Poledance

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Artistik: Chinesischer Stangentanz
Tanzsport an vertikaler Stange

Der Begriff Poledance (engl. für Stangentanz) bezeichnet eine Tanz- und Sportform, die sowohl im Artistikbereich von Zirkusbetrieben wie auch im Rotlichtmilieu, und dort häufig in Kombination mit Striptease, zu finden ist und mit einer oder mehreren oft fest montierten oder frei drehenden Stangen betrieben wird. Abgesehen von diesen prominenten Fällen kann Poledance auch rein als sportliche Betätigung betrieben werden. Der Platzbedarf dafür ist relativ gering. Eine entsprechende Anordnung lässt sich in einen normalen Wohnbereich eher leicht integrieren. Bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro ist es von der International Pole Dancing Fitness Association angedacht, dass das Poledancing eine Demonstrationssportart wird.[1][2]

Merkmale[Bearbeiten]

Besondere Merkmale dabei sind die an der Stange praktizierten Figuren, die in der Regel nicht alltäglich wirken und dies auch tatsächlich nicht sind. Dabei wird teils mit der reinen Körperkraft, unterstützt durch die Schwerkraft ausreichend Anpresskraft produziert, um gar nicht oder weitgehend kontrolliert zu Boden zu gleiten.

Tänzerin beim sog. „Knee Hold“

Es wird ebenso mit Muskelkraft von Armen, Beinen oder Händen eine haltende Anpresskraft erzeugt. Einige Stellungen benutzen Kopf-Über-Positionen, andere wiederum bringen den menschlichen Körper in teils heftige Rotation um die Stange herum. Als Hilfsmittel gibt es je nach Variante und Interpretation auch Schlaufen, die es scheinbar ermöglichen seitlich auf der Stange zu stehen. Spezielle Varianten in der Artistik arbeiten mit mehr als einer Person, losen oder aufgehängten Stangen, so dass sich noch weitere Freiheitsgrade ergeben.

In westlichen Ländern beträgt der Durchmesser der verwendeten Stangen normalerweise ca. 50 mm und in Asien etwa 45 mm, da die Menschen dort im Schnitt eine geringere Körpergröße aufweisen. Die Stangen selbst sind teils aus poliertem Stangenmaterial oder aus Guss. Kommerzielle Versionen gibt es in verschiedensten Ausführungen, sowohl in portabler Form wie auch in Einbauformen, mit und ohne Deckenbefestigung oder Abspann-Möglichkeit, mit Kugellagern um besonders rasante Drehungen zu erlauben oder auch mit elektronischen Lichteffekten. Manche Modelle besitzen eine eigene kleine Plattform.

Der Sport selbst erfordert den Erwerb von gewissen Kenntnissen und Fertigkeiten, um ihn sicher und ästhetisch ausüben zu können. Generell wird vor allem der Oberkörper und der Beckenbereich dadurch gestärkt, weil damit, untypisch für den üblichen Alltag der meisten Menschen, zeitweise das gesamte Körpergewicht aufgefangen werden muss. Für das Training an Stangen - etwa im Rahmen von Sportvereinen - empfehlen sich weiche Unterlagen, um Verletzungen bei versehentlichem Abgleiten zu verhindern. Unbedacht schnelles Abgleiten kann zu Reibung mit Hitzebildung oder je nach Oberflächenbeschaffenheit auch Abschürfungen sowie kleinen Quetschungen durch Einrollen der Haut an den Kontaktstellen führen. Als durchaus Kraft beanspruchende Sportart ist mit Schweißbildung zu rechnen, die die Reibungsverhältnisse entscheidend verändern kann. In manchen Fällen wird das, z. B. auch aus dem Reckturnen oder Sportklettern bekannte, Material Magnesia (Magnesiumoxid) zur Hemmung des Abgleitens bemüht.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pole dancing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Posierende Profisportler, Sexualisierung im Sport. auf: DLF. 15. Oktober 2011.
  2. Und führe uns nicht in Versuchung. auf: faz.net 14. Oktober 2011.