Polydaktylie
| Klassifikation nach ICD-10 | ||
|---|---|---|
| Q69 | Polydaktylie | |
| Q69.0 | Akzessorische(r) Finger | |
| Q69.1 | Akzessorische(r) Daumen | |
| Q69.2 | Akzessorische Zehe(n) Akzessorische Großzehe |
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| Q69.9 | Polydaktylie, nicht näher bezeichnet Überzählige(r) Finger oder Zehe(n) ohne nähere Angabe |
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| ICD-10 online (WHO-Version 2011) | ||
Die Polydaktylie (von altgriechisch πολύς polýs ‚viel‘ und δάκτυλος dáktylos ‚Finger‘, wörtlich also „Vielfingerigkeit“)[1] bezeichnet eine vererbbare, angeborene, anatomische Besonderheit bezüglich der Anzahl von Hand- und/oder Fußgliedmaßen. Die Besonderheit kann bei Menschen, aber auch bei Katzen[2], Hunden[3] und anderen Tieren vorkommen. Menschen mit Polydaktylie verfügen über mehr als die übliche Anzahl an Fingern oder Zehen. Besonders häufig findet sich ein- oder beidseitig ein jeweils sechster Finger oder Zeh (Hexadaktylie). Polydaktylie wird autosomal-dominant vererbt.
Bei mehr als 90 verschiedenen Syndromen tritt eine Polydaktylie als häufig festzustellendes Symptom auf, z. B. bei dem Pätau-Syndrom (Trisomie 13), dem Edwards-Syndrom (Trisomie 18), dem C-Syndrom, dem Ellis-van-Creveld-Syndrom, dem Laurence-Moon-Bardet-Biedl-Syndrom, dem Meckel-Gruber-Syndrom und den Formen des Kurzripp-Polydaktylie-Syndroms (Typ I, II, III, IV).
Zusätzliche Finger und Zehen können durch Amputationsverfahren operativ entfernt werden. Meist wird eine Operation aus rein ästhetischen Gründen durchgeführt. Operationen können aber auch dazu dienen, die Greif- und Lauffähigkeit der Betroffenen zu verbessern.
Andere Fehlbildungen an Fingern und Zehen sind Dysmelie, Brachydaktylie, Oligodaktylie und Syndaktylie. Letztere nennt sich in Kombination mit Polydaktylie Polysyndaktylie.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Trivia
Auf dem berühmten Gemälde der Sixtinischen Madonna von Raffael (1512-1513) findet sich ein Beispiel von Polydaktylie in der Darstellung des Papstes mit sechs Fingern an der rechten Hand.
[Bearbeiten] Literatur
- L. G. Biesecker: Polydactyly: how many disorders and how many genes? 2010 update. In: Developmental dynamics : an official publication of the American Association of Anatomists. Band 240, Nummer 5, Mai 2011, S. 931–942, ISSN 1097-0177. doi:10.1002/dvdy.22609. PMID 21445961. (Review) .
- R. Kapoor, R. Johnson: Polydactyly. In: New England Journal of Medicine. 365, 2011, S. 2122–2122, doi:10.1056/NEJMicm1100857 (Bild der Serie Images in Clinical Medicine)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Wilhelm Gemoll: Griechisch-Deutsches Schul- und Handwörterbuch. G. Freytag Verlag/Hölder-Pichler-Tempsky, München/Wien 1965.
- ↑ Polydactyl Cats (Part 1). Abgerufen am 20. Januar 2007.
- ↑ Park, K; Kang, J; Subedi, Kp; Ha, Jh; Park, C: Canine polydactyl mutations with heterogeneous origin in the conserved intronic sequence of LMBR1.. (Free full text) In: Genetics. 179, Nr. 4, August 2008, S. 2163–72. doi:10.1534/genetics.108.087114. PMID 18689889. Volltext bei PMC: 2516088.
[Bearbeiten] Weblinks
- Hexadaktylie (axial), T. Wuthe, T. Ullmann, Kinderradiologie-online.de, März 2002
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