Polessk
| Stadt
Polessk/Labiau
Полесск
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| Liste der Städte in Russland | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Polessk (russisch Полесск; bis 1946 deutsch Labiau, litauisch Labguva, polnisch Labiawa/Labiewo) ist eine Rajonstadt mit 7581 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010)[1] in der russischen Oblast Kaliningrad. Die Stadt ist auch Sitz der städtischen Gemeinde Polesskoje gorodskoje posselenie mit den beiden weiteren Siedlungen Podsobny (russisch Подсобный) (Groß Reikeninken/Reiken) und Tjulenino (russisch Тюленино) (Viehof).
Inhaltsverzeichnis |
Geographische Lage[Bearbeiten]
Polessk ist Zentrum des Rajons Polessk und liegt zwischen Kaliningrad und Sowjetsk am Übergang der Hauptstraße und Eisenbahn über die Deime (rus. Deima; prußisch Deimena/ Deiwmena: bot. Stabwurz/ Eberraute), kurz vor deren Mündung ins Kurische Haff. Nordöstlich von Polessk liegt das Hochmoorgebiet Großes Moosbruch.
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
In Polessk befinden sich eine alte Burg des Deutschen Ordens (heute industrielle Nutzung) und ein russisch-orthodoxes Frauenkloster. An der Polessk gegenüberliegenden Seite der Deime beginnt der Friedrichsgraben.
Geschichte[Bearbeiten]
- 1258 Labegowe moter
- 1261 in terra Labigow
- 1300 Labigow/ Labiow
- 1420 Labiau/ Labiaw
Bedeutung:
- prußisch labs = gut
- prußisch moter = sumpfiges Land, Areal, Beritt
- litauisch labguvyna = Heilstein (cuprum aluminatum sive lapis divinus)
Cuprum aluminatum wird auch Augenstein, Heiligenstein und Kupferalaun genannt und ist ein Chalcedon aus der Gruppe der Quarze.
Die Burg Labiau wurde nach der Eroberung des Samlandes zwischen 1258 und 1259 angelegt und sollte Königsberg vor Feinden schützen, die sich über das Haff näherten. 1277 brannten die Schalauer sie nieder. Die Burg wurde anschließend aus Stein als Komturei wieder errichtet. 1352 siegte Heinrich Schindekopf über die Litauer. Die Wasserburg galt als uneinnehmbar und wurde nach 1550 von Anna Maria, der zweiten Frau Herzogs Albrecht bewohnt. Stadtrecht wurde ihr 1642 durch den Großen Kurfürsten verliehen.
Nach Meyers Konversationslexikon von 1888 hatte die Kreisstadt Labiau ein Amtsgericht, eine Reichsbanknebenstelle, eine Dampfbrauerei, Dampfsägemühlen, Fischhandel und (1885) 4.744 fast ausschließlich evangelische Einwohner.
Bis 1945 gehörte Labiau zum Landkreis Labiau im Regierungsbezirk Königsberg der Provinz Ostpreußen.
1945 wurde Labiau von der Roten Armee besetzt und nach Kriegsende der Verwaltung der RSFSR, der russischen Teilrepublik der Sowjetunion, unterstellt. Labiau wurde 1946 in Polessk umbenannt. Seit Auflösung der Sowjetunion gehört Polessk zur Russischen Föderation.
Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen | |
|---|---|---|---|
| 1782 | 2.129 | in 168 Haushaltungen, ohne die 420 militärischen und Zivilangehörigen der Garnison[2] | |
| 1875 | 4.487 | ||
| 1880 | 4.683[3] | ||
| 1890 | 4.861 | davon 29 Katholiken und 92 Juden[3] | |
| 1900 | 4.455 | meist Evangelische[4] | |
| 1910 | 4.604 | ||
| 1925 | 4.840 | ||
| 1933 | 5.879 | ||
| 1939 | 6.544 | ||
| 1959 | 5.435 | ||
| 1970 | 5.601 | ||
| 1979 | 6.338 | ||
| 1989 | 6.859 | ||
| 2002 | 7.681 | ||
| 2010 | 7.581 |
Anmerkung: Volkszählungsdaten
Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]
- Christoph Aschmoneit (1901–1984), führender deutscher U-Bootbauer
- Kasimir von Auer (1788-1837), preußischer Generalmajor
- Dagmar Blei (* 1940), deutsche Linguistin
- Bernhard Obersteller (1889-1972), deutscher Politiker (GB/BHE), Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtags
- Jacob Ephraim Polzin (1778-1851), Architekt
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Erich Weise (Hrsg.): Ost- und Westpreußen. Handbuch der historischen Stätten. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart, 1981. ISBN 3-520-31701-X.
- Max Toeppen: Ueber preussische Lischken, Flecken und Städte. Ein Beitrag zur Geschichte der Gemeindeverfassungen in Preußen. In: Altpreußische Monatsschrift, Band 4, Königsberg 1867, S. 511-536, insbesondere S. 515-527 (Volltext)
- Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I: Topographie von Ost-Preußen. Marienwerder 1785, S. 14 (Volltext).
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
- ↑ * Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I: Topographie von Ost-Preußen. Marienwerder 1785, S. 14.
- ↑ a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Ostpreußen - Landkreis Labiau (2006)
- ↑ Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 12, Leipzig und Wien 1908, S. 6.
Weblinks[Bearbeiten]
- Polessk auf mojgorod.ru (russisch)
Verwaltungszentrum: Kaliningrad
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