Polylux (Gerät)

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Polylux im Klassenraum

Der Polylux ist ein ursprünglich in der DDR produzierter Tageslichtprojektor. Polylux war in der DDR ein Gattungsname für Tageslichtprojektoren.

Der Polylux auf der Leipziger Messe 1972
(1) Querschnitt einer Fresnellinse
(2) Querschnitt einer herkömmlichen Linse gleicher Größe und Brennweite

Hergestellt wurde der Polylux in der DDR seit 1969 vom Volkseigenen Betrieb VEB Phylatex-Physikgerätewerk DDR in Frankenberg bei Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt). Er war unter anderem an den Bildungseinrichtungen der DDR weit verbreitet. Ab 2004 war Polylux ein eingetragenes Warenzeichen der Firma Polytechnik Frankenberg GmbH, die das Gerät als Nachfolgefirma des ursprünglichen Polylux-Produzenten baute und vertrieb. Pro Jahr wurden bis zur Wende 1989 durchschnittlich 27.000 Geräte gebaut, die auch in die Sowjetunion exportiert wurden. Im Jahr 2004 waren es noch 6.000 gebaute Geräte pro Jahr.

2006 wurde das Unternehmen geschlossen.

Das Wort Polylux (aus dem Griechischen und Lateinischen: „viel Licht“) erfand Erich Schöpe, Diplom-Physiker und ehemaliger Entwicklungsleiter des Polylux-Herstellers. Heute besitzt es zum einen als typisches DDR-Wort Kultstatus und ist zum anderen im aktuellen Sprachgebrauch in den Neuen Bundesländern noch weit verbreitet.

Eine vom ORB (jetzt RBB) produzierte Sendung (siehe Polylux (Fernsehen) oder auch Tita von Hardenberg) wurde in Anlehnung an die „erhellende“ Funktion des Geräts nach dem Polylux benannt.

Das Gehäuse des Polylux bestand aus Kunststoff und enthielt einen Lüfter mit zeitverzögerter Abschaltung (Bimetallschalter) zur Vermeidung eines Wärmestaus. Das Leuchtmittel war eine Halogen-Glühlampe für Netzspannung. Sie besaß einen Umschalter für zwei Helligkeitsstufen.

Ursprünglich waren die Gerätelinsen des Polylux aus Glas. Zur Gewichtsverringerung kamen später Linsen aus Kunststoff zum Einsatz. Insbesondere die großflächige Fresnellinse, die als Folienauflage diente, wurde aus Kunststoff gefertigt.

Weblinks[Bearbeiten]