ACS Poli Timișoara

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ACS Poli Timișoara
Poli timisoara.png
Voller Name Asociația Club Sportiv
Poli Timișoara
Gegründet 2002
Vereinsfarben weiß-violett
Stadion Dan-Păltinișanu-Stadion
Plätze 32.019
Präsident RumänienRumänien Calin Rosenblum
Trainer RumänienRumänien Valentin Velcea
Homepage www.politimisoara.com
Liga Liga II
2013/14 16. Platz (Liga 1)
Heim
Auswärts
altes Logo von FCU Politehnica Timişoara

ACS Poli Timișoara ist ein rumänischer Fußballverein aus Timișoara, der seit 2013 in der höchsten rumänischen Liga, der Liga 1, spielt. Er darf sich auf Grund eines FIFA-Beschlusses allerdings nicht als Nachfolger des FC Politehnica Timișoara ausgeben, der in den Jahren 1958 und 1980 den rumänischen Pokal gewann und seit dem Jahr 2001 in Bukarest spielt.

Geschichte des Vereins[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Der FC Politehnica Timișoara wurde im Jahr 1921 gegründet und spielte zwischen 1946 und 1997 über mehrere Jahrzehnte regelmäßig in der höchsten rumänischen Fußballliga, der Divizia A. Die größten Erfolge des Vereins war die Pokalsiege 1958 und 1980. Er war einer der beliebtesten Vereine des Landes.

Nach der rumänischen Revolution und der nachfolgenden Privatisierung der rumänischen Fußballvereine gibt es mit „Poli“, wie den Verein genannt wird stetig bergab. Nach dem Abstieg 1997 übernahm der Italiener Claudio Zambon den Verein, um ihn wieder ins Oberhaus zu führen. Stattdessen fand sich Poli im Abstiegskampf wieder. Nach einem Streit mit der Stadt Timișoara siedelte er den Klub nach Bukarest über.

Neugründung[Bearbeiten]

Das Vereinshaus des FC Timișoara 2010

Ein Jahr nach der Umsiedlung gelang dem Zweitligisten AEK Bukarest unter Trainer Stelian Gherman der Aufstieg in die Divizia A. Daraufhin entschied sich der frühere rumänische Nationalspieler Anton Doboș, Besitzer von AEK und ein ehemaliger Klassenkamerad Ghermans[1], seinen Verein nach Timișoara zu verlegen, da in Bukarest aufgrund der starken Konkurrenz kaum Zuschauer zu den Spielen kamen. Um in Timișoara das Interesse der Zuschauer zu wecken, änderte er den Vereinsnamen in Politehnica AEK Timișoara. Der neue Verein sollte die Tradition von Politehnica Timișoara fortsetzen und das Zuschauerinteresse übertraf die Erwartungen.

Nachdem der Verein sportlich erneut in Schwierigkeiten geraten war und in der Saison 2004/05 der Abstieg drohte, verkaufte Doboș Poli im Dezember 2004 an Balkan Petroleum, das den Vereinsnamen in FCU Politehnica Timișoara änderte, da der Zusatz AEK von Doboș gewählt worden war, weil er früher als Spieler für AEK Athen aktiv gewesen war. Balkan Petroleum investierte in neue Spieler und holte einige Zugänge vom Ligakonkurrenten FC Național Bukarest – inklusive Trainer Cosmin Olăroiu. Nach einer hervorragenden Rückrunde führte er die Mannschaft auf den 6. Platz, wurde schon im darauffolgenden Herbst von Gheorghe Hagi abgelöst und Balkan Petroleum investierte erneut etwa zehn Millionen Euro in neue Spieler. Trotz der großen Investitionen und vieler Trainerwechsel gelang es Poli bisher aber nicht, in die Spitze des rumänischen Fußballs vorzustoßen.

Die durch die Namenswahl und die violette Vereinsfarbe suggerierte Nähe des inzwischen in FCU Politehnica 1921 Știința Timișoara umbenannten Vereins zu seinem Vorgängerklub Politehnica Timișoara veranlasste die FIFA und den rumänischen Fußballverband FRF dazu, den Klub bis zum 30. Juni 2008 seinen Namen und seine Vereinsfarben ändern zu lassen.[2] Seit dem 5. Juli 2008 heißt der Verein nun FC Timișoara. Wegen des Beibehaltens der violetten Trikots wurde der FC allerdings wie angedroht mit einem Sechs-Punkte-Abzug für die Saison 2008/09 bestraft. Die Entscheidung rief Auseinandersetzungen zwischen mehr als tausend Fans des Vereins und der Polizei hervor.[3]

In einer Berufungsverhandlung vor dem Sportgericht CAS wurde der Sechs-Punkte-Abzug am 11. Juni 2009 wieder aufgehoben, wodurch der Verein für die 3. Qualifikationsrunde der UEFA Champions League 2009/10 qualifiziert war. Dort bezwang er überraschend den amtierenden UEFA-Pokal-Sieger Schachtar Donezk und trat in den Play-Off-Spielen gegen den deutschen Verein VfB Stuttgart an. Hier konnte man sich jedoch durch ein 0:2 im Hinspiel und ein 0:0 im Rückspiel in Stuttgart nicht durchsetzen und verpasste somit die Gruppenphase.

Rückgewinnung der Historienrechte[Bearbeiten]

In einem am 24. Februar 2011 veröffentlichen Gerichtsurteil eines rumänischen Zivilgerichts wurde entschieden[4], dass der in Bukarest spielende Verein FC Politehnica Timisoara im Besitz von Claudio Zambon rechtlich nicht der Nachfolger von Politehnica Timisoara ist, sondern der von Marian Iancu geführte Verein diese Rechte besitzt. Der Bukarester Verein wurde infolge dieses Verfahrens rückwirkend aufgelöst. Die Möglichkeit gegen dieses Urteil Berufung einzulegen wurde nicht wahrgenommen.[5] Daraufhin kündigte Marian Iancu an, dass sein Verein zu der ursprünglichen Bezeichnung FC Politehnica Timisoara zurückkehren werde. Zivilrechtlich ist diese Umbenennung vollzogen, eine sportrechtliche Rückkehr zum ursprünglichen Namen ist während des laufenden Ligabetriebs jedoch nicht möglich. Diese ist für den Beginn der neuen Saison 2011/2012 vorgesehen. Allerdings trägt der von Marian Iancu geführte Verein seit der Rückrunde bereits wieder das ursprüngliche Vereinswappen und sowohl auf der offiziellen Internetpräsenz als auch auf den offiziellen Spieltrikots den Namen Politehnica Timisoara.[6]

Die Historie des Vereins umfasst nun: In Liga 1: 1.320 Spiele, 498 Siege, 316 Unentschieden, 506 Niederlagen, bei einem Torverhältnis von 1.746:1.823 und 1.312 Punkten. Zusätzlich dazu noch zwei rumänische Pokalsiege (1958, 1980), sechs verlorene Pokalfinals (1974, 1981, 1983, 1992, 2007, 2009) und zwei Vizemeister-Titel (2009, 2011) (Stand 31. Oktober 2011).[5][7]

Abstieg in die 2. Liga[Bearbeiten]

Der rumänische Fußballverband Federația Română de Fotbal verweigerte dem FC Timișoara wegen Schulden an den rumänischen Staat und den portugiesischen Fußballverein Benfica Lissabon die Lizenz. Gegen das von der UEFA bestätigte Urteil legte der Verein Berufung beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) ein, welche im Juli 2011 abgewiesen wurde. Der Lizenzentzug hatte einem Zwangsabstieg des rumänischen Vizemeisters aus der ersten in die Liga II zur Folge.[7][8] Die Saison 2011/12 schloss der Klub auf dem ersten Platz ab, verzichtete aber auf den Aufstieg, da noch nicht alle Schulden beglichen worden waren. Der Verein wurde 2012 aufgelöst.[9] Kurze Zeit später wurde er als ACS Poli Timișoara wiedergegründet und spielte wieder in Liga II. Ein Jahr später nach dem Ende der Saison 2012/13 stieg der Verein wieder in die Liga 1 auf. Der Klassenerhalt gelang dort jedoch nicht, sodass Poli in der Saison 2014/15 wieder in der Liga II spielt.

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Ehemalige Trainer[Bearbeiten]

Fans[Bearbeiten]

Poli gegen Juventus vor dem Spiel

Poli ist der Verein mit einer der höchsten Zuschauerzahlen bei Heimspielen. Commando Viola Ultra Curva Sud (CVUCS) ist einer der beliebtesten Fanklubs des Landes. Die Fans, die sich im südlichen Sektor des Stadions befinden, sind bekannt für ihre intensiven Fangesänge. Sie unterhalten freundliche Beziehungen zu den Anhängern von Rapid Bukarest und Borussia Mönchengladbach.[10]

Erfolge[Bearbeiten]

Meisterschaft[Bearbeiten]

  • 2. Platz: 2009, 2011

Rumänischer Pokal[Bearbeiten]

Finalteilnahmen[Bearbeiten]

Europapokalspiele[Bearbeiten]

  • H = Heimspiel
  • A = Auswärtsspiel
  • Alle Ergebnisse aus der Sicht von Politehnica Timișoara
Saison Wettbewerb Runde Land Club Ergebnis Hin Ergebnis Rück
2008/09 UEFA-Pokal 1. Runde SerbienSerbien FK Partizan Belgrad 1:2 (H) 0:1 (A)
2009/10 UEFA Champions League 3. Runde UkraineUkraine Schachtar Donezk 2:2 (A) 0:0 (H)
Play-Off DeutschlandDeutschland VfB Stuttgart 0:2 (H) 0:0 (A)
2009/10 UEFA Europa League
Gruppe A NiederlandeNiederlande Ajax Amsterdam 0:0 (A) 1:2 (H)
Gruppe A KroatienKroatien Dinamo Zagreb 0:3 (H) 2:1 (A)
Gruppe A BelgienBelgien RSC Anderlecht 0:0 (H) 1:3 (A)
2010/11 UEFA Europa League
3.Quali.Runde FinnlandFinnland Myllykosken Pallo -47 2:1 (A) 3:3 (H)
Play-Off EnglandEngland Manchester City 0:1 (H) 0:2 (A)

Aktueller Kader 2013/14[Bearbeiten]

Nummer Spieler Nationalität im Kader seit letzter Verein
Tor
01 Nuno Claro PortugalPortugal 2013 CFR Cluj
22 Coca Valentin RumäneRumäne 2012 ACS Recas
29 Eduard Pap RumäneRumäne 2013 Marcel Baban Jimbolia
Abwehr
04 Eduard Nicola RumäneRumäne 2013 Universitatea Cluj
13 Cristian Scutaru RumäneRumäne 2013 Dinamo Bukarest
15 Cristian Bocsan RumäneRumäne 2012 Eigener Nachwuchs
19 Marco Marovic SerbienSerbien 2012 Pecsi MFC
20 Florin Nohai RumäneRumäne 2012 Ceahlaul Piatra Neamt
24 Claudiu Belu Iordache RumäneRumäne 2013 Concordia Chiajna
55 Aleksandar Petrovic SerbienSerbien 2012 Concordia Chiajna
Mittelfeld
05 Adrian Poparadu RumäneRumäne 2012 FC Timisoara
08 Ovidiu Petre (Kapitän) RumäneRumäne 2013 Modena FC 1912
10 Nicolas Gorobsov ArgentinienArgentinien 2013 AC Torino
11 Florin Nanu RumäneRumäne 2012 ACS Recas
16 Cristian Boldea RumäneRumäne 2012 ACS Recas
17 Souleymane Keita SenegalSenegal 2013 CSMS Iasi
21 Trandu Razvan RumänienRumänien 2012 ACS Recas
25 Cristian Barbut RumänienRumänien 2012 Eigener Nachwuchs
Ion Dragu RumänienRumänien 2013 CS Mioveni
Angriff
07 Jorge Ruiz VenezuelaVenezuela 2013 Tucanes de Amazonas
14 Szabolcs Szekely RumänienRumänien 2012 ACS Recas
18 Alexandru Popovici RumänienRumänien 2013 Concordia Chiajna

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Monitorul de Cluj vom 25. September 2008, abgerufen am 6. Februar 2012 (rumänisch)
  2. prosport.ro, Citeşte somaţia FIFA către FRF ce propune sancţionarea Timişoarei, FIFA-Schreiben an den rumänischen Fußballverband, 3. September 2008, in rumänischer Sprache, abgerufen 1. November 2011
  3. spiegel.de, Der Spiegel, Kurzpässe: Geisterspiel zwischen Lautern und Karlsruhe, Ribéry wieder im Training, 4. September 2008, abgerufen am 1. November 2011
  4. poli.tm.ro, Gerichtsentscheidung zur Wiedererlangung der Historienrechte, 24. Februar 2011, abgerufen am 1. November 2011
  5. a b prosport.ro, E OFICIAL! Timişoara şi-a recuperat palmaresul, Zambon a fost învins! Citeşte hotărârea Curţii de Apel! (deutsch Es ist offiziell! Timisoara hat den Rekord erholt , Zambon ist besiegt! Im Berufungsgericht zu lesen!), 9. Februar 2011, abgerufen am 1. November 2011
  6. politimisoara.com, Internetpräsenz mit ursprünglicher Bezeichnung "FC Politehnica Timisoara", aktuellem Vereinswappen und Hinweis auf das Gründungsjahr 1921, abgerufen am 1. November 2011
  7. a b focus.de, Focus: CAS bestätigt Zwangsabstieg von FC Timisoara, 18. Juli 2011, abgerufen am 1. November 2011
  8. http://frf.ro/sectiune/stiri/articol/licentiere-13-cluburi-liga-i-au-primit-licenta-sezonul-2011-2012
  9. A treia operaţie estetică! AC Recaş se mută de luni pe "Dan Păltinişanu"
  10. tempo-poli.ro, Fan Friendship

Weblinks[Bearbeiten]