Polyrhythmik
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Polyrhythmik bezeichnet die Überlagerung mehrerer verschiedener Rhythmen in einem mehrstimmigen Stück. Dabei kann jede einzelne Stimme auch einen eigenen Takt oder gar ein eigenes Metrum haben (Polymetrik).
Polyrhythmik gilt als Kennzeichen für die traditionelle afrikanische Musik und ist z.T. auch im Jazz zu finden. Ausgehend von den verschiedenen Schlaginstrumenten und Trommeln der afrikanischen Kulturen ergab sich für jedes Instrument ein charakteristisches Metrum. Es gibt in Afrika allerdings eine große Vielfalt verschiedener Arten des Musizierens. Während die Massai-Völker ihre Rhythmen beim Tanz erzeugen, indem sie sich mit diversen Rasseln und ähnlichem behängen, haben die benachbarten Völker, zum Beispiel die Luo, komplizierte Tänze zu Trommelbegleitung erschaffen. Weitere interessante polyrhythmische Musik ist bei allen Völkern mit Sprechtrommlern zu finden, sowie bei den westafrikanischen Kulturen. Resultat polyrhythmischen Musizierens sind komplexe Strukturen.
Aus diesen Gegenden breitete sich die Polyrhythmik sowohl in den afrikanischen Süden als auch zu den Berbervölkern und Tuareg im Norden aus. Auch in der marokkanischen Musik findet man Polyrhythmik. Heute findet man polyrhythmische Musik auch in allen Bereichen Lateinamerikas, vor allem in der Karibik, wohin sie durch die afrikanischen Sklaven gebracht wurde.
In der Popmusik ist die Polyrhythmik zum einen in Teilbereichen des Latin Rock vertreten, zum anderen durch diverse afrikanische Popmusiker. In der Neuen Musik ist sie insbesondere von Steve Reich und von György Ligeti aufgenommen worden. Ein bekannter Vertreter des Metal-Genres, der massiven Gebrauch von Polyrythmik macht, ist die Band Meshuggah.

