Polenfeldzug

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Polenfeldzug 1939
Die Schleswig-Holstein beim Beschuss der Westerplatte im Hafen von Danzig
Die Schleswig-Holstein beim Beschuss der Westerplatte im Hafen von Danzig
Datum 1. September bis 6. Oktober 1939
Ort Polen und die Freie Stadt Danzig
Ausgang Sieg der deutschen Truppen
Folgen Besetzung und Zerschlagung des polnischen Staates, Teilung Polens zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion, Eingliederung der Freien Stadt Danzig in das Deutsche Reich
Friedensschluss keiner, am 6. Okt. 1939 letztes Gefecht mit regulären Truppen
Konfliktparteien
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
und SS-Heimwehr Danzig
Slowakei 1939Slowakei Slowakei
Polen 1919Zweite Polnische Republik Polen
Befehlshaber
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Walther von Brauchitsch
(Oberbefehlshaber des Heeres)
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Fedor von Bock
(Heeresgruppe Nord)
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Gerd von Rundstedt
(Heeresgruppe Süd)
Slowakei 1939Slowakei Ferdinand Čatloš
(Oberbefehlshaber des slowakischen Heeres)
Polen 1919Zweite Polnische Republik Edward Rydz-Śmigły
(Oberbefehlshaber)
Truppenstärke
61 deutsche Divisionen
6 deutsche Brigaden,
3 slowakische Divisionen
10.000 Geschütze
3.600 gepanzerte Fahrzeuge
1.929 Flugzeuge

Gesamtstärke:
1.600.000 Deutsche,
50.000 Slowaken
37 Divisionen,
12 Brigaden

4.300 Geschütze
750 gepanzerte Fahrzeuge
900 Flugzeuge

Gesamtstärke:
1.000.000 Polen
Verluste
Heer:
  16.843 Tote,
  36.473 Verwundete,
  320 Vermisste[1]
Luftwaffe:
  549 Tote,
  407 Verwundete
Kriegsmarine:
  77 Tote,
  3 Vermisste,
  115 Verwundete[2]
Wehrmacht insgesamt:
  17.469 Tote,
  323 Vermisste,
  36.995 Verwundete
Slowakei:
  37 Tote,
  18 Vermisste,
  114 Verwundete[3]
Einige Tausend ermordete Volksdeutsche
66.300 Tote,
133.700 Verwundete,
694.000 Gefangene,[4]
16.376 ermordete Zivilisten (Sept./Okt. 1939)

Der Polenfeldzug war ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg des nationalsozialistisch regierten Deutschen Reiches gegen die Zweite Polnische Republik, der den Zweiten Weltkrieg in Europa auslöste. Er begann am 1. September 1939 ohne vorherige Kriegserklärung mit dem Einmarsch der Wehrmacht in den Westteil Polens und endete am 6. Oktober mit der Kapitulation der letzten polnischen Feldtruppen.

Er wird oft als Überfall auf Polen, in Polen als Septemberfeldzug (Kampania wrześniowa) oder Verteidigungskrieg von 1939 (Wojna obronna 1939 roku) bezeichnet. In Deutschland durfte er offiziell ab 3. September 1939 als „Krieg“, meist als „aufgezwungener Krieg“, bezeichnet werden.[5]

Am 3. September 1939 erklärten Frankreich und Großbritannien im Rahmen ihrer Beistandsverträge mit Polen Deutschland den Krieg. Beide Staaten wurden kaum militärisch aktiv, so dass sie Polen nicht entlasteten. Am 17. September ließ Josef Stalin die Rote Armee gemäß dem geheimen Zusatzprotokoll zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 auf breiter Front über die Ostgrenzen Polens vorrücken. Der deutsch-sowjetische Vertrag vom 28. September 1939 schrieb die Aufteilung Polens fest. Ostpolen blieb sowjetisch besetzt. Die Polnische Exilregierung unter Ministerpräsident Felicjan Sławoj Składkowski strebte Widerstand gegen die deutschen und sowjetischen Besatzer an.

Im Kriegsverlauf und unter der deutschen Besetzung Polens 1939–1945 verübten Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD und Angehörige der Wehrmacht teils planmäßig, teils spontan Massenmorde an polnischen Intellektuellen, Priestern, Gewerkschaftern, Adligen[6] und Juden. Dies gilt als der „Auftakt zum Vernichtungskrieg“ des Deutschen Reiches gegen die Sowjetunion und zum Holocaust.

Politische Vorgeschichte[Bearbeiten]

Deutsch-polnische Spannungen (1919–1933)[Bearbeiten]

Die Zweite Polnische Republik wurde am 11. November 1918 neu gegründet. Sie gehörte für die Siegermächte des Ersten Weltkriegs zum osteuropäischen Cordon Sanitaire, der Westeuropa vor möglichem Revolutionsexport der Sowjetunion schützen, als Pufferzone ein Zusammengehen Deutschlands und Russlands verhindern und etwaigen deutschen Expansionsplänen nach Osten einen Riegel vorschieben sollte.

Der Friedensvertrag von Versailles, dessen Artikel 87 das Deutsche Reich zur völkerrechtlichen Anerkennung Polens verpflichtete, hatte aus den von Deutschen, aber auch einem hohen Anteil polnischer und kaschubischer Minderheiten[7] bewohnten Gebieten Westpreußens und einem kleinen Teil des zum einen masurisch-, zum anderen deutschsprachigen Gebietes um die ostpreußische Kleinstadt Soldau den polnischen Korridor geschaffen, der als Woiwodschaft Pommerellen Polen zum Ostseeanlieger machte und zugleich Ostpreußen vom übrigen Reichsgebiet abtrennte. Das Gebiet der überwiegend von Deutschen bewohnten Stadt Danzig und ihrer Umgebung wurde als Freie Stadt Danzig aus dem Deutschen Reich ausgegliedert und einem Mandat des Völkerbundes unterstellt. Darin erhielt Polen einige exterritoriale Sonderrechte, unter anderem das Recht zur Unterhaltung eines Freihafens, der Anlage begrenzter Militäranlagen (Westerplatte) sowie das Recht zur Errichtung eines eigenen polnischen Post- und Telefonnetzes. Für die ethnischen Minderheiten in Polen – vor allem Ukrainer, Juden, Weißrussen und Deutsche – waren ebenso Sonderrechte vorgesehen.

Mit den im Versailler Vertrag festgelegten Grenzen war weder die polnische noch die deutsche Seite einverstanden. Polen erweiterte sein Staatsgebiet nach Osten über die in den Pariser Friedensverhandlungen vorgeschlagene Grenze (Curzon-Linie) hinaus zu Lasten Litauens und Sowjetrusslands im Polnisch-Sowjetischen Krieg. Der genaue Grenzverlauf zwischen Deutschland und Polen wurde erst nach bürgerkriegsartigen Aufständen in Oberschlesien im Juli 1921 festgelegt und blieb weiterhin ständiger Streitpunkt.

Alle Regierungen der Weimarer Republik strebten eine Revision der Ostgrenzen an, um die 1919 verlorenen Gebiete zurückzugewinnen (Vertragsrevisionismus). So garantierte der Vertrag von Locarno 1925 zwar die neue deutsche Westgrenze, doch eine ähnliche Regelung für die Ostgrenzen lehnte Gustav Stresemann ab. Stattdessen leitete die Reichsregierung einen ergebnislosen Zollkrieg gegen die polnische Wirtschaft ein. Im Zusammenhang mit den ständigen, meist handelspolitisch motivierten Streitigkeiten zwischen Polen und der Freien Stadt Danzig, deren Senat hierbei stets in enger Abstimmung mit den jeweiligen deutschen Regierungen agierte, kam es in diesen Jahren wiederholt zu diplomatischen Verwicklungen zwischen Berlin und Warschau.[8] Die deutschen Regierungen näherten sich mit dem Vertrag von Rapallo 1922 und dem Berliner Vertrag 1926 außenpolitisch der UdSSR an, mit der sie auch militärisch kooperierten, um Versailler Beschränkungen zu umgehen. Polen wurde von maßgeblichen deutschen Militärs und Diplomaten schon lange vor 1933 als „Saisonstaat“ betrachtet, der über kurz oder lang wieder zu verschwinden habe.[9] Das von einflussreichen Publizisten in den Jahren der Weimarer Republik kultivierte Polenbild war fast durchgehend negativ und zumindest unterschwellig auch rassistisch konnotiert, es kam in Teilen „einer psychologischen Kriegführung gleich“.[10] Viele Autoren arbeiteten systematisch und erfolgreich daran, Schlagworte wie das vom „Grenzlandkampf“ und der „blutenden, brennenden Grenze“ zu Polen im Massenbewusstsein zu verankern. Staatlich finanzierte und beeinflusste Organisationen wie der Verein für das Deutschtum im Ausland, Deutscher Schutzbund für das Grenz- und Auslandsdeutschtum (gegründet 1922) und Deutsches Ausland-Institut wirkten offen und verdeckt auf die deutsche Minderheit in Polen ein.[11] Diese sollte als „Vorposten“ erhalten und die Abwanderung von Deutschen auch deshalb unbedingt verhindert werden.[12] 1939 waren etwa 200.000 Angehörige der deutschen Minderheit in Organisationen aktiv, die die deutsche Revisionspolitik unterstützten.[13]

Die polnische Regierung hatte eine ebenso unnachgiebige Haltung in den Grenzfragen und versuchte, Polen zu einer Führungsmacht in Ostmitteleuropa zu machen (vgl. Międzymorze). Das führte auch zu ständigen Spannungen mit Litauen (Okkupation und schließliche Annexion von Vilnius 1919/20) und der Tschechoslowakei (vgl. Olsagebiet). Unter Józef Piłsudski, dem Oberbefehlshaber der Streitkräfte, der seit 1926 der eigentliche Machthaber war, schloss Polen am 25. Juli 1932 einen Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion, um die 1921 erfolgte Grenzziehung abzusichern und dem sich abzeichnenden Machtzuwachs Deutschlands zu begegnen. Außenpolitisch stützte sich die polnische Führungsschicht in diesen Jahren auf das 1921 geschlossene Bündnis mit Frankreich und auf den Völkerbund. Sie war sich in der Frage uneins, ob sie in erster Linie Deutschland oder die Sowjetunion als Gegner anzusehen habe.[14]

Der Völkerbund beschloss am 24. September 1927 und im Briand-Kellogg-Pakt vom 27. August 1928, dem Deutschland beigetreten war, ein internationales Verbot des Angriffskrieges.[15]

Kursänderungen nach Hitlers Amtsantritt[Bearbeiten]

Die NSDAP gehörte seit ihrer Gründung zu den schärfsten Gegnern des Versailler Vertrages. Adolf Hitler erklärte zudem die Gewinnung von „Lebensraum im Osten“ in seiner Programmschrift Mein Kampf zum für ihn entscheidenden Politikziel.[16] Er richtete es vor allem gegen die Sowjetunion, ohne Polen zu erwähnen. Dies sieht der Historiker Wolfgang Wippermann als Indiz dafür, „wie wirklichkeitsfremd dieses Programm war“.[17]

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 mobilisierte die polnische Regierung einen Teil der Streitkräfte, ließ polnische Truppen am 5. März 1933 vertragswidrig auf der Westerplatte im Freistaat Danzig landen[18] und sondierte wiederholt, ob Frankreich einen Präventivkrieg unterstützen würde, bei dem Oberschlesien, Ostpreußen und die Freie Stadt Danzig besetzt werden sollten. Auch wegen Hitlers Sieg bei der Reichstagswahl März 1933 lehnte Frankreich ab. Polen zog seine Truppen nach einem Völkerbundaufruf am 16. März ab. In der geschichtswissenschaftlichen Forschung war es lange umstritten, ob diese Kriegspläne ernst gemeint waren.[19] Der polnische Historiker Marian Wojciechowski nimmt an, dass es Piłsudskis eigentliches Ziel war, zu demonstrieren, dass das Bündnis mit Frankreich nicht belastbar sei, um so seine Hinwendung an das Deutsche Reich innenpolitisch vorzubereiten.[20]

Hitler hatte Polen nach der Liebmann-Aufzeichnung intern am 3. Februar 1933 als Bedrohung dargestellt.[21] Auf Polens Ultimatum im Mai 1933 hin erklärte er die „Respektierung“ der polnischen Westgrenze. Anlässlich des Austritts aus dem Völkerbund (Oktober 1933[22]) bot er Polen Verhandlungen an und beendete demonstrativ die Zusammenarbeit mit der UdSSR.

Am 26. Januar 1934 schlossen Polen und das Deutsche Reich den auf zehn Jahre befristeten deutsch-polnischen Nichtangriffspakt. Einige Historiker betrachten diesen als Beendigung der deutsch-polnischen Konfrontation der Weimarer Zeit.[23] Andere sehen darin nur eine taktische Maßnahme, die Polen zu einem Werkzeug deutscher Interessen machen sollte.[24]

In den folgenden Jahren zerfiel das polnisch-französische Bündnis unter dem Eindruck der neuen Bündniskonstellationen. Der französisch-sowjetische Beistandspakt vom 2. Mai 1935 entfernte die ehemaligen Partner weiter voneinander, während Polen und das Deutsche Reich politisch und wirtschaftlich enger zusammenarbeiteten. Dies zeigte sich vor allem nach dem Münchner Abkommen vom 30. September 1938: Hatte sich die polnische Regierung von der deutschen Besetzung des Rheinlandes (7. März 1936) noch scharf distanziert, so nutzte sie die Lage nun für eigene Interessen aus. Am 2. und 3. Oktober besetzte Polen den tschechischen Teil der 1919 getrennten, ehemals Teschen genannten Stadt (Český Těšín) sowie das Olsagebiet.[25] Am 10. Oktober 1938 besetzten die Deutschen gemäß dem Münchner Abkommen das Sudetenland.

Deutsch-polnische Verhandlungen[Bearbeiten]

Am 24. Oktober 1938 begann der deutsche Außenminister Joachim von Ribbentrop Verhandlungen mit der polnischen Regierung zur „Lösung aller strittigen Fragen“. Er verlangte die Wiedereingliederung der Freien Stadt Danzig in das Deutsche Reich sowie Transitverkehr über ein neuzubauendes exterritoriales Teilstück der Reichsautobahn Berlin–Königsberg und über den Schienenweg (ehem. Preußische Ostbahn) durch den polnischen Korridor. Dafür bot er die Anerkennung der übrigen deutsch-polnischen Grenzen, eine Verlängerung des deutsch-polnischen Nichtangriffspakts auf 25 Jahre und einen Freihafen in beliebiger Größe in Danzig. Auch lud er Polen zum Beitritt in den Antikominternpakt ein.

Die polnische Regierung zögerte mit einer Antwort auf Ribbentrops Vorschläge, ging auf die meisten Punkte nicht ein und stellte nur graduelle Veränderungen in Aussicht. Außenminister Józef Beck lehnte den Nichtangriffspakt mit Deutschland auch deshalb ab, um das Verhältnis zur UdSSR nicht unnötig zu belasten und um die von Polen angestrebte Führungsrolle im „Dritten Europa“ nicht zu gefährden.[26] Ribbentrops Angebot war nach Klaus Hildebrand eine „unannehmbare Zumutung“ für Polen, weil es sich bei Annahme völlig von seinem bisherigen Verbündeten Frankreich isoliert hätte. Das Land hätte damit „künftig an der Kette des Reiches gelegen“ und wäre zu einem „Satrapen für einen Eroberungszug im Osten“ geworden.[27] Die deutsch-polnischen Verhandlungen zogen sich deshalb ergebnislos hin.

Am 18. März 1939, wenige Tage nach der „Zerschlagung der Rest-Tschechei“ unter Bruch des Münchener Abkommens, schloss das Deutsche Reich das sogenannte „Deutsch-Slowakisches Schutzzonenstatut“ mit der gerade unabhängig gewordenen Slowakei ab, die in der Folge zum strategischen Partner gegen Polen aufgebaut wurde. Auf deutschen politischen Druck hin verzichtete die litauische Regierung zudem am 23. März auf das 1920 von Deutschland getrennte, als Völkerbundsmandat unter französische Verwaltung gestellte und sodann 1923 von Litauen annektierte Memelland. Das (etwa 2600 Quadratkilometer große) Memelland wurde wieder Teil der Provinz Ostpreußen; Hitler erhielt ohne Krieg ein weiteres der Gebiete zurück, die Deutschland durch den Versailler Vertrag verloren hatte. Der strittige polnische Korridor samt Danzig, von wesentlicher Bedeutung für die Beziehungen zur Republik Polen, blieb ein für Deutschland offener Punkt; die Bedrohung für Polen war somit offensichtlich.

Der Weg in den Krieg[Bearbeiten]

Am 26. März 1939 wies Polens Regierung das deutsche Angebot endgültig zurück und stellte klar, dass sie jede einseitige territoriale Veränderung als Kriegsgrund behandeln würde. Am 23. März leitete sie eine Teilmobilmachung ihrer Streitkräfte ein, um einer handstreichartigen deutschen Besetzung Danzigs begegnen zu können. Dieser Schritt Warschaus wurde indes in den ersten polnischen Analysen über den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges als voreilig kritisiert, da die britischen und französischen Verbündeten noch nicht auf eine militärische Auseinandersetzung mit der Wehrmacht vorbereitet gewesen seien.[28]

Großbritannien beendete nach dem deutschen Bruch des Münchener Abkommens seine bisherige Appeasement-Politik. Am 31. März sicherte der britische Premierminister Arthur Neville Chamberlain Polen militärische Unterstützung zu, falls dessen Existenz bedroht werde (→ Britisch-französische Garantieerklärung). Auf Bitte Polens wurden am 6. April Verhandlungen über einen förmlichen Beistandspakt zwischen beiden Staaten aufgenommen. Am 13. April wurde die polnisch-französische Allianz erneuert.

Hitler kündigte am 28. April 1939 den deutsch-polnischen Nichtangriffspakt und das deutsch-britische Flottenabkommen vom 18. Juni 1935. Bereits am 11. April hatte er der Wehrmacht Weisung zur Ausarbeitung eines Kriegsplanes gegen Polen erteilt.[29] Bei seiner Rede vor den Oberbefehlshabern am 23. Mai 1939 verkündete er das eigentliche Ziel des bevorstehenden Feldzuges:[30]

„Danzig ist nicht das Objekt, um das es geht. Es handelt sich für uns um Arrondierung des Lebensraumes im Osten und um Sicherstellung der Ernährung … In Europa ist keine andere Möglichkeit zu sehen.“

Damit wollte Hitler die Abhängigkeit von westlichen Importen verringern (siehe auch Autarkie) und eine Seeblockade, die im Ersten Weltkrieg zur militärischen und politischen Niederlage Deutschlands beigetragen hatte, vermeiden. Er setzte die Verhandlungen um Danzig noch bis zum August 1939 fort, um Zeit für Kriegsvorbereitungen zu gewinnen und Großbritannien und Frankreich möglichst von einem militärischen Eingreifen abzuhalten.

Diese hätten Polen durch einen Einmarsch in Deutschland von Westen her helfen können, waren darauf aber trotz zahlenmäßiger Überlegenheit ihrer Divisionen nicht vorbereitet oder nicht dazu bereit. Um Polen auf dessen Gebiet militärisch wirksam unterstützen zu können, verhandelten die Westmächte seit Sommer 1939 über eine Militärkonvention mit der UdSSR. Diese verlangte ein Durchmarschrecht für die Rote Armee durch Polen. Dessen Regierung befürchtete, dass die Sowjets dieses Recht zur Rückgewinnung ihrer 1921 verlorenen Gebiete ausnutzen würden. Polens Außenminister lehnte diese Bedingung daher am 15. August 1939 endgültig ab.[31] Noch während dieser Gespräche handelte der sowjetische Außenminister Molotow mit Ribbentrop in Moskau den Deutsch-Sowjetischen Wirtschaftsvertrag aus, der dem Deutschen Reich Rohstofflieferungen auch im Fall einer Seeblockade sichern sollte.

In der auf dem Berghof gehaltenen Ansprache Hitlers vor den Oberbefehlshabern am 22. August 1939, von der mehrere Aufzeichnungen existieren, definierte er als Ziel des bevorstehenden Feldzuges: „Vernichtung Polens = Beseitigung seiner lebendigen Kraft“. Der Feldzug werde keine großen Probleme mit den Westmächten nach sich ziehen: „Mit einem Dazwischentreten Englands und Frankreichs rechne er nicht, sei vielmehr überzeugt, daß beide Staaten wohl drohen, mit dem Säbel rasseln, Sanktionen verhängen, vielleicht auch eine Blockade aufrichten, aber niemals militärisch eingreifen würden.“ Um Deutschland einzudämmen, hätten sie bislang auf ein Bündnis mit der Sowjetunion gehofft – „auch diese Karte habe ich ihnen nun aus der Hand geschlagen.“[32]

Am 24. August 1939 folgte der Hitler-Stalin-Pakt, dessen „Geheimes Zusatzprotokoll“ die Interessengebiete aufteilte: Danach sollten Ostpolen und das Baltikum der sowjetischen Interessensphäre zugeschlagen werden. Laut einer diplomatisch ausgehandelten Ergänzung dazu sollten die Flüsse Pissa, Narew, Weichsel und San die Grenze zwischen den Interessensphären Deutschlands und der UdSSR bilden.

Nach dem Scheitern der britisch-sowjetischen Verhandlungen bat die britische Regierung Warschau nochmals um Verhandlungen mit Berlin. Wegen der westlichen Garantieerklärungen und dem hohen Vertrauen in die eigenen Streitkräfte sah die polnische Führung jedoch keinen Grund mehr für weitere diplomatische Bemühungen. Hitler hatte seine Forderungen inzwischen gesteigert und mit einem Ultimatum verbunden. Daraufhin leitete die polnische Regierung am 29. August die Generalmobilmachung der polnischen Streitkräfte ein.

Feindpropaganda und fingierte Grenzzwischenfälle[Bearbeiten]

Während der sich verschärfenden Lage hatten auf beiden Seiten die Berichte über Grenzverletzungen und Zwischenfälle zugenommen. Seit Anfang 1939 war es zu Ausschreitungen gegen Volksdeutsche in Polen gekommen. Die NS-Propaganda, die während der Dauer des deutsch-polnischen Nichtangriffspaktes nicht negativ über Polen berichten durfte, nutzte diese Vorfälle seit März 1939, um ein Feindbild von Polen zu verstärken. Deutsche Polizeiberichte schilderten etwa den polnischen Beschuss von militärischen und zivilen Flugzeugen und zahlreiche Übergriffe, auch mit Todesfolge auf deutscher Seite. Auch die Polen machten eine Aufstellung von Zwischenfällen.[33]

Seit dem 22. August 1939 täuschten zudem als polnische Freischärler verkleidete SD- und SS-Angehörige sowie dazu genötigte KZ-Häftlinge (die ermordet und als Beweis für Kampfhandlungen liegengelassen wurden) mehrere „Grenzzwischenfälle“ vor. Sie sollten dem Ausland von Polen ausgehende kriegerische Akte demonstrieren, gegen die Deutschland sich nur militärisch verteidigen könne. Dazu gehörte auch der angebliche Überfall auf den Sender Gleiwitz.[34] Als Hitler in seiner Reichstagsrede am 1. September von 14 Grenzzwischenfällen sprach, die Polen in der vorangegangenen Nacht provoziert habe, „darunter drei ganz schwere“, bezog er sich auf diese selbst angeordneten Übergriffe. Da der SD seine Aktionen indes dilettantisch ausgeführt hatte, fanden sie nach Hitlers Rede in der Propaganda keine Erwähnung mehr.[35] Deutsche Wochenschauen vom September 1939 zeigten brennende deutsche Bauernhöfe im Korridor, Artilleriebeschuss der oberschlesischen Grenzstadt Beuthen sowie die Beerdigung eines erschossenen Danziger SS-Mannes als Kriegsbegründungen.[36]

Militärischer Verlauf[Bearbeiten]

Ausgangsstellungen der Heere und geplante Hauptstoßrichtungen

Deutsche Pläne[Bearbeiten]

Das Oberkommando des Heeres (OKH) schloss seine Planung bis zum 15. Juni 1939 ab (Codename Fall Weiß).[37] Die Vorbereitungen wurden als Manöverübungen, Bau von Grenzbefestigungen u. a. verdeckt durchgeführt. So wurden zur 25-Jahr-Feier der Schlacht bei Tannenberg in Ostpreußen eine Infanterie- und eine Panzerdivision aus dem Reich abgeordnet. Die eigentliche Generalmobilmachung begann jedoch verdeckt erst am 25. August 1939.

Zeitgenössische deutsche Darstellung des polnischen Aufmarschs

Bedingt durch den Grenzverlauf und Bündnispolitik hatte Deutschland schon von Beginn an Polen von mehreren Seiten her eingekesselt – vom Nordwesten bis zum Gebiet der verbündeten Slowakischen Republik im Süden, dazu von Nordosten aus Ostpreußen. Nach Kriegsbeginn kam das bis dahin neutrale Danziger Gebiet hinzu, und im Osten lag die verbündete Sowjetunion. Daher befanden sich die deutschen Streitkräfte in einer vorteilhaften Lage. Für den Angriff wurden sie in zwei Heeresgruppen unterteilt: Die Heeresgruppe Nord (630.000 Mann unter Generaloberst Fedor von Bock) sollte zunächst die polnischen Streitkräfte im polnischen Korridor zerschlagen, um eine Verbindung zwischen Ostpreußen und dem Hauptgebiet des Deutschen Reiches herzustellen. Danach sollte sie direkt auf Warschau vorstoßen, um damit den Hauptangriff, der im südlichen Polen stattfinden sollte, zu entlasten. Die Heeresgruppe Süd (886.000 Mann unter Generaloberst Gerd von Rundstedt) verfügte über drei Armeen. Die 14. Armee unter Generaloberst Wilhelm List sollte von Schlesien und der Slowakei aus die polnischen Grenzbefestigungen in Ostoberschlesien einnehmen, danach die deutschen Operationen nach Galizien hin mit Angriffen decken und auf den Fluss San vorrücken. Die 10. Armee unter General der Artillerie Walter von Reichenau sollte den Hauptangriff auf Warschau führen. Dazu wurden ihr die meisten motorisierten Verbände zugeteilt. Auf ihrer linken Flanke sollte die 8. Armee unter General der Infanterie Johannes Blaskowitz die Operationen nach Posen hin abschirmen. So hoffte die deutsche Führung, die Masse des polnischen Heeres noch westlich der Weichsel zu umfassen und zu vernichten.

Schon am 25. August befand sich ein großer Teil der Truppen in ihren Bereitstellungsräumen. Hitler befahl den Angriff für den 26. August, zog den Angriffsbefehl aber kurzfristig zurück, nachdem er erfahren hatte, dass Italien nicht kriegsbereit sei und England und Polen ihre gegenseitigen Zusagen vertraglich fixiert hatten. So erhielt die Wehrmachtführung weitere sieben Tage Zeit, um die Mobilmachung der Truppen abzuschließen. Lediglich ein Stoßtrupp der 10. Armee erfuhr nichts von dem Haltebefehl und eröffnete gegen 4:30 Uhr das Feuer auf Bunkeranlagen bei Lublinitz. Da die erwartete Verstärkung des Stoßtrupps infolge des Haltebefehls ausblieb, wurde der Trupp fast vollständig aufgerieben.[38]

Ein Kommandounternehmen gegen den seit 1938 polnisch besetzten Bahnhof von Mosty, mit dem Ziel der Sicherung und Besetzung des Jablunkapasses, konnte jedoch nicht mehr rechtzeitig gestoppt werden. Nach anfänglichen Erfolgen der Kommandosoldaten mussten sie sich wieder über die Grenze zurückziehen.[39] Auch an der Weichselbrücke Dirschau kam es zu einigen Zusammenstößen deutscher und polnischer Truppenteile, bei denen beiderseits erste Verluste zu verzeichnen waren.[40]

Polnische Pläne[Bearbeiten]

Polnische Infanterie
Polnische Kavallerie in einem Manöver vor dem Krieg
Polnischer leichter Panzer 7TP
Polnischer mittlerer Bomber PZL.37 Łoś

Einen detailliert ausgearbeiteten Plan für einen Krieg mit Deutschland hatte der polnische Generalstab nicht.[41] Den Plan Zachód (Plan West), seinen Operations- und Aufmarschplan für diesen Fall, musste er in den Jahren 1938/39 immer wieder entsprechend der sich verändernden strategisch-politischen Lage erneuern, was bis zum Kriegsausbruch in Fluss blieb. Die Bedrohung der Karpatengrenze durch Einbeziehung der Slowakei in den deutschen Aufmarschraum nach der „Zerschlagung der Rest-Tschechei“ im März 1939 und die im gleichen Monat begonnene Teilmobilmachung mit der lediglich politisch begründeten Abzweigung eines Korps zur Verhinderung eines deutschen Handstreichs gegen Danzig führten zu einer Verzettelung der Kräfte. In der Krise des Sommers 1939 fand die Planung nur noch auf allerhöchster Ebene statt und nahm den Charakter von Improvisationen an.

Im März 1939 war der polnischen Regierung klar geworden, dass die deutsche Regierung auf ihren Forderungen beharren würde. Auch ein deutsches Ultimatum wurde nicht mehr ausgeschlossen. Die polnische Regierung kam daraufhin zu dem Schluss, dass ein Nachgeben nicht mehr in Frage komme, weil Berlin unweigerlich neue Forderungen stellen würde, und man mittlerweile wisse, dass „deutsche Grenzgarantien überhaupt nichts wert“ seien.[42] Die polnische Regierung rechnete im März 1939 auch mit der Möglichkeit eines deutschen Angriffs, glaubte aber, dann die Unterstützung der Westmächte zu finden.[43] Polen begann am 23. März mit einer Teilmobilmachung, indem fünf Verbände vor allem in den westlichen Bezirken auf Kriegsstärke gebracht und zwei Verbände sowie eine Kavallerie-Brigade an die Westgrenze verlegt wurden. Die in aller Eile erfolgenden Vorkehrungen blieben unvollständig und wurden durch den ständig veränderten Operationsplan verkompliziert. Die polnische Armeeführung versuchte, auf die immer bedrohlicher werdende Situation an den Flanken, insbesondere in der Slowakei zu reagieren, indem der linke Flügel durch die Bildung einer neuen Armee „Karpaty“ bis an die ungarische Grenze verlängert wurde. Die Westmächte drängten Polen außerdem, sich zurückzuhalten, um Hitler keinen Vorwand zu liefern, Polen aggressiver Absichten zu beschuldigen, und auch wirtschaftlich stellte die Teilmobilmachung eine große Belastung dar.[44]

Zudem war Polen klar, dass man im Falle eines Krieges gegen Deutschland mit einer Niederlage und im Falle einer verspäteten französischen Offensive mit einer militärischen Katastrophe rechnen müsste. Denn Regierung und Generalstab wussten um die militärische Unterlegenheit ihrer Streitkräfte, gerade was moderne Flugzeuge, Panzer, Geschütze und Transportmittel anging. Der polnische Kriegsminister Tadeusz Kasprzycki und der französische Generalstabschef Maurice Gamelin vereinbarten deshalb am 19. Mai 1939, dass im Falle eines deutschen Angriffs im Osten die polnische Armee in der Defensive bleiben und sich bei einem deutschen Angriff im Westen bemühen solle, „die größtmögliche Zahl der deutschen Truppen zu binden“. Die polnischen Politiker und Soldaten erwogen keine ehrgeizigeren militärischen Operationen als kleinere Vorstöße nach Ostpreußen.[45] „Die Legende von den siegessicheren und übermütigen polnischen Politikern und Militärs, die vom Marsch nach Berlin geträumt hätten“, so schreibt der Historiker Hermann Graml, „ist tatsächlich nichts anderes als eine Legende, die ihre Geburt der nationalsozialistischen Propaganda verdankt, ferner einem Teil der polnischen Presse, der Zuversicht zu verbreiten suchte, und einer kleinen Minderheit rechtsextremistischer Schreihälse“.[46]

Polen verfügte über umgerechnet etwa 44 Divisionen gegenüber etwa 57 deutschen Divisionen, die noch dazu besser ausgerüstet und bewaffnet waren. 2400 leichten und mittleren deutschen Panzern standen ca. 800 leichte (Tanketten, 7TP) und veraltete Panzer Renault FT-17 gegenüber. Gepanzerte Großverbände nach deutschem Muster gab es bis auf zwei motorisierte Brigaden nicht. Den deutschen Luftflotten 1 und 4 mit zusammen 1929 einsatzbereiten, zum Teil modernsten Flugzeugen konnten die Polen nur 842 Maschinen der Typen PZL P.7, PZL P.11, PZL.23 Karaś, PZL.37 Łoś und einige ältere Modelle entgegenstellen.

Der polnische Operationsplan bewertete die deutschen Angriffsverbände, operativen Möglichkeiten und Absichten im großen und ganzen zutreffend. Da sich die Hauptmobilmachungs- und Kriegswirtschaftsbasis Polens westlich der Weichsel befand, war man auf einen grenznahen Kampf festgelegt, zumal eine enge politische und militärische Anlehnung an die Sowjetunion ausschied. In Anbetracht der Überlegenheit der deutschen Wehrmacht musste sich die polnische Verteidigung darauf konzentrieren, bis zu einer Offensive der Westmächte so wenig Gelände wie möglich preiszugeben, Zeit zu gewinnen und dem Gegner Verluste zuzufügen. Um die durch „Handstreiche“ bedrohten Räume früh und stark zu sichern, sollten die Armeen der I. Staffel im Raum südlich von Bromberg sowie westlich von Łódź und im oberschlesischen Industriegebiet eingesetzt werden, während relativ starke Flügel vor allem im Norden gestützt auf die Weichsel, den Narew und die Biebrza sowie im Süden auf die Karpaten die Hauptkräfte vor Überraschungen schützen sollten.[47]

Fünf Armeen und eine selbständige Gruppe wurden als I. Staffel in vorderster Linie postiert, eine Armee und zwei kleinere Gruppen als II. Staffel in der Reserve. Den Schwerpunkt bildeten die Armeen „Kraków“ und „Lódz“ im Süden, die den Hauptangriff der Deutschen aufhalten sollten. Von ihrer Standfestigkeit hing es ab, ob ein Rückzug nach Südosten notwendig sein würde. Im Westen und Norden waren die Armeen „Poznań“ und „Pomorze“ vorgeschoben. Die Gruppe „Kutno“ sollte Rückendeckung geben. Die exponierte Lage brachte die Gefahr mit sich, dass diese Verbände im Falle eines raschen deutschen Durchbruchs in Richtung Łódź – Warschau abgeschnitten würden. Im Norden sollte außerdem die Armee „Modlin“ den aus Ostpreußen angreifenden deutschen Kräften den Weg nach Warschau versperren. Dabei sollte die Operationsgruppe „Narew“ sie unterstützen.[48] Das Gesamtziel der polnischen Armeeführung bestand darin, möglichst lange die zur Kampfführung notwendigen Gebiete zu decken.[47]

Als Außenminister Ribbentrop am 22. August 1939 nach Moskau reiste, beschloss die polnische Regierung die „Alarmmobilmachung“ in den sechs an Deutschland grenzenden Korpsbezirken, wobei die mobilgemachten Truppen noch in oder nahe ihrer Standorte verblieben. Am 27. August wurde die Mobilmachung der restlichen „Alarmeinheiten“ angeordnet. Dabei mag man in Teilen der polnischen Führung noch bis zum 28. August bezweifelt haben, ob es wirklich zum Krieg mit Deutschland kommen würde; auch wurde teilweise nur mit begrenzten deutschen Aktionen besonders gegen Danzig gerechnet. Am 29. August wurde der Befehl erteilt, die Truppen in die Ausgangsstellungen zu verlegen, am Nachmittag die allgemeine Mobilmachung aber wieder abgesagt, weil Frankreich und Großbritannien dadurch die letzte Chance zur Beilegung des Konfliktes vergeben sahen. Als am 30. August die Mobilmachung mit Wirkung zum folgenden Tag erneut angeordnet wurde, kam es zu beträchtlicher Verwirrung und Verzögerungen. Zu Beginn des deutschen Angriffs war bei allen Armeen der I. Staffel erst ein Drittel der Verbände einsatzbereit.[49]

Neben der misslichen wehrgeographischen Lage und der militärischen Unterlegenheit Polens trug auch der polnische Operations- und Mobilmachungsplan zur Niederlage bei, da darin die Stoßkraft des deutschen Heeres und seiner operativen Möglichkeiten vor allem im Süden unterschätzt wurde. Der sowjetische Einmarsch in Ostpolen am 17. September zerschlug schließlich die letzten Hoffnungen, etwa drei Monate durchhalten oder eine Art Guerillakrieg führen zu können.[50]

Der Kriegsbeginn[Bearbeiten]

Gestellte Aufnahme für die NS-Propaganda. Danziger Landespolizisten und Grenzbeamte reißen den polnischen Schlagbaum bei Zoppot ab.
Vorbeimarsch deutscher Truppen an Adolf Hitler in Polen (September 1939)
Staffel von Junkers Ju 87 („Stukas“) über Polen
Luftangriff auf Wieluń am 1. September 1939

Am 31. August 1939 gab Hitler die Weisung, am nächsten Tag um 4 Uhr 45 den Angriff auf Polen zu beginnen.[51] Der exakte Zeitpunkt und Ort der ersten Kampfhandlung ist umstritten. Ab 4:45 Uhr, kurz vor Sonnenaufgang, beschoss das Linienschiff Schleswig-Holstein die polnische Garnison auf der Westerplatte. Die SS-Heimwehr Danzig und deutsche Polizeitruppen stürmten das polnische Postamt in Danzig. Beide Orte waren rechtlich laut Versailler Vertrag polnische Exklaven auf dem Gebiet der Freien Stadt Danzig.

Nach polnischen Angaben vor 4:45 Uhr, nach deutschen um 5:40 Uhr, griff die deutsche Luftwaffe mit 29 Sturzkampfbombern die Stadt Wieluń an. Im Tagesverlauf folgten zwei weitere Angriffe mit je 29 Flugzeugen. Etwa 1200 Menschen wurden getötet und 70 Prozent von Wieluń zerstört.

Weitere Kommandoaktionen sollten die Sprengung von Eisenbahnbrücken verhindern. Dazu starteten um 4:26 Uhr drei Stuka-Flugzeuge vom Typ Ju 87 B unter Oberleutnant Bruno Dilley im ostpreußischen Landkreis Elbing. Um 4:34 Uhr lösten sie ihre Bomben über dem Bahndamm links neben der Weichselbrücke Dirschau aus, welche die dort stehenden Zündapparate und polnischen Pioniere trafen.[52] Dennoch wurde die Brücke um 6:10 und 6:40 Uhr von polnischen Verteidigern gesprengt.

Hitler sagte gegen 10:10 Uhr desselben Tages in einer im Rundfunk übertragenen Reichstagsrede:

„[…] Polen hat nun heute nacht zum ersten mal auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulären Soldaten geschossen. Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen! Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten! […]“[53]

Frankreich und Großbritannien forderten ultimativ den sofortigen Rückzug aller deutschen Truppen aus Polen. Kurz nach 9:00 Uhr nahm Hitler von seinem Dolmetscher die Übersetzung des auf 11:00 Uhr ausgesprochenen britischen Ultimatums entgegen, Polen unverzüglich zu räumen. Frankreich nannte in seinem Ultimatum 17:00 Uhr.[54] Als Hitler die Räumung ablehnte, erklärten beide Staaten dem Deutschen Reich am 3. September den Krieg. Eine große Offensive der Westmächte blieb aber trotz der Zusagen gegenüber Polen aus; an der deutschen Westgrenze kam es zum „Sitzkrieg“. Die kommunistischen Parteien des Westens begrüßten den Eintritt Frankreichs und Großbritanniens in den Krieg und bezeichneten Deutschland als „faschistischen Aggressor“, dem es entgegenzutreten gelte.[55] Hierbei setzten sie sich deutlich von der Linie der sowjetischen Führung ab, die die Wahrung einer strikten Neutralität vorsah.

Kämpfe bis zum 6. September[Bearbeiten]

Lageentwicklung bis zum 14. September
Deutsche Panzertruppen an der Brahe

Der Angriff der Heeresgruppe Nord kam in den ersten Tagen zumindest im Bereich der 4. Armee unter General der Artillerie Günther von Kluge planmäßig voran. Im Korridor wurden Teile der polnischen Armee Pomerellen während der Schlacht in der Tucheler Heide bei Graudenz eingeschlossen und zerschlagen. Nur zwei ihrer Divisionen entkamen der Niederlage und schlossen sich der Armee Posen an.

Zur Illustration der hoffnungslosen Unterlegenheit der polnischen Armee wird oft angeführt, dass sie ihre Kavallerie überschätzte und berittene polnische Soldaten deutsche Panzer mit Lanzen und Säbeln angegriffen haben sollen. Hinter dieser Legende steht das Gefecht bei Krojanty, in dem am 1. September 1939 ein polnisches Ulanenregiment eine Infanterie-Einheit der Wehrmacht angriff, aber von dazukommenden Panzerspähwagen überrascht und zurückgeschlagen wurde.

Zugleich stockte der Angriff der 3. Armee unter General der Artillerie Georg von Küchler vor der Mlawa-Stellung. Die dort kämpfende Armee Modlin zog sich erst zurück, als die deutschen Kräfte ihre rechte Flanke umgangen hatten (Schlacht von Mława). Sie sammelte sich jedoch wieder in der Festung Modlin und am Bug.

Die Armeen der Heeresgruppe Süd drängten unterdessen die polnischen Verbände in Richtung Warschau zurück. Allerdings gelang es ihnen nicht, die polnischen Truppen aufzureiben oder zu umfassen. Erst am 6. September gelang der 10. Armee ein tiefer Einbruch in die polnische Abwehrfront. Am gleichen Tag besetzte die 14. Armee Krakau. Sie konnte die polnische Armee Krakau jedoch nicht wie geplant einkreisen.

Der schnelle Vorstoß der deutschen Verbände überholte die polnische Strategie, so dass das polnische Oberkommando schon nach fünf Tagen den Rückzug hinter die geplante Verteidigungslinie an den Flüssen befahl. Die polnische Regierung setzte sich nach Brest-Litowsk ab. Der Rückzugsbefehl erfolgte für die polnischen Infanterieverbände aber zu spät, um die Flüsse noch vor den Panzern der Wehrmacht zu erreichen. Das deutsche OKH wiederum glaubte, die Masse des polnischen Heeres nicht mehr westlich der Weichsel zerschlagen zu können. Es befahl deshalb der 3. Armee und 14. Armee, ihre Kräfte östlich der Weichsel für eine Umfassungsschlacht zu konzentrieren.

Das mit Polen verbündete Rumänien erklärte sich angesichts des raschen deutschen Vorrückens und ausbleibender Eingriffe der Westmächte am 6. September für neutral, so dass Polen militärisch vollständig isoliert blieb.

Kämpfe bis zum 18. September[Bearbeiten]

Lageentwicklung nach dem 14. September
Deutsche Soldaten mit bespanntem Infanteriegeschütz (Bundesarchiv)
Straßenkämpfe deutscher Infanteristen während des Polenfeldzuges, Aufnahme einer Propagandakompanie

Vom Kriegsbeginn an besaß die deutsche Luftwaffe fast völlige Luftüberlegenheit. Die Luftangriffe auf Wieluń, Frampol und Warschau gelten als die ersten Flächenbombardements, die als Mittel der Kriegführung im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden. Die deutschen Flugzeuge nutzten dabei den sowjetischen Sender Minsk als Orientierung, der auf eine Bitte Hermann Görings hin seine Sendedauer verlängerte.[56] Die Heeresgruppe Süd nutzte ihren Durchbruch, um ein Panzerkorps auf die polnische Hauptstadt anzusetzen. Dieses erreichte schon am 8. September die Vorstädte von Warschau. Dort stießen sie auf starken Widerstand der polnischen Verteidiger. Um einen verlustreichen Häuserkampf zu vermeiden, stoppten die Panzer ihren Vormarsch. Am 15. September erreichten erste deutsche Einheiten von Nordosten kommend die östlichen Vorstädte Warschaus und vereinigten sich südlich von Warschau mit den westlich der Weichsel stehenden deutschen Truppen. Damit war ein riesiger Kessel entstanden. Er umfasste das Gebiet der Stadt Warschau, einen wenige Kilometer breiten Korridor bis zur polnischen Festung Modlin sowie ein im Nordwesten Warschaus gelegenes Waldsumpfgebiet (Kampinos Heide).

Am 9. September gelang es dem rechten Flügel der 10. Armee, starke polnische Kräfte, die sich über die Weichsel zurückzuziehen versuchten, zu überholen und einzukesseln. Daraus entwickelte sich die Schlacht bei Radom. Zeitgleich griff die polnische Armee Posen, die unbemerkt von der deutschen Aufklärung herangerückt war, nördlich von Kutno überraschend den linken Flügel der deutschen 8. Armee an (siehe Schlacht an der Bzura). Dieser einzige polnische Gegenstoß zwang die Heeresgruppe Süd, bei Radom, vor Warschau und an der Bzura gleichzeitig zu kämpfen. Sie wehrte den Flankenangriff unter schweren Verlusten ab.

Die Heeresgruppe Nord stand schon östlich der Weichsel am Narew und musste nun gemäß dem Umfassungsbefehl des OKH große Teile der 4. Armee durch Ostpreußen an ihren linken Flügel verlegen, was einige Tage dauerte. Danach schloss sie am 9. September die Festung Modlin und Warschau von Norden her ein. Das XIX. Armeekorps (Teil der Heeresgruppe Nord) unter dem Kommando des Generals der Panzertruppe Heinz Guderian durchstieß nach Kämpfen bei Wizna die polnische Verteidigungslinie am Fluss Narew, rückte östlich des Bug mit starken Panzerkräften nach Süden vor und begann am 14. September den Angriff auf die Festung Brest, die nach drei Tagen fiel.

Am 12. September 1939 kapitulierten die polnischen Truppen im Kessel bei Radom (60.000 Gefangene). Am 13. September wurde die Kleinstadt Frampol nahe Lublin durch einen deutschen Luftangriff vollständig zerstört. Danach befahl die polnische Armeeführung allen verbliebenen Truppen, sich eigenständig nach Südosten zurückzuziehen. Man hoffte, sich dort in unwegsamem Gelände noch länger halten zu können, bis Nachschub der Westalliierten über Rumänien geliefert würde.

Im Südosten kämpfte bisher nur die deutsche 14. Armee. Diese schwenkte nun aber nach Nordosten, um sich hinter dem Fluss Bug mit der Heeresgruppe Nord zu vereinen. Mit den freigewordenen Verbänden konnte die Heeresgruppe Süd nun auch die Armee Posen einschließen und bis zum 17. September aufreiben (170.000 Gefangene). Das zerschlug die polnische Hoffnung, wenigstens den Südosten des Landes verteidigen zu können.

Nach der Einnahme von Brest-Litowsk vereinigten sich am 18. September südlich der Stadt die daran beteiligten Truppen mit denen der 14. Armee. Damit war die Masse der polnischen Kräfte umfasst worden.

In der Nacht zum 18. September übertrat die polnische Regierung die Grenze nach Rumänien, wo sie zunächst interniert wurde. Die NS-Propaganda bezeichnete Deutschlands Aggression gegen Polen daher als Feldzug der 18 Tage.[57]

Kämpfe bis zum 6. Oktober[Bearbeiten]

Europa im September und Oktober 1939
Treffen deutscher und sowjetischer Soldaten in Polen, 20. September 1939
Die Aufteilung Polens 1939

Seit Frankreichs und Großbritanniens Kriegserklärung drängten die Deutschen ihre sowjetischen Vertragspartner, wie vereinbart ihrerseits in Polen einzumarschieren. Die Regierung in Moskau wollte jedoch erst nach einem weitgehenden Zusammenbruch des polnischen Staates eingreifen, da sie befürchtete, in einen Krieg mit den beiden Westmächten hineingezogen zu werden, die ja die Unabhängigkeit Polens garantierten. Sie hatte auch mit einer längeren Dauer der Kämpfe gerechnet. Am 10. September berichtete der deutsche Botschafter Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg an das Auswärtige Amt, Molotow habe ihm gegenüber erklärt, „daß Sowjetregierung durch unerwartet schnelle deutsche militärische Erfolge völlig überrumpelt worden sei.“ Die Rote Armee benötige noch zwei bis drei Wochen Vorbereitung, bevor sie einmarschieren könne.[58][59]

Als sich die polnische Regierung bei ihrer Flucht im östlichen Galizien befand, erreichte sie in der Nacht zum 17. September aus Moskau die Mitteilung, dass die Sowjetunion den polnischen Staat als „nicht mehr existent“ betrachte. Am 17. September begann die Rote Armee mit der Besetzung Ostpolens, das bis auf das Grenzschutzkorps militärisch entblößt war. Das Oberkommando des Heeres (OKH) begrüßte den sowjetischen Einmarsch als militärische Entlastung. Die polnische Regierung war auf den sowjetischen Einmarsch nicht vorbereitet gewesen und hatte dem Grenzschutzkorps für diesen Fall keine Instruktionen gegeben. In Tarnopol (Ternopil), Stanisławów (Stanislau), Łuck (Luzk) und Równe (Riwne) wurde die Rote Armee deshalb von den kommunalen Behörden in völliger Verkennung der Lage freundlich begrüßt.[60] In anderen Gebieten kam es zum Teil zu schweren Kämpfen zwischen den angreifenden sowjetischen Einheiten und polnischen Verbänden. Beim Ort Szack in Ostpolen gelang es polnischen Einheiten kurzfristig, regional und zeitlich begrenzt die militärische Initiative im Gegenangriff zurückzugewinnen (Schlacht bei Szack).

Die Kämpfe zwischen Wehrmacht und polnischer Armee konzentrierten sich nun auf das Gebiet zwischen Weichsel und Bug, wo die Reste des polnischen Heeres eingeschlossen waren. Südöstliche polnische Truppen, die sich nach Rumänien zurückziehen wollten, wurden in den Schlachten um Lemberg und Rawa Ruska aufgerieben. Mit der Niederlage des größten Teils der übrigen polnischen Streitkräfte in der Schlacht bei Lublin am 23. September endete der organisierte Widerstand der polnischen Armee.

Nachdem der Raum Warschau/Modlin seit dem 15. September weitgehend eingeschlossen war, stießen am 22. September deutsche Truppen nördlich von Warschau von Osten her an die Weichsel vor. Damit war der große Warschauer Kessel in zwei Teile gespalten, einen Warschauer und einen Modliner Kessel. Aus dem Kessel von Kutno entkommene polnische Armeereste versuchten sich noch bis zum 20. September in Richtung des Warschauer Kessels durchzuschlagen (Schlacht in der Kampinos-Heide). Die Schlacht um Warschau endete am 28. September 1939, nach heftigem zweitägigen Dauerbombardement mithilfe der Artillerie und Luftwaffe, mit der Kapitulation der rund 120.000 im Kessel eingeschlossenen polnischen Soldaten. Dabei wurden, nach polnischen Angaben, bis zu 26.000 Zivilisten getötet. Die Kämpfe um den Kessel von Modlin endeten einen Tag später.[61] Am 1. Oktober kapitulierte die Besatzung der polnischen Festung auf der Halbinsel Hela.

Polens letzte Feldtruppen kapitulierten am 6. Oktober nach der Schlacht bei Kock. Dies gilt als Ende des Polenfeldzuges. Die polnische Regierung war am 18. September 1939 nach Rumänien geflohen. Der Oberkommandierende Marschall Rydz-Śmigły folgte am 27. September 1939 nach. Nur Bruchteile der polnischen Armee entkamen der deutsch-russischen Umklammerung nach Ungarn und Rumänien. Zu einer Gesamtkapitulation der polnischen Streitkräfte oder zum Ersuchen eines Waffenstillstandes durch die polnische Regierung war es nicht gekommen.

Am 28. September schlossen Ribbentrop und Molotow in Moskau den Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag, in dessen geheimen Zusatzprotokollen die genaue Demarkationslinie festgelegt und der Austausch von Bevölkerungsgruppen vereinbart wurde.

Seekrieg[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu den Landstreitkräften war die polnische Marine der deutschen Kriegsmarine auch zahlenmäßig stark unterlegen (→ Kräfteverhältnis der Seestreitkräfte zu Beginn des Krieges). Das polnische Marineoberkommando unter Konteradmiral Józef Unrug erkannte diese Tatsache an und evakuierte im Rahmen der Operation Peking schon Ende August drei Zerstörer nach Großbritannien.

Zu ersten Kampfhandlungen kam es am 1. September, als deutsche Stuka die verbliebenen beiden großen polnischen Einheiten ORP Gryf und ORP Wicher in der Danziger Bucht angriffen. Das erste Seegefecht fand am 3. September vor Hel statt. Die Kriegsmarine musste dabei die beiden eingesetzten Zerstörer Z 1 Leberecht Maass und Z 9 Wolfgang Zenker zurückziehen, nachdem Z 1 durch einen Artillerietreffer einer Küstenbatterie beschädigt worden war. Am selben Tag wurden die Reste der polnischen Überwasserstreitkräfte im Hafen von Hel mehrfach bombardiert und vernichtet.

Alle fünf polnischen U-Boote sollten ursprünglich die polnische Ostseeküste verteidigen („Plan Worek“) und konnten später entkommen. Sie erzielten aber keine Kampferfolge gegen feindliche Schiffe – abgesehen vom deutschen Minensucher M 85, der auf eine vom U-Boot ORP Żbik verlegte Seemine lief. Die zwei U-Boote ORP Wilk und ORP Orzeł konnten sich nach Großbritannien absetzen. Die restlichen drei U-Boote ließen sich in Schweden internieren. Die Marinebasis auf der Halbinsel Hel verteidigte sich noch bis zum 1. Oktober und fiel als eine der letzten polnischen Stellungen.

Luftkrieg[Bearbeiten]

Die deutsche Luftwaffe zerschlug in den ersten zwei Tagen des Feldzugs die Bodenorganisation der polnischen Luftstreitkräfte; ab dann hatte sie die absolute Luftherrschaft. Sie riegelte die Gefechtsräume durch Angriffe auf Verkehrswege und Nachschubziele weiträumig ab. Schlachtflieger und Sturzkampfflieger bekämpften an neuralgischen Punkten die polnischen Bodentruppen und verhalfen so dem Heer zum Durchbruch.[62]

Ständige Luftangriffe (insgesamt fast 5.000 Luft-Boden-Einsätze in den ersten fünf Tagen) verursachten bei den polnischen Truppen ein Gefühl der Unterlegenheit und Chancenlosigkeit. Sie behinderten die Heranführung von Nachschub beziehungsweise das Zusammenziehen von Verbänden erheblich (diese waren deshalb nur bei Nacht möglich); auch störten sie viele polnische Kommunikationslinien. Nach Abschluss der Kämpfe ergaben Analysen, dass die tatsächlichen physischen Erfolge der Luftwaffe im Polenfeldzug quantitativ weit weniger bedeutend waren als zunächst angenommen.[63]

siehe auch Polnische Luftstreitkräfte#Polenfeldzug

Begleiterscheinungen und Folgen[Bearbeiten]

Kriegstote, Gefangene, Verluste[Bearbeiten]

Leichen polnischer Soldaten in einem Straßengraben
Polnische Einwohner, vermutlich Juden, bei Aufräumarbeiten im zerbombten Warschau
Polnische Kriegsgefangene in einem Durchgangslager, September 1939

Wie viele polnische Zivilisten der deutsche Angriffskrieg das Leben kostete, ist unbekannt. Geschätzt werden 66.000 bis 100.000 gefallene und etwa 133.000 verwundete polnische Soldaten.[64] Mehr als 400.000 polnische Soldaten, darunter etwa 16.000 Offiziere, gerieten in deutsche Gefangenschaft. Dazu kamen noch etwa 200.000 als „verdächtige Elemente“ gefangengenommene Zivilisten. Etwa 61.000 Juden wurden umgehend von den übrigen polnischen Kriegsgefangenen getrennt und schlechter behandelt.[65] Etwa 100.000 polnischen Soldaten gelang die Flucht ins Ausland.[66]

Auch für die deutschen Verluste gibt es keine endgültigen Angaben. In einer ersten Verlautbarung sprach das OKH zunächst von 10.572 Gefallenen, 3.409 Vermissten und 30.322 Verwundeten. Von diesen entfielen 734 Soldaten auf die Luftwaffe.[67] Diese Angaben basierten in erster Linie auf den Daten der Sanitätsinspektion, die während des Feldzuges 10.244 gefallene Soldaten und 593 gefallene Offiziere registriert hatte. Dies unterschied sich schon zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von den Eintragungen in den Kriegstagebüchern der Truppenteile, deren Verlustlisten 14.188 Soldaten und 759 Offiziere umfassten. Die Wehrersatzdienststelle bzw. die Abteilung Wehrmachtverlustwesen errechneten bis 1944 sogar einen Gesamtverlust von 15.450 Soldaten und 819 Offizieren, betonten jedoch, dass die Recherchen noch nicht vollständig abgeschlossen seien.[68] Diese Erhöhung der Verlustangaben erklärt sich wahrscheinlich daraus, dass Vermisste inzwischen als Gefallene galten und Verwundete gestorben waren.

Nach Angaben von Norman Davies (2006) soll die polnische Abwehr der Wehrmacht über 50.000 Tote[69] eingebracht haben, die New York Times vermeldete am 28. September 1939, laut polnischen Angaben betrügen die deutschen Verluste 90.000[70] Gefallene, 400 Panzer und 500 Flugzeuge.

Die materiellen Verluste der Wehrmacht waren beträchtlich. So meldeten die meisten Divisionen den Ausfall von bis zu 50 Prozent ihres Fahrzeugbestandes, mehrheitlich aufgrund von Verschleiß im unwegsamen polnischen Gelände. Die motorisierten Divisionen waren zum Teil erst im Frühjahr 1940 wieder voll einsatzbereit.[71] Rund 285 Flugzeuge, darunter 109 Kampf- und Sturzkampfflugzeuge („Stukas“), gingen verloren.[67]

Massenmorde[Bearbeiten]

Erschießungen von Polen durch ein deutsches Einsatzkommando im Oktober 1939

Noch während des Polenfeldzugs begann das NS-Regime mit gezielten Massenerschießungen polnischer Zivilisten. Fünf der sechs dazu von Heinrich Himmler aufgestellten Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD begleiteten die fünf Armeen der Wehrmacht, die sechste Gruppe war in Posen tätig. Ihr Auftrag war die „Bekämpfung aller reichs- und deutschfeindlichen Elemente rückwärts der fechtenden Truppe“ und die weitgehende „Vernichtung der polnischen Intelligenz“. Nach insgeheim vorbereiteten Fahndungslisten (Sonderfahndungsbuch Polen) ermordeten sie bis Ende 1939 etwa 60.000 polnische Staatsbürger: darunter Lehrer, Ärzte, Juristen, Professoren, katholische Priester und Bischöfe sowie Vertreter von Parteien und Gewerkschaften der polnischen Arbeiterbewegung.[72]

Diesen Massakern fielen auch etwa 7000 polnische Juden zum Opfer. Sie wurden nicht nur als Angehörige polnischer Eliten, sondern auch wahllos ermordet, um die Überlebenden in den sowjetischen Machtbereich zu vertreiben.[73] Weniger bekannt sind Morde an Patienten psychiatrischer Einrichtungen, erstmals in Kocborowo am 22. September. Sie gelten als Vorlauf der in Deutschland im Januar 1940 begonnenen Euthanasie-Morde.[65] Zudem verübte der „Volksdeutsche Selbstschutz“, eine später zur SS gehörende, überwiegend aus in Polen lebenden Deutschen bestehende Miliz, Massenmorde an Polen als „Abrechnung“ für polnische Vorkriegsangriffe auf „Volksdeutsche“. Daran waren Angehörige der Wehrmacht, der Danziger Heimwehr, des SD und der SS beteiligt.[74] Insgesamt wurden nach polnischen, meist auf Augenzeugenberichten beruhenden Ermittlungen im September und Oktober 1939 in Polen bei 714 Aktionen 16.376 Menschen erschossen.

Das Zusammenwirken der Tätergruppen war zu diesem Zeitpunkt meist noch nicht zentral gelenkt und aufeinander abgestimmt, aber ideologisch gewollt und im nationalsozialistischen Weltbild angelegt. Noch vor Kriegsbeginn hatte Hitler seinen Heerführern signalisiert, dass er die „physische Vernichtung“ der polnischen Bevölkerung anstrebte und Zehntausende Vertreter der geistigen, gesellschaftlichen und politischen Elite Polens ermorden lassen wollte.[75] Die deutschen Soldaten wurden indoktriniert, die polnische Zivilbevölkerung als „Untermenschen“ anzusehen und Juden als östliche Barbaren.[76] Hitler wollte die eroberten polnischen Gebiete so schnell wie möglich „germanisieren“ und dabei „rassisch wertvolle“ Polen assimilieren. Die slawischen Polen sollten hingegen im Generalgouvernement zusammengefasst und mit strenger rassischer Abgrenzung ungebildete Zwangsarbeiter für die Deutschen werden.[77]

Kriegsverbrechen[Bearbeiten]

Erschossene Kriegsgefangene in Ciepielów (9. September 1939)
Hauptartikel: Verbrechen der Wehrmacht

Soldaten der Wehrmacht führten während des Polenfeldzuges etwa 60 Prozent der Massenmorde an polnischen Zivilisten aus.[78] Abseits der Kampfhandlungen wurden mehr als 3.000 polnische Soldaten von deutschen Soldaten ermordet,[79] etwa beim Massaker von Ciepielów. Nach vielen Berichten wurden vor allem jüdische Soldaten direkt nach ihrer Gefangennahme ausgesondert und an Ort und Stelle ermordet.[80] In Wolhynien misshandelte die Wehrmacht im September 1939 Juden und steckte Synagogen in Brand.[81] Dies waren Kriegsverbrechen nach dem damals gültigen Kriegsvölkerrecht, das Deutschland 1934 mit der Unterzeichnung der Genfer Kriegsgefangenenkonvention vom 27. Juli 1929 anerkannt hatte.[82]

Obwohl am 5. September 1939 im Reich eine scharfe Strafverordnung gegen „vorsätzliche Ausnutzung der durch den Kriegsverlauf verursachten außergewöhnlichen Verhältnisse“ erlassen worden war, begingen Wehrmachtsangehörige massenhaft Plünderungen und auch einige Vergewaltigungen. Für Jochen Böhler war dies „zugleich Ausdruck einer tiefen Verachtung für die slawische Bevölkerung und Gleichgültigkeit gegenüber dem Leiden, das man verursachte.“[83]

Laut dem US-Historiker Alfred de Zayas erschossen auch Polen deutsche Kriegsgefangene,[84] in absoluten Zahlen jedoch weit weniger als es die Wehrmacht ihrerseits tat. Zayas stützt sich auf Akten der Wehrmacht-Untersuchungsstelle, deren unkritische Verwendung Historiker des Bundesarchivs kritisierten.[85]

Polen ermordeten nach Kriegsbeginn außerdem mindestens 5.437 Angehörige der deutschen Minderheit.[86] Die NS-Propaganda verzehnfachte diese Zahl und behauptete 58.000 deutsche Opfer. Darin eingeschlossen waren die beim „Bromberger Blutsonntag“ am 3. September Ermordeten: Realistische Schätzungen reichen von 300 bis zu 1.500 deutschen Opfern. Als Vergeltung dafür ermordete die Einsatzgruppe IV zwischen dem 7. und 12. September in Bromberg nach Augenzeugenberichten 1.306 Polen – Geistliche, Juden, Frauen und Jugendliche.[87] Weitere Morde und Besatzungsverbrechen an zehntausenden Polen in Brombergs Umgebung wurden ebenfalls mit der polnischen Tat gerechtfertigt.[88]

Einige deutsche Heeresgeneräle protestierten gegen die „Verwilderung“, und Kriegsgerichte leiteten einige Untersuchungsverfahren wegen Morden an Juden und Polen ein. Doch Hitler erklärte im September, er könne nicht mit „Heilsarmee-Methoden“ Krieg führen. Am 4. Oktober 1939 ließ er die Verfahren einstellen[89] und amnestierte die Täter.[90]

Viele Kriegstagebücher deutscher Soldaten berichten über Aktivitäten von „Banden“ und „Freischärlern“, die deutsche Trossabteilungen überfallen hätten. Dies waren jedoch oft versprengte reguläre Einheiten der polnischen Armee, die schnell vorrückende Wehrmachteinheiten von ihren Verbänden abgeschnitten hatten.[91] Viele Morde an polnischen Zivilisten wurden als Teil von Partisanenbekämpfung ausgegeben.

Weitere Kriegsverbrechen im Sinne des damaligen Völkerrechts waren die Bombardements unverteidigter polnischer Städte und der Einsatz chemischer Massenvernichtungsmittel. Laut britischen Zeitungsberichten und Angaben des polnischen Informationsbüros in London soll die deutsche Luftwaffe am 3. September 1939 mit Giftgas gefüllte Bomben auf die Warschauer Vorstadt abgeworfen haben. Opfer wurden nicht genannt.[92] Am 8. September 1939 wurden bei Jasło 14 deutsche Soldaten bei der Beseitigung einer polnischen Brückensperre mit Senfgas (Lost) vergiftet, zwei davon starben.[93]

Deutsche Besatzungsherrschaft[Bearbeiten]

Karte des Generalgouvernements, mit (Ost-)Galizien

Am 8. Oktober teilten das Deutsche Reich und die Sowjetunion im Abkommen von Brest-Litowsk das polnische Gebiet durch eine Demarkationslinie unter sich auf. Die bis zu dieser Linie eroberten Gebiete Ost- und Südpolens wurden deutsches Generalgouvernement, die in Versailles 1919 aberkannten ehemaligen deutschen Ostgebiete und große Teile Mittelpolens wurden im Sinne der von Hitler angestrebten „Arrondierung“ annektiert. Damit war die sowjetische Seite einverstanden.

Mit der Abschaffung aller bestehenden polnischen Verwaltungsbehörden, Bezirksregierungen, politischen Organisationen und Errichtung neuer Verwaltungsbezirke, für die Hitler dem OKH unterstellte Verwaltungschefs ernannte, löste das Besatzungsregime den Nationalstaat Polen komplett auf. Dabei überließ es die Exekutive im Generalgouvernement formal der Heeresführung, deren Truppen sie sicherten. Faktisch aber war der Chef des Generalstabs fast nur mit der Operationsführung beschäftigt, während die Verwaltung von Berlin aus, großenteils mit einfachen Verordnungen, gelenkt wurde.[94]

Die deutsche Besatzungspolitik zielte auf möglichst rasche „Germanisierung“. Etwa 200.000 Juden flohen vor den Deutschen in das sowjetisch besetzte Ostpolen, was deren Zahl dort von 1,2 auf 1,4 Millionen erhöhte. Bis Ende 1939 wurden etwa 90.000 Juden und Polen aus den annektierten Gebieten in das Generalgouvernement vertrieben, bis 1945 insgesamt 900.000. Die übrigen Juden wurden im Holocaust ermordet. An ihrer Stelle wurden insgesamt etwa 400.000 Reichsdeutsche aus dem „Altreich“ und 600.000 Volksdeutsche aus ganz Osteuropa im besetzten Polen angesiedelt.[95] Diese Gewaltmaßnahmen waren wiederum vielerorts von willkürlichen Massenerschießungen begleitet.

Exilregierung und polnischer Widerstand[Bearbeiten]

Insgesamt flohen rund 140.000 polnische Militärangehörige nach Rumänien, Ungarn oder Litauen, wo sie jedoch auf deutschen Druck hin vielfach interniert wurden. In Rumänien wurde die polnische Regierung nach ihrer Flucht am 17. September 1939 interniert. Daraufhin trat Staatspräsident Ignacy Mościcki zurück. Sein Amt übernahm der im französischen Exil lebende Władysław Raczkiewicz, der im folgenden Jahr einen Nationalrat anstelle des aufgelösten Sejm bildete und eine neue Truppe aufstellen ließ. Vielen geflohenen Polen gelang es in der Folgezeit, weiter nach Frankreich zu fliehen und die Exil-Armee zu verstärken. Die von Polens Exilregierung aufgestellten Truppenverbände nahmen an allen wichtigen Operationen des Zweiten Weltkrieges teil.

Infolge ihrer brutalen Unterdrückungspolitik bildete sich auch in Polen selbst ein breiter Widerstand gegen die deutsche Besatzungsmacht. Ein regelrechter „Untergrundstaat“ wurde geschaffen, der mit geheim hergestellter Presse und einem konspirativen System für höhere Bildung der rassistischen Besatzungspolitik der Deutschen entgegentrat. Die militärischen Bemühungen des polnischen Widerstandes gipfelten 1944 unter der Ägide der Exilregierung im Versuch, die Hauptstadt Warschau noch vor den heranrückenden sowjetischen Truppen durch polnische Kräfte zu befreien. Dieser Warschauer Aufstand vom 1. August endete kurz nach einem am 1. Oktober vereinbarten Waffenstillstand. Es folgte die Deportation der noch lebenden Bevölkerung und die weitgehende Zerstörung der Stadt durch die deutsche Wehrmacht.

Ein Teil der Kriegsgefangenen von 1939, die die sowjetischen Gulags überlebten, bildete 1941 während der zeitweiligen Zusammenarbeit mit Josef Stalin, die auf Drängen Großbritanniens zustande kam, die Armee des Generals Władysław Anders. Auf dem Umweg über Persien und Palästina nahm diese Armee den Kampf gegen die Deutschen wieder auf. Sie wurde in Nordafrika und in Italien eingesetzt. Weitere Polen wurden ab 1943 in die von den Sowjets aufgestellte Armee des Generals Zygmunt Berling integriert und kämpften ab 1944 an der Ostfront.


Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Vorgeschichte
  • Walther Hofer: Die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges. Wien u.a., LIT-Verlag 2007, ISBN 978-3-8258-0383-4 (basierend auf Hofers Buch Die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges. Eine Studie über die internationalen Beziehungen im Sommer 1939. DVA 1954 bzw. auf seiner Habilitationsschrift Die europäischen Mächte und der Ausbruch des zweiten Weltkrieges. FU Berlin, 1952)
  •  Tomasz Lubienski: 1939. Noch war Polen nicht verloren. 1. Auflage. Edition.fotoTAPETA, Berlin 2010 (Originaltitel: 1939 Zaczelo sie we wrzesniu, übersetzt von Antje Ritter-Jasinska), ISBN 978-3-940524-08-9.
  • Erwin Oberländer (Hg.): Hitler-Stalin-Pakt. Das Ende Ostmitteleuropas? Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-596-24434-X.
  • Manfred Messerschmidt: Außenpolitik und Kriegsvorbereitungen. In: Wilhelm Deist, Manfred Messerschmidt, Hans-Erich Volkmann und Wolfram Wette: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Bd. 1: Ursachen und Voraussetzungen der deutschen Kriegspolitik. Hrsg. v. Militärgeschichtlichen Forschungsamt, DVA, Stuttgart 1979, ISBN 3-421-01934-7.
  • Horst Rohde: Hitlers erster „Blitzkrieg“ und seine Auswirkungen auf Nordosteuropa. In: Klaus A. Maier, Horst Rohde, Bernd Stegemann, Hans Umbreit: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Bd. 2: Die Errichtung der Hegemonie auf dem europäischen Kontinent. Hrsg. v. Militärgeschichtlichen Forschungsamt, DVA, Stuttgart 1979, ISBN 3-421-01935-5, S. 79–156. (zu Planungs- und Aufmarschphase, weniger Kampfhandlungen)
  • Herbert Schindler: Mosty und Dirschau 1939 – Zwei Handstreiche der Wehrmacht vor Beginn des Polenfeldzuges. Rombach, Freiburg 1971, ISBN 3-7930-0151-2. (zu zwei Kommandounternehmen vom 26. August 1939)
  • Günther Wollstein: Die Politik des nationalsozialistischen Deutschlands gegenüber Polen 1933–39/45. In: M. Funke (Hrsg.): Hitler, Deutschland und die Mächte – Material zur Außenpolitik des Dritten Reichs. Düsseldorf 1976.
Kriegsverlauf
  • Der Zweite Weltkrieg im Kartenbild. Bd 1. Der Polenfeldzug. Ein Lageatlas der Operationsabteilung des Generalstabs des Heeres. Maßstab 1:3000000. Biblio-Verlag, 1989, ISBN 3-7648-1760-7.
  • Rolf Elble: Die Schlacht an der Bzura im September 1939 aus deutscher und polnischer Sicht. Freiburg 1975, ISBN 3-7930-0174-1. (zur Verschiedenheit der Heere und einer polnischen Operation)
  • Janusz Piekałkiewicz: Polenfeldzug. Hitler und Stalin zerschlagen die Polnische Republik. Augsburg 1998, ISBN 3-86047-907-5. (zur polnischen Sicht, mit vielen bislang unbekannten Bildern und Zeitdokumenten)
  • Bertil Stjernfelt, Klaus-Richard Böhme: Westerplatte 1939. Rombach, Freiburg 1978, ISBN 3-7930-0182-2. (Standardwerk)
  • Jochen Böhler: Der Überfall. Deutschlands Krieg gegen Polen. Eichborn, Frankfurt am Main 2009, ISBN 3-8218-5706-4.
Kriegsverbrechen
  • Jochen Böhler (Hrsg): „Größte Härte …”. Verbrechen der Wehrmacht in Polen September – Oktober 1939. Fibre, Osnabrück 2005, ISBN 3-938400-07-2. (Katalog mit allen Fotos und Beschreibungen zur gleichnamigen Ausstellung von 2006, dazu zwei Aufsätze)
  • Jochen Böhler: Auftakt zum Vernichtungskrieg. Die Wehrmacht in Polen 1939. Eine Publikation des Deutschen Historischen Instituts Warschau. Fischer TB, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-596-16307-2 und Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Schriftenreihe Bd. 550, 2006, ISBN 3-89331-679-5. (Die Zeit 24/2006: Rezension Die Zeit 2006: Am Leben blieb niemand.)
  • Martin Broszat: Nationalsozialistische Polenpolitik 1939–1945. Fischer Bücherei, Frankfurt am Main und Hamburg 1965.
  • Czeslaw Madajczyk, Berthold Puchert: Die Okkupationspolitik Nazideutschlands in Polen 1939–1945. Pahl-Rugenstein, Berlin/Köln 1988, ISBN 3-7609-1198-6.
  • Michael Wildt: Generation des Unbedingten. Das Führungskorps des Reichssicherheitshauptamtes. Kap. 6: Polen 1939: Die Erfahrung rassistischen Massenmords. Hamburg 2002, S. 419–485.
Folgen
  • Christoph Kleßmann (Hrsg.): September 1939. Krieg, Besetzung, Widerstand in Polen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1997, ISBN 3-525-33559-8.
  • John Mosier: The Blitzkrieg Myth: How Hitler and the Allies Misread the Strategic Realities of World War II. HarperCollins, 2004, ISBN 0-06-000977-2.
  • Jan T. Gross: Revolution from Abroad: The Soviet Conquest of Poland’s Western Ukraine and Western Belorussia. Princeton University Press 2002, ISBN 0-691-09603-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Polnischer Verteidigungskrieg 1939 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Deutscher Einmarsch in Polen 1939 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wehrmacht Zentralstatistik, Stand 30. November 1944, Bundesarchiv-Militärarchiv Freiburg (BA-MA RH 7/653).
  2. Fritz Hahn, Waffen und Geheimwaffen des Deutschen Heeres 1933–1945, S. 196.
  3. Axis Slovakia: Hitler’s Slavic Wedge, 1938–1945, S. 81.
  4. Wolfgang Benz, Rolf-Dieter Müller (Hrsg.): Der Zweite Weltkrieg 1939–1945. (= Handbuch der deutschen Geschichte. Bd. 21). Klett-Cotta, Stuttgart 2004, ISBN 978-3-608-60021-6, S. 69.
  5. Bernd Jürgen Wendt: Deutschlands Weg in den Zweiten Weltkrieg. In: Clemens Vollnhals (Hrsg.): Wehrmacht – Verbrechen – Widerstand. – Vier Beiträge zum nationalsozialistischen Weltanschauungskrieg. 2003, S. 9–26, hier S. 9.
  6. Martin Broszat: Nationalsozialistische Polenpolitik 1939–1945. Fischer, Frankfurt am Main / Hamburg 1965, S. 41 ff.
  7. Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Handbuch der preußischen Geschichte Band 3: Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und große Themen der Geschichte Preußens. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2000, § 1 III.2, S. 42.
  8. Johannes Kalisch: Von der „Globallösung“ zum „Fall Weiß“. Die deutsch-polnischen Beziehungen 1938/39. In: Dietrich Eichholtz, Kurt Pätzold (Hrsg.): Der Weg in den Krieg. Studien zur Geschichte der Vorkriegsjahre (1935/36 bis 1939). Berlin 1989, S. 381–402.
  9. Manfred Hildermeier: Geschichte der Sowjetunion 1917–1991. Entstehung und Niedergang des ersten sozialistischen Staates. München 1998, S. 359; Lars Jockheck: Der „Völkische Beobachter“ über Polen 1932–1934. Eine Fallstudie zum Übergang vom „Kampfblatt“ zur „Regierungszeitung“. Hamburg 1999, S. 92; Albert S. Kotowski: Polens Politik gegenüber seiner deutschen Minderheit 1919–1939. Wiesbaden 1998, S. 19 und 204.
  10. Kalisch: Globallösung. S. 383.
  11. Kalisch: Globallösung. S. 381 f.
  12. Kotowski: Polens Politik. S. 18 f.
  13. Kalisch: Globallösung. S. 388.
  14. Kalisch: Globallösung. S. 384 ff.
  15. Gerhard L. Binz: Umbruch im Kriegs-Völkerrecht. In: Wehrwissenschaftliche Rundschau, Band 8 (1/1958), S. 17 f.
  16. Hans-Ulrich Thamer: Verführung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Siedler, Berlin 1994, S. 124 ff.
  17. Wolfgang Wippermann: Der konsequente Wahn. Ideologie und Politik Adolf Hitlers. Bertelsmann, 1989, S. 47.
  18. Jörg K. Hoensch: Geschichte Polens. Eugen Ulmers³, Stuttgart 1998, S. 271 ff.
  19. Zygmunt Jerzy Gąsiorowski: Did Piłsudski attempt to initiate a preventive war in 1933? In: Journal of Modern History 27 (1955), S. 135–151; Hans Roos: Die „Präventivkriegspläne“ Pilsudskis. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 3 (1955), S. 344–362; Jean-Baptiste Duroselle: Politique extérieure de la France. La décadence (1932–1939). Imprimerie nationale, Paris 1979, S. 100 f.
  20. Marian Wojciechowski: Die polnisch-deutschen Beziehungen 1933–1938. Brill, Leiden 1971, S. 15–20.
  21. Thilo Vogelsang: Neue Dokumente zur Geschichte der Reichswehr. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 2/1954, S. 435.
  22. das Deutsche Reich kündigte am 19. Oktober 1933 formell seinen Austritt an; dieser trat nach Ablauf der zweijährigen Kündigungsfrist in Kraft.
  23. Norbert Schramm: Grundmuster der deutschen Ostpolitik 1918–1939. In: Bernd Wegner (Hrsg.): Zwei Wege nach Moskau. Vom Hitler-Stalin-Pakt bis zum Unternehmen Barbarossa. Piper, München/Zürich 1991, S. 16.
  24. Beate Kosmala: Artikel „Polen“. In: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Heiß (Hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, S. 642; Klaus Hildebrand: Das vergangene Reich. Deutsche Außenpolitik von Bismarck bis Hitler. DVA, Stuttgart 1996, ISBN 978-3421066916, S. 590. (2. Aufl., Oldenbourg, München 2008, ISBN 978-3486586053.)
  25. Beate Kosmala: Artikel „Polen“. In: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Heiß (Hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus. Stuttgart 1997, S. 642 f.
  26. Jörg K. Hoensch: Der Hitler-Stalin-Pakt und Polen. In: Erwin Oberländer (Hrsg.): Hitler-Stalin-Pakt. Das Ende Ostmitteleuropas? Fischer, Frankfurt am Main 1989, S. 45 f.
  27. Klaus Hildebrand: Das vergangene Reich. Deutsche Außenpolitik von Bismarck bis Hitler. Stuttgart 1996, S. 678 f.
  28. Vgl. Stanisław Mackiewicz: O jedenastej – powiada aktor – sztuka jest skończona. Polityka Józefa Becka. London 1942, S. 258–259; Piotr Zychowicz: Pakt Ribbentrop-Beck. Poznań 2012, S. 51–53.
  29. Horst Rohde: Hitlers erster „Blitzkrieg“ und seine Auswirkungen auf Nordosteuropa. In: Klaus A. Maier, Horst Rohde, Bernd Stegemann, Hans Umbreit: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Band 2: Die Errichtung der Hegemonie auf dem europäischen Kontinent. Hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, DVA, Stuttgart 1979, S. 82.
  30. Richard Overy: Die letzten zehn Tage. Europa am Vorabend des Zweiten Weltkriegs – 24. August bis 3. September 1939. Random House, 2009, ISBN 3-641-03298-9, S. 8.
  31. Jean-Baptiste Duroselle: Politique étrangère de la France. La décadence 1932–1939. Paris 1979, S. 428–435.
  32. Winfried Baumgart: Zur Ansprache Hitlers vor den Führern der Wehrmacht am 22. August 1939. Eine quellenkritische Untersuchung. (PDF; 6,1 MB) In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 2/1968, S. 120–149; Zitate S. 133 und 145.
  33. Walther Hofer: Die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges. S. 97–101.
  34. Detlef Wienecke-Janz, ‎Johannes Ebert (Hrsg.): Die Chronik. Geschichte des 20. Jahrhunderts bis heute. wissenmedia, 2006, ISBN 3577146419, S. 273; Hanno Ballhausen: Chronik des Zweiten Weltkriegs. S. 17.
  35. Jochen Böhler: Adolf Hitler, Erklärung der Reichsregierung vor dem Deutschen Reichstag, 1. September 1939. Einleitung. In: 100(0) Schlüsseldoumente zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert. (abgerufen: 19.10.2014).
  36. Thomas Kees (Universität Saarland, März 1994): „Polnische Greuel“ – Der Propagandafeldzug des Dritten Reiches gegen Polen. (PDF; 912 kB).
  37. Klaus Wiegrefe (Der Spiegel 35, 24. August 2009): Sprung ins Dunkle.
  38. Cajus Bekker: Angriffshöhe 4000: Ein Kriegstagebuch der deutschen Luftwaffe. Pavillon, 2003, ISBN 3453870980, S. 14.
  39. Der II. Weltkrieg – Schritt über die Grenzen. Zeitgeschichte in Wort, Bild und Ton – 1938–1941. Verlag für Geschichtliche Dokumentation, 1989, ISBN 3-88199-536-6, S. 106 f.
  40. Herbert Schindler: Mosty und Dirschau 1939 – Zwei Handstreiche der Wehrmacht vor Beginn des Polenfeldzuges. Freiburg 1971, S. 25–29.
  41. Die Darstellung folgt Horst Rhode: Hitlers erster „Blitzkrieg“ und seine Auswirkungen auf Nordosteuropa. In: Klaus A. Maier, Horst Rhode, Bernd Stegemann, Hans Umbreit: Die Errichtung der Hegemonie auf dem europäischen Kontinent. DVA, Stuttgart 1979, S. 79–156, hier: Der polnische Operations- und Aufmarschplan. S. 104–110 (= Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 2).
  42. Hermann Graml: Europas Weg in den Krieg. Hitler und die Mächte 1939. Oldenbourg, München 1990, S. 184 f., zit. S. 185.
  43. Hermann Graml: Europas Weg in den Krieg. Hitler und die Mächte 1939. Oldenbourg, München 1990, S. 186.
  44. Horst Rhode: Hitlers erster „Blitzkrieg“ und seine Auswirkungen auf Nordosteuropa. In: Klaus A. Maier, Horst Rhode, Bernd Stegemann, Hans Umbreit: Die Errichtung der Hegemonie auf dem europäischen Kontinent. DVA, Stuttgart 1979, S. 79–156, hier: Der polnische Operations- und Aufmarschplan. S. 108 f.
  45. Hermann Graml: Europas Weg in den Krieg. Hitler und die Mächte 1939. Oldenbourg, München 1990, S. 188.
  46. Hermann Graml: Europas Weg in den Krieg. Hitler und die Mächte 1939. Oldenbourg, München 1990, S. 187.
  47. a b Horst Rhode: Hitlers erster „Blitzkrieg“ und seine Auswirkungen auf Nordosteuropa. In: Klaus A. Maier, Horst Rhode, Bernd Stegemann, Hans Umbreit: Die Errichtung der Hegemonie auf dem europäischen Kontinent. DVA, Stuttgart 1979, S. 79–156, hier: Der polnische Operations- und Aufmarschplan. S. 104–107.
  48. Horst Rhode: Hitlers erster „Blitzkrieg“ und seine Auswirkungen auf Nordosteuropa. In: Klaus A. Maier, Horst Rhode, Bernd Stegemann, Hans Umbreit: Die Errichtung der Hegemonie auf dem europäischen Kontinent. DVA, Stuttgart 1979, S. 79–156, hier: Der polnische Operations- und Aufmarschplan. S. 107.
  49. Horst Rhode: Hitlers erster „Blitzkrieg“ und seine Auswirkungen auf Nordosteuropa. In: Klaus A. Maier, Horst Rhode, Bernd Stegemann, Hans Umbreit: Die Errichtung der Hegemonie auf dem europäischen Kontinent. DVA, Stuttgart 1979, S. 79–156, hier: Der polnische Operations- und Aufmarschplan. S. 109 f.
  50. Horst Rhode: Hitlers erster „Blitzkrieg“ und seine Auswirkungen auf Nordosteuropa. In: Klaus A. Maier, Horst Rhode, Bernd Stegemann, Hans Umbreit: Die Errichtung der Hegemonie auf dem europäischen Kontinent. DVA, Stuttgart 1979, S. 79–156, hier: Der polnische Operations- und Aufmarschplan. S. 110.
  51. Weisung des Obersten Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler für den Angriff auf Polen („Fall Weiß“) vom 31. August 1939, in: documentArchiv.de (Hrsg.)
  52. Chr. Zentner: Der Zweite Weltkrieg 1939–1945: Der Feldzug in Polen. In: Der Zweite Weltkrieg – Daten, Fakten, Kommentare. 3. Auflage 2003, S. 27.
  53. Zit. nach Ian Kershaw: Hitler 1936–1945 (= Hitler; Bd. 2), Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2000 S. 313]; vgl. auch Adolf Hitler, Erklärung der Reichsregierung vor dem Deutschen Reichstag, 1. September 1939 auf 1000dokumente.de.
    Laut Hans-Erich Volkmann gab es 1939 keinen Zeitunterschied zwischen Polen und Deutschland, da hier wie dort die Sommerzeit erst am 1. April 1940 eingeführt worden sei und der Krieg somit nach deutscher wie nach polnischer Zeitrechnung um 4:45 Uhr begann: Hitlers Zeitangabe sei ein Versprecher. (H.-E. Volkmann: Wolfram von Richthofen, die Zerstörung Wieluńs und das Kriegsvölkerrecht. In: Militärgeschichtliche Zeitschrift 70 (2011), Heft 2, S. 287–328, hier S. 288 f.)
  54. Wendt, a.a.O. S. 9.
  55. Werner Maser: Der Wortbruch. Hitler, Stalin und der Zweite Weltkrieg. Olzog Verlag, München 1994, ISBN 3-7892-8260-X, S. 85 f.
  56. Jan Tomasz Gross: Die Sowjetisierung Ostpolens 1939–1941. In: Bernd Wegner (Hrsg.): Zwei Wege nach Moskau. Vom Hitler-Stalin-Pakt bis zum Unternehmen Barbarossa. Piper Verlag, München/Zürich 1991, S. 56.
  57. Hellmuth G. Dahms: Deutsche Geschichte: Der Zweite Weltkrieg. Ullstein, Frankfurt am Main/Berlin 1966, S. 37.
  58. Ingeborg Fleischhauer: Diplomatischer Widerstand gegen »Unternehmen Barbarossa«. Die Friedensbemühungen der Deutschen Botschaft Moskau 1939–1941. Ullstein, Berlin 1991, S. 36.
  59.  Walther Hofer: Die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges. Darstellung und Dokumente. Lit Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-8258-0383-4, „Der Abschluss des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes und Geheimabkommens – Drahtbericht des deutschen Botschafters in der Sowjetunion an das Auswärtige Amt in Berlin vom 10. September 1939“, S. 157 (online, abgerufen am 27. Juni 2012).
  60. Jan Tomasz Gross: Die Sowjetisierung Ostpolens 1939–1941. In: Bernd Wegner (Hg.): Zwei Wege nach Moskau. Vom Hitler-Stalin-Pakt bis zum Unternehmen Barbarossa. Piper Verlag, München/Zürich 1991, S. 59 f.
  61. Klaus A. Maier, Horst Rohde, Bernd Stegemann u. a.: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 2, DVA-Stuttgart, S. 131.
  62. Ernst Stilla: Die Luftwaffe im Kampf um die Luftherrschaft. Entscheidende Einflussgrößen bei der Niederlage der Luftwaffe im Abwehrkampf im Westen und über Deutschland im Zweiten Weltkrieg unter besonderer Berücksichtigung der Faktoren „Luftrüstung“, „Forschung und Entwicklung“ und „Human Ressourcen“. Dissertation, Uni Bonn 2005 (hier: Seite 71 und Fußnote 312).
  63. Ernst Stilla, a.a.O. S. 71 und Fußnote 313.
  64. Artikel „Polenfeldzug“, in: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Heiß (Hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus. Stuttgart 1997, S. 646.
  65. a b Christoph Studt: Das Dritte Reich in Daten. Beck, München 2002, ISBN 9783406476358, S. 115.
  66. Rüdiger Overmans: Die Kriegsgefangenenpolitik des Deutschen Reiches 1939 bis 1945. In: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.) Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg Band 9/2. München 2005, S. 743 f.
  67. a b Cajus Bekker: Angriffshöhe 4000. 2003, S. 64; nach Zusammenstellung des GenQm Ob.d.L vom 5. Oktober 1939.
  68. Rüdiger Overmans: Deutsche militärische Verluste im Zweiten Weltkrieg. In: Beiträge zur Militärgeschichte. Bd. 46; hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, München 2004, S. 54.
  69. Norman Davies: Zweites Kapitel: Das Erbe der Niederlage, 1. Die Ära des Hitler-Stalin-Pakts, 1939–41. aus: Im Herzen Europas – Geschichte Polens. 4. durchgesehene Auflage 2006, S. 60.
  70. Poles Say 90,000 Germans Were Killed.
  71. Heinz Frieser: Blitzkrieg-Legende – Der Westfeldzug 1940. In: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Operationen des Zweiten Weltkrieges Band 2. Oldenbourg, München 1995, S. 27.
  72. Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933–1945. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003, ISBN 3-534-15158-5, S. 49.
  73. Dieter Pohl: Holocaust. Herder, Freiburg im Breisgau 2000, S. 36.
  74. Elke Heckert, Ludwig Nestler, Werner Röhr, Wolfgang Schumann (Hrsg.): Nacht über Europa. Die Okkupationspolitik des deutschen Faschismus (1938–1945) Band 2: Die faschistische Okkupationspolitik in Polen (1939–1945). Pahl-Rugenstein, Köln 1989, ISBN 3891442920, S. 346 ff.
  75. Mark Mazower, Martin Richter: Hitlers Imperium. Europa unter der Herrschaft des Nationalsozialismus. Beck, München 2009, ISBN 3406592716, S. 71.
  76. Timothy Snyder: Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin. 4. Auflage, Beck, München 2011, ISBN 3406621848, S. 136–138.
  77. Mark Mazower, Martin Richter: Hitlers Imperium. München 2009, S. 75–81.
  78. Richard C. Lukas: The Forgotten Holocaust – The Poles under German Occupation 1939–1944. New York 1997, S. 3.
  79. Jochen Böhler: Auftakt zum Vernichtungskrieg. Frankfurt am Main 2006, S. 241.
  80. Jochen Böhler: ''Auftakt zum Vernichtungskrieg. Frankfurt am Main 2006, S. 176 f.
  81. Timothy Snyder: Leben und Sterben der Juden in Wolhynien. In: Osteuropa 57/ 2007, ISSN 0030-6428, S. 130.
  82. Christian Hartmann, Johannes Hürter, Dieter Pohl, Andreas Toppe: Wehrmacht in der nationalsozialistischen Diktatur. Ein Forschungsprojekt des Instituts für Zeitgeschichte.
  83. Jochen Böhler: Auftakt zum Vernichtungskrieg. Frankfurt am Main 2006, S. 186.
  84. Alfred M. De Zayas: Die Wehrmacht-Untersuchungsstelle – deutsche Ermittlungen über alliierte Völkerrechtsverletzungen im Zweiten Weltkrieg. 4. Auflage, Frankfurt am Main / Berlin 1987.
  85. Bundesarchiv (Hrsg.): Europa unterm Hakenkreuz. Die Okkupationspolitik des deutschen Faschismus (1938–1945). Achtbändige Dokumentenedition. Bd. 8, Analysen, Quellen, Register, Heidelberg 1996, ISBN 3-7785-2338-4, S. 349.
  86. Jürgen Runtzheimer: Bromberger Blutsonntag. In: Wolfgang Benz: Legenden, Lügen, Vorurteile. Deutscher Taschenbuchverlag 1992, ISBN 3-423-03295-2, S. 47 ff.
  87. Dorothee Weitbrecht: Ermächtigung zur Vernichtung – Die Einsatzgruppen in Polen im Herbst 1939. In: Klaus-Michael Mallmann, Bogdan Musiał (Hrsg.): Genesis des Genozids. Polen 1939–1941. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004, ISBN 3534180968, S. 61.
  88. Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933–1945. Darmstadt 1993, S. 49.
  89. Christoph Studt: Das Dritte Reich in Daten. München 2002, S. 113 und 116.
  90. Dieter Pohl: Holocaust. Freiburg 2000, S. 36.
  91. Jochen Böhler: „Tragische Verstrickung“ oder Auftakt zum Vernichtungskrieg? Die Wehrmacht in Polen 1939. In: Klaus-Michael Mallmann, Bogdan Musiał (Hrsg.): Genesis des Genozids. Polen 1939–1941. Darmstadt 2004, S. 48 f.
  92. Stockholm International Peace Research Institute (Hrsg.): The Problem of Chemical and Biological Warfare. Band 1, Stockholm/New York 1971, S. 153 f. und Fn. 375 ff.
  93. Günther W. Gellermann: Der Krieg, der nicht stattfand. Koblenz 1986, S. 135 ff.
  94. Hans Umbreit: Die Verantwortlichkeit der Wehrmacht als Okkupationsarmee. In: Rolf-Dieter Müller, Hans-Erich Volkmann (Hrsg.): Die Wehrmacht. Mythos und Realität. München 1999, ISBN 3-486-56383-1, S. 747 ff.
  95. Israel Gutman (Hrsg.): Enzyklopädie des Holocaust. München / Zürich 1998, S. 1125.