Polymyxine

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Polymyxine sind eine Gruppe von Polypeptid-Antibiotika, die chemisch verzweigte, zyklische Dekapeptide (Peptide aus 10 Aminosäuren) darstellen. Ähnlich wie die Zellmembran besitzen sie eine Polarität, die durch die in ihnen enthaltenden Aminosäuren und endständige hydrophobe Fettsäuren entsteht. Dadurch werden sie in die Zellmembran gram-negativer Bakterien eingelagert und stören deren Permeabilität. Aufgrund dessen besitzen diese Antibiotika eine bakterizide Wirkung, allerdings nur gegen außerhalb der Körperzellen (extrazellulär) lokalisierte Keime. Zu den Polymyxinen gehören Polymyxin B und Colistin.

Bei parenteraler Anwendung entfalten Polymyxine sehr hohe Toxizität, vor allem auf das Nervensystem (Neurotoxizität) und die Niere (Nephrotoxizität). Bei Nierenversagen sind sie absolut kontraindiziert. Daher werden sie vor allem lokal angewendet, Colistin wird in der Veterinärmedizin aber auch systemisch angewendet. Im Darm werden sie nicht resorbiert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Löscher et al. (Hrsg.): Pharmakotherapie bei Haus- und Nutztieren. Paul Parey Verlag, 7. Aufl. 2006, S. 266, ISBN 3-8304-4160-6