Pollichia

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Die Pollichia ist ein forschender Naturschutzverein mit Schwerpunkt in Rheinland-Pfalz. Sie zählt etwa 15 Kreisgruppen mit rund 3.000 Mitgliedern. Damit ist die POLLICHIA nach der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung der zweitgrößte naturforschende Verein im deutschsprachigen Raum.

Der Verein für Naturforschung und Landespflege, wie die Pollichia ihre Ziele im Namenszusatz präzisiert, ist ein nach § 29 Bundesnaturschutzgesetz anerkannter Landespflegeverband. Er führt Studienfahrten, Exkursionen und Vortragsveranstaltungen durch. Die diversen Arbeitsfelder der Naturwissenschaften werden in zahlreichen spezialisierten Arbeitskreisen bearbeitet. Außerdem werden rund 80 ha besonders schützenswerter Gebiete von der Pollichia gepflegt.

Sitz des Vereins ist auch heute noch der Gründungsort Bad Dürkheim, die Hauptgeschäftsstelle befindet sich in Neustadt an der Weinstraße. Präsident ist derzeit (2010) PD. Hans-Wolfgang Helb, Geschäftsführer ist Oliver Röller.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Verein wurde am 6. Oktober 1840 in Bad Dürkheim auf Initiative des Botanikers Carl Heinrich Schultz von 25 Naturkundlern gegründet und nach Johann Adam Pollich, einem bedeutenden pfälzischen Botaniker, benannt. Die Gründer kamen aus den verschiedensten weltanschaulichen Bereichen und wurden von der gemeinsamen Liebe zur Natur zusammengeführt. Es befanden sich darunter Mitstreiter des Hambacher Festes wie z. B. der Arzt und Flechtenforscher Philipp Hepp aus Neustadt an der Haardt, ebenso wie etwa der angesehene Speyerer Domkapitular Bruno Würschmitt, eine Kapazität auf dem Gebiet der Kryptogame, vornehmlich der Pilze. Der Moosforscher Philipp Bruch (1781-1847) aus Zweibrücken, der Moosforscher Wilhelm Theodor Gümbel (1812–1858) aus Landau, sowie dessen Bruder der Geologe Carl Wilhelm von Gümbel (1823–1898) waren ebenfalls Gründungsmitglieder der POLLICHIA.

Ende des 19. Jahrhunderts fungierte der namhafte Botaniker Ferdinand Gottfried von Herder aus Grünstadt, der Enkel des berühmten Dichters Johann Gottfried von Herder, als Vereinsvorsitzender. Davor hatte Georg von Neumayer, der Polarforscher und Gründer der Deutschen Seewarte in Hamburg, den Vorsitz inne; er war Ehrenvorsitzender der POLLICHIA bis zu seinem Lebensende 1909.

Auf Anregung des POLLICHIA-Gründers Carl Heinrich Schultz untersuchte 1860 der Chemiker Robert Wilhelm Bunsen aus Heidelberg (der Mitglied des Vereins war) das Quellwasser der Maxquelle aus (Bad) Dürkheim. Er fand darin zwei bis dahin unbekannte Elemente: Cäsium und Rubidium.

Einrichtungen[Bearbeiten]

Im Pfalzmuseum für Naturkunde in Bad Dürkheim hat die Pollichia ihre bedeutenden Sammlungen zur pfälzischen Tier- und Pflanzenwelt hinterlegt. Vor wenigen Jahren wurde außerdem das Urweltmuseum Geoskop auf Burg Lichtenberg bei Kusel eröffnet. Dort sind die geowissenschaftlichen Sammlungen der Pollichia mit Bezug zum Rotliegend dieser Region untergebracht und teilweise ausgestellt. Das Geoskop ermöglicht Einblicke in das Zeitalter des Rotliegend vor etwa 290 Mio. Jahren.

Publikationen[Bearbeiten]

Die Pollichia gibt Bücher und Jahresmitteilungen zu naturwissenschaftlichen Themen heraus. Vierteljährlich erscheint der Pollichia-Kurier mit aktuellen Beiträgen aus dem Vereinsgeschehen und den Arbeitskreisen (Astronomie, Botanik, Faunistik, Geowissenschaften, Mykologie, Ornithologie, Umweltbildung)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Pollichia – Quellen und Volltexte