus zu Viedel hat sich eine schlichte neugotische Kapelle behauptet, das sogenannte „Viedeler Kapellche“, welches 1881 von Peter Geisen am damaligen Ortsrand errichtet wurde. Ein schlichter neugotischer Bruchsteinbau, zweijochig mit dreiseitigem Schluss, wird durch zweifach abgetreppte Strebpfeiler, spitzbogigen Fenster und drei Tuffsteinvierpaßfenster in der Apsis gegliedert.

Viedeler Bur [Bearbeiten]

Der „Viedeler Bur“ = (Born=Wasserquell) ist ein Brunnen, der aus einer Quelle gespeist wurde. Er stammt aus dem Jahre 1854 und stand als Leihgabe im Polcher Stadtpark. Im Jahr 2007 wurde der Brunnen restauriert und gegenüber dem alten Standort, Ecke Kehrstraße/Bachstraße aufgestellt. Der Bur wird durch ein Umlaufsystem mit Wasser versorgt. Das Umfeld des „Viedeler Bur“ und der städtischen Grünanlage wurde dabei neu gestaltet.

Weitere Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Weitere Sehenswürdigkeiten sind ein barocker Hof der Abtei St. Matthias (1748) und das Heimatmuseum „Christinas Stuben“ im Bienengarten.

Viele bekannte Burgen befinden sich auf dem Maifeld, Burg Eltz, Burg Pyrmont, Burg Bischofstein, Burg Wernerseck.

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Den vielen Neubaugebieten und zahlreichen Arbeitsplätzen hat Polch eine in den letzten Jahren stark gewachsene Einwohnerzahl zu verdanken.

Eine Bahnanbindung besteht nicht mehr. Die ehemalige Strecke von Koblenz über Ochtendung und Polch nach Münstermaifeld und Mayen ist heute als Radweg ausgebaut.

Unternehmen [Bearbeiten]

Die bekanntesten in Polch ansässige Unternehmen sind Griesson - de Beukelaer, Niesmann+Bischoff und die Großbäckerei Lohner.

Freizeit [Bearbeiten]

Ein umfangreiches Programm zur Freizeitgestaltung und Erholung bietet der „Kaaner-Hof“, im Stadtteil Kaan, 2 Kilometer von Polch gelegen. Der Hof hält eine Vielzahl von seltenen Haustieren.

Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Polch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2011 (PDF; 755 kB) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Frank Siegmund:Alemannen und Franken. 2. Auflage. Walter de Gruyter Verlag, Berlin u. a. 2000, ISBN 3-11-016788-3 (Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Ergänzungsbände 23), (Zugleich: Göttingen, Univ., Habil.-Schr., 1996), S. 383.
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 204 (PDF; 2,6 MB)
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen