Polizeipräsidium (Dresden)

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Das Polizeipräsidium vom Pirnaischen Platz gesehen

Das Polizeipräsidium in Dresden entstand von 1895 bis 1900 als Königlich-Sächsisches Polizeipräsidium. Architekt des Bauwerks war Julius Temper. Es ist neben dem Landhaus, dem historischen Tagungsgebäude des sächsischen Landstandes, ein prägendes Gebäude am Pirnaischen Platz. Es entstand dort als das einzige Gebäude einer exekutiven Institution Sachsens auf Altstädter Elbseite, auf der sich sonst nur Gebäude der Legislative und Judikative befinden. Die Polizei war schon zuvor in der Altstadt, im Coselpalais.

Skulpturen über dem Haupteingang

Das Gebäude gehört (neben der Staatskanzlei) zu den staatlich-repräsentativen Gebäuden des Historismus in Dresden und trägt Stilelemente der Renaissance und des Barocks. Die beiden runden Haupttürme an den Ecken enthalten auch eine angedeutete Brustwehr und verleihen dem Gebäude einen Festungscharakter. Das Gebäude hat vier Flügel und drei Innenhöfe. Das Hauptportal an der Schießgasse ist somit nicht Giebel eines Hauptflügels, sondern füllt den Raum zwischen den beiden inneren Flügeln.

Die Rückseite des Bauwerks mit dem Baufeld des Quartiers III/2 von der Frauenkirche aus gesehen

An der Rückseite des Gebäudes entstand bis 1983 ein moderner Anbau, der eine gestufte Fassade mit bronzefarbig getönten Fenstern hatte und in industrieller Bauweise entstand. Er wurde im Jahr 2005 abgerissen. Der Bauplatz soll durch Bebauung des Quartiers III/2 der Neumarktbebauung gefüllt werden, wodurch sich eine geschlossen bebaute Fläche zwischen der Schießgasse und dem Neumarkt ergeben wird.

Das Gebäude ist Sitz der Polizeidirektion Dresden, zu der sechs Polizeireviere auf dem Stadtgebiet Dresdens gehören. In dem Gebäude sind die Dresdner Inspektionen der Kriminal- und Verkehrspolizei, das Polizeimuseum Dresden sowie das Polizeirevier Dresden-Mitte untergebracht. Das Landespolizeipräsidium befindet sich, als Abteilung an das Sächsische Staatsministerium des Innern angeschlossen, im Regierungsviertel der Inneren Neustadt.

Kritik[Bearbeiten]

  • März 2006: Ein Dreijähriger wird für mehrer Stunden von der Polizei entführt, um an seine angolanische Mutter heranzukommen, welcher die Abschiebung drohte.
  • Februar 2011: als Zehntausenden Menschen gegen einen Naziaufmarsch demonstrieren kommt es zu Handygate. Um der nicht existierenden, kriminellen Vereinigung „Antifa-Sportgruppe“ auf die Spur zu kommen, fragt die Dresdner Polizei mehrere Funkzellen ab. Insgesamt werden über 1 Million Verkehrsdaten von mehr als 330.000 Menschen erhoben. Das erklärt das Landgericht Dresden im April 2013 für rechtswidrig.
  • August 2011: In Zusammenhang mit dem Einsatz bei der Anti Nazi Demo im März des gleichen Jahres durchsucht die Polizei die Wohnung des Jenaer Jugendpfarrers Lothar König. Es wird ihm schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen. Im November 2014 wird das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt.
  • Januar 2015: Der Flüchtling Khalid Idres Bahray erstochen aufgefunden. „Die Ermittlungen ergaben bislang keine Anhaltspunkte für eine Fremdeinwirkung“, erklärte ein Polizeisprecher noch am selben Tag. Erst einen Tag später nehmen Kriminaltechniker die Spurensuche und Spurensicherung am Fundort richtig auf.

[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.taz.de/Die-Polizei-in-Sachsens-Hauptstadt/!153157/

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Polizeipräsidium (Dresden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.05073813.743996Koordinaten: 51° 3′ 3″ N, 13° 44′ 38″ O