Police Grand-Ducale

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Logo der Luxemburger Polizei
Verwaltungsgebäude auf Verlorenkost vor der Erweiterung 2012/2014

Die Police Grand-Ducale (deutsch grossherzogliche Polizei) ist ein Organ der Exekutive in Luxemburg. Sie untersteht dem Innenministerium und wurde in ihrer heutigen Form am 1. Januar 2000 gegründet, als sie mit der Gendarmerie zusammengelegt wurde. Sie ist für die Innere Sicherheit, Aufrechterhaltung der Öffentlichen Ordnung sowie die Durchsetzung der Gesetze verantwortlich.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Wurzeln dieser beiden Organisationen gehen auf das Jahr 1733 bzw. bis ins 13. Jahrhundert zurück.[2] Während die Geschichte der Gendarmerie aus der Zeit der französischen Besatzung im damaligen Département Forêts begann und damit vergleichsweise jung war, gehen die Wurzeln der Polizei bis ins 13. Jahrhundert zurück. Gräfin Ermesinde II. konnte zu ihren Lebzeiten nicht nur ihr Herrschaftsgebiet verdreifachen, sie erhöhte durch eine umfassende Verwaltungsreform auch den Wohlstand und die Sicherheit. Unter Anwendung des Rechts von Beaumont[3] „befreite“ sie viele Städte und Dörfer. Nach der heutigen Quellenlage waren die Hauptaufgaben der damaligen Polizei:

  • Patrouille zur Verbrechensvorbeugung
  • Festsetzung von Deserteuren und Vagabunden
  • Überwachung der Sonn- und Feiertagsruhe
  • Überwachung der Schulpflicht

ab 1531 kamen die folgenden Aufgaben zur Gewährung von „Einheit und gegenseitigem Verständnis zwischen den Untertanen und Seiner Majestät“ hinzu:

  • Währungs- und Zollüberwachung, Notare, Konkurswesen
  • Monopolwesen und Lebensmittel- und Preiskontrolle
  • Aufsicht von Obdachlosen, Armen, Landstreichern
  • Aufgaben des Standesamtes: Widmungen, Hochzeiten
  • Einschreiten bei Mord, Trunkenheit, Pferdediebstahl, Lästerer

Mit der Einführung einer einheitlichen und funktionsfähigen Verwaltung nach der Französischen Revolution entfielen einige Aufgaben wieder. Fokus der Arbeit war jetzt „de veiller et tenir la main, dans l'étendue de chaque municipalité, à l'exécution des lois et règlements de police“ (etwa: „zu überwachen und, in Dienstbesorgung für die jeweilige Gemeinde, die Strafverfolgung und polizeiliche Vorschriften festzusetzen“), bis heute Schwerpunkt der Polizeiarbeit.

Seit 1930 ist die Luxemburger Polizei verstaatlicht. In den Jahren 1952 bis 1989 wurden insgesamt vier Polizeireformen durchgeführt: Seit 1952 trägt die Polizei – sicher auch wegen der unliebsamen deutschen Besatzung – nicht mehr die Bezeichnung Localpolizei sondern Police. Außerdem wurde in diesem Jahr die Polizei der Armee rechtlich gleichgestellt, die somit mehr Machtbefugnisse bekam. 1980 sind sämtliche Einschränkungen einer territorialen Befugnis weggefallen, sodass keine landesinternen Grenzen die Strafverfolgung behindern.[2] Nach wie vor sind Teile der Ausbildung sowie sämtliche Dienstgrade bei Armee und Polizei identisch. Auch finden Versetzungen von Beamten zwischen beiden Armen der Exekutive statt.

Organisation[Bearbeiten]

Regionen der Polizei

Die Police Grand-Ducale hat heute (Stand: 1. Halbjahr 2011) über 80 Dienststellen, verteilt auf folgende Abteilungen:

  • Generaldirektion
  • 6 Polizeiregionen (Circonscriptions régionales)
    • Polizeiregion Kapellen (CR Capellen)
    • Polizeiregion Diekirch (CR Diekirch)
    • Polizeiregion Esch/Alzette (CR Esch/Alzette)
    • Polizeiregion Grevenmacher (CR Grevenmacher)
    • Polizeiregion Luxemburg (CR Luxembourg)
    • Polizeiregion Mersch (CR Mersch)

Die Direktionsabteilung (Direction Générale) ist in dem Gebäude auf "Kalchesbréck" (Findel) untergebracht.

Die sechs Nationalen Einheiten sind alle im Umkreis von Luxemburg-Stadt angesiedelt, SPJ in Hamm, UCPR in Bartringen, UCPA, UGRM, USP auf Findel und EP in Bonneweg.

Die Direktionen der sechs Polizeiregionen (CR) sind in Kapellen, Diekirch, Esch-sur-Alzette, Grevenmacher, Luxemburg-Stadt und Mersch angesiedelt. Jede von diesen sechs Polizeiregionen setzt sich neben der Regionaldirektion, aus einem regionalen "Centre d'Intervention Principal" (CIP), mehreren regionalen "Centres d'Intervention Secondaires" (CIS) (alles Schutzpolizei) sowie den lokalen "Commissariats de Proximité" (CP) zusammen. Jede Polizeiregion verfügt ausserdem über einen "Service de Recherche et d'Enquête Criminelle" (SREC)(Kriminalamt) und über einen "Service Régional de Police de la Route" (SRPR) (Verkehrspolizei).

CR CIP / CIS CP Bevölkerung
(2005)
Fläche
(km²)
Kapellen
Kapellen Bartringen, Kapellen, Steinfort, Strassen 43.134 208,17
Diekirch
Diekirch Diekirch, Ettelbrück, Vianden 33.090 320,71
Ulflingen Clerf, Hosingen, Ulflingen 12.625 316,80
Wiltz Böwen, Heiderscheid, Wiltz 12.460 264,55
Esch-sur-Alzette
Differdingen Beles, Niederkerschen, Differdingen, Petingen, Rodange 54.459 77,67
Düdelingen Bettemburg, Düdelingen, Roeser 36.104 102,17
Esch Esch-Nord, Esch-Sud, Kayltal, Monnerich, Schifflingen 57.824 99,14
Grevenmacher
Echternach Echternach, Junglinster 20.499 240,92
Grevenmacher Grevenmacher, Niederanven, Roodt-Syr, Wasserbillig, Wormeldingen 28.287 243,97
Remich Mondorf, Moutfort, Remich 20.605 125,63
Luxemburg
Luxemburg Hesperingen, Luxemburg, Walferdingen 94.552 85,74
Mersch
Mersch Fels, Mersch 26.886 233,40
Redingen Grosbous, Rambruch, Redingen 14.499 267,49
Gesamt 455.024 2.586

Die zentrale, landeseinheitliche Rufnummer lautet 113.

Bisherige Generaldirektoren[Bearbeiten]

  • 2000–2001: Charles Bourg
  • 2001–2008: Pierre Reuland
  • seit 2008: Romain Nettgen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mémorial A, 1999, No. 87, 28. August 2006, Service central de législation (franz.)
  2. a b Homepage der Police Grand-Ducale (franz.)
  3. Werner Rösener: Bauern im Mittelalter; C.H.Beck-Verlag, 1985, ISBN 978-3-406-30448-4, S. 166

Weblinks[Bearbeiten]