Polnische Bauernpartei

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Polskie Stronnictwo Ludowe
Polnische Bauernpartei
Logo der PSL
Parteivorsitzender Janusz Piechociński
Partei­vorsitzender Janusz Piechociński[1]
Gründung 5. Mai 1990
Gründungs­ort Warszawa
Haupt­sitz ul. Kopernika 36/40,
00-924 Warzsawa
Aus­richtung gemäßigter Konservatismus, Agrarpolitik
Farbe(n) Grün
Parlamentsmandate 28 von 460 (Sejm, 2011)
Europapartei EVP
EP-Fraktion EVP
Website www.psl.pl

Die Polnische Bauernpartei (pln. Polskie Stronnictwo Ludowe, PSL) ist eine gemäßigt konservative politische Partei in Polen. Sie ist wie die Bürgerplattform (PO) Mitglied der Europäischen Volkspartei.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Die heutige PSL basiert auf dem 1893 entstandenen Związek Stronnictwa Chłopskiego (Bund der Bauernpartei), der sich 1895 in Rzeszów zur Stronnictwo Ludowe weiterentwickelte und ab 1903 Polskie Stronnictwo Ludowe heißt.[2] Sie ist eine neu-alte Partei und wurde 1990 nach der Wende neugegründet. Die PSL will besonders die Interessen der Landwirte in Polen vertreten.

Unter anderen basiert sie auch auf der ehemaligen Vereinigten Bauernpartei (ZSL - Zjednoczone Stronnictwo Ludowe), einer der Blockparteien der früheren kommunistischen Regierungspartei, der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (PZPR).

Regierungsbeteiligungen [Bearbeiten]

Die PSL ging nach den Wahlen von 1993 eine Koalition mit der sozialdemokratischen Bund der Demokratischen Linken (SLD) ein. Bereits kurzzeitig 1992 in einer Ad-hoc-Koalition verschiedener Parteien und dann wieder von 1993 bis 1995 in besagter Koalition mit der SLD war der damalige Vorsitzende der PSL, Waldemar Pawlak, Premierminister Polens. Danach waren bis 1997 Politiker der PSL Roman Jagieliński, Aleksander Łuczak, Mirosław Pietrewicz und Jarosław Kalinowski stellvertretende Ministerpräsidenten in den von der PSL und der SLD unterstützten Kabinetten Oleksy und Cimoszewicz.

Nach den Parlamentswahlen 2001 trat die PSL erneut in eine Regierungskoalition mit der SLD ein. Ihr Vorsitzender, Jarosław Kalinowski, war seither erneut Landwirtschaftsminister und stellvertretender Premierminister. 2003 trat die Partei aus der Regierung aus.

Um die Jahrtausendwende stand die PSL als politische Interessenvertretung der Landwirte in Konkurrenz zu der von Gegnern als populistisch bezeichneten Partei Samoobrona, die allerdings seit 2007 (1,5 % der abgegebene Wahlstimmen) nicht mehr im Parlament vertreten ist und seitdem weitestgehend politisch unbedeutend wurde. Anders als die Samoobrona gilt die PSL als gemäßigt proeuropäisch.

Bei den Parlamentswahlen in Polen 2007 schaffte die PSL den Wiedereinzug in den Sejm als viertstärkste Kraft mit 8,91 % der Stimmen. Sie bildet seitdem zusammen mit der liberal-konservativen PO die derzeitige Regierung Polens unter Premierminister Donald Tusk. Sie stellt zudem (2007 bis 2012 mit dem wiedermaligen Parteivorsitzenden Waldemar Pawlak und ab 2012 mit dem aktuellen Vorsitzenden Janusz Piechociński) den stellvertretenden Ministerpräsidenten (Vice-Präses des Ministerrates) und Wirtschaftsminister.

Bei den Parlamentswahlen in Polen 2011 erreichte die PSL 8,36 % der Wählerstimmen und ist als viertstärkste Kraft mit 28 Abgeordneten im Sejm sowie mit zwei Abgeordneten im Senat vertreten.

Parteivorsitzende seit 1990 [Bearbeiten]

Wahlergebnisse zum Sejm [Bearbeiten]

Wahlergebnisse der PSL
  • 1991: 8,7 %
  • 1993: 15,40 %
  • 1997: 7,31 %
  • 2001: 8,98 %
  • 2005: 6,96 %
  • 2007: 8,91 %
  • 2011: 8,36 %

Verweise [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Polnische Bauernpartei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten [Bearbeiten]

  1. mar, rik: Zaskoczenie na scenie politycznej. Janusz Piechociński szefem PSL. Pawlak: Odejdę z rządu. In: gazeta.pl. 17. November 2012, abgerufen am 19. November 2012 (polnisch).
  2. Manfred Alexander, Kleine Geschichte Polens, Stuttgart 2008, S. 253–254. ISBN 978-3-15-017060-1